Elektromobilität. Die Zukunft spielt in Guangzhou.

Guangzhou, die Metropole am Perlfluss Delta mit 14 Millionen Einwohnern, wird auch als die Fabrik der Welt bezeichnet! Ein Name,  den man sich merken muss – weil er für die Zukunft der Mobilität eine große Rolle spielen wird. NEVS Hauptaktionär Xi Jiayin zückte am 12. Juni in der Stadt das ganz große Scheckbuch, und es wird allmählich sichtbar,  in welcher Liga NEVS und die Evergrande Gruppe zu agieren gedenken.

NIO ES8
NIO ES8. Bild: GAC

Denn die scheint ziemlich weit oben angesiedelt. Wir erleben hautnah mit,  mit wieviel Energie Investoren aus China einen Konzern zusammenkaufen. Mit spektakulären Übernahmen und Einstiegen baut sich Xi Jiayin in einem atemberaubenden Tempo in kürzester Frist ein weltweites Imperium der Mobilität auf. Man muss schon genau hinschauen, um dabei nicht die Details aus den Augen zu verlieren. Die jüngste Entwicklung vom 12. Juni: In Nansha, einem Stadtteil von Guangzhou, werden Gebäude für Forschung und Entwicklung und drei Fabriken für eine Million Elektroautos jährlich entstehen. Außerdem baut Jiayin vor Ort eine Mega-Batteriefabrik mit einer jährlichen Kapazität von 50 GWh. Dazu passt, dass die Evergrande Gruppe mit CENAT über eine eigene Batterie-Technologie und -Fertigung verfügt.

Die neue Super-Batterie-Fabrik in Guangzhou wird in etwa nur halb so groß sein wie die Gigafactory 1 von Tesla. Deren Kapazität wird mindestens auf das Doppelte geschätzt. Aber Evergrande zelebriert mit den jüngsten Investitionen einen gewaltigen Einstieg im Wert von etwas mehr als 20 Milliarden €.

Mobilitäts-Hotspot Guangzhou

Der Standort Guangzhou ist von Evergrande mit Bedacht gewählt. Die Metropole ist ein Schwerpunkt der Fahrzeugindustrie in China. Mit Honda, Nissan und Toyota sind die Vertreter der „alten“ Industrie ansässig. Unzählige kleinere Anbieter und internationale Zulieferer produzieren Komponenten für fast alle Marken rund um den Globus. Und auch für die Elektromobilität ist die Region ein Hotspot.

GAC produziert vor Ort den Subbrand NIO. Freilich sind die Stückzahlen noch gering, im Mai wurden nur 1.089 NIO ES8 ausgeliefert. Aber unter den 486 Startups, die in China Elektroautos bauen wollen, gilt NIO als eine der wenigen Marken, die international erfolgreich sein könnten. GAC sieht den ES8 als direkten Konkurrenten zum Audi Q8 e-tron. Günstiger, schneller, etwas leichter, mit gefälligem, progressivem Design und überraschend innovativer Technik. Der NIO hat als Alleinstellungsmerkmal einen Wechselakku, der in nur 5 Minuten getauscht werden kann. Für den Moment, denn GAC verspricht, dass der Akkutausch in Zukunft noch schneller gehen wird. Selbstverständlich kann der ES8, wie jedes andere Elektroauto auch, an der Schnellladestation seinen Strom zapfen. Das SUV fährt jetzt schon autonom nach Level2, das NIO eigene OS wird in China und den Vereinigten Staaten entwickelt.

Konzernbau mit dem Wohlwollen Pekings

Mit Pony.ai hat sich ein weiteres, international beachtetes Startup in Guangzhou angesiedelt. Das Unternehmen ist ein Pionier für autonomes Fahren und kooperiert mit vielen Herstellern. In diesem Umfeld, mit kurzen Wegen, rasantem Wachstum und unzähligen Innovationen, verspricht sich die Evergrande Gruppe die optimale Basis für ihre ambitionierten Pläne. Die Ankündigung,  in 3 Jahren jährlich eine Million Elektroautos bauen zu wollen,  ist durchaus ernst zu nehmen.

NEVS Produktionspläne weltweit
NEVS Produktionspläne weltweit

Natürlich sind die ehrgeizigen Pläne nicht ohne das ausdrückliche Wohlwollen der Administration aus Peking zu realisieren. Xi Jiayin werden zu Recht Verbindungen in die obersten Ränge der Partei und der Staatsführung nachgesagt. Kritische Kommentare in den lokalen Medien, die man noch bei dem Einstieg bei Batteriehersteller CENAT lesen konnte, sind mittlerweile verstummt.

