Zurück in die Freiheit? Endlich geimpft!

Vielleicht wird dies der letzte Beitrag der Covid-19 Kolumne. Möglicherweise auch nicht, wir werden sehen! Immerhin, mein Weg führt zurück in die Freiheit, was vor allem für zusätzliche Bewegungsmöglichkeiten steht. Die Impfung gegen das Coronavirus kam spontan und unverhofft. Eigentlich hatte ich nicht damit gerechnet, nicht zu diesem Zeitpunkt.

Geimpft mit Johnson & Johnson
Geimpft mit Johnson & Johnson

Impfstoff fehlt immer noch.

Entgegen der medialen Wahrnehmung fehlt es nach wie vor an Impfstoff in ausreichender Menge. Das lokale Impfzentrum führte vor einer Woche nur Zweitimpfungen durch. In beiden Nachbarlandkreisen schloss man die Zentren temporär, weil kein Impfstoff vorhanden. In meinem Heimatkreis sind immer noch rund 27.000 Menschen registriert und impfwillig, ich bin einer davon.

Mit Priorisierung aufgrund einer Vorerkrankung. Doch mit Mitte 50 weder ausreichend alt noch krank,  um echte Chancen zu haben.

Um ehrlich zu sein, ich bin den täglichen Impfstoff-Klamauk leid. Mürbe vom Warten auf Impfstoff, der angekündigt wird und dann doch nicht zur Verfügung steht. In der Zwischenzeit habe ich mich damit abgefunden und mein Leben danach ausgerichtet.

Im Herbst, so rechnete ich es mir aus, könnte ich vielleicht einen Termin bekommen. Also warten! Aufregen nutzt nichts, und vordrängeln und Druck ausüben empfinde ich als unsolidarisch. Um mich herum wurde derweil emsig geimpft. Ganz vorne an der Front Freunde mit Kontakten, jung und gesund, die gleich am Anfang der Kampagne zum Zug kamen. Anschließend Freunde aus anderen Bundesländern, wo die Verteilung besser läuft als in Bayern; später die mit den passenden Arbeitgebern.

Immerhin, in der Nachbarschaft funktionierte das Impfen alter und erkrankter Menschen. Leider nicht so, dass der Zugang zur Impfung einfach gewesen wäre. Nur mit dem Engagement und der Hartnäckigkeit von Kindern und Angehörigen wurde die Impfung möglich. Ansonsten wären die alten Menschen im System untergegangen.

Eine Impfung. Spontan.

Dann, am Donnerstag letzter Woche ein Anruf meiner Hausarztpraxis. Die Gesundheitskarte zur Abrechnung fehle, ob ich sie kurz zur Einbuchung einreichen könne? Na klar, kann ich. Eigentlich, so antworte ich, habe ich auf einen Anruf zur Corona Impfung gehofft. Wir können nur Johnson & Johnson anbieten, bekomme ich zur Antwort. Möchten sie?

Für einen Moment bleibt mir die Luft weg. Natürlich möchte ich! Jetzt ist man am anderen Ende der Leitung still – für einen kleinen Moment. Dann ist man überrascht. Es ist verrückt, Deutschland ist ein dekadentes Land. Johnson & Johnson ist nicht Biontech. Der Mega Impfstoff, den alle suchen, die eine Impfung anstreben. Man darf Impfstoff ablehnen, weil er nicht schick genug ist.

Und man kann sich den feinsten Stoff aussuchen, während die Mehrzahl der Menschen auf dem Planeten keine Chance auf einen zeitnahen Zugang zu einer Impfung hat. Merken wir in unserer Blase eigentlich noch etwas?

Es ist keine Frage, dass ich einwillige. Mit meiner Vorerkrankung ist mir jeder Impfstoff willkommen. Reduziert er doch die Chance,  irgendwann an einer Beatmungsmaschine zu enden, erheblich. Die Sache ist wirklich alternativlos, sozusagen.

Risiken & Nebenwirkungen.

