Historische Pressefotos: Saab 9-5 Troll 2.3 E der Carline AG
Immer wieder stößt man in der Markengeschichte auf Fahrzeuge, die vergessen sind. Der Saab 9-5 Troll R von Hirsch Performance ist längst eine Legende und heute noch begehrt. Dass es einen Vorgänger gab, ist hingegen kaum bekannt, und wer hat in den vergangenen Jahren einen 9-5 Troll 2.3 E gesehen? Dessen Geschichte begann um das Jahr 1998.
Hirsch Performance war damals noch die Carline AG. Der Veredler aus der Schweiz hatte noch nicht den Ritterschlag zum offiziellen Werkstuner erhalten, doch das, was er tat, muss den Segen der Schweden bekommen haben und auch die Unterstützung im Vertrieb
Denn ansonsten würde man keine Pressefotos aus dieser Zeit in unserem Archiv finden. Wie so oft in diesen Jahren, der Zeit vor der einsetzenden Digitalisierung, ist der Werdegang des Troll 2.3 E nicht lückenlos und zu 100 % nachvollziehbar.

Historische Pressefotos: Saab 9-5 Troll 2.3 E der Carline AG
Als Basis der Leistungssteigerung soll der Saab 9-5 mit dem 170‑PS‑2,3‑Liter-Turbomotor gedient haben. Deswegen findet man (angeblich) auch keine Turbonadel im Cockpit. Dafür aber ausreichend Leistung unter der Motorhaube. Zur Leistungssteigerung wurden ein großer Garrett-Turbolader und eine veränderte Motorsteuerung eingesetzt.
Ab dem Katalysator ersetzte die Hirsch Garage in St. Gallen die serienmäßige Abgasanlage durch eine aus Edelstahl und veränderte das Ansaugrohr. Der Ladeluftkühler soll im Original von Saab geblieben sein.
Carline startete mit 227 PS, vielleicht um einen Minimalabstand zum Saab 9-5 Aero mit 230 PS zu halten. Dann folgten Troll 2.3 E Varianten mit 250 und angeblich ab 2000 auch mit 260 PS.

Eventuell gab es Varianten nur für die Schweiz, die für die anderen Märkte nicht verfügbar waren. Die Pressebilder zeigen außerdem die bekannten Hirsch Performance Felgen und es scheint damals bereits eine der gesteigerten Leistung angemessene Bremsanlage gegeben zu haben.
Auch für die Optik unter der Motorhaube sorgte das Team um René Hirsch. Eine Troll 2.3 E Abdeckung aus Carbonfaser veredelt auch dort, wo man es nicht auf den ersten Blick sieht.

Im Innenraum setzte die Carline AG auf eine hochwertige, zweifarbige Lederausstattung, wie sie auch später der berühmte Troll R hatte. Dessen Vorgänger ist heute allerdings komplett vom Markt verschwunden.

Es ist im Moment unklar, wie viele Exemplare hergestellt wurden und in den Export nach Deutschland gingen. Erkennen kann man den Troll 2.3 E am dezenten Schriftzug auf dem Kotflügel.
Falls man einen sichtet, was mir in den vielen Jahren mit der schwedischen Automarke bisher nie gelungen ist.
– Fortsetzung folgt –