Evergrande Auto – automatisiertes Parken für Hengchi 1

Evergrande Auto enthüllt immer mehr Details zu den kommenden Elektroautos. Stück für Stück lässt man den Vorhang fallen. Man darf feststellen, dass Evergrande vieles richtig macht. Der Markt in China ist vermutlich der härteste für Elektroautos weltweit. Wer im Wettbewerb bestehen möchte, der muss sehr smart sein.

Automatisiertes Parken - Hengchi 1 erkennt Fußgänger und Hindernisse
Automatisiertes Parken – Hengchi 1 erkennt Fußgänger und Hindernisse

Während es in Deutschland genügt, ein Auto mit E-Antrieb statt mit einem Verbrenner zu liefern, um als progressiv zu gelten, ist die Lage in China ambitionierter. Chinesische Kunden stellen höhere Ansprüche, eine Erfahrung die aktuell Volkswagen auf die harte Tour macht. Der Volkswagen ID.4, ein schlicht geratenes Elektroauto, legt in China einen schwachen Start hin. 1.213 Exemplare wurden im Mai verkauft, rund 200 weniger als im Vormonat. Für VW Verhältnisse schlechte Zahlen.

Wo das Problem ist, liegt auf der Hand. Bloomberg analysiert: Der ID.4 ist nicht smart genug. Der neue, rein elektrische VW hat keine holografischen Assistenten an Bord. Er kann nicht autonom parken, verfügt nicht über ein hohes Level für autonomes Fahren.

Diverse Radarsysteme und eine 360 Grad Kamera sorgen für autonomes Parken
Diverse Radarsysteme und eine 360 Grad Kamera sorgen für autonomes Parken

Automatisiertes Parken

Automatisiertes Parken (Automated Valet Parking) nach SAE Level 4 gehört für Neuerscheinungen ab einer gewissen Preisklasse zum guten Ton. Wie es bei Evergrande Auto funktioniert, konnten chinesische Kunden jetzt in der “China Economic Weekly” erfahren. Hengchi 1 fährt, über eine App initiiert, autonom in ein Parkhaus auf der Insel Hainan. Das Elektroauto erkennt dabei Fußgänger und Hindernisse, und findet eine Parklücke. Nach dem Beenden des Einparkens meldet die App den erfolgreichen abgeschlossenen Parkvorgang.

Hengchi 1 erkennt den Audi, der die Parklücke verlässt, und stoppt
Hengchi 1 erkennt den Audi, der die Parklücke verlässt, und stoppt

Das Ausparken funktioniert ebenfalls voll automatisch. Angefordert per App macht sich Hengchi 1 autonom auf den Weg. Das Elektroauto erkennt einen ausparkenden Audi, stoppt, hält anschließend den korrekten Abstand und trifft bei seinem Anwender ein. Der Gesichtsscanner erkennt den Anwender, und gibt den Zugang zum Innenraum frei. Das System stützt sich auf eine Kombination von Ultraschall Radar, Millimeter-Wellenradar, eine 360 Grad Kamera sowie hochauflösendes Kartenmaterial.

Hoher Innovationsdruck

Das automatisierte Parksystem, das bei Evergrande Auto zum Einsatz kommt, könnte vom deutschen Partner Continental geliefert werden. Ein ähnliches System hat aber auch Bosch in Zusammenarbeit mit Daimler entwickelt.

Evergrande Auto packt alles, was technisch machbar ist in seine Produkte. Das ist richtig, denn Mitbewerber wie Xpeng, Li Auto und NIO geben den Takt vor. Der Innovationsdruck ist in China hoch, die Geschwindigkeit mit der neue Technologien bei Elektroautos zum Einsatz kommen ebenfalls. China hat bei elektrischen Antrieben die Technologieführerschaft übernommen. Die einst gemächliche Autoindustrie verändert sich mit der Elektrifizierung rasant.

Wer in Zukunft bestehen will, der muss smart sein. Und schnell.

6 thoughts on “Evergrande Auto – automatisiertes Parken für Hengchi 1

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    DANKE für den interessanten Artikel und die interessante Diskussion!
    Der Blog lebt….
    Gruß André T.