Schon am nächsten Vormittag ist mein Termin. Die Praxis impft im Schnellverfahren; eine Einbahnstraße durch die Räume minimiert Begegnungen und ein eventuelles Infektionsrisiko. Das ist gut durchdacht. In Vierergruppen wird aufgeklärt, bei Bedarf gibt es ein persönliches Gespräch. Ich habe mich umfassend eingelesen und habe keine Fragen. Die erwarteten Nebenwirkungen sind Müdigkeit und Kopfschmerzen, ein Ziehen an der Einstichstelle. Nach zwei Tagen soll alles vergessen sein.

Ein sachter Pieks in den linken Oberarm, 15 Minuten in der Wartezone zur Sicherheit.  Das war es. Voller Schutz nach 14 Tagen.

Die Nebenwirkungen setzen unverzüglich ein. Nach einer Stunde bin ich so müde, dass ich mich hinlegen muss. Im Prinzip bräuchte ich kein Bett. An die Wand lehnen, Augen zu, das wäre es. Ich schlafe, ohne fit zu werden, bleibe ohne Antrieb. Ich schaffe es noch nicht einmal,  die „Saab am Sonntag Kolumne“ zu schreiben. Da müssen die Lesenden durch. Zum Glück bleibt der angekündigte Kopfschmerz aus, ich bin nur abgeschlagen.

Das hält etwas mehr als 24 Stunden an.

Am Nachmittag des Folgetages klingen die Nebenwirkungen so rasch ab, wie sie gekommen waren. Am Abend bin ich fit, nur ein Ziehen an der Einstichstelle erinnert an die Impfung.

Tatsächlich sind es harmlose Nebenwirkungen. Ich kenne viel härtere Fälle im Freundes- und Bekanntenkreis. Zwei Tage komplett ausgeknipst, mit anderen Wirkstoffen.

Ist es mein Weg zurück in die Freiheit?

Nicht wirklich. Im Prinzip könnte ich reisen und den Sommer genießen. Ich habe den Stempel im Impfpass, könnte mir einen digitalen Ausweis holen. Nur, was bringt mir das? Alleine Reisen ist nicht schön. Meine Frau wartet auf einen Termin. Immer noch, und mit der Hoffnung, dass sich spontan etwas ergibt.

Und um die Sache auf einen Punkt zu bringen: Bewegungs- und Reisefreiheit ist toll und ein hohes Gut. Mir ging es aber primär nicht darum. Wichtiger war mir, bei der nächsten Welle oder einer neuen Mutation nicht in einer Klinik zu landen, sondern einen gewissen Schutz zu haben. Aus Verantwortung gegenüber meiner Familie, aus dem sehr egoistischen Grund, dass ich gerne lebe, aber auch aus Angst vor einem eventuellen Krankenhausaufenthalt.

Aber auch zum Schutz meines menschlichen Biotops.

Mir ist sehr bewusst, dass unter den Lesenden Impfskeptiker und Verweigerer sind. Ich akzeptiere deren Meinung, denke aber, dass wir sehr genau abwägen müssen, was wir tun. Verweigere ich die Impfung, laufe ich Gefahr,  ungewollt einen Menschen zu infizieren. Der vielleicht eine Vorerkrankung hat, eventuell lungenkrank ist, und für den der Infekt das Ende wäre.

Wie mein alter Nachbar. Der kämpft seit Jahren um genügend Atemluft. Ich möchte ihn noch lange als Nachbar haben.

25 thoughts on “Zurück in die Freiheit? Endlich geimpft!

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    Es wird hier einigen nicht schmecken, aber für mich ist hier besonders bei einigen Kommentaren ganz klar eine rote Linie überschritten worden. Das hätte ich in diesem Kreis nicht erwartet.

