Booster-Impfung – wenn das Virus an der Haustür klopft

Es ist Ende November. Wieder einmal sitze ich wartend in der Hausarztpraxis. Mir gegenüber zwei Vertreter der vulnerablen Gruppen. Nicht einmal ein halbes Jahr nach der ersten Impfung habe ich mir heute den Booster geholt. Dabei wähnte ich mich noch im Sommer zurück auf den Weg in Richtung Freiheit.  Ich habe mich geirrt. Wie ist das, wenn Corona an der Haustüre klopft?

Booster Impfung - der Nachweis
Booster Impfung – der Nachweis

Die vierte Welle

Alles ist anders. Die Wellen eins bis drei haben wir ohne Schaden überstanden. COVID-19 war im Hintergrund präsent,  und theoretisch jeder im Freundeskreis oder der Familie kannte jemanden, der infiziert war. Aber das war die Theorie, weit weg. Jetzt kratzt das Virus an der Haustüre.

Es ist in unserer Nachbarschaft angekommen, bei meinen Lieferanten ist es ebenfalls präsent. Bei einem müssen komplette Schichten gestrichen werden, weil trotz Hygienekonzept alle Mitarbeiter infiziert sind. Liefertermine verschieben sich in die Unendlichkeit. Firmen, die bisher gut die Krise überstanden haben, zittern um ihre Zukunft.

Es kommt noch ärger. Eine liebe Freundin der Familie ist lungenkrank. Sie liegt in der Klinik, weit entfernt, kann nicht selbstständig atmen. Sie zu besuchen ist fast unmöglich. Die Klinik baut um ihre sensiblen Patienten herum eine Festung gegen das Virus. Sie versucht es zumindest. Aufwändige Tests, geplante und gekürzte Besuchsmomente sollen verletzliches Leben schützen.

Die Angst, sie kriecht langsam hoch. Die Furcht vor einem Gegner, der unsichtbar und nicht zu berechnen ist. Und der unsere Schwächen ausnutzt.

Die Hilflosigkeit

Die schlechten Nachrichten werden mit den Tagen nicht weniger. Im Freundeskreis gibt es einen ersten Impfdurchbruch. Eine Infektion, vermutlich eingefangen am Arbeitsplatz durch einen Kollegen. Ein Verlauf, der nicht milde ist, der aber hoffentlich nicht direkt in das Krankenhaus führt. Wir zittern!

Wer ist schuld daran, dass die Lage so eskaliert? Man kann es sich leicht machen und die Politik in die Haftung nehmen. Gute Argumente, das zu tun, etwa von Staatsversagen zu reden, gäbe es viele. Aber das wäre sehr bequem. So einfach wollen wir es uns nicht machen.

Deutsche Bürokratie vor der Booster-Impfung
Deutsche Bürokratie vor der Booster-Impfung

Der Egoismus

Leider leben wir in einer Vollkaskogesellschaft. Der Staat, das scheint unser Geburtsrecht zu sein, regelt die lästigen Dinge. Wir selbst sitzen in diesem fetten, reichen Land in unserer Wohlfühlzone. Wir fühlen uns unangenehm belästigt, wenn da einer mit der Spritze kommt und impfen möchte. Eine Zumutung, die sich gegen die Unversehrtheit des Körpers und noch mehr gegen unseren Egoismus richtet.

Wir sitzen auf Millionen von Impfdosen, die ihr Haltbarkeitsdatum zu überschreiten drohen, weil der Stoff uns nicht edel genug erscheint. Wir faseln über Bürgerrechte, während die Zahl der Coronatoten die 100.000 überschreitet. Und selbst diese makabre Zahl wird angezweifelt, durchdiskutiert. Da gibt es keine Grenzen. Wahrheiten werden neu erfunden und Wahrheiten werden verdreht.

Der Gemeinsinn

Mit etwas mehr Gemeinsinn, den Blick auf das Land, die Nachbarn, die alten und kranken Mitbürger, wäre COVID-19 kein so katastrophales Thema geworden. Mehr Menschen hätten sich impfen lassen. Man könnte laut schreien vor Wut. Man könnte weinen. Beides gleichzeitig.