Strategischer Schauplatz Trollhättan

Trollhättan ist in diesem Spiel mit dem großen Geld ein strategischer Außenposten, und mehr als das. In einem politisch stabilen Land der Europäischen Union gelegen garantiert die NEVS AB den freien Zugang zu einem der größten Binnenmärkte der Welt. Das frühere Saab Werk in der Stallbacka soll auf eine jährliche Kapazität von 200.000 Einheiten aufgerüstet werden. Ab dem Jahr 2020 werden dann endlich Elektroautos von Sono Motors und Hybrid-Sportwagen von Koenigsegg in der Fabrik gebaut.

Aber das ist nur der Anfang. Noch fehlen NEVS und der Evergrande Gruppe das eigene Produkt, das international konkurrenzfähig wäre. Das 9-3 EV, dessen Produktion sich auf das nächste Jahr verzögern wird, hätte auf den europäischen Märkten nur Außenseiterchancen. Mittelfristig aber könnte Trollhättan im Konzern eine ähnliche Rolle spielen wie Göteborg für die Geely Gruppe. Design und Entwicklung für hochwertige Elektroautos könnten aus Schweden kommen, vielleicht auch deren Produktion. Die großen Stückzahlen produziert dann das Werk in Guangzhou.

24 Gedanken zu „Elektromobilität. Die Zukunft spielt in Guangzhou.

  • Die Zahlen sind beeindruckend, gar keine Frage. Wenn jetzt Herr Xi Jiayin noch ein paar Millionen in die Hand nimmt, oder das Scheckbuch zückt, um die SAAB Namensrechte in Lizenz zu erwerben, dann wäre alles gut.

    13
    3
    Antwort
    • Schön wäre es. Kennt der Mann SAAB überhaupt? Na ja, im Museum war es ja neulich schon mal.

      Antwort
  • Ich frage mich warum die meisten Länder den Focus ausschließlich auf Elektrofahrzeuge haben?
    Warum wird nicht wesentlich mehr in die Brennstoffzelle (z.B. Südkorea oder Japan) oder alternativen Kraftstoffen geforscht?

    18
    Antwort
    • Der Eindruck täuscht etwas. Die chinesische Administration fördert die Brennstoffzelle mit mehreren Milliarden € pro Jahr. Neben den Batterie-elektrischen Antrieben kommt diese Technik bei immer mehr Herstellern zum Einsatz. In der vergangenen Woche wurde in China die größte Wasserstofftankstelle der Welt eröffnet. Für NEVS-Evergrande scheint diese Technologie aber (noch) kein Thema zu sein.

      12
      Antwort
      • L’utilisation de l’hydrogène est une énergie d’avenir si la production est écologique. Elle permet beaucoup plus que les batteries seules, faire rouler des voitures mais aussi des camions, voler des avions par les turbines, voguer des bateaux …

        Antwort
      • I think Car manufacturers thought they had more time, until the Diesel emissions scandal came along, and more so, people realised that their health could be at risk in larger city’s etc.
        Silently the development of the fuel cell is continuing.

        Electric drive cars are the here and now (and a decade or so into the future), then the fuel cell will be fully developed, and will become the norm in traction, home energy, etc….

        Antwort
        • I have doubts.

          All fuel cells and the fuel itself are still terribly inefficient. Especially the volume needed to supply significant amounts of electric energy is literary an enormous big flaw …

          Elements and chemicals involved in the production of many known e-fuels today are another.

          A large scale production, storage and transportation of that kind of fuel won’t happen. If progress has been made and an environmental friendly way is found to increase capacity by at least three times, we might see fuel cells some day really far, far away into the future …

          Antwort
          • Sorry, I take it all back …

            I was confused about fuel cells, hydrogen, e-fuel and flow battery …
            Not technically but by language. My skepticism was meant for all e-fuels and Redox-flow-batteries, not fuel cells.