    Um es gleich vorweg zu sagen, ich werde mich als Gesunder mit diesen heiß gestrickten Stoffen sicher nicht impfen lassen, sondern die Sache erst mal in aller Ruhe beobachten. Die Zahlen in Schleswig-Holstein tendieren nebenbei schon länger gegen NULL, was allerdings nichts mit dem Impffortschritt zu tun hat. Dafür lasse ich mich aber von niemanden in die Schublade Impfverweigerer = Querdenker = Verschwörungstheoretiker = Rechts =… einsortieren, wie es in diesem Land leider üblich geworden ist. Ich bin seit Kindesbeinen durch den Beruf meines Vaters und meines eigenen für Reisen in die 3. Welt gegen die üblichen Geschichten (Cholera, Gelbfieber, Hepatitis, …) geimpft worden, alles erprobte Impfstoffe.

    Wer Vorerkrankungen hat, oder anderweitig gesundheitliche Risiken in sich trägt, soll es gerne tun, um selbst gegen einen schweren Verlauf geschützt zu sein. Damit ist aber letztendlich auch nichts und schon gar nicht langfristig garantiert. Ebenso ist nicht garantiert, dass ein Geimpfter nicht trotzdem Überträger sein kann. Würde sich einer dieser Impfstoffe zu einem Contergan 2.0 entwickeln, sollte den Betroffenen klar sein, dass sie von diesem Staat keinerlei Unterstützung zu erwarten haben.

    Was mich schon lange an dieser einseitig geführten Diskussion stört sin die drei GGG: geimpft, genesen, getestet. Das vierte G, der gesunde Mensch kommt gar nicht mehr vor.
    In meiner beruflichen und familiären Umgebung gab es Betroffene mit unterschiedlichen Verläufen. Bei der Grippewelle 2017/18 (25.000 Tote in vergleichsweise kurzer Zeit) gab es einen Toten und einen Pflegefall im Umfeld, aber darüber wird nicht geredet.

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      Guten Abend,

      Bei welchen Kommentaren ist Ihnen denn in welcher Hinsicht eine rote Linie überschritten worden?

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      Guten Abend Herr Pitschmann,

      schätzungsweise wären Ihre Erläuterungen für mich wohl auch ein blaues Wunder gewesen. In diesem Sinne, gemeinsam mit roten Linien, bleiben wir bunt und farbenfroh.

      Viele Grüße

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    Der kollektiven Verzückung zum Trotz mache ich mich zum Buhmann und werfe die Frage auf, wo die Schnittstelle zwischen SAAB und Impfungen ist??

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      Die Schnittstelle ist das Leben. Was sonst?

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        Bei allem Respekt (und der sonst hohen Qualität, weshalb ich ja auch Abonnent bin), aber das ist mir zu beliebig. Dann könnte der Blog auch über die Fußball-EM, vegane Ernährung, etc. berichten. Hat auch ganz viel mit „das Leben“ zu tun. Oder nicht?

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          Nein, hat es nicht. Das Covid Thema ist essenziell. Es hat in den letzten Monaten Spuren hinterlassen, nicht nur unter den Lesenden. Ich sehe es als sehr wichtig, sich darüber auszutauschen. Mit trivialen Themen, wie der Fußball EM oder ob man vegan zu speisen pflegt, würde ich es nicht vergleichen wollen, es noch nicht mal wagen.

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      Die Schnittstelle ist Covid. Ganz einfach.

      Covid war (und ist) ein Einschnitt. Impfungen sind hoffentlich der Kit – für Im- und Export gebrauchter Saab und Teile, für Treffen, für Stammtische, für Reisen mit dem Saab und für viel mehr – letztlich für eine lang ersehnte Normalität.

      Ich verstehe das Unverständnis nicht? Covid ist Thema für Schulen, im Sport, bei Hochzeiten, im Krankenhaus, in Pflegeheimen und bei Beerdigungen – von der Wiege bis zur Bahre leiden Menschen in allen Lebenslagen und -bereichen unter der Pandemie und diskutieren deren Auswirkungen untereinander. Warum sollte die Saab-Community sich da ausnehmen, obwohl sie ebenso von der Pandemie betroffen ist, wie jede andere Gemeinschaft?

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        Ich würde dem Volvaab Driver zustimmen. Wen das Thema dennoch unberührt lässt – oder schlicht nicht interessiert – der hat ja jederzeit die Möglichkeit, diesen Artikel nicht zu lesen und die Kommentarfunktion nicht zu nutzen.