Da gab es diese Antrittsrede von John F. Kennedy am 20. Januar 1961. Es fiel dieser Satz, der jahrelang in meinem Büro seinen Platz an der Wand hatte.

“Ask not what your country can do for you…”

John F. Kennedy

Nicht fragen, was der Staat für Dich tun kann. Sondern selbst etwas tun, Verantwortung übernehmen und Gemeinsinn zeigen, sich den Blick für die Gemeinschaft erhalten. Der Satz ist aus der Zeit gefallen. Vermutlich bin ich es ebenfalls. Manchmal fühle ich mich so. Wir bräuchten wieder einen John F. Kennedy und Menschen, die ihre eigenen Interessen und die Vollkaskoversorgung durch den Staat nicht an erster Stelle sehen.

Hohe Impfquote, gutes Leben in Barcelona
Hohe Impfquote, gutes Leben in Barcelona

Die Freiheit

Dass es auch anders gehen kann, beweist mir mein Freund Lizi fast täglich. Immer wieder kommen Bilder aus Barcelona auf mein Handy. Das Leben ist frei dort, die Restaurants sind offen und bei milden 20 Grad lässt es sich gut in einer Tapas Bar aushalten. Mit Blick auf den Saab und das Meer.

Barcelona hat eine Impfquote, die über 90 % liegt. Sind die Katalanen schlauer als die Deutschen? Die Wahrheit ist, dass die vorherigen Wellen mit aller Härte über das Land gefegt sind. Im Gegensatz zu Deutschland packt der spanische Staat seine Bürger nicht in Watte und zahlt den Restaurants auch keine 90 % vom Umsatz (nicht vom Gewinn). Jeder muss schauen, wo er bleibt. Der Staat unterstützt nur rudimentär. Wer keine Familie hat, die auffängt, der hat ein Problem.

Die Spanier haben ihre Lektion gelernt. Die Impfung ist die beste Waffe, die wir haben. Und die wird genutzt. Dazu kommt, dass der spanische Staat seine Anordnungen durchzusetzen versteht. Die Einreise wird streng kontrolliert, in Deutschland passiert das meist in der Theorie oder wenn Fernsehteams berichten.

Die Booster-Impfung

Weil das Virus an der Haustüre klopft, vereinbare ich die Booster-Impfung beim Hausarzt. Den Termin gibt es zeitnah, ich muss nur eine Woche warten. Biontech nach Johnson & Johnson im Sommer. Mitten in die Wartezeit kommt Kakofonie aus Berlin. Der amtierende Gesundheitsminister auf Abruf möchte die Biontech Lieferung kürzen, während im Land die Zahl der Infizierten durch die Decke geht. Man fasst es kaum.

Die Booster-Impfung selbst geht rasch. Die Termine meiner Hausärztin sind perfekt getaktet, der Wartebereich nie zu voll. Ein Stich, das war es. In einem halben Jahr wieder. Vielleicht. Sicher ist das nicht, die Erfahrungswerte fehlen, die Pandemie noch keine 2 Jahre jung.

Covid Zertifikat nach der Booster-Impfung
Covid Zertifikat nach der Booster-Impfung

Die vulnerablen Gruppen

Im Wartebereich sitzen zwei Vertreter der vulnerablen Gruppen. Eine Umschreibung, die ich nicht mag. Sie klingt so neutral und kalt. In Wahrheit sind es Opa und Oma, die Hochbetagten, die besonders gefährdet sind. Aber das ist eine zumutende Wahrheit, die belastend wäre. Denn wer möchte Opa oder Oma durch Impfverweigerung auf dem Friedhof sehen?

Vulnerable Gruppen also. Das lässt sich der Öffentlichkeit weniger zumutend verkaufen.

Die zwei alten Herren mir gegenüber sind hochbetagt, jenseits der 80. Beide sind keine Hochglanzrentner, die man fit und drahtig in den Medien sieht. Keine, die im Büro oder im Vorstand gearbeitet haben und die im Alter auf Kreuzfahrten gehen.