            But still, hydrogen ist not fully mastered yet. It is a damned tricky element and very hard to tame. Transportation and storage take huge efforts and vast amounts of energy. The best use of hydrogen is to consume it nearby and within time and to do this central and large scale. It could work to some extend as a buffer for the peaks and lows we get from solar power and wind energy …

    • …………..genau diese Frage stelle ich mir auch! Zumal die CO2-Bilanz eines Elektroautos ein Desaster ist. Die schwedische Studie rechnet vor: Ein Fahrzeug mit einem herkömmlichen Verbrennungsmotor könne acht Jahre gefahren werden, bevor es die Umwelt so stark belastet habe wie die Akku-Produktion für ein Tesla Model S, zumal der Stromverbrauch beim Fahren dabei gar nicht berücksichtigt ist. Und von der Gewinnung der sogenannten seltenen Erden, für die Herstellung von Batterien wächst. China ist für rund 90 Prozent der weltweit geförderten Mengen dieser wichtigen Rohstoffe verantwortlich. Zu den Seltenen Erden gehören 17 Metalle, in manchen Elektromotoren stecken etwa die magnetischen Neodym und Dysprosium etc. Es ist wirklich wichtig Alternativen zu finden!

      18
      1
      Antwort
  • Die Chinesen geben Gas, oder besser Strom… Da wird aufgekauft was geht und wir schauen zu. NEVS spielt da mit wirklich großem Geld und man kann gespannt sein was das für Troll-Town bringt. Ich drücke die Daumen!

    Antwort
  • BEEINDRUCKT …

    … bin ich auch. Tom schreibt immer so mitreißend. Und ohne Frage ist viel, sehr sehr viel in Bewegung und im Umbruch. Fast möchte man mitmachen, Teil des Hypes und der Hysterie rund um des EV werden und sich selber als einer der Ersten eines zulegen. Oder wenigstens noch der Zweite oder Dritte in der Nachbarschaft sein, um sich gerade so noch als Trendsetter fühlen zu dürfen …

    Aber dann bilden sich wieder die alten Fragen im Kopf …

    • Warum heizen wir nicht einfach billig und umweltfreundlich mit Strom?

    • Warum werden aktuell neue Ölheizungen (Heizöl = Diesel) staatlich gefördert?

    • Wie kann es sein, dass ein Koenigsegg mit E85 im Tank und 1140 PS unter der Haube weniger fossiles CO2 je Km emittiert, als ein durchschnittliches EV im dt. Strommix?

    • Wer hat die Rohstoffe für EVs (Batterien) und schon fast ein Monopol darauf?

    Von offenen Fragen zur Infra- und Ladestruktur oder der ökologischen Gesamtbilanz (etc.) will ich erst gar nicht anfangen. Nur so viel: Ich hörte vor einiger Zeit einen Prof. XY, der in einem Interview im GEZ-finanzierten ÖR (InfoRadio RBB) sehr plausibel darstellte, dass China mit dem Mittel der Elektromobilität vorwiegend geopolitische und finanzielle Interessen verfolgen würde. Er warnte ein- und ausdrücklich vor den Abhängigkeiten, die künftig daraus erwachsen würden, wenn man keine eigenen Wege beschreiten, nicht nach Alternativen suchen, sondern sich von chinesischen Rohstoffen abhängig machen würde …

    Der arme Mann muss angesichts der Nachrichtenlage zu dem Thema, heimisch industrieller Ankündigungen, Trends und politischer Vorgaben wohl schon fast physische Schmerzen erleiden. Und ich kann das sehr gut nachvollziehen. Dass wir keinen Plan B und C haben, dass wir nicht mehrere Wege parallel zueinander beschreiten und erproben, ist schlicht und einfach unverantwortlich – geopolitisch und ökologisch völlig unverantwortlich.

    Jeder Depp macht regelmäßig Backups von seinen Urlaubsfotos. Aber in wichtigen umwelt- und geopolitischen Fragen fahren unsere selbsternannten Eliten eine eingleisige Strategie ohne Backup? Das kann und darf es nicht sein, ist aber wohl trotzdem genau so und nicht anders …

    20
    1
    Antwort
    • Das Heizen mit Strom ist und bleibt (noch) nicht realisierbar. Betrachtet man den Brutto-Stromverbrauch in D-Land im Zusammenhang mit der Netto-Strom Produktion , wäre mit den heutigen Kapazitäten nicht mal eine Vollelektrifizierung des Verkehrs möglich. Länder wie Frankreich etc. können nur deswegen billig mit Strom heizen, da hier (teilweise) über 80% des Strom Mix auf die Kernkraft entfällt – diese ist in Deutschland ja aber bekanntlich vor dem aus.

