NEVS-Evergrande kauft Chassis Architektur von FEV-Benteler

Evergrande Neoenergy hat die Chassis Architektur 3.0 von Benteler international und der FEV Group erworben. Den Kauf der deutschen Technologie gab die Tochtergesellschaft der Evergrande Gruppe am gestrigen Tag bekannt. Damit erhält das Unternehmen Zugriff auf die vermutlich fortschrittlichste Architektur für Batterie-elektrische Fahrzeuge.

Chassis Architektur 2.0 von Benteler
Chassis Architektur 2.0 von Benteler. Foto: Benteler

Die Chassis Architektur 3.0 für Elektroautos basiert auf dem Electric Drive System 2.0 von Benteler Automotive und ist im höchsten Maße modular aufgebaut. Sowohl für NEVS als auch Evergrande hat der Erwerb der Rechte an der Architektur weitreichende Konsequenzen. Die Zeitspanne für eine komplette Neuentwicklung von geschätzten 5 Jahren reduziert sich dadurch dramatisch um mehr als 3 Jahre. Und die vom Prinzip her komplette Chassis Architektur mit Antrieb und Fahrwerk erlaubt das Abdecken verschiedenster Fahrzeugsegmente in einer sehr kurzen Zeit.

Chassis Architektur 3.0 spart Zeit

Mit der aktuellen Investition verkürzt die Evergrande Gruppe ihren Rückstand auf etablierte Anbieter. Dazu greift man auf Technologie von etablierten Adressen zu. Sowohl Benteler als auch FEV gelten als führend im Automobilbau und sind auch für deutsche Premium Hersteller tätig. Die FEV Group wurde 1978 in Aachen gegründet und ist ein Spezialist für Antriebssysteme, alternative Technologien, vernetztes Fahren und Leichtbau. Benteler existiert schon seit 140 Jahren, unterhält 83 Forschungs- und Entwicklungsstandorte in 39 Ländern und ist anerkannter Entwickler für Chassis Architektur.

NEVS – Evergrande führt mit diesem Schachzug die bisherige Einkaufstour weiter. Das Unternehmen möchte in den nächsten 5 Jahren zum größten Anbieter weltweit für Elektromobilität aufsteigen. Mit dem Erwerb der modernsten Plattform-Technologie wird der Anspruch ein weiteres Mal untermauert. Über den Kaufpreis wurde nichts bekannt gegeben.

Die Aufholjagd beginnt

Deutsche Technologie für Fahrzeuge aus Schweden ist im Prinzip nichts Neues. Saab pflegte über lange Jahre gute Verbindungen nach Deutschland. Vor allem in den Klassikern steckt hochwertige Technik deutscher Ingenieure. Für Trollhättan in der Gegenwart wird die aktuelle Entwicklung einige Auswirkungen haben. Die in den letzten Jahren von NEVS entwickelten Plattformen, welche zum Teil noch auf Saab Technologie basierten, dürften spätestens jetzt nur noch einen sentimentalen Wert besitzen.

Mit der Chassis Architektur 3.0 steht den Entwicklern in der Stallbacka nun der wahrscheinlich fortschrittlichste modulare Baukasten zur Verfügung, der auf dem Markt angeboten wird. Die angestrebte Entwicklung von 8 komplett neuen Modellen in kurzer Zeit kann sich dynamisieren. Erste Ergebnisse können vielleicht schon 2020, spätestens aber im Jahr 2021 präsentiert werden. Für die ehemalige Saab Fabrik und die Arbeitsplätze in Trollhättan sind es erfreuliche Nachrichten. Sie soll schon im kommenden Jahr wieder produzieren, nach einer fast 10-jährigen Pause.

Mehrere Unschärfen gibt es noch. Die Evergrande Gruppe ist hoch verschuldet. Nach europäischen Maßstäben in einem beunruhigenden Maß. Hält sie den Investitions-Marathon in den nächsten Jahren durch? Unklar ist außerdem, unter welchem Label die Elektroautos in Zukunft verkauft werden sollen. NEVS oder doch eine andere Marke? Kauft sich Evergrande brachliegende Markenrechte oder wagt man etwas gänzlich Neues?

