Bericht zur Saab Session Slovakia 2026
Nachdem mein diesjähriges Jahr, was Saab Treffen und Ausfahrten betrifft, eher dürftig war, war die Vorfreude auf die Saab Session Slovakia 2026 besonders groß. Es ist wirklich kaum zu glauben, dass 15 Jahre nach dem Ende von Saab, es immer noch ein Enthusiasten Team gibt, das jedes Jahr Unglaubliches leistet und sich 120 Autos mit Fahrern und Begleitern zusammenfinden und unserer großen Leidenschaft nachgehen.
Dieses Jahr fand die Saab Session Slovakia vom 2. bis 4. Oktober in der Mittelslowakei in Liptovský Osada statt. Nachdem die Wettervorhersage schönes Wetter verkündete, fiel die Wahl diesmal besonders leicht, das Cabrio zu nehmen. Die 300 Kilometer Anfahrt verliefen wie im Flug. Unterwegs Mittagspause gemacht und so um 16 Uhr im Resort angekommen.
Da jetzt noch ein bisschen Zeit war, nutzte ich die Zeit um ein paar Bahnen in der Schwimmhalle des Resorts zu ziehen.

Freunde und ein gemütlicher Abend
Es ist immer noch so imposant zu betrachten. 120 Saabs, vor und zwischen den einzelnen Chalethäusern oder den Ferienwohnungen zu sehen. Quer verteilt durch alle Baujahre. Kennzeichen aus der Slowakei, Tschechien, Ungarn, Polen, Schweiz, Deutschland und Österreich. Die Faszination, überall aufgehängte Saabfahnen, und Banner zu sehen und zu wissen, auf dem gesamten Areal sind nur Saab Fans, in saabiger Bekleidung, nimmt auch nach vielen Jahren immer noch nicht ab.
Über das Wochenende hatten wir somit in der kleinen Ortschaft wohl die höchste Saabdichte weltweit.

Viele sind über die Jahre zu echten Freunden geworden und die Wiedersehensfreude ist besonders groß. Es ist ja für viele die einzige Möglichkeit, sich persönlich zu treffen.
Bevor man gemütlich zusammensitzt, begrüßt einen das Organisationsteam und überreicht das Goodiebag mit Saab-T‑Shirts, Aufklebern, deinem Namensschild, Armband und dem Saabbier. Standesgemäß wurde das Saabbier auf einem Scania Lkw 1:18 angeliefert.

Man kommt mit den neuen Teilnehmern ins Gespräch, stellt fest, man hat gemeinsame Bekannte, findet gleich eine tiefe Gesprächsbasis auch abseits von Saab und bleibt noch lange auf und geht voller Vorfreude und Erwartung auf den Samstag schlafen.
Bemerkenswert war es, dass es größtenteils sogar gelungen ist, die jeweiligen Sprachregionen in nahe Trakte und Häuser zu verteilen, sodass man, wenn man wollte, auch in seiner Muttersprache bleiben konnte.
Dennoch durchmischte es sich immer wieder und so finden zum Beispiel Saabisten aus Polen und Rumänien bei einem Auto ein Gespräch und kurz darauf gesellten sich noch weitere Nationen dazu.

Samstag, Convoy Fahrt, Programme
Der Samstag begann zuerst mit Frühstück. Hier noch einige Freunde und Debütanten getroffen, die man am Abend zuvor verpasst hat. Dann versammelt man sich auf der Startbahn und wartet auf die Abflugerlaubnis. Der koordinierte Start, 120 Autos alle zu lotsen, ohne Unterbrechung, ohne fremde Autos, ist immer eine Meisterleistung.
Kreisverkehre, Kreuzungen werden durch Streckenposten gesperrt und so zieht sich dann die Saabkette durch.

Vom Resort ging es durch den Skiort Donovaly nach Špania Dolina. Der Ort liegt auf über 700 Meter Höhe und war nur über die kleine Bergstraße erreichbar.
Angekommen im alten Bergbaudorf, wurden die Parkplätze geschickt über den gesamten Ort verteilt.
Hier hatten wir die Möglichkeit, verschiedene Programmpunkte zu erkunden. In der historischen Kirche durften wir der Orgel lauschen, im Kupfermuseum erfuhren wir etwas über den Bergbau und die Region.

