Farbcode 263 – so cool, dass man einen solchen Saab haben muss
Seltene Farben. Sie sind ein ernsthaftes Thema. Das Harvard Art Museum stellt deshalb mehr als 2 500 rare Farbtöne aus. So viele gab es von Saab nicht, obwohl die Marke einst sehr progressiv war. Mutige Farben und aufwendige Lackierungen, das trauten die sich in Schweden. Lange, bevor andere Marken auf den Zug mit dem Namen “Individualisierung” aufsprangen.
Mit den mutigen Farben ging es dem Ende entgegen, als GM in Trollhättan 100 % das Steuer übernahm. Statt bunter Farbtöne wurde die Farbpalette mit jedem Jahr grauer, trister, trauriger. Der Buchhalter-Schick aus dem Detroit Reesaince Center verschonte auch die ehemalige Avantgarde nicht. Der Saab Farbcode 263 war ein letztes Aufbäumen, bevor die grauen Herren aus den USA mit gedeckten Lackierungen die Herrschaft sogar über den Farbeimer ausübten.
Es gab ihn nur für eine kurze Zeit. Die Autos mit dem Farbcode 263 sind aus diesem Grund rar – und so richtig cool.

Farbcode 263 – so cool, dass man einen solchen Saab haben muss
Im Jahr 1998 führte Saab den Farbcode 263 ein. Kopparbrons – oder Kupferbronze – das war mutig. Zumindest für den neuen Saab 9-5, der eine seriöse Prestige Limousine in der gehobenen Preisklasse war. Der kleinere 9-3 bekam die Lackierung ebenfalls als Option, aber nur für ein Jahr.
Immerhin zwei Jahre lang blieb Farbcode 263 im Programm für den 9-5. Nicht für alle Märkte allerdings. Denn dieser Farbton, der in der Sonne so unwiderstehlich schimmert, schien den Strategen für manche Länder zu gewagt.

Immerhin hatten die Deutschen, ganz sicher nicht der progressivste Markt für Saab, die Chance, den Farbcode 263 zu bestellen, und die Italiener ebenfalls. Zu viele Kunden waren es nicht, die das Wagnis zur Farbe eingingen.
Die Autos blieben selten und wenn man heute einen Saab in Kupferbronze sichtet, dann ist dies ein ganz besonderes Auto.

Ein Saab 9-5 SE mit dem Farbcode 263
Ein Saab 9-5 SE mit dem seltenen Farbcode 263 wurde vor Jahren in Italien zum Verkauf angeboten. In Reggio Emilia bei einem Fachbetrieb, der britische Fahrzeuge und Motorräder vermarktet, und vermutlich als Geschäftsmodell Kunden jenseits des Mainstreams versorgt.
In dieses Schema passt hervorragend der 9-5 SE aus dem Jahr 1998.

Es ist eine sehr frühe Saab 9-5 Limousine, bei der sich der Käufer für eine Lackierung in Kupferbronze und einen Innenraum mit beigem Luxusvelours und zweifarbigen Armaturenbrett entschied. Für den deutschen Durchschnittsgeschmack hört sich das exotisch an. Es sieht aber auch nach mehreren Jahrzehnten immer noch großartig aus.

Die Wahl ist geschmackssicher, wie man es den Italienern und ihrer Begabung für Farben und Formen nachsagt.
Schönheit alleine ist nicht alles, behauptet man ebenfalls. In diesem Fall aber musste die Schönheit genügen. Denn, neben der in der SE Version bereits reichlichen Serienausstattung, machte der Besteller kaum ein Kreuzchen in der Aufpreisliste. Der Saab hat aus diesem Grund keine beheizten Sitze, kein Schiebedach und auch kein automatisches Getriebe.

Exzentrik und Individualität sind selten
Aber, das benötigt man nicht wirklich. Der Farbcode 263 überstrahlt mit seiner Seltenheit alles und lässt die fehlenden Optionen nebensächlich erscheinen.
Der Zustand des 9-5 SE erschien damals mehr als gepflegt. Vermutlich war es ein älterer, sehr stilvoller Besitzer, der sein Auto gut pflegte und umsichtig bewegte.

Weniger als 100.000 Kilometer meldete damals der Tachometer, der 9-5 war gerade eingefahren. Für jemanden, der ein Händchen für die besonderen Dinge im Leben hat, wäre er das richtige Auto gewesen.
Ein ästhetischer Anblick im dominanten Grau unseres Straßenverkehrs. Eine wahre Rarität ohnehin.