Vor ein paar Tagen hat Evergrande in China eine neue Elektroauto-Marke präsentiert. 恒驰 wird Heng Chi gesprochen und war zum ersten Mal auf den Evergrande Trikots während des Viertelfinalspiels der AFC Champions League am 28. August zu sehen. Übersetzt steht 恒驰 für „ewig“ und „weltweit blühend“. Bescheidener scheint es nicht möglich, und spätestens hier unterscheiden sich die Besitzer der früheren Saab Fabrik gewaltig vom gepflegten Understatement der Marke Saab.

24 Gedanken zu „NEVS-Evergrande kauft Chassis Architektur von FEV-Benteler

  • Hochinteressant …

    … aber auch verwirrend, diese Meldung.

    Die Chassis sieht unglaublich robust aus. Und sie weckt Erinnerungen
    an vergangene Automobile, die noch keine selbstragende Karosserie hatten …

    Damals nannte man das Leiterrahmen und auf den fertigen und fahrbereiten Fahrgestellen
    realisierten Automarken und Karosseriebauer gerne auch mal Gegenteiliges. In Schweden kurz
    nach dem 2. Weltkrieg beispielsweise den PV 445 und auch sonst vom Cabrio bis zum Liefer- und
    kleinen Lastwagen alles Denkbare …

    Einzig der PV 444 (Buckelvolvo) selbst hatte hingegen keinen Leiterrahmen mehr, sondern bereits
    eine selbstragende Karosserie …

    Kann eine solche Chassis, kann ein Leiterrahmen 3, 4 oder 5.0 heute wirklich noch sinnvoll
    eine ganze Palette an Fahrzeugen abdecken? Ist der Leiterrahmen nicht zwangsweise
    über- oder unterdimensioniert, je nachdem was man darauf aufbaut ? ? ?

    Und wie passen ein fertiges Chassis und Radnabenmotoren zusammen ? ? ?
    Shopping macht Spaß, zweifelsohne. Effizient ist eine Einkaufstour aber
    nur dann, wenn man eine bedarfsgerechte Einkaufsliste abarbeitet.

    Man wird sehen. Ich sehe momentan vor lauter Fragezeichen
    jedenfalls noch kein gültiges Ausrufezeichen …

    Aber die Spannung steigt. Vielen Dank also für die
    jüngste Meldung.

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    • Die massive Architektur schützt die Batteriezellen und ist nicht ungewöhnlich für ein BEV. Nicht ohne Grund erhalten Tesla immer wieder Höchstnoten im NCAP Crashtest.

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      • Eigenschutz ist wichtig, aber wie sieht es denn im Bereich Partnerschutz bei solchen Chassis aus?

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        • Ich möchte nicht in den Unfall mit einem BEV verwickelt werden. Genügt das als Antwort?

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          • reicht völlig! 🙂

  • Recht schlau Technologie im großen Stil zu kaufen um Zeit zu sparen. Im Unterschied zu früheren Jahren kaufen Chinesen keine abglegte Technik sondern den neuesten Stand auf. Lang- und mittelfristig ein ehr bedenklicher Trend.

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    • Guten Morgen.

      Dieser Trend ist nun wirklich schon lange nicht mehr neu …
      Die Zeiten, in denen China dankbar die technischen Zeichnungen
      einer Dampflok oder eines Kohlekraftwerks übernommen hat, liegen mal
      eben 30 bis 50 Jahre zurück …

      Wenn wir das Benteler Chassis diskutieren, dann diskutieren wir darüber, ob Benteler
      ein Verkauf zu guten Konditionen und noch rechtzeitig vor dessen Obsoleszenz gelungen ist.

      Die Einkaufstour chinesischer Unternehmen ist längst auf Augenhöhe mit dem Rest der Welt.
      Das heißt aber auch (Gott sei es gedankt), dass chinesische Investoren mittlerweile die gleichen
      Risiken eingehen, wie westliche …

      Die bequemen Zeiten, in denen jeder Einkauf automatisch einen Fortschritt bedeutet hat,
      sind für China endgültig vorbei. Ab hier und heute müssen sie verdammt aufpassen,
      was sie von wem und zu welchen Konditionen sie es kaufen …

      Der Vorteil China ist längst nicht mehr gesetzt, die Aufholjagd ist Geschichte …

      Antwort
      • Na Herbert, nicht wirklich. So lange ist das alles nicht her. 2009 hat Saab die 9-5 und 9-3 Technologie nach China verkauft. Vorher haben sich die Chinesen MG / Rover gesichert. Und noch heute baut man auf abgelegten Plattformen vorwiegend japanischer Herkunft in China Neuwagen.

