Saab, Saab oder Saab – Der Weg zurück

Für alle, die meine vorherigen Beiträge nicht gelesen haben, „Was bisher geschah“. Mein allererstes Auto war also ein gebrauchter Saab 99 GL und folglich mein zweites ein fabrikneuer Saab 900 GL. Versteht sich, einmal Saab, immer Saab. Na ja, fast. Beides Autos, die ich oder dann meine Frau so lange fuhren, bis es nicht leider mit vernünftigem Aufwand nicht mehr ging.

Saab 9-3 - natürlich in Schwarz
Saab 9-3 – natürlich in Schwarz

Dann folgten – weil Saab ja damals GM war – als Stadtauto ein fabrikneuer Fiat Uno und als Freizeitvergnügen ein wenig gefahrener Volvo 1800 ES und schließlich ein brandneuer Alfa Romeo Giulia bis an sein rostiges Lebensende.

Der Alfa Romeo Giulia 156 machte ganze 155’000 rassige Kilometer viel Fahrspaß bis er den Weg fast aller Italiener ging und langsam unter dem Allerwertesten zerbröselte.

Was nun?

Zumal es keine neuen Alfas mehr in himmlischen Celeste namens Azzuro Tazio Nuvolari gab. Ich habe sogar in Turin angerufen, weil ich mal in einem Prospekt gelesen hatte, dass man alle Alfas in allen Konzernfarben bestellen könne, und da es damals noch den Fiat 500 in eben diesem Hellblau gab …

Ich Naivling habe als damaliger Werbetexter tatsächlich geglaubt, was einer meiner Kollegen da geschrieben hatte. Kurz, gab es nicht. Niente da fare. Und mich als Alfa-Fahrer gab es daher auch nicht mehr. Denn, wenn es bis heute nicht mal meine Wunschfarbe gibt, nehme ich das Rostrisiko sicher nicht auf mich.

Kann man einen Alfa Romeo in einer Fiat Farbe bestellen? Leider nur ein Werbeversprechen. Keine Realität.
Kann man einen Alfa Romeo in einer Fiat Farbe bestellen? Leider nur ein Werbeversprechen. Keine Realität.

Aber, wie das so ist, mit zunehmenden Alter beginnt man sich an seine Jugend zu erinnern. Wo vermeintlich alles besser war.

Also zurück zu Saab.

Erfreulicherweise hatte sich Saab da schon von GM gelöst und war damit wieder eine Option. Und siehe da, eine gebrauchte Saab Limousine 9-3 II stand da beim Saab-Händler vor dem Showroom zu einem interessanten Preis. Farbe Schwarz, was einem Saab immer gut steht, sowie erst noch nicht metallisé, was mir noch nie gefallen hat. Und da ich eh immer 2-Liter-Motoren und Vorderradantrieb bevorzugte, war ich trotz ungeliebter Automatik und Lederausstattung einen Tag später wieder Saab Fahrer.

Für das traurige Häuflein Alfa habe ich übrigens noch 500 Franken bekommen.

Der Saab 9-3 II entpuppte sich als außerordentlich bequemer Reisewagen mit tollem Sitzkomfort und allen Drum und Dran. Das Automatik-Getriebe war in der Stadt und im Stau erwartungsgemäß eine Entlastung fürs linke Bein, aber die Schalterei, wenn man es eigentlich gar nicht will, ist doch eher lästig.

Natürlich konnte ich auch mit den Lenkradwippen schalten, aber so ganz das Wahre ist das nicht, auch wenn in der Formel 1 nur noch so geschaltet wird. Und die Ledersitze? Na ja, im Sommer klebt man trotz Klimaanlage mit dem Rücken klatschnass am Sitz und im Winter friert man sich die ersten Kilometer einen ab. Und wenn dann die Sitzheizung so richtig einsetzt, muss man aufpassen, dass man die rechtzeitig wieder abstellt, sonst gibt es Spiegeleier, wenn man das hier so schreiben darf.

So ganz habe ich nie begriffen, wieso Leder so viel besser sein soll.

Vielleicht edler, aber funktioneller sicher nicht.

Aber so ganz mein Wunschauto war der 9-3 II nicht. Jedes Mal, wenn ich ein Saab Cabrio am Straßenrand sah, erhöhte sich mein Puls und ich konfigurierte mein Wunsch-Cabrio auf der Saab-Webseite. Gerne hätte ich ein dunkelblaues Cabrio mit schwarzen Ledersitzen (Stoff gab es ja nicht) und braunem Verdeck gehabt.

Gut, braunes Verdeck war in dieser Farbkombination eigentlich nicht vorgesehen, aber meiner Meinung nach, bekommt das Saab Cabrio dadurch einen verwegenen Look wie ein Ford Mustang in den siebziger Jahren. Respektive bekäme, weil einerseits sich die rund 70 000 Franken nicht einfach so aus der Portokasse bezahlten und andererseits in der Zwischenzeit, ihr wisst schon, Saab gab es leider nicht mehr.

Doch der Gedanke ließ mich nicht los…

Wie geht es weiter, auf dem Weg zurück? Das Finale am Freitag in Teil 2.

Text: Gigi

Bilder: Saab Automobile (1), FCA (1)

Vorherige Teile:

Fiat, Volvo oder Alfa? Was ein eigentlich überzeugter Saab Fahrer fährt.

Volvo oder Saab oder doch ÖV?

Volvo oder Saab, oder doch Alfa Romeo?

Volvo, Saab oder doch Volvo – Werbetexter bei Volvo

Volvo 940, 960 oder doch der neue 850?

 

5 thoughts on “Saab, Saab oder Saab – Der Weg zurück

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    bin auch gespannt wie es weitergeht.

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    Danke Gigi

    Für mich sind die Leserbeiträge hier das Salz in der (aber auch sonst und allzeit schmackften) Suppe …

    Und Wiedersehen macht Freude. Den P1800 hätte ich in einem meiner letzten Kommentare übrigens fast erwähnt. Es ging um die Sonett. Nach meinem Empfinden ist der P1800 ganz eindeutig das bessere & attraktivere Auto. Aber darauf hätte ich gar nicht abgestellt …

    Ganz im Gegenteil hätte ich ihn als (Parade-) Beispiel dafür genutzt, wie auch andere Marken zeitgleich mit Saab “Sportwagen” auf Basis seriell verwendeter Motoren, Getriebe und Bremen realisiert haben. Denn das haben beide gemeinsam und es hätte zur Ehrenrettung der Sonett beigetragen, es auch an diesem schönen Beispiel festzumachen.

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    Schön geschrieben.

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    Der Wunsch nach einem dunkelblauen Cabrio trifft mein vollstes Verständnis, jener nach schwarzen Ledersitzen aber überhaupt nicht. Ich hatte seinerzeit ewig lange einen Vorführwagen gesucht um einen mit sandfarbenem Leder zu ergattern.

    Man braucht das offene Cabrio nur eine Viertelstunde in der Sonne stehen lassen um zu den oben erwähnten Spiegeleiern zu kommen (- wenn man das hier so schreiben darf 😉

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    Bewegtes Autofahrerleben mit gutem Geschmack! Meine Italienische Auto Leidenschaft habe mit Lancia ausgelebt, respektive lebe sie immer noch.

    Bin gespannt auf die Fortsetzung.

Kommentare sind geschlossen.