        Für mich, und vermutlich geht es allen so, ist auch nicht jeder Artikel auf diesem Blog (oder in jedem anderen) gleich interessant oder relevant.

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    Guten Tag Zusammen,

    ein interessanter Beitrag und interessante Diskussionen in den Kommentaren. Die Erfahrungen sind sehr unterschiedlich und um noch eine subjektive hinzuzufügen:

    Ich gehöre der Gruppe „Prio 0“ an und nehme das Versprechen „Im Sommer gibt es für jeden ein Impfangebot“ gerne an. Das heißt, ich registriere mich – aufgrund einer fehlenden, intensiven Hausarztbeziehung – beim Impfzentrum und bei der Impfbrücke. Nach ca. zwei Wochen erhalte ich eine E-Mail Kommunikation des Impfzentrums, man würde davon ausgehen man habe mir helfen können und den Vorgang schließen. Gab es einen vorgeschlagenen Impftermin? Nein. Also nochmal von vorne…

    Meine Lebenspartnerin möchte sich über die Hausärztin impfen lassen, die aber demnächst ihre wohlverdienten 6 Wochen Sommerpause antritt und bis dahin lediglich die Zweitimpfungen priorisiert.

    Somit kann sich „Grupp 0“ also noch in Solidarität, Warten und Geduld üben… am besten ohne sich den Kopf zu zerbrechen, ob das alles nicht besser hätte gemanaged werden können. Vielleicht „erfreut“ man sich lieber daran, dass wenn man durch die Straßen läuft, Corona überwunden zu sein scheint…

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    Danke Tom, mir gefällt es auf dem Blog auch mal so ein Statement zu lesen!

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    Das sind gute Nachrichten! Eine kleine Frage, nicht kritisch gemeint: Heißt es nicht, man solle aus Sicherheitsgründen kein Foto von Impfbescheinigungen ins Netz stellen?

    Ja, dass Einige nur bestimmte Impfstoffe wollen, ist ein unsoziales Luxusdenken, absolut richtig! Aber davon abgesehen kann ich, jedenfalls für Norddeutschland, das typisch deutsche Gemecker und Beklagen nicht nachvollziehen. In meinem Freundeskreis und in der Arbeit sind mittlerweile alle durchgeimpft (2x), ganz ohne Beziehungen o.ä. (die meisten Prio 3). Überwiegend Biontech, öfter Astra und auch Moderna. Ich (Prio 2) bekam völlig problemlos Ende März den Ersttermin mit Biontech online, zack zack für übermorgen, einem Sonntag, in Deutschlands größtem Impfzentrum in HH. Dort war alles perfekt organisiert und superfreundlich. Alle, die da waren, die ich kenne, waren begeistert. Anfang Mai die zweite Impfung, der Termin wurde gleich mitvergeben, letzte Woche digital den Code runtergeladen, in die App, fertig – geht hier in HH ganz ohne den überflüssigen, Steuergelder verpulvernden Umweg über die Apotheke. In Schleswig-Holstein gabs (im engsten Familienkreis) genauso unproblematisch den Ersttermin online Anfang April und den zweiten dann gleich dazu für Mitte Mai. In Niedersachsen lief es in der Tat deutlich schleppender und komplizierter, aber meine Mutter, über 80, war schon Anfang März zweimal geimpft, und meine 90-jährige Tante hat vorgestern, nach empfohlener dreimonatiger Wartezeit, ihre zweite Astra-Dosis bekommen – bestens vetragen übrigens.

    Also alles, jedenfalls in meinem Umkreis, bestens gelaufen hier. Hingegen hat meine Freundin in München, ebenfalls Prio 2 (Krebs vor zwei Jahren), nach ewiger Warterei, Anrufen und Verharren auf einer Warteliste, erst jetzt Ende Mai ihre erste Impfung bekommen, ihr Mann, Prio 3, noch gar keine.