      Die Förderung der Ölheizungen hat den (Haupt) Grund, die teilweise extrem veraltete Brennertechnik zu modernisieren. Tendenziell sinnvoll, da sich der Umstieg auf eine andere Technik oftmals als schwierig erweist.

      Hoffe das hilft !

      Antwort
      • Vielen Dank für deine AW Jan_HH,

        aber um ehrlich zu sein, verhilft sie weder mir zu mehr Verständnis für politische Weichenstellungen, noch hilft das der Umwelt …

        Wir sind Exportweltmeister. Auch Strom ist längst ein deutsches Exportgut. Wir haben heute schon mehr Strom als wir verbrauchen, aber die Preise halten wir künstlich hoch. Und es sind nicht nur die Nationen, die auf die Atomkraft setzen, in denen gerne mit Strom geheizt wird. Auch Dänemark und Norwegen gehören in diesen Reigen.

        Was mir fehlt ist eine intelligente Nutzung und eine dementsprechende politische Steuerung zur Nutzung gegebener und unterschiedlicher, möglichst aller Ressourcen.

        Bleiben wir mal beim Strom und dem Heizöl, um nicht auszuufern …

        Selbst der modernste aller möglichen Brenner ist insofern schon wieder veraltet und sollte nicht förderfähig sein, weil er ausschließlich die thermische Energie des Heizöls nutzt. Die kinetische Energie verpufft völlig ungenutzt. Man schaue einfach mal nach den Leistungsdaten eines gehirschten 2,0 TTid 9-5 mit 190 PS, dann weiß man, was da verpufft.

        Mit einem Blockheizkraftwerk wäre das anders und die gibt es schon ewig und seit drei Tagen und auch schon lange klein und leise genug, um in jedem Einfamilienhaus verbaut werden zu können. Da wird die kinetische Energie in Strom verwandelt und die thermische für Warmwasser und Heizung genutzt. Effizienz und Wirkungsgrad sind dadurch im zweistelligen Prozentbereich besser.

        Nun der Strom: Wir hatten schon mal Speichertechniken und hatten unterschiedliche Stromtarife für Tag und Nacht.
        Damals ging es freilich darum, dass Kraftwerke nicht beliebig rauf- und runtergefahren werden konnten und der Nachtstrom nicht ungenutzt verpuffen sollte. Daher waren Nachtspeicherheizungen en vogue und günstig …

        Das passt doch auch für die Windenergie wie die Faust aufs Auge. Was machen wir mit dem Nachtstrom, wenn sich nachts die Räder drehen? Man könnte damit prima den Warmwasserspeicher für den nächsten Tag heizen. Man könnte damit nicht nur duschen und baden, sondern auch die Heizung betreiben.

        Das Wasser meiner Heizungsanlage hat gerade mal 35° C. In dem gut isolierten Holzhaus moderner skandinavischer Bauart reicht das sogar bei -10° Außentemperatur für 23° plus Raumtemperatur …

        Aber eben nicht CO2-neutral, sondern mit einer Gasbrennwerttherme, weil das aktuell nunmal deutlich billiger ist, als überschüssigen Strom aus regenerativen Quellen national selbst zu verbrauchen.

        Das verstehe wer will. Ich verstehe das nicht. Und ich habe das Gefühl, der Tag an dem ich es verstünde, wäre der Tag, an dem ein paar Synapsen mir den Dienst versagt hätten.

        Antwort
        • Sicherlich, das politische Hin und Her bezüglich der Energiewende scheint unlogisch (was es meistens auch ist). Dabei haben wir heutzutage eine ähnliche Problematik wie vor ein paar Jahren – die Leistung der Kraftwerke. Entweder ist viel zu viel Strom im Netz oder viel zu wenig. Der überschüssige regenerative Strom ist dabei nur bedingt (bzw. überhaupt nicht) für eine Abdeckung der Grundlast geeignet. Diese krasss volatile Einspeisung ist einer der Gründe warum eine vernünftige Nutzung der überschüssigen Energie aus Sonne und Wind (noch) nicht möglich ist.