Mehr Stil, mit einer kleinen Beimischung Exzentrik, ist für so kleines Geld kaum möglich. Der Saab 9-5, das vergaß ich zu erwähnen, wurde zuerst für nur 6 200 € angeboten und dann aufgrund der Nachfrage auf 6 900 € erhöht – und die schwedische Limousine wurde verkauft.
So viel Geld zahlt man anderswo für eine Individuallackierung. Ohne das dazugehörige Auto, versteht sich. Und seitdem? Der Saab wurde 2021 verkauft und seither bekamen wir nur ein weiteres Angebot auf den Radarschirm. Und auch dieser Farbcode 263 Saab war schneller weg, als dass wir darüber hätten berichten können.
Der Beitrag erschien zum ersten Mal am 1. Oktober 2021 und wurde seitdem mehrfach redaktionell überarbeitet.
BRAUN ist ja eher schon eine eher spez. Farbe für Autos. 🙂
Ich finde aber, den bzw. div. Saabs steht sie ganz gut (und unterstreicht teils sogar noch mal positiv deren “Individualität”).
Bei mir steht gerade zufällig und nur vorübergehend (und nein: ist nicht meiner und wird es – leider – auch nicht) ein sehr schöner brauner großer Saab in der Garage.
Zu dem passt braun einfach super!
Sehr edel, und so einen sieht man wirklich selten. Ich vermute den Werkstattersatzwagen?
Jupp … pssst. 🙂
(ich trau mich gar nicht, den zu bewegen; der bleibt so schön sicher in der Garage)
Was ich festgestellt habe (so toll das Auto auch ist): Obwohl ich ja eigentlich ja kein wirklicher SUV-Fan bin, möchte ich “alter Mann” den bequemen Ein- & Ausstieg in meinem eigentlichen dicken “Drömbil” nicht mehr missen.
Im NG (und z.B. auch alten 9-5) ist mir das mittlerweile leider viel zu tief (komm mir da ja fast vor wie in Sportwagen oder Gokart o.ä.).
Und 5m sind eben auch schon 5m.
Du bist doch so viel jünger als ich.
Also ich springe jeden Tag voller Begeisterung (zum Glück wieder) in den 9000 CS und genieße jeden Kilometer.
“Du bist doch so viel jünger als ich.”
… aber wohl (leider) nur im Pass. 😉
… morgens in der Dusche vorm Spiegel schau ich sehr oft schon einem recht alten Mann entgegen und erschrecke! 😉 ;-(
Kein Scherz:
Ich hatte als vorherigen “Werkstattwagen” letztes Jahr mal einen ganz normalen 9-5 SC.
(als eigentlich genau so ein Auto-Typ wie ich zuvor hatte – damals einen 9-5 SC arc aus 2002)
Bei der Rückgabe hab ich wirklich gefragt, ob die den Wagen extra tiefer gelegt hätten( was verneint wurde).
Denn ich konnte mich nicht dran erinnern, jemals soooooo tief in unseren alten Saab eingestiegen zu sein (und besonders auch nicht, so “beschwerlich” wieder rausgekommen).
Tja … man (bzw. ich!) wird halt alt und bequem … ;-(
P.S.:
Ich hab zwar längst nicht so einen harten und heftigen Leidensweg wie du hintern mir (sicher nicht mal ansatzweise vergleichbar).
Aber ich hatte in den letzten Jahren auch ein paar nervige und im Vergleich zu dir eher winzige gesundheitliche “Rückschläge” zu meistern.
(du kennst mich z.B. vom letzten 9-5/9-4-Treffen vor ca.2018 noch mit über 30kg mehr)
Das mit dem “tiefergelegt” und ins Auto hineinfallen sehe ich bei meinem Vater, bei meiner Mutter beginnt es auch. Sie sind noch ein paar Jahre älter als ihr beide. Aber ich mache mir natürlich auch Gedanken. Mit dem 9-3 SC hole ich sie nicht mehr ab. Mein Vater kommt da kaum rein und kaum raus. Beim 9-3 OG ist es etwas besser.
Wo lande ich dann mal? Ein auf Elektroantrieb umgebauter 9-4X wäre wohl die Lösung…..
Ich habe da so einen gewissen sportlichen Ehrgeiz um auf jeden Fall die fahrenden Hochsitze möglichst lange zu meiden.
Ein alter Herr in der Nachbarschaft kauft im sehr fortgeschrittenen Alter noch einen Porsche Cayman – und hielt das tatsächlich (mit erkennbarer Mühe) bis zum Ende durch. Fand ich sehr respektabel, ist aber wohl die absolute Ausnahme.
🙂
9-4x auf Elektro umbauen ….
Hmmm, das behalte ich mal im Hinterkopf (Scherz) … 😉
Zu “Eltern”:
Ich habe den Fortschritt der Einschränkungen bei meinem Vater “damals” gesehen. Das Tempo des Fortschritts war beängstigend schnell. Nun beginnt es langsam auch bei meiner Mutter (und ich seh es bei der Mutter eines Freundes).
Man kann – so hab ich für mich daraus geschlossen – gar nicht früh genug anfangen, sich darüber für sich selber Gedanken zu machen. Mach ich bei div. Käufen, Entscheidungen oder “Umbauten” u.ä. heute nun schon.
Ach ja, das Leben geht nicht spurlos an uns vorbei. Alt werde ich auch (zum Glück) bequem versuche ich zu vermeiden.
Wichtig ist: Wir sind noch immer da und wenn wir Freude haben an dem was wir tun, ist doch alles gut!
Dem stimme ich voll zu. 🙂
(naja, bis auf den “Hochsitz”-Einstieg natürlich) 😉
Und man kann ja (meist) selber viel dafür/dagegentun … Treppe statt Fahrstuhl und so z.B.(ich hab z.B. nach Hochleistungssport vor Jahrzehnten vor paar Jahren wieder mit täglichem Sport angefangen und mir ein “Sportzimmer” dazu eingerichtet).
Machen statt Jammern. 😉
Dem 9-5 steht die Lackierung besser als dem 9-3. Mit dem Chromgrill gibt es einen tollen Kontrast, einfach Spitzenklasse.
Leute: holt bitte jemand Saab für uns zurück?
Der hier gezeigte 9-5 hatte mich damals fasziniert. Und ich war sogar in der Nähe dieses Betriebs und hatte mich angekündigt zur Besichtigung! Und dann habe ich es aus Zeitmangel abgesagt. Ein wenig ärgere ich mich heute noch darüber. Kupferbronze war ein sehr passender Farbton für die 9-5-Limousine. Sie wirkt(e) damit distinguiert.
Ich bin immer froh, dass nicht nur ich den vielen verpassten Gelegenheiten hinterher trauere.