Neuer Citroën ë-C4 X – Nutzwert, Komfort, eine Prise Avantgarde

Ich erinnere mich noch an Zeiten, als es ein Großereignis war, wenn Citroën ein neues Modell vorstellte. Das scheint nicht nur lange her, es ist es tatsächlich. Mir fällt der XM ein, vielleicht auch noch der C6. Was kam dann? Schwierig. Naturgemäß kann man hier weniger über Neuwagen lesen. Doch den neuen Citroën ë-C4 X finde ich interessant. Er bringt ein wenig Avantgarde in die sonst nicht so aufregende Kompakt- oder Mittelklasse.

Neuer Citroën ë-C4 X
Neuer Citroën ë-C4 X

Die einen bekommen Diesel – die anderen Elektroautos

Einen (ungewollten) Hauch von Polestar liefert er ebenfalls,  und wenn er noch ein anderes Feature hätte, würde er sogar auf meiner Liste landen. Abgesehen davon ist die Strategie, die Citroën fährt, etwas speziell. Den neuen ë-C4 X Beitrag gibt es, Achtung – Technologieoffenheit – mit unterschiedlichen Antriebsarten. Jeder Markt soll das bekommen, was er (vermutlich) bevorzugen könnte.

Nein, kein Citroën, ein Polestar 2. Ist die Ähnlichkeit Zufall?
Nein, kein Citroën, ein Polestar 2. Ist die Ähnlichkeit Zufall?

Der Neue mit dem Doppelwinkel outet sich durch das „ë“ als Elektroauto. Was er zum Beispiel in Deutschland und Österreich zwingend sein wird, in anderen Ländern aber nicht. Dort wird es den Kompakten auch mit konventionellen Antrieben geben, wie den bekannt guten Dieselmotoren. Der Baukasten auf der CMP Plattform macht es möglich, lokale Vorlieben zu bedienen.

Aber Deutschland gilt nun mal, staatlich subventioniert, als Leitmarkt für Elektromobilität.

In der Konsequenz bekommen die Deutschen keine Diesel und keine Benziner,  und noch nicht einmal einen Hybrid gönnt man ihnen. Nur ein elektrischer Antrieb wird für den deutschen Markt verfügbar sein. Das ist die gewollte Zukunft, mit der die Käufer der Gegenwart zurechtkommen müssen.

Der neue Citroën kommt nach Deutschland rein elektrisch
Der neue Citroën kommt nach Deutschland rein elektrisch

Unter dem interessant gezeichneten Blechkleid wartet weitgehend bekannte Technik. Der 100 KW Antrieb soll 360 Kilometer Reichweite nach WLTP bringen. In nur 30 Minuten kann die 50 kWh Batterie mit 400 Volt Technik am Schnelllader zu 80 % aufgeladen werden. Die ë-C4 Höchstgeschwindigkeit liegt bei ausreichenden 150 km/h, der in Spanien produzierte Citroën wird in 9,7 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen.

Das macht klar, dass hier kein E-Sportwagen der Tesla Liga anrollt. Aber ein, nach den ersten vorläufigen  Daten zu urteilen, erfreulich effektives und vermutlich bezahlbares Elektroauto, das mit geringem Verbrauch, hohem Nutzwert und Citroën typischem gehobenen Komfort Sympathien sammeln kann.

Das ist schön so, und darum geht es schließlich bei einem Citroën.

Eine leise Prise Avantgarde

Der neue C4 X, mit oder ohne ë, bereichert die Mittelklasse. Die Mixtur aus Limousine und SUV, ein modernes Crossover, hat die Marke zwar nicht neu erfunden. Der schwedisch-chinesische Polestar 2 lässt grüßen, was für das Design eine anerkannte Referenz darstellt. Das Ergebnis selbst passt zur Marke.

Das Design verbreitet eine leichte Prise Avantgarde
Das Design verbreitet eine leichte Prise Avantgarde

Eine weitere Limousine oder ein konventionelles SUV, das wäre wohl zu vorhersehbar gewesen.

Der ë-C4 X wird alles andere als unauffällig sein, wenn er ab 2023 auf den Straßen rollt. Eine leise Prise von Avantgarde und sportlicher Dynamik sowie eine Menge innerer Werte machen die Neuerscheinung interessant. Es soll ja die Mischung sein, auf die es ankommt.

Auf der Citroën-exklusiven Habenseite stehen die ungewöhnlich lässigen Advanced Comfort Sitze, die in Verbindung mit der Advanced Comfort Federung zwar nicht das Schweben früherer Zeiten zurückbringen, aber für ein komfort-betontes Fahren sorgen sollen. Ich mochte die Kombination schon aus dem Berlingo, im ë-C4 X werden sie wohl kaum enttäuschen.

Zur Verfeinerung ist die Massagefunktion der Sitze optional,  und eine ebenfalls wahlweise verfügbare Alcantara Soft-Touch Innenausstattung soll das angenehme Gefühl von Wärme, Komfort und Qualität im Innenraum noch verstärken.

Die Marke setzt offensichtlich alles daran, dass der Wohlfühlfaktor großer Jahre wieder erlebbar wird. Citroën Kernwerte, die wohltuend besonders sind.

Große Kofferraum Öffnung - gut beladbar. Aber keine Heckklappe
Große Kofferraum Öffnung – gut beladbar. Aber keine Heckklappe

Das ë-C4 X Heck setzt optische Akzente. Die Marketing Menschen der Marke sprechen von einem Fastback, Deutsche sehen hier ein Schrägheck und Schweden vermutlich einen Halbkombi. Was alles nicht ganz passt. Die große Heckklappe, die man vielleicht aufgrund der Silhouette erwartet, bietet der Citroën nicht.