          Sicherlich das ist das auch nur ein ganz kleiner Teilaspekt hinter dieser Problematik – die Hauptursache finden wir auf der ökonomischen Seite. Aber dazu irgendwann anders mehr – wir sind hier ja auf einem Autoblog, und nicht auf einer Seite für energetische Fragen 😉

          Antwort
          • BILBLOG

            Ja, das stimmt natürlich 😉

            Aber die immobilen und automobilen Aspekte von Energie werden sich immer ähnlicher. Die einzige Ausnahme ist Benzin. Das ist und bleibt der Mobilität vorbehalten. Andere Energieträger und Speichertechniken werden mobil und stationär genutzt, erprobt und diskutiert. Sei es nun Gas, Wasserstoff, Heizöl/Diesel oder Batterien …

            Vielleicht kein Zufall, dass es aktuell einen Run auf Benziner und Oldtimer gibt?

            Die werden die Welt zwar nicht retten, machen aber auch keine falschen Versprechungen.
            Es sind ehrliche Häute (auch was wert) und vor allem sind sie längst ausdiskutiert …

  • Schön für NEVS und vielleicht auch gut für die Arbeitsplätze in Troll Town (neben Sion und Koenigsegg).Aber ansonsten? Hat das noch was mit SAAB zu tun, wie wir es bzw. sie (die Fahrzeuge) lieben? Bringt uns das etwas in Bezug auf unsere geliebte Marke? Bringt es wieder ähnlich schöne, perfekt designte und wie selbstverständlich zu bedienende Fahrzeuge, technisch auf dem neuesten Stand und mit dem Mut zum Querdenken und Understatement?

    Ich denke nicht. Ganz abgesehen von den mehr als fragwürdigen humanitären, politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der chinesischen Politik und Wirtschaftsoffensive – wenn ich mir den anderen „schwedischen“ Chinesen anschaue, wende ich mich mit Grausen vom Außen- und Innendesign ohne jede Linie, mit viel Protz und Bling-Bling und verschachtelten Bedienungsmenüs ab!

    Trotzdem natürlich Dank an Tom, dass er uns bzgl. NEVS immer wieder auf den aktuellen Stand bringt!

    17
    Antwort
    • DAS TROLLJANISCHE PFERD

      Ja, man darf gespannt sein, wie NEVS diesen Standort zu nutzen weiß. Und man muss wohl vorsichtig sein. Das große Geld und die große Produktion werden in China sein. Ebenso werden alle finanzpolitischen, wirtschaftlichen und geopolitischen Interessen dort verfolgt. Und es wird ein Eigeninteresse sein …
      Nicht auszuschließen, dass ein Sion und eine Handvoll Koeniggseggs am Ende das Holz für ein tro(ll)janisches Pferd und nicht viel mehr als ein wenig Tiger Balm (etwas Balsam) für die europäische Seele sein werden …

      Antwort
  • Beim Lesen des Beitrags gingen mir die selben Fragen wie Ebasli durch den Kopf. Gerade in Bezug auf neue mobile Technologie wäre „saabisches“ Querdenken und Ingenieurkunst gefordert. Aber genau das scheint bei NEVS bei null zu rangieren. Allenfalls taugen sie zum Weltmeister für Ankündigungen! Ich hoffe, sie sparen sich das Geld für den Erwerb des Markennamens. Wäre der letzte Schritt des Niedergangs der Marke…

    Antwort
    • Man muss einfach abwarten, was passiert. Faktisch gibt es bis heute kein einziges Produkt von NEVS. Gefüllte Kassen, und die Möglichkeit ein interessantes Produkt (eventuell in Saab Tradition) zu realisieren gibt es erst seit dem Einstieg von Evergrande. Die kommenden Jahre könnten für Trollhättan spannend werden. Aber nicht zwingend.

      Antwort
      • Volle Kassen, wohl zum ersten Mal in der Geschichte von NEVS. Spannend, und irgendwie doch dramatisch. Die Firma hätte SAAB`s bauen können, wenn sie das Geld gehabt hätte. Aber die Kassen waren ja immer leer und die Pläne größer als es der Kontostand hergab.

        Vergangenheit…

        Elektroautos kann man schnell entwickeln vielleicht wäre da noch Platz für einen kleinen Hybriden aus dem Saab Werk? Da wäre ich dabei!

        Antwort
  • Es ist alles äußerst verwirrend und teilweise versteht man die Welt nicht mehr. Man bekommt aus unterschiedlichen Richtungen Informationen und kann diese eigentlich nicht wirklich zuordnen. Stimmt es oder stimmt es nicht?! Egal welche Technik obsiegt, eines ist gewiss, die Kosten für Fortbewegung werden steigen der eigene PKW in der Garage vielleicht eine Seltenheit werden und das Benzin für unsere geschätzten Trolle in der Apotheke kaufen. Ich finde es traurig und ich denke es gibt viel wichtigere Dinge in unserer Welt die Beachtung und Handeln verdient hat.

