Die Gelegenheit zum Einstieg? Sono Group N.V. Aktie im Tiefflug!

Der Aktienkurs der niederländischen Sono Motors Dachgesellschaft befindet sich im Tiefflug. Nach einem erfolgreichen Start im November vergangenen Jahres fiel er innerhalb von rund zwei Wochen unter den Ausgabekurs. Seitdem befindet sich das Papier im Dauer-Tiefflug. Scheinbar ungebremst, und eine Gegenbewegung ist nicht festzustellen. Das ist bedauerlich, bietet aber auch die Chance zum Einstieg.

Verwaiste, leere Gänge im ehemaligen Saab Werk
Hier möchte Sono Motors produzieren. Verwaiste, leere Gänge im ehemaligen Saab Werk.

Ein gutes, zukunftsfähiges Konzept

Generell ist die Entwicklung in ihrer Eindeutigkeit erstaunlich. Momentan testet die Sono Group N.V. Aktie (SEV) die 5 $ Grenze. Nach einem Ausgabekurs von 15 US $ und einem Höchststand von über 47 US $. Generell ist der Fall nur schwer zu erklären, ungeachtet aller offener Fragen. Ein solar elektrisches Familienauto, zu einem erschwinglichen Preis und mit einer relativ kleinen Batterie ausgestattet, ist ein besonders gutes und zukunftsfähiges Konzept.

Es erfüllt generell alle Kriterien, die von offizieller Seite für nachhaltige Mobilität  gefordert werden.

Die Börse könnte die Fantasie aufbringen, die sie bei anderen elektrischen Projekten ebenfalls entwickelt hat. Sie tut es aber offensichtlich nicht, und das hat Gründe. Da nutzen auch die Kaufempfehlungen und Kursziele nicht, welche die Berenberg Bank als Emittent und scheinbar einziger Unterstützer publiziert.

Denn im Hintergrund sind massive Unsicherheiten auszumachen. Die von Sono Motors offen publizierten Fortschritte in der Produktentwicklung lassen jeden, der rudimentär Ahnung von den Abläufen der Autoindustrie hat, am Zeitplan zweifeln. 2023 gilt für die Serie gesetzt, aber es fehlt die Finalisierung wichtiger Komponenten. Prototypen, die zur Erprobung im Einsatz wären, sieht man nicht auf den Straßen. Natürlich wird heute vieles am Computer simuliert, Entwicklungsprozesse abgekürzt, aber das Jahr 2022 hat auch im digitalen Zeitalter nur 12 Monate.

Und einer davon darf bereits vom Kalender gestrichen werden.

Abschied von Trollhättan?

Die größte Unsicherheit ist der Produktionsort. Sono Motors soll ein Abkommen mit einem Anbieter jenseits von Schweden sondieren. Verständlich, denn über NEVS und Trollhättan schwebt das Evergrande Schwert. Der chinesische Eigentümer ist mit der hauseigenen Schuldenkrise beschäftigt und weigert sich (bis jetzt) NEVS gehen zu lassen oder seine automobilen Zukunftspläne zu beerdigen.

Wie die Beziehung NEVS – Evergrande weiter gehen wird, ist komplett offen. Auch, wenn eine Einigung über den Eigentümerwechsel in Sicht sein soll. Vielleicht hat sich das Management überschätzt und mit dem von ihm präferierten Freiheitsgedanken verzockt. Im Zweifelsfall ist es auch der chinesische Eigentümer, der die größere Ausdauer haben wird.

Ein sicherer Fertigungspartner könnte der Aktie der Sono Group aus dem Tief helfen. Er könnte die Fantasie beflügeln, die dringend nötig ist. Und wenn das im Klartext ein Abschied von Trollhättan und der alten Saab Fabrik wäre, dann ist es eben so.

Weil, und dort liegt ein weiteres Problem, bei dem aktuellen Aktienkurs wird es für Sono Motors schwer bis unmöglich sein, an die nötige Finanzierung für die Produktion zu kommen.

Jetzt schlägt die Stunde der Zocker – oder auch die der Visionäre. Es kommt auf den jeweiligen Standpunkt an. Wer wagemutig und bereit ist auch einen Totalverlust hinzunehmen, kann sich günstig mit der Sono Group N.V. Aktie (SEV) eindecken.

6 thoughts on “Die Gelegenheit zum Einstieg? Sono Group N.V. Aktie im Tiefflug!

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    Ich denke man sollte das fair sehen, so wie im Beitrag beschrieben. Sono Motors ist eine Pionier, es kommt auf den jeweiligen Standpunkt an, wie man das Unternehmen beurteilen will. Sicher läuft da nicht alles optimal, ich habe mich nach anfänglichem Interesse auch wieder verabschiedet.

    Aber eine Chance sollte die Idee bekommen, Innovationen sind gut, alles verändert sich permanent.

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    „Es erfüllt generell alle Kriterien, die von offizieller Seite für nachhaltige Mobilität gefordert werden.“

    Und dies ist der Grund des Niedergangs von Sono.

    Die sogenannten Eliten haben sich so weit von der Lebenswirklichkeit der restlichen Menschen entfernt, dass ihre Ideen und Forderungen nicht mehr auf ein Echo in der breiten Bevölkerung stossen und somit auch für Sono kein Platz ist.

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      „Es“ ist das Auto, ist der Sion …

      Ich sehe das ähnlich wie Sie, aber die Schuld nicht beim Sion. Ob es nun elitär oder eher blauäugig ist, weiß ich nicht. Vielleicht ist es beides?