        Antwort
        • Alles richtig, aber 2009 ist auch schon wieder eine Dekade her …

          Zwischen der letzten in China neu produzierten Dampflok und den weltweit modernsten
          Schnellzügen lag auch nur ein Katzensprung. Oder zwischen Lizenzbauten von Kohlekraftwerken
          und einer Dominanz des globalen Marktes für Solarmodule …

          Oder, oder, oder …

          Man kann auch schlecht beides zugleich behaupten. Einerseits die Rückständigkeit Chinas und
          andererseits Fortschritt und Vorherrschaft. Ich bleibe dabei, der Erwerb eines Chassis oder
          welchen Know-Hows auch immer durch ein chinesisches Unternehmen ist nicht neu.

          Grundlegend neu ist, dass chinesische Unternehmen und der Wirtschaftsminister
          global denken und bestehen müssen. Lizenzen aus der Insolvenz von X oder
          Y reichen da schon lange nicht mehr …

          Und wer den besseren Deal gemacht hat – Evergrande oder Benteler –
          wissen wir noch gar nicht …

          Ich weiß aber, dass China in der Weltwirtschaft angekommen ist.
          Auch mit allen Risiken und Nachteilen, die sie bereithält …

          Herzlich willkommen China ! ! !

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          • Ob man gleich überall Raubtierkapitalismus vermuten muss, verbunden mit der Frage, wer das bessere Geschäft gemacht hat, oder wer von wem über den Tisch gezogen wurde, ist in Zeiten eines Handelskonfliktes zwar nicht völlig von der Hand zu weisen, aber eigentlich sollten doch beide Partner etwas von dem Geschäftsabschluss haben, sonst wären sie ihn vermutlich nicht eingegangen.

            Natürlich stecken auf beiden Seiten Prognosen für die Zukunft dahinter und ob die alle so eintreffen wie angenommen, kann keiner garantieren.
            Was mich auch am Anfang etwas verwundert hat ist, dass es nicht so klingt, als hätte Evergrande eine nicht exklusive Lizenz erworben, was bei einem Entwicklungsdienstleister, zumindest aus meiner Sicht, eher zu erwarten gewesen wäre, sondern alle Rechte an der Plattform.

            Andererseits kann es natürlich sein, dass auch bisher schon die Kunden bei Benteler nicht vor den Türen Schlange gestanden haben, um eine Plattform zu bekommen, so dass der Verkauf mit der Aussicht auf einen Haufen Entwicklungsarbeit für Evergrande interessant war. In dem Zusammenhang würde ja auch die Erwähnung von FEV Sinn machen, für den Fall, dass sich die Expertisen von FEV und Benteler ideal ergänzen sollten.

            Bleibt noch die Frage, was NEVS noch entwickeln soll, die müssen ja auch eine Entwicklungsabteilung haben. Spricht aber andererseits auch für die Größe des von Evergrande geplanten ‚Projektes‘, wenn man sich derartig viel Entwicklungskapazität sichert.

            Bliebe noch die Frage, woher man die Sicherheit nimmt, sich ein so großes Stück vom Kuchen auch sichern zu können, oder ist es vielleicht eher so, dass Evergrande unbedingt ein so großes Kuchenstück aus finanziellen Erwägungen braucht und den Automobilsektor als den wahrscheinlichsten Bereich identifiziert hat, in dem man wegen der erwarteten Umwälzungen durch die E-Mobilität schnell einen großen Marktanteil erringen kann?

            Eigentlich ist alles wie immer, es werden Chancen gesehen, die Einige nutzen wollen, aber die Motivation bleibt erst mal im Unklaren. Geschäft, Überleben, oder irgendetwas dazwischen, eventuell erfährt man es zukünftig, oder auch nicht …

  • Vorreiter zu sein ist in Trollcity ja nichts neues:-). Genauso hat man leider auch Erfahrung mit „Rettern“ ohne Geld.

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    Antwort
  • Wieviel Fahrzeuge muss NEVS zukünftig verkaufen um damit Geld zu verdienen?