    Antwort
    • APOTHEKE

      Wenn es soweit ist, bringt Maptun in Zusammenarbeit mit einem schwedischen Hersteller von Kaminöfen einen Holzvergaser auf den Markt. Der wird dann exklusiv im Stage 9 Paket vertrieben und verbaut. Ein ganzes Set von Gränsfors (Spalthammer, Axt und Beil) ist ebenso Teil von Stage 9, wie stabilere Kolben und ein größerer Turbo. Auch eine Husqvarna Kettensäge gehört dazu.

      Dann beschleunigen wir alle mit Birkenholz in 4,3 Sekunden von 0 auf 100 und fahren bis zu 302 Km/h und davon drehen wir lustige YouTube-Videos …

      Aber mal Scherz beiseite, Sie haben völlig Recht. Schon allein umwelt- und energiepolitisch gibt es wichtigere Dinge. Von Menschenrechtsfragen und sauberem Trinkwasser, welches 2,2 Milliarden Menschen fehlt, braucht man da erst gar nicht Anfangen, um sich über die gesetzten Prioritäten zu wundern …

      2
      1
      Antwort
  • eMobilität tut nicht weh. Man muss davor keine Angst haben. Wir haben uns vor zwei Jahren von unserem Saab 95 getrennt und ein Tesla Model X in der Familie aufgenommen. Das 93 Aero Cabrio haben wir erst einmal behalten, steht aber sehr viel ohne bewegt zu werden. Wer einmal ein eAuto gefahren hat, der ist davon angefressen. Ich verfolge seit einiger Zeit wieder die Neuigkeiten bei NEVS, mit dem neuen Besitzer. Ein NEVS auf der Phoenix 3 Plattform würde ich mir definitiv näher anschauen.
    Brennstoffzelle: Je nachdem wie Wasserstoff gewonnen wird, ist es ineffizient oder ein Nebenprodukt. Die Effizienz bei der Rückverstromung ist wieder schlecht. Wasserstoff mit Strom und nicht chemisch zu gewinnen, ist eigentlich Irrsinn. Ein Tankstellennetz für H2 aufzubauen ist ein Unterfangen, auch die Versorgung dieser. Strom kann ich zu Hause aus einer Solaranlage gewinnen, Strom habe ich am Nordkapp. H2 werde ich nie so flächendeckend erhalten.
    Die Energiedichte bei den Batterien wird wieder einen Sprung machen. Mit den mittlerweile gestiegenen Ladeleistungen (auch rückwirkend bei Tesla) haben sich Ladepausen am Supercharger noch einmal verkürzt. Neue Batterien werden noch höhere Ladeleistungen auf Strecke bieten und durch höhere Energiedichte auch mehr Reichweite bieten. Reichweite ist, je nach Fahrzeug, kein Problem mehr. Die Diskussion sollte sich auf das Ladenetz und Ladegeschwindigkeit konzentrieren.
    Ein NEVS mit eAntrieb wäre eine Bereicherung..

    1
    1
    Antwort
    • Alles gut und richtig, aber alles sehr aus der Perspektive eines Nutzers geschrieben …

      Man könnte auch sagen, aus der Perspektive eines Konsumenten. Was angesichts unserer durch Konsum verursachten Probleme schon fast despektierlich wäre. Andererseits aber auch ebenso zutreffend …

      Es geht doch gar nicht darum, ob ein EV bei einem entsprechenden technischen Aufwand für Fahrzeug und Ladestruktur alltags- und gar reisetauglich sein könnte. Natürlich kann es das.

      Es geht darum, ob der erforderliche Aufwand ökologisch und ökonomisch sinnvoll ist. Um da ein positives Fazit erstens ziehen und zweitens untermauern zu können, müssten Sie bitte erklären, aus welchen umweltneutralen Quellen (oder Speichern) der Strom für Ihre EVs während einer nächtlichen Ladung stammen soll …

      Wasserstoff als sinnvollen Speicher haben Sie selbst ausgeschlossen. Dem kann ich hinzufügen, dass Ihnen nachts und ohne Speicher auch keine Solarenergie für einen Ladevorgang zur Verfügung steht. Und da sie das Nordkap erwähnen, füge ich noch hinzu, dass die Nächte dort sehr, sehr lang sein können …

      Antwort

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.