Disziplin, pragmatisches und logisches Handeln
Das Mittagessen musste dann aus Kapazitätsgründen koordiniert stattfinden. Die erste Gruppe fuhr die 7 km zum Gasthaus, wo für uns schon ein Mittagessen reserviert war. Nach dem Mittagessen ging es dann jeweils zurück ins Resort, wo die Teilnehmer jeweils Zeit für sich hatten. Viele nutzten daher wieder die Schwimmhalle oder unterhielten sich mit ihren Freunden und spazierten auf dem Areal herum.

Einige brachten auch lange gesuchte Ersatzteile mit, konnten diese anbieten und andere wurden wiederum fündig. Wirklich beeindruckend war dann das eigenständige Mitdenken aller Teilnehmer. Nachdem es eines sehr großen logistischen Aufwands und Organisation bedurfte und es im Buffetrestaurant nicht möglich war, dass 260 Teilnehmer alle gleichzeitig zu Abend essen, wurde hier wieder auf Etappen aufgeteilt.
Familien mit kleinen Kindern wurden beim Essen vorgelassen, es wurde aufgerückt, da ein Tisch zusammengeschoben, dort noch zwei, drei Stühle organisiert.

Und auch wenn die Essenszeiten etappenweise erfolgen mussten, bedurfte es keiner Extrakommunikation, keinem organisierten Einreihen. Es funktionierte reibungslos. Keiner beklagte sich, es gab trotz allem keine Hektik, allen war die Lage klar. Wer fertig war machte einfach Platz für die nächsten.
Nach dem Abendessen gab es dann in der Seminar/Veranstaltungshalle wieder die Prämierungen. Es gab wieder die Preise für den jüngsten Teilnehmer, die älteste Teilnehmerin und den ältesten Teilnehmer. Die Fachjury, bestehend jeweils aus Vertretern mit einem Mandat aus allen Teilnahmeländern gab Preise für die schönsten 3 Saabs und dann gab es noch die Publikumspreise für die drei schönsten Saabs.

Der Preis für die weiteste Anreise ging an den Fahrer aus Aachen. Beim Preis für die weiteste Anreise mit einem Zweitakt-Saab musste sogar exakt nachgemessen werden, wohnten doch beide Fahrer in Prag.
Als zum Abschluss das Organisationsteam auf die Bühne kam, gab es von den Teilnehmern Standing-Ovations.
Wir hatten den Wettergott wieder auf unserer Seite. Spätestens zu Mittag konnte die offene Fraktion dann ihre Dächer öffnen und wir konnten die Fahrt durch die herbstliche Landschaft genießen. Ebenso war es dadurch auch kein Problem, dass sich immer kleinere bis mittelgroße Gruppen um Autos versammelten, und man auch viel Zeit draußen verbringen konnte.

Letzter Programmpunkt
Der Sonntag bietet dann auch immer noch Programm für die, die nicht so weit nach Hause fahren müssen. Wir waren schon einmal vor 10 Jahren mit der Saab Session im UNESCO‑Dorf Vlkolínec, allerdings war es damals nebelig und bereits sehr kalt. Diesmal konnten wir bei strahlendem Sonnenschein und Fernsicht das Dorf erkunden. Wegen seiner außergewöhnlichen, unberührten Siedlung mit 40 originalen, bewohnten Holzhäusern ist das Dorf 1993 in die Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit aufgenommen worden.

Auf dem Rückweg nach Österreich legte ich dann noch einen kurzen Stopp in der Kulturhauptstadt 2026 Trencin ein.
Es war wieder ein äußerst gelungenes Saab-Treffen: schöne Autos, interessante Menschen und gute Gespräche. Immer wieder freue ich mich auch, wenn ich auf meine Blogbeiträge angesprochen werde.
Auch an dieser Stelle möchte ich mich noch einmal bei allen bedanken, die uns jedes Jahr so etwas ermöglichen, und freue mich auf nächstes Jahr.