Zwei Veteranen, die 50 Jahre in der Produktion oder auf dem Bau hart gearbeitet haben. Die Kleidung der beiden ist sauber, aber schlicht. Senioren, die sich wenig gönnen. Vermutlich sparen sie von der Rente jeden Monat etwas für die Kinder oder Enkel, die er besser haben sollen.

Die beiden gehören zu den Menschen, die unser Land nach dem Krieg aufgebaut haben und die jenseits der Pandemie mit sich selbst genug zu tun haben. Sie sind schlecht zu Fuß, das Atmen ist auch ohne das Virus eine Herausforderung. Einer benötigt Minuten, bis die Maske endlich am Platz sitzt. Nicht präzise, aber es ist der Wille, der zählt.

Das Atmen wird noch schwerer, mit zittrigen Händen blättert er in seinem Impfpass. Einen Infekt würden die Beiden nicht überleben. Sie wären zwei Tote mehr in der Statistik, gleichzeitig zwei Wahrheiten zusätzlich, die man verdrehen könnte.

Weil jeder jenseits der Pandemie eine Liste von zusätzlichen Krankheiten durch das Leben schleppt.

Die Nebenwirkungen

Vor der Booster-Impfung kommt die Bürokratie. Deutschland verwaltet, was zu verwalten ist. Und auch das, was nicht zu verwalten ist. Da sind wir immer noch Weltspitze, bei allem anderen steigen wir ab. Ein Bogen für die Anamnese, seitenweise Hinweise zur Risiken und Nebenwirkungen. Beides muss gegengezeichnet werden, zweifach natürlich. Die Ärztin ist begeistert, ihr Patient ebenfalls.

Die Nebenwirkungen sind tatsächlich kaum zu spüren. Der Oberarm schmerzt etwas, ich fühle mich für einige Stunden wie mit gezogener Handbremse unterwegs. Mehr passiert nicht, obwohl ich auf Komplikationen eingerichtet war.

Die Eigenverantwortung

Mein Freundeskreis und die Familie holen sich ebenfalls die Booster-Impfung. Die Termine sind bereits vereinbart. Bekannte, die zuvor abwarten wollten, haben ihre Meinung revidiert. Auch sie gehen zur Booster-Impfung. Das gibt Hoffnung. Denn das Virus nutzt unseren Egoismus und unsere Eitelkeiten. Es sucht permanent neue Wirte, mutiert, und es denkt nicht eine Sekunde daran,  nach unseren Wohlfühlregeln zu spielen.

Wir werden keinen zweiten John F. Kennedy bekommen, der mutig die Wahrheiten an die Wand schreibt. Diese Spezies von Politikern ist historisch, sie kommt nicht mehr zurück. Und vielleicht lernen wir es nur auf eine brutale Art und Weise,  wieder Eigenverantwortung zu übernehmen und Initiative zu entwickeln. Auch darin waren wir einst stark, dorthin müssen wir zurück. Ein Lernprozess, begleitet von Dramen und Toten.