Es hält dafür reichlich 510 Liter Stauraum bereit und die Markenstrategen versprechen einen leichten Zugang, aber es bleibt bei einem schnöden Kofferraumdeckel.

Intelligente Kleinigkeiten sind typisch Citroën

Natürlich überrascht Citroën auch heute noch mit der ein oder anderen Eigenart. Die Zeit genialer Lupentachos und mancher Schrullen ist zwar vorbei, aber eine Prise Individualität hat man sich bewahrt. In der aktuellen C4 Serie ist es der „Smart Pad Support“. Eine schlau integrierte Halterung für iPad und andere Tablets auf der Seite des Beifahrers, die entspanntes Arbeiten oder Streamen während der Fahrt ermöglicht. Ein Tribut an das digitale Zeitalter.

Ein echtes Plus ist der hohe Nutzwert der vielen intelligenten Ablagen, der Pressetext spricht von bis zu 16 Stück, die im Auto verteilt sind. 39 Liter zusätzlichen Stauraums kommen so zusätzlich zusammen, eine Schublade auf der Beifahrerseite mit einer Anti-Rutsch Oberfläche dient zum sicheren Transport fragiler Gegenstände.

Es sind diese kleinen Dinge, die dem ë-C4 X Sympathiepunkte bringen. Eine große Heckklappe – ja, sie wäre schön gewesen. Noch mal wie in alten Zeiten, wie beim XM. Als es Heckklappe plus zweiter Heckscheibe gab. Aus Komfortgründen. Aber das wäre schon wieder eine ganz andere Geschichte.

Mit Bildmaterial von Citroën (Stellantis) und Polestar

14 thoughts on “Neuer Citroën ë-C4 X – Nutzwert, Komfort, eine Prise Avantgarde

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    Es ist interessant, wie sehr das Zitrön Thema hier bewegt. Die Abteilung Neuwagen scheint dem Blog gut zu tun!

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    Ich finde das Ding gar nicht mal so übel. Die Citroënisten lassen die Akkus klein und damit bleiben die Autos im Gewicht niedrig und der Stromverbrauch unten. Dieses Reichweiten Wettrüsten mit riesigen Akkus, die extrem schwer sind, ist ziemlich krank. Wenigstens die halten sich raus.

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    Diese Leuchteneinheit vorne finde ich ziemlich gruselig. Genau wie beim neuen 7er! Warum macht man sowas??

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      Das ist die Mode, die LED Technik macht es möglich. Also tut man es.

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      Die Front LED sind in V-Form angeordnet, die neue Designsprache der Signatur-leuchten. Ich vermute mal, das möchte an den Doppelwinkel erinnern.

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    Man müsste ihn live sehen, aber ich hätte zuerst gedacht, dass ich was baugleiches wie einen Renault Arkana sehe

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    Mit besonders ausgeprägtem Komfort würde Zitrön zumindest meine Erwartungen erfüllen, die ich an die Marke stelle. Ich finde, die Ausrichtung ist smart, denn wie werden sich Elektroautos zukünftig unterscheiden? Es kann nur das Design und das „Wohlfühlen“ im Auto selbst sein. Schade ist allerdings, dass es nur das Auto mit dem Stecker für D und A geben wird.

    Btw: Es gibt da noch den großen C5 X. Schreibt Ihr auch darüber was?

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      Wir arbeiten an dem Thema C5 X, interessant ist der größere Citroën auf jeden Fall!

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      510 Liter Kofferraum sind in der Fahrzeugklasse opulent. Dazu die vornehme Zurückhaltung bei den Fahrleistungen – letztlich dem Verbrauch von Ressourcen.

      Ich finde da nicht viel zum Meckern. Mir scheint der ë-C4 X ein zeitgemäß sympathisches Angebot zu sein. Chapeau.

      Es sind etliche Saab gebaut worden, deren Kofferraum kleiner war, die nicht so schnell von 0 auf 100 und zu ihrer Zeit trotzdem gute Autos waren. Gefällt mir, dass der ë-C4 X mit einem gesunden Augenmaß auf die Räder gestellt wurde.

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    Hmmmm……nein, ich verstehe das Design von Citroën und Peugeot derzeit nicht. die vielen immer wieder in unterschiedliche Richtungen wegstrebenden Sicken machen das Erscheinungsbild unruhig. Aber das ist derzeit auch bei anderen Anbietern schwierig. Bullige Karosserie, riesige Räder kommen hinzu als Stirnrunzelfaktor bei mir.
    Das mit dem Kofferraumdeckel allerdings ist eine schöne Anleihe an den Citroën GS. Der hatte auch nur einen Deckel, eine richtige Kofferraumklappe wurde es dann bei der Überarbeitung der Schräghecklimousine, als sie zum GSA mutierte. Vielleicht kommt beim C4 X dann später noch was.

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      Da sind deutsche Anbieter wesentlich unruhiger und provokanter unterwegs, finde ich. Man muss den C4 X 2023 in echt sehen, das ist klar, aber das Design ist für mich ein Pluspunkt.

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      Die gewollte Verwandtschaft zum GS erwähnte die Presse in Frankreich zur Vorstellung des „normalen“ C4. Ich sehe sie dort nicht, bei C4 X schon.

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    Eine große Heckklappe hätte dem C4 X wirklich gut gestanden, ich finde das Design trotzdem gelungen. Vermutlich würde SAAB heute ähnliche Crossover Designs auf den Markt bringen, dem Trend kann sich keine Marke entziehen.

    Natürlich und selbstverständlich mit großer Heckklappe, das versteht sich wohl von selbst. Und mit einem synthetischen Turbo Sound für die Traditionalisten 😉

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