    Antwort
    • Gute Frage, die leider etwas nichtssagende Antwort ist: Das kommt darauf an, abhängig davon, was sie alles anbieten und wie die Evergrande Group aufgestellt sein wird.

      Vermutlich wird es ein Konzern mit mehreren Marken, aber wie weit diese entwicklungs-, herstellungs- und vertriebstechnisch getrennt sein werden, ist schon die erste gute Frage.

      Betrachtet man einfach nur mal NEVS Trollhättan, dann wäre es vorstellbar, dass sie mit einer Jahresproduktion von 50.000 Fahrzeugen und Entwicklungsleistungen für den ganzen Konzern Geld verdienen könnten, wenn die Firmenstruktur dahingehend angelegt ist. Außerdem ist da ja noch die Tätigkeit als Auftragsfertiger für Sono Motors und vielleicht Koenigsegg, allerdings ist es in meinen Augen noch fraglich, wie viele Fahrzeuge das im Jahr sein werden.

      Dagegen stehen aber die Ankündigungen von Evergrande, dass man binnen maximal 5 Jahren zu den Großen im E-Auto-Business gehören möchte und alle Werke ausgebaut werden sollen. Für Trollhättan ist ein Maximalausstoß von 200.000 Fahrzeugen pro Jahr im Gespräch und bei einem laufenden Autowerk sollte die Auslastung meiner Meinung nach nicht unter 80% liegen, sonst wird es mit dem Geld verdienen kritisch, das wären dann 160.000 Fahrzeuge.

      Allerdings produzieren sie ja noch nichts und müssen folglich irgendeinen Plan zum Anfahren der Produktion haben, was aber auch nur graue Theorie ist, so lange man die Produkte nicht kennt. Die müssen ja nicht nur gefertigt, sondern auch verkauft werden und ob der Markt und die Kunden da mitspielen, wird sich noch zeigen müssen.

      Und da haben wir noch gar nicht darüber geredet, ob sie eventuell in Asien schneller wachsen wollen/können als in Europa, oder ob sich NEVS vielleicht eher als Premium-, denn als Massenhersteller in Szene setzen will. Ohne damit eine Wertung zu NEVS abzugeben, Herstellern wie Maserati, Lamborghini, Bentley, oder auch Morgan, reichen deutlich weniger als 50.000 produzierte Fahrzeuge im Jahr.

      Dann kann man noch Fragen zu autonomen Shuttlebussen stellen, oder ob es eventuell eine Nutzfahrzeugstrategie gibt? So bleiben fürs erste viele Fragen und wenig Antworten, wir werden abwarten müssen, wie es sich entwickelt …

      Antwort
  • Evergrande sollte dies Alles gut durchdiskutiert haben bevor Man solche investierungen macht. Bin damit froh das es jetztendlich in die richtige Richtung geht; es passiert etwas wirkliches und es bietet Hoffnung fuer jeder der interessiert ist in eine neure Arbeitsplatz da in Trollhattan und fuer Kaufer die interessiert sind in eine grossere Palette von Wagen mit alternativen Antrieb.

    Antwort
  • Vielen Dank für Ihre – wie immer ausgewogenen und informativen – Kommentare und Antworten.

    Sie verfügen offenbar über technisches und wirtschaftliches Branchenwissen, sind entweder Insider oder scharfer Beobachter …

    Nochmals meine Frage aus meinem 1. Kommentar: Wie gehen das Chassis und Radnabenmotoren zusammen?
    Denn diese Technologie bzw. deren Erwerb war hier die letzte große Meldung zu NEVS/Evergrande.

    In dem Artikel (https://saabblog.net/2019/06/05/radnabenmotor-als-turbo-der-zukunft/) heißt es u. a., dass es ab jetzt alles sehr schnell gehen könnte. Und doch heißt es in dem aktuellen, dass das Chassis ein Shortcut zu einer wie auch immer gearteten Modelloffensive sein könnte.

    Nach meinem Verständnis würde das aber auch bedeuten, einem relativ konventionellen Chassis Priorität einzuräumen und den Radnabenmotor als Turbo der Zukunft auf die Bank zu schieben – wie lang oder kurz sie auch sein möge.