28 thoughts on “Booster-Impfung – wenn das Virus an der Haustür klopft

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    Ich bin spaet, moin Zusammen,
    ich hatte schon mal eine lange message geschrieben und diese wieder geloescht. Warum? Zuviel Einzelheiten im Bezug auf die C Entwicklung und Behandlung und zu viele schlechte Erfahrungen im Umfeld mit einer Sichtweise, die nicht dem entspricht, was rauf und runter zu hoeren, sehen oder lesen ist. Danke Tom fuer die sehr geschickte und gute Widmung zum Thema. Meine Meinung dazu:
    Im Bezug auf Wissenschaft und Kommunikation wird viel zu einseitig Berichtet und Meinung bzw. Stimmung produziert! Statt auf Vernunft setzt man auf Angst und Panik, spaltet die Gesellschaft und versucht nach dem Erkennen, dass die Impfung nicht haelt, was die Politiker versprochen haben auf noch mehr Angst und Zwang zu setzen und beschuldigt steuerzahlende Mitmenschen der momentanen Situation. Ueber den Abbau von Krankenhausbetten und Intensivbetten durch das Setzen falscher Anreize im Abrechnungssystem spricht auch kaum jemand, weiter oben wurde das sehr treffend beschrieben. Helden von gestern (O-Ton der Politik im vergangenen Jahr) werden zu Unmenschen in diesem Jahr, weil sie ob der fehlenden Zulassung der I – Stoffe, der registrierten rekordhaft hohen Nebenwirkungen und Todesfaelle ( auffaellig junge Sportler, Dunkelziffer unbekannt), skeptisch sind und vielleicht auch weil Impfungen mit einem Gratisburger beim goldenen M mit hundertprozentig vollumfaenglicher Risikoberatung erhaeltlich sind. Und die Hersteller der Spritze uebernehmen keinerlei Haftung bei Folgeschaeden ?! Ich wuerde mich freuen, wenn wir –> mehr aus dem Mutterland unseres Lieblingsgefaehrtes uebernehmen wuerden, die demokratischen Werte unserer Gesellschafft im Blick behalten und nicht an irgendwelche Schaufenster Dinge schreiben wie Ungeeimpfte unerwuenscht. Wir brauchen ein Gemeinsam und Achtsam statt Angst und Spaltung. Ich betreibe eine Praxis integrativer Medizin in Canada, bin bestens in der Medizinlandschaft vernetzt und natuerlich bin ich auch geimpft. Ich denke, dass Impfen generell eine grosse medizinische Errungenschaft ist, wenn man vom Flue Shot mal absieht. Warum habe ich das alles geschrieben? Weil ich bitte, vorsichtig zu sein, nicht vorschnell zu urteilen, daran zu denken, dass eine Spritze IV nicht mehr rueckgaengig zu machen ist, und weil ich denke, dass wir unsere Politiker daran erinnern sollten, dass im Auftrag nicht enthalten ist, die Gesellschaft in Panik zu setzen und oder zu spalten. Boostern? Mit einem Stoff, der jetzt schon seine Wirkung verloren hat? Das machts fuer mich nicht einfacher. Aber die Entscheidung wird uns ja bald genommen, dann wird halbjaehrlich geboostert, fuer Alle, fuer immer?!
    Ich wuensche allen eine schoene Vorweihnachtszeit, bedanke mich bei Tom fuer die vielen guten Beitraege in diesem Jahr und bleibe gerne SAAB Enthusiast.
    Euer ERIK900

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      Spät aber gut gesagt

      Ein Opfer der Pandemie ist das gesellschaftliche Klima. Das politische Spiel mit der Spaltung ist gefährlich.
      Wir impfen ja noch gar nicht allzu lange und noch immer nicht jeden. Bis vor 6 Monaten waren es noch immer Ältere, Vorerkrankte und berufliche Risikogruppen. Wir hatten eine Diskussion um Impfvordrängler …

      Im Zuge der Hysterie liegen zwischen einem Vordrängler und dem Verdacht auf Impfskepsis und Verweigerung nur wenige Wochen, Tage …

      Viele der 12- bis 18-Jährigen sind heute schlicht deshalb nicht geimpft, weil es sie erwischt hat, kurz bevor sie überhaupt geimpft werden durften. Als Genesene müssen und sollten sie 6 Monate warten. Mein Ältester gehört dazu. Und Kinder unter 12 impfen wir noch gar nicht.

      Trotzdem haben wir eine Impfquote von 70% bezogen auf die Gesamtbevölkerung. Rechnet man Kinder unter 12, Genesene und andere nicht impffähige Personen raus, sollte sich für den impffähigen Teil der Bevölkerung eine Impfquote von ca. 85% ergeben …

      Und nicht jeder Ungeimpfte ist grundsätzlich Impfskeptiker, Impfverweigerer oder gar Verschwörungstheoretiker. Manch Schwangere will zunächst ihr Kind zur Welt bringen. Manch Sportler impft nach Trainingsplan und Saisonverlauf, will in Phasen hoher Belastung nix riskieren (etwa eine Herzmuskelentzündung).