    Scheint in Bayern alles nicht ganz so toll zu laufen … Diese wichtigtuerische Art eines gewissen Politikers dort, der sich stets in den Vordergrund spielte, gerne Kanzler geworden wäre, und mit Verweis auf seinen angeblich ach so tollen Umgang mit der Pandemie ganz Deutschland einreden wollte, wir müssten uns am bayrischen Vorbild orientieren – obwohl dort lange Zeit die mit die höchsten Inzidenzen waren und vieles chaotisch lief, während wir in HH die zweitniedrigste Inzidenz eines Bundeslandes hatten (als Stadtstaat), das geht mir tierisch auf den Wecker! Aber hier wurde ja auch in Ruhe gearbeitet (und es gab eine strengere Ausgangssperre) anstatt sich dauernd polternd besserwisserisch im TV zu präsentieren.

    Das gehört vielleicht alles nicht hierher, es sind natürlich alles rein subjektive Erfahrungen, aber im Hinblick auf die Erfahrungen aus Bayern habe ich das zu oft gehört – im krassen Widerspruch zur dortigen Selbstdarstellung. Und das ewige Gemecker hier ist auch deplatziert – vieles läuft richtig gut! (Damit meine ich jetzt nicht die ganzen Masken-Bereicherungs-Skandale usw.). Ich freue mich für jeden, der, egal wo auf der Welt, eine Impfung bekommt. Das ist so wichtig!

    Und Fehler werden überall gemacht, übrigens auch auf der anderen Rhein-Seite. Meine Verwandten in der französischen Schweiz (Kanton de Vaud) haben im letzten Jahr ganz andere Erfahrungen gemacht: Galoppierende Coronazahlen, Kollaps des Gesundheitssystems, fragwürdige bis keine Maßnahmen der Politik usw. Auch das beherrschte dort monatelang die Presse.

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      Ja, ja die Norddeutschen 😉 Bayern ist eben Bayern und nicht alles so, wie es scheint. Es gibt auch einen Unterschied zwischen der Landeshauptstadt und dem Norden oder den abgehängten Regionen wie der Oberpfalz oder Oberfranken. Könnte man viel schreiben. Aber manches ist hier, im Gegensatz zu unseren direkten Nachbarn in Hessen, tatsächlich besser geregelt. Möchte ich weg? Ich möchte es nicht!

      Mit der Impfbescheinigung das geht schon in Ordnung. Solange die gelben Pässe in Impfzentren in Stapeln ausliegen sehe ich hier das geringste Risiko.

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        Ich hatte nur gehört, man solle keinesfalls die Chargennr. fotografieren und veröffentlichen, um Missbrauch vorzubeugen.

        Die Bayern (jedenfalls viele) und Bayern mag ich übrigens sehr, nur dieses großkotzige „mia san mia, bei uns ist alles besser und wir machen dem Rest des Landes vor, wie es geht“ eben nicht. Und der Artikel las sich so, als wenn es mit dem Impfen nach der Erfahrung des Autors richtig schlecht gelaufen sei. Aber wenn es doch anders oder besser war – ist doch klasse! Wie gesagt: Ich freue mich über und mit jedem Geimpften! Persönlich für ihn, und nur so kommen wir alle da raus und vielleicht halbwegs zurück zu einer Normalität – irgendwann – und vor allem zu weniger Toten und Kranken und persönlichen Tragödien!

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          Land & Leute

          Sie haben so viel über Bayern gesagt, dass mich jetzt kulinarische Sehnsüchte quälen, die ich nicht befriedigen kann …
          Nix davon ist gerade im Haus. So ein Mist.