    Diese Frage (und erst recht die Antworten) finde ich auch viel spannender, als weltwirtschaftliche Allgemeinplätze zur Rolle, der Historie oder dem aktuellen Status Chinas, wie ich sie selbst vom Stapel gelassen habe …

    Immerhin handelt es sich hier um technische Grundsatzentscheidungen. Und während das Chassis für ein konventionelles Design und Äußeres spricht (ein Tesla S beispielsweise ist einem Maserati Quattroporte erstaunlich ähnlich), stehen Radnabenmotoren hingegen für ein weites und weithin offenes Feld auch völlig neuer Lösungen …

    Antwort
    • Dieser Kommentar ist leider verrutscht …
      Er war als Antwort auf StF (4. September 2019 um 10:48 PM) verfasst und gesendet.

      Antwort
    • Evergrande (nicht unbedingt NEVS) hat offensichtlich Ambitionen alle Fahrzeugklassen abzudecken. Vorsichtig formuliert gibt es eine gewisse Tendenz zum Nutzfahrzeugbereich, für den Radnabenmotoren eine besondere Relevanz haben könnten. Ob es in Zukunft die Großakquise eines europäischen Nutzfahrzeug-Herstellers durch Evergrande geben wird, ist spekulativ. Anzeichen dafür gibt es aber seit Jahresbeginn.

      Antwort
      • Klingt nach einer ganz, ganz großen Einkaufstour,
        die weltweit und historisch bislang noch ohne Beispiel ist.

        Zumindest auf dem Automobilienmarkt. Aber hat Evergrande seine
        Wurzeln nicht eigentlich auch auf dem anderen, dem Immobilienmarkt?

        Das alles ist irre spannend. Wir werden entweder Zeugen eines einzigartigen
        Erfolgs, den wir Leser – dem Blog sei gedankt – Schritt für Schritt und ab der Krabbel-
        Gruppe begleiten, oder aber wir erleben 1:1 wie ein Immobilienunternehmen die weltweit
        erste Automobilienblase produziert und schließlich diese und sich selbst platzen lässt …

        Verglichen mit dem stadtzentralen Grundstück der Metropole X oder Y ist auch die smarteste
        Plattform oder Lizenz eine absolute Eintagsfliege. Wichtig ist zudem, dass am Ende einer
        automobilen Einkaufstour das Puzzle zusammenpasst. Auch mit einem immobilen
        Flickenteppich kann man ein Vermögen machen. Automobil ist es grundlegend
        anders. Entweder hat man alles beieinander was es braucht, oder man hat
        gar nix …

        Die Spannung steigt. Aber das schrieb ich ja schon (im 1. Kommentar) …
        Vielleicht war der gar nicht so doof ? ? ?

        Antwort
        • Evergrande ist mit den größten Ambitionen unterwegs. Allerdings regen sich auch in der Heimat Zweifel, ob die Rechnung am Ende aufgeht. Die Kapazitäten, die aktuell für Elektroautos aufgebaut werden, bewegen sich in Dimensionen, die für ein unbekanntes Unternehmen nur mit ganz viel Fantasie zu realisieren sind. Spannend bleibt es auf jeden Fall.

          Antwort
          • Vielen Dank ! ! ! !
            Jede Auskunft hier tilgt ein oder gleich zwei Fragezeichen …
            Besser geht’s nicht.
            Schön ist aber auch, dass trotzdem immer etwas ein wenig offen bleibt.
            Spaß und Spannung sind so und hier in jedem Fall auf unabsehbare Zeit garantiert.

            Der SAABBLOG – nicht mehr und nicht weniger, als die große und weite Welt.
            Plus die SAABWELT, versteht sich sich. Eine ziemlich geniale Mischung.

    • Vielen Dank für die ‚Blumen‘, es freut mich, wenn meine Einschätzung kompetent wirkt, zugegebenermaßen beruht sie aber größtenteils auf zusammengegoogelten Informationen und meiner Interpretation der Auswirkungen dieser.
      Und auch ich kann mich irren, und das ist nicht nur eine theoretische Möglichkeit, sondern auch tatsächlich schon vorgekommen …

      Nichtsdestotrotz hier meine Einschätzung zu Ihren Fragen: Die Plattform scheint grundsätzlich schon sehr flexibel zu sein, anscheinend kann man an alle Längen und Breiten so einstellen, wie man es wünscht, aber sie sieht natürlich schon so aus, als wäre zum Beispiel ein ebener Fahrzeugboden nicht ohne weiteres zu realisieren. Für einen Van, oder einen Transporter mit ebenem Boden bräuchte es wohl Anpassungsarbeiten.