      Ich werte die Impfbereitschaft als hoch. Die unter vorstehenden Voraussetzungen, mit neuen und unbekannten Impfstoffen von teils geringer Wirksamkeit, innerhalb kurzer Zeit erreichte Impfquote ist so schlecht nicht.

      Die Debatte über „notorische“ Verweigerer ist verfrüht, histerisch, kontraproduktiv. Da werden viele (noch) Ungeimpfte pauschal in eine völlig falsche Ecke gestellt.

      Ich habe mich so früh impfen lassen, wie es mir ohne Vordrängeln möglich war. Dass mein digitaler Cov-Pass 8 Wochen nach der 1. und 14 Tage nach der 2. Infusion auf „grün“ gesprungen ist, ist gerade einmal 3,5 Monate her. Da hatten wir bereits eine Diskussion um Impfverweigerer. Wenn das Mal nicht hysterisch ist …

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    Danke für diesen tollen Text!

    Die „Vulnerablen Gruppen“…auch ich mag die Umschreibung aus genau den genannten Gründen nicht.
    Im genannten Beispiel sind es Oma und Opa, was auch für unsere Familie gilt. Oma darf aufgrund einer Chemotherapie derzeit nicht geboostert werden…

    Vulnerable sind aber auch Kinder.
    Immunschwäche aufgrund von Down-Syndrom, geflicktes Herz, vorbelastete Lunge… 7 Jahre alt.
    Anderthalb Jahre mit nur sommerlichen Unterbrechungen im Lockdown bis sich am anderen Ende der Republik eine Ärztin zur Offline-Impfung erbarmt hat.
    Eine Lobby haben Kinder wie mein Sohn nicht. Diese Kinder tauchen höchstens in der Statistik auf als „vorerkrankt“, mit dem Ziel anderen Eltern die Sorge zu nehmen. Ansonsten sind diese Kinder unsichtbar und die betroffenen Geschwister und Eltern gleich mit. Familien wie unsere nennt man Schattenfamilie und wir lernen in der Pandemie unglaublich viel über unsere Gesellschaft.

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    Die Kehrseite der Medaille

    Impfen & Boostern sind wichtig. Wir reden aber kaum noch über andere Maßnahmen. Sie sind unpopulär und wir sind sie leid. Sie politisch durchzusetzen wir immer heikler und hat jüngst in Europa schon zu Ausschreitungen geführt.

    In Deutschland hat sich die Debatte dann auch vollständig auf das Impfen & Boostern verengt und in Ungeimpften eine „radikale“ und „völlig verantwortungslose“ Minderheit als vermeintlich ursächlich dafür auserkoren, dass wir nicht zurück in der Normalität sind.

    Das ist in mehrfacher Hinsicht falsch und fatal.

    Falsch ist es unter anderem, weil wir ohne Impfstoff für unter 12-jährige gar nicht alle impfen können. In dieser Altersgruppe haben wir 1000er Inzidenzen. Falsch, weil wir mit unseren aktuellen Impfstoffen selbst mit einer Impfquote von 100% der Gesamtbevölkerung keine Herdenimmunität erreichen könnten. Die Schutzwirkung ist zu niedrig, die Zahl der Impfdurchbrüche viel zu hoch.

    Fatal ist es, weil wir in dieser Verengung unserer Sicht lieber über Ungeimpfte, über „Schuldige“ herziehen, als uns Gedanken zum Schutz der Unschuldigen zu machen.
    Es ist gerade zwei, drei Wochen her, da wollte die Politik mit dem Argument der Impfung kostenlose Corona-Tests abschaffen. Ein Wahnsinn angesichts der Lage.
    Es ist fatal, wenn wir – überspitzt gesagt – eine Neigung entwickeln, eher eine ungeimpfte und schwangere Frau an den Pranger zu stellen, als von der Politik Konzepte zu ihrem Schutz zu fordern. Oder dem Schutz der Kinder unter 12 …

