Rückkehr einer verlorenen Seele – das Saab 9 Projekt

Das Saab als verlorenen Seele durch den automobilen Kosmos irrt haben wir mittlerweile begriffen. Ausgehend vom 9-X Concept des Jahres 2001 gibt es aufregende Designansätze zur Wiederbelebung der Marke. Zwei Designer haben das Saab 9 Projekt entworfen. Einer davon ist kein Unbekannter. Denn er hatte schon einmal an einem zukunftsweisenden Saab Projekt mitgearbeitet.

Wie würde ein Saab heute, im Jahr 2021, aussehen? Bitte keine Illusion, keine verklärende Sentimentalität. Saab würde, wie alle anderen Hersteller auch, auf dem Cross-over Zug sitzen. Sicher mit ein paar besonderen Lösungen garniert, aber doch dem Mainstream folgend.

Denn der Kunde will, was er will.

Rückkehr einer verlorenen (Saab) Seele
Rückkehr einer verlorenen (Saab) Seele

Die Designer Ernst Hellby und Erik Melldahl haben sich Gedanken über ein Comeback der Marke gemacht. Die Rückkehr einer verlorenen Seele, so nennen sie das Saab 9 Projekt. Ausgehend vom aufsehenerregenden  Saab 9-X Concept des Jahre 2001 haben sie das Design neu interpretiert.

Heraus kam ein Cross-over, das zeitgeistig ist und die Designsprache von vor zwei Jahrzehnten fortschreibt.

Die Pilotenkanzel, die LED Leuchtbänder am Heck. Typisch Saab. Die Motorhaube in Form einer Muschel ist vorhanden, der Kühlergrill orientiert sich an den letzten Saab Modellen wie dem 9-5 NG. Was in meinen Augen fehlt, ist der Hockey-Stick der C-Säule, aber auch den gab es auch beim Concept Car des Jahres 2001 nicht.

Melldahl arbeitete beim Saab e-Power Concept mit

Ernst Hellby ist für das Außendesign zuständig. Er hat zwar keinen Saab Hintergrund, er arbeitete aber einige Zeit bei NEVS und war für Lynk & Co aktiv. Das Saab 9 Interieur zeichnete Erik Melldahl. Melldahl ist nur Wenigen bekannt, doch er war 2010 bereits einmal für Saab tätig. Mit Electroengine Sweden AB arbeitete er am Saab e-Power Concept, das 2010 auf dem Pariser Autosaloon Premiere feierte.

Heraus kam zumindest ein elektrisches Cabriolet  und mehrere Sportkombis, die rein elektrisch unterwegs waren. Einer der Kombis steht heute im Museum, ein weiterer Überlebender wurde (ohne Batterien) versteigert und befindet sich im unbekannten Besitz. Melldahl arbeitet heute für das Interieur Design von BMW.

Die Trolle warten auf das Saab Comeback

Nach dem “WHAT-IF” Projekt von Anders Warming ist die Rückkehr einer verlorenen Seele schon das zweite Saab Projekt innerhalb kurzer Zeit. Ein Umstand, der interessant ist. Denn nach anderen verschollenen Marken, wie Rover, sehnt sich heute kein Mensch mehr. Saab aber irrlichtert weiter durch den automobilen Kosmos.

Die Trolle warten auf das Saab Comeback.

Doch zumindest das Saab Design hat überlebt. Immer wieder findet man aufregende Design Zitate gerade dort, wo man es am wenigsten vermuten würde. Die muschelförmige Motorhaube kommt zurück in einem elektrischen Hyundai, und ist dann keine Motorhaube mehr. Sogar die legendäre Pilotenkanzel feiert jetzt ein Comeback. Zwar rein elektrisch, aber toll und spektakulär verpackt. Ein E-Auto jenseits automobiler Ödnis.

Wie es vielleicht Saab gebaut hätte. Demnächst hier.

10 thoughts on “Rückkehr einer verlorenen Seele – das Saab 9 Projekt

  • Klar ist, bei einem “concept car” können sich die Designer austoben und es wird etwas dick aufgetragen, das sieht man auch hier. Nicht alles davon kommt, wie wir wissen, dann auch in der Serie an. Deshalb kann man die “Traktorreifen (grins!)” auch mit etwas Toleranz als Designer-Gag hinnehmen. Aber die zeitgenössischen Interpretationen der saab-typischen Formensprache und des Designs sind schon eine Augenweide – SUV hin oder her. Nur den Hockey-Stick vermisse ich schon ein wenig.

    Viel wichtiger scheint mir, dass Saab nicht nur in der Fan-Gemeinde, sondern auch in der Automobilbranche noch nicht vom Schirm ist, dass sich Experten nach wie vor mit dem Thema mehr oder weniger intensiv befassen. Das ist für die Saab-Enthusiasten ein klitzekleiner Hoffnungsschimmer, ein Lichtstreif ganz hinten am fernen Horizont.

    Und es beweist sich erneut – Totgesagte leben länger!

  • …egal wie groß die Räder sind, wo kann ich den kaufen?

  • Ich bin kein SUV Fan, aber die Tatsache das man sich immer noch mit SAAB beschäftigt ist interessant. Dass das im SUV Bereich passiert ist nachvollziehbar, das wollen die Käufer halt, Vernunft hin, Vernunft her. Sollte es ein Comeback geben, würde ich mir ein Cabrio, eine Limousine und einen Sportcombi wünschen.

  • Tolle Studie! Erkenne das X-Konzept wieder… 🙂 . Wäre eine Sünde wert. Das rückwärtige Lichtband sieht klasse aus und macht sicher. Allerdings würden mir 17-zöller Felgen reichen.

  • Definitiv sehr cool. Zwei junge Designer, einer mit Saab Background, die zeigen wie es gehen könnte. Alles, aber nicht langweilig! 😉

  • Einige ganz nette Akllänge an die Saab-Formsprache, die in der Tat recht gelungen modernisiert wurde. Aber die völlig überdimensionierten Räder lassen die Karosserie aufgebockt wie bei einem US-Monstertruck-Videospiel erscheinen. Pfui Teufel! Da bin ich ganz einer Meinung mit Hans.

  • Die Räder von einem Traktor? Ich weiss nicht, bin einfach zu alt um dieser Studie iregendwie irgendwas abzugewinnen.
    Ich finde die pseudo Coupes (BMW, MB, etc.) mit 4WD und riesigen Räder einfach nur schrecklich.

    • @aero50 Der Kunde will, was der Kunde will. Die Räder des Concepts sind natürlich übertrieben groß. Aber der Trend geht auch in bürgerlichen Preisklassen zu immer größeren Felgen. Vernunft hin oder her. 😉

  • Die Lichtleiste am Heck ist genial.
    Gruß André

  • Sehr geil! Aber hinter dir siehste : Nix!

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