      Ich sehe die Schuld jedenfalls bei Sono Motors und deren Kommunikation. Den Sion könnte ich mir als individuellen Besitz, der mir 24/7 im Alltag zur Verfügung steht, durchaus vorstellen. Sono reitet aber so sehr auf dem Thema Carsharing rum, dass ich mich mit meiner Einstellung als Kunde gar nicht erwünscht fühle …

      Und aus Anlegersicht? Auch hier verstört Sonos Tenor, mit möglichst wenig, möglichst kleinen Autos mit möglichst geringer Marge unterwegs sein zu wollen, ganz gewaltig. Was ist denn das bloß für ein absurdes Geschäftsmodell, so wenig Autos wie möglich produzieren und verkaufen zu wollen?

      Wollen die überhaupt Käufer, Anleger und den Sion auf der Straße? Man gewinnt ja den Eindruck, dass Sono Motors ihr eigenes Kind nur widerwillig und nur dann auf der Straße sehen wollen, wenn es sich nicht doch noch zu Gunsten von ÖPNV, Fahrrad und Fußgängern vermeiden lässt. Ob es elitär ist? Es ist ökonomisch jedenfalls absurd und die Strategie der Kommunikation ist ein Trauerspiel …

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      Vermutlich hat die Lebenswirklichkeit der restlichen Menschen hierzulande sowieso recht wenig mit dem Erwerb von Aktien zu tun, insbesondere von Aktien, die nur an einer US-Börse gehandelt werden.
      Diejenigen, die daran geglaubt haben, haben ja gekauft und müssen nun eben die Aktien halten, wenn sie nicht sofort Verlust machen wollen.

      Ob das schon der Niedergang von Sono Motors ist, sehe ich noch nicht in Stein gemeißelt. Laut ihren Meldungen geht es ja voran, wenn auch nicht nach den ursprünglichen Plänen. Und wenn sie Geld gebraucht haben, haben sie es bis jetzt immer aufgetrieben. Einige der „sogenannten Eliten“ sehen wohl doch Potential haben eben auch Geld, ist halt die Frage ob es genug ist.
      Wenn sie es tatsächlich bis zur Produktion schaffen, was zugegebenermaßen noch nicht klar ist, wird es erst richtig interessant, denn dann muss sich zeigen, ob der Markt so groß ist, wie angenommen.

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        Gut gesagt und alles richtig!

        „(…) denn dann muss sich zeigen, ob der Markt so groß ist, wie angenommen.“

        Aber genau hier liegt mein Problem mit Sono Motors und deren Kommunikation. Wenn das Auto gut und umweltfreundlich ist, warum ist es erst im Carsharing eine Alternative zu anderen Autos?

        Warum ist der Sion nicht gut für Jedermann? Für Hinz und Kunz nicht als ideales Alltagsauto vorgesehen?

        Und was heißt da, „ob der Markt so groß ist“? Mir stellt sich diese Frage erst gar nicht. Nicht vor diesem Hintergrund …

        Ich reibe mir – ganz im Gegenteil – verwundert die Augen, dass Sono Motors den Markt für den Sion künstlich und ideologisch motiviert streng begrenzt. Echt merkwürdig. Sollte das bessere Auto nicht im Namen der Umwelt und eigener wirtschaftlicher Interessen so oft und so früh wie möglich an alles und jeden verkauft werden?

        Man lässt bei Sono Motors aber ja keine Chance aus, ganz genau das zu verneinen. Der Sion sei nicht etwa ein Angebot an die breite Masse, sondern explizit für das Carsharing innerstädtischer Loftbewohner konzipiert …

        Ich kann nicht nachvollziehen, dass ein „Automobilhersteller“ sich seinen Markt und die Chance für potentielle Anleger so dermaßen klein macht. Schade um den Sion. Ich mag ihn eigentlich sehr gerne und sehe da viel mehr Potential, als die Schöpfer selbst.
        Das ist echt skurril, oder?

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          Nun ja die Größe des Marktes hat Sono ja selbst definiert. Wenn ich mich recht erinnere, war von einem Produktiosvolumen von 260.000 Autos in 6 Jahren die Rede. Ergo gute 40.000 Autos pro Jahr, nicht unbedingt übermäßig viel im Vergleich mit etablierten OEMs, muss aber eben auch erst mal an die Kunden gebracht werden.

          Jetzt kann man sich fragen, wo diese Zahlen herkommen. Ist das die Mindestmenge, damit einem ein Auftragsfertiger die Kiste zu einem Preis hinstellt, bei dem man selbst noch genug Gewinn macht? Oder ist es die Zahl der potentiellen Kunden, die man gesehen hat, wer auch immer die sind?

          Als ich zuletzt nachgesehen habe, lagen sie bei knapp 17.000 Reservierungen, selbst wenn es bis zum Produktionsstart 20.000 werden sollten, so ist das ja nur knapp eine halbe Jahresproduktion und auch nur, wenn das alles echte Bestellungen werden. Wer kauft die andere Hälfte und wer das Volumen der nächsten 5 Jahre?
          Daher glaube ich nicht, dass sie sich gegen den Verkauf an „normale“ Autokäufer wehren werden. Ich sehe das eher als Versuch einer Markenbildung um die anvisierte Zielgruppe zu erreichen. Das dürften dann unter anderem junge Erstkäufer sein, markenunabhängige Carsharing-Dienste und wohl auch Autokäufer im „grünen“ Umfeld. Vorstellbar sind auch kommunale und kleinere Unternehmen, die über die Sharing-Dienste möglicherweise ihre Fahrzeugpools managen können.

          Ob damit die genannten Zahlen zu erreichen sein werden, ist dann die interessante Frage, wenn es denn zum Produktionsstart kommt.

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