          Was den Lokalpatriotismus betrifft, dürfen Norddeutsche da nicht zu empfindlich sein. Wenn ein Mitglied der kleinen sozialen von der großen demokratischen Schwester in die Bundespolitik und dort nicht auf die Hinterbank möchte, wird das Mitglied eben laut. Und der FC ja sowieso …

          Das Bild von Land & Leuten ist dadurch medial arg verzerrt …

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          Schön, wenn Mutter und Tante die Impfung ohne größere Nebenwirkungen vertragen haben. Dennoch eine kleine Anmerkung: Gerade Menschen über 80 haben allgemein ein schwaches Immmunsystem und daher finden sich in dieser Gruppe gerade die Non-Responder (bei Impfung gegen Influenza bis zu 80%!). Heißt, wenn ein hochbetagter Mensch sagt „super Impfstoff, nichts gemerkt“, dann ist die Chance recht hoch, daß auch sein Immunsystem „nichts gemerkt“ hat, anders als bei Tom, der recht eindrücklich geschildert hat, was er gemerkt hat. Comirnaty(Biontech) ist kaum an alten Menschen vor der Zulassung getestet worden, anders als Vaxzevria(Astrazeneca), was auch deren „schlechteres“ Outcome erkärt. Leider hat die Politik das zum Anlaß genommen, nun gerade die alte Bevölkerung mit dem „besseren(?)“ Impfstoff zu impfen. Den deutlich immunogeneren Impfstoff hat man dann zunächst an die Jüngeren verimpft mit den bekannten Folgen und Verunsicherungen. Auch so kann man „Impfskeptiker“ schaffen.
          Ich empfehle meinen alten Patienten, die „nichts gemerkt“ haben, das Blut nach 4-6 Wochen auf impfspezifische Antikörper gegen das SARS-CoV2-Spikeprotein untersuchen zu lassen, um sicher zu sein, daß die Impfung auch das bewirkt hat, was sie bewirken sollte. Anderenfalls wähnt man sich geschützt, ist es aber nicht.

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        Das mit der Impfbescheinigung sehe ich auch nicht so schlimm. Wichtig ist hier der QR-Code, und der läßt sich mit diesem Foto nicht fälschen.

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          @ Herrn Hübner,

          ich habe keine Meinung zu dem Thema, aber da Sie es ansprechen …
          Ich wüsste zwar nicht, wer das warum machen sollte, aber den QR-Code könnte ich auf Basis dieses Fotos problemlos fälschen. Das ist ganz, ganz kleines 1×1 und geht mit einer Vielzahl an Bildbearbeitungs- oder Grafikprogrammen …

          Falls das eine Relevanz hat, dann sollte der QR-Code im Foto tatsächlich unkenntlich gemacht werden.

          Umgekehrt wäre es übrigens genauso einfach, in dem Foto ein QR-Code einzusetzen, der entzerrt und gescannt zum Saabblog, zum RKI oder was auch immer führen würde. Das wäre witzig …

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            Solange man den QR-Code problemlos von einem Handy auf ein anderes übertragen kann, sehe ich die Diskussion gelassen. Das Problem ist nicht das Foto auf dem Blog, es liegt woanders.

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    Gut geschrieben. Die Pandemie bringt Merkwürdiges in uns Menschen hervor.

    Mich hat ein Vordrängler drangsaliert, ich solle es ihm gleichtun. Impfverweigerer und Verschwörungstheoretiker habe ich zum Glück nicht in meinem Umfeld. Bekannte sind aber wiederum von solchen drangsaliert worden. Aufgeregte Anrufe und E-Mails wider eine Impfung, letztlich Psychoterror …

    Ich habe morgen meine Erstimpfung. Auch ein zufällig freier Termin in einer Praxis. Ganz ohne zu drängen. Froh bin ich schon deshalb, weil der Drängler mich nun nicht mehr drängt.

    Endlich Ruhe.

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    Im Nordosten Niedersachsens lief es ähnlich bizarr. Schreiben an Personen mit Vorerkrankungen, die einen schweren oder tödlichen Verlauf annehmen lassen, wurden vom Landesgesundheitsministerium verschickt, mit denen man sofort losmarschieren durfte zum Impfen. Termine gab es im Kreis-Impfzentrum aber nicht. Man konnte sich auf eine Warteliste eintragen.
    Zwei Wochen später wurde gleichzeitig über den Impfstoff für Erstimpfungen gesprochen, der auch umgehend eintrat, während man gleichzeitig die Öffnung für die Prioritätsgruppe 3 verkündete und kurze Zeit später die Aufhebung der Priorisierung in Aussicht stellte. Man bekam den Eindruck, dass Verkündung und Realität aus zwei verschiedenen Welten stammen mussten.