      Das mit den Radnabenmotoren ist auch eine interessante Sache. Grundsätzlich schließen sich die und ein Standardfahrwerk nicht unbedingt aus. Es ist aber vermutlich eine Package-Herausforderung, sowohl die Bremse und einen E-Motor im Rad unterzubringen, insbesondere für leistungsstarke Fahrzeuge. Aber Kompaktwagen-Prototypen auf der Basis von Serienfahrzeugen mit Leistungen im unteren bis mittleren Bereich hat es in dieser Auslegung, z.B. von Schaeffler, vor einiger Zeit schon gegeben, dass sollte also möglich sein.

      Richtig interessant wird es aber, wenn wir von schwenkbaren Radmodulen reden, die das Einparken quer zur Fahrtrichtung erlauben. Ich schätze, das wäre noch nicht unbedingt eine Killer-Applikation, da es automatische Parkassistenten, die etwas ähnliches leisten, ja schon gibt.
      Aber es wäre doch ein Alleinstellungsmerkmal, das durchaus das Potential hätte, um Will-ich-haben-Effekte bei den Kunden auszulösen. Auf der Protean-Webseite wird so etwas gezeigt, aber wie weit sie mit der Entwicklung tatsächlich sind, ist mir nicht ganz klar.

      Außerdem ist es eine Aufgabe, so etwas für einen Shuttlebus mit vielleicht 30 -50 km/h auszulegen, die Anforderungen bei einen PKW mit 130 km/h und mehr dürften aber deutlich höher liegen. Die Integration in eine bestehende Plattform ist vermutlich auch nicht ohne weitere möglich.
      Das auf der Webseite gezeigte System wird vermutlich elektrisch geschwenkt, wobei es sich dann um eine elektrische Steer-by-wire-Lenkung handeln würde. Mit so etwas haben sich schon viele beschäftigt, ich vermute aber, eine Zulassung braucht noch Zeit.
      Vielleicht haben sie ja noch etwas einfacheres in der Hinterhand, denn die 360°-Schwenkbarkeit wird für diese Funktion ja nicht unbedingt gebraucht.

      Wenn NEVS-Evergrande mit so etwas auf den Markt kommen würde, dass sich auch noch als zuverlässig und haltbar erweist, dann wären sie wohl mehr, als nur eine zusätzliche neue Automarke.

      Das war jetzt aber ziemlich viel Glaskugelleserei meinerseits, mit eventuell schon phantastischen Zügen. Mal sehen, was wirklich kommt.

      Antwort
      • Jetzt muss ich mich doch tatsächlich auch noch selbst korrigieren, denn von mir unbemerkt hat es doch eine Steer-by-Wire-Lenkung schon vor einiger Zeit auf den Markt geschafft, die ich erst jetzt beim Googeln gefunden habe.

        So etwas gibt es von Infiniti im Q50S: https://www.motoreport.de/ausprobiert-steer-by-wire-im-neuen-infiniti-q50s/

        Das war dann also ein Beispiel um zu zeigen, dass ich mich tatsächlich irren kann. Falls noch mehr Fehleinschätzungen auftauchen sollten, kann ich immerhin sagen, ich habe ja vorher gewarnt …

        Antwort
      • GLASKUGEL

        Schreibt man das heute nicht eher „GLASGOOGLE“ ? ? ?

        Wie dem auch sei, Sie wissen mit der Kugel und dem Google gut umzugehen und ziehen Ihre eigenen Schlüsse.Vielen Dank für Ihre jüngsten Antworten und Gedanken. Ohne die Leistungen des Blog-Teams schmälern zu wollen, kann und darf ich wohl sagen, dass der Input durch Leserbeiträge oder Kommentare für mich eine der tragenden Säulen dieses Blogs und seiner Attraktivität ist, die er auf mich persönlich ausübt. Vielen Dank also bis hierhin. Ich hoffe auf und freue mich über weitere Gedanken und Kommentare von Ihnen zu kommenden Themen und Artikeln.

        Die Welt ist komplex und diffizil. Je größer und intelligenter der Schwarm, desto näher sind wir einem gültigen Gedanken oder gar der Lösung eines Problems …

        Antwort

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