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    …ich denke auch das die negativbewertenden nicht die gesamte Bandbreite betrachten. Bisher hat jeder technische Fortschritt seine Opfer gebraucht bis das System sicher war oder man sich mit einer Opferzahl arrangiert hat. Dabei ist es egal welches System ob Fahrrad, Weltraumrakete, Eisenbahn, Werkzeugmaschine oder Kfz. Selbst unser Kaiser Willhelm II hat nicht recht behalten, das Auto ist eben keine vorübergehnende Erscheinung sonst würde wir ja heute wieder reiten. Ab er Momentan ist der Versuch zu beobachten genau das zu erreichen. Zwar nicht aufs Pferd aber aufs Fahrrad. Ich fahre auch gern alles was geht mit dem Rad, aber bei Regen, großen Entfernungen, viel Gepäck, Schnee und Kälte nehme ich dann doch gern einen SAAB. Die autonomen Systeme sind als Ergänzung sicher ein Beitrag um den Autoverkehr sicherer zu machen und die werden sich auch sehr schnell enntwickeln. Und wenn nicht in Deutschland dann in Asien, aufhalten werden wir das nicht.

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    Ein Auto ohne Fahrer an Bord halte ich grundsätzlich für beängstigend. Sämtliche technischen Bauteile sind auf keinen Fall 100%ig störungsfrei – wenn die Technik ein Hindernis nicht wie vorgesehen erkennt gibt es keinen Fahrer, der notfalls einschreiten könnte. Solange es sich nur um einen ausparkenden Audi handelt wird nicht viel passieren – bei einem kleinen Kind, das irgendwo herkommt, sieht das Ganze schon anders aus.

    Man sollte nicht zu technikgläubig sein – die Zukunft wird leider eine Vielzahl von Vorkommnissen bereit halten, die uns die Grenzen der technischen Möglichkeiten aufzeigen.

    Tempo 30 beispielsweise in Städten oder eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen halte ich für einen deutlich sinnvolleren Beitrag in Bezug auf entspanntes Fahren und mehr Sicherheit im Verkehr.

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    Während auf der anderen Seite der Erdkugel Innovationen in Serie gehen reden wir über Tempo 30 in Städten. Ich bin ja auch der Meinung das nicht jede Innovation sinnvoll ist aber die in Deutschland sichtbare Technologiefeindlichkeit und Schlafmützigkeit ist schon beängstigend.
    Da nun aber einige der Technologien schon aus D kommen stellt sich die Frage obe hier die Rahmenbedingungen nicht reif sind oder der deutsche Autofahrer mit einem Basis E-Auto einfach nur abgezockt werden soll.
    Ich bin wirklich auf die ersten unabhängigen Fahrbereichte gespannt, im Werbevideo lässt sich vieles machen und hinbiegen.

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      Werbevideos

      Ich habe da ein schönes, alternatives Story Board in der Schublade. Alles wahre Begebenheiten. Zwar Einzelereignisse, aber man könnte sie in einem Clip ganz hervorragend verdichten.

      Ein teilautonomes Fahrzeug wird geschnitten und macht eine unnötige Vollbremsung. Hinten rauscht jemand rein. Unfallaufnahme. Die Fahrt wird fortgesetzt und in eine Seitenstraße abgebogen. Dort fahren Jugendliche E-Scooter in Sinuskurven über beide Fahrspuren und machen sich einen Spaß daraus, dass alle Fahrzeuge hinter ihnen und
      entgegenkommende automatische Vollbremsungen hinlegen und deren hilflosen Fahrer laut fluchen. Was für ein Spaß. Was für ein geiler Slalom. Wer macht da noch Klingelstreiche? Ein kleiner Bruder findet das auch, versteckt sich zwischen parkenden Autos, überschätzt die Sensoren und unterschätzt die Physik, rennt auf die Fahrbahn und stirbt.

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        Vielleicht bin ich falsch verstanden worden/habe mich missverständlich ausgedrückt?

        Wir werden, wenn sich teilautonomes und autonomes Fahren durchsetzt, und das wird und tut es bereits, neue Verhaltensweisen von Fußgängern, Skatern, E-Bikern, Pubertieren und so fort beobachten, die nicht ins Konzept passen.

        Rein theoretisch mag es möglich sein, Autos zu bauen, die vorausschauender, flüssiger und sicherer als ein Fahrer autonom unterwegs sind. Aber auch der Mensch ist sehr anpassungs- und lernfähig. Es wird eine Vielzahl “Idioten” geben, die sich einen Spaß daraus machen werden, die Limits dieses Konzepts auszuloten, mit diesen zu spielen, Insassen und Besitzer zu ärgern.

        Ein Tänzchen in der Parklücke etwa. Was macht da das autonome Auto, das endlich eine gefunden hat und in zweiter Reihe steht? Steigt es aus sich selbst aus und verscheucht die Spaßvögel? Blockiert es den Verkehr und wartet, bis den Jugendlichen das Spiel zu blöd wird?

        Da kommt noch ganz viel auf uns zu, was nicht ansatzweise mitgedacht wurde.

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