    Der Termin kam übrigens überraschend am Tag der tatsächlichen Aufhebung der Impfpriorisierung. 14 Tage später gab es die Erstimpfung mit Moderna. Nebenwirkungen? Keine. Wenn man von dem üblichen „Muskelkater“ im Oberarm absieht, aber den hatte ich bisher bei jeder Impfung dort.

    Nützt das alles nun was? Ja. Eine gewisse Sicherheit habe ich, dass der Krankheitsverlauf ausbleibt oder nicht so schwer sein würde. Überträger könnte ich aber weiterhin sein. Wie bei jeder Infektion, gegen die man geimpft ist.

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    Finde ich toll und sehr wichtig, dass Du Deine Impferfahrung hier teilst, Tom.

    Bei mir war letzte Woche auch dass lange Warten endlich vorbei, nachdem mein Jahrgang in Wien freigeschaltet worden war; am Sonntagmorgen war es dann endlich soweit – und wie schon alle Teststraßen und -boxen hier in Wien, war auch die Impfung perfekt organisiert – vom Verlassen der U-Bahnstation bis zum Stich (im größten Konferzenzzentrum des Landes mit entsprechend langen Wegen) vergingen nur 12 Minuten. Wien kann das eben 🙂

    Ich bekam die erste Teilimpfung mit Moderna – hierzulande kann man sich den Impfstoff nicht aussuchen; bin zwar aus anderen Gründen seit Jahren Fan von BionTech und was diese Firma gemeinsam mit Pfizer seit über einem Jahr mit Entwicklung und Produktion von Comirnaty leistet ist absolut fantastisch, aber alle bis jetzt in der EU zugelassenen SARS-Cov2-Impfstoffe sind sicher und hoch effektiv, mir wäre da jeder recht gewesen, auch wenn meine Präferenz bei den beiden mRNA-Impfstoffen liegt. Die einzige deutlich spürbare Nebenwirkung war auch bei mir Müdigkeit an den beiden Tagen nach der Impfung. Wie im ärztlichen Vorgespräch empfohlen, habe ich jeweils nach 6 Stunden Mexalen genommen, was wohl auch dazu beigetragen hat, dass mögliche übliche Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, nicht aufgetaucht sind. So habe ich nur etwa drei Stunden nach der Impfung gespürt, wie das Immunsystem seine Arbeit aufnimmt, aber das war nicht unangenehm.

    Heute in vier Wochen erhalte ich dann noch die zweite Teilimpfung. Und bis dahin alle zwei Tage zum PCR-Test (nachher wird es wohl auch immer wieder Sinn machen) und weiterhin aufpassen. Dank Mutationen und rationalen Argumenten nicht zugänglichen Impf-„Skeptikern“ wird uns SARS-Cov2 schließlich noch lange begleiten. Und ich „durfte“ leider auch im persönlichen Umfeld erleben, wie schnell Leben zerstört sein kann, wenn das Virus zuschlägt.

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    Soll ich es schreiben?

    Bei meiner Impfstelle via Netz angemeldet, 2 Tage später via Handy zwei zeitnahe Termine erhalten, an beiden Terminen alles wunderbar geklappt, praktisch keine Wartezeit und heute via Netz mein Zertifikat und QR heruntergeladen. QR Code auf die app geladen, voila, alles hat bestens funktioniert.

    Wo? In einem anderen Land, auf der anderen Seite des Rheins.

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      Davon kann man in D nur träumen. Aber ja, man darf es schreiben 😉

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    Gut zu lesen! Das mit dem Impfstoff zu erhalten ist leider nicht einfach, meine Eltern (beide Ü 70) haben sehr lange warten müssen.

    Die angeblich so faire Verteilung hat von Anfang an nicht funktioniert. Wer beste Beziehungen hatte war priorisiert, wer nicht, der hatte ganz einfach Pech gehabt. Anspruch und Wirklichkeit klaffen echt weit auseinander.

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