    Diese Stimmung innerhalb dieser Debatte ist für die Verantwortlichen sehr, sehr bequem und sie neigen da sehr zur Genügsamkeit. Vor zwei, drei Tagen hörte ich innerhalb weniger Stunden den Berliner Bürgermeister, den Bundespräsidenten, den Gesundheitsminister und die Berliner Gesundheitssenatorin. Allen vier fiel zur 4. Welle nichts besseres ein, als eine Schuldzuweisung an die Ungeimpften.
    Das ist mir entschieden zu wenig und es ist sachlich falsch.
    Ich hatte zweifach Biontec. Damit hat man 4 Monate nach der Impfung einen Schutz von ca. 47%. Man muss nicht lange rechnen, um zu erkennen, dass wir eine Herdenimmunität (80% Schutz bei 100% der Bevölkerung) aktuell gar nicht erreichen können …

    Insofern ist es auch wohlfeil, wenn die Politik die 4. Welle und ihre Heftigkeit einzig Impfunwilligen zuschreibt.
    Wir sollten alle impfen & boostern, wir sollten alle unseren Beitrag leisten – aber in dem Bewusstsein, dass es nicht reicht und in dem Bewusstsein, dass die Politik zu wenig macht, wenn sich ihre Anti-Corona-Strategie einzig auf das Impfen beschränkt.

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    Jau… wieviel Ladedruck gibt’s bei dem Boost eigentlich? Und habt Ihr Euren Körper vorher auch gut warm- und danach wieder kaltgefahren, bevor’s den Booster gab? Nicht, dass da Komponenten des Systems vorzeitig sterben, weil die Schmierung fehlte (oder es danach zu vermehrten Verkokungen im Schmierkreislauf kommt…).

    Ich freue mich auf ein Land, in dem wir ohne pauschale Verurteilungen und Oberbegriffe für vermeintlich ausgesuchte Gruppen (Wie wird so ein „Corona-Leugner“ überhaupt definiert – und ist es nicht genauso absurd, einen Virus zu leugnen, wie zu behaupten, man könne ihn – gottgleich? – gemeinsam komplett besiegen? Warum gelten Menschen als „Gegner“ und „Verweigerer“, nur wenn sie für sich nicht für etwas sind – ist derjenige „Zigarettengegner“, der nicht raucht, und „Konzertverweigerer“, nur, weil er lieber daheim Musik hört?) sowie ohne ausgesuchte Sündenböcke und Schuldige (das gab’s hier schonmal – ich empfehle, vorsichtig zu sein) leben.
    Ich verstehe den Frust. Ich verstehe das Unverständnis.
    Die Menschen, die sich kritisch mit den Maßnahmen auseinandersetzen sind nicht die, die für sie verantwortlich sind – im Gegenteil: sie setzen sich ja überwiegend dafür ein, einen menschlicheren und eigenverantwortungsvolleren Umgang damit zu finden. Oder findest Du/finden Sie es gut, in einem Miteinander zu leben, das auf Misstrauen und Zwang basiert? Sieht so Deine/Ihre Gesellschaft aus, in der Du/Sie Dir/sich wünschst/wünschen zu leben? Meine nicht.
    Meine Gesellschaft basiert auf Vertrauen, Offenheit, Harmonie, Respekt. Aspekte dafür sind die Entscheidungsfindung über den Konsens, ein verurteilungsfreier Umgang im Austausch miteinander, das Einbeziehen von Bauchgefühl und Herz und das gleichberechtigte Anhören aller, die sich beteiligen möchten.

    Ich fand dieser Tage die Worte Uwe Scheelers, des Bürgermeisters der Stadt Neuhaus am Rennweg, sehr zum gemeinsamen Innehalten und ruhig miteinander Bleiben aufrufend. Die möchte ich hier teilen:

    „Sehr geehrte Einwohnerinnen und Einwohner –

    in der Stadt und in allen Ortsteilen!

    Sehr geehrte Unternehmer und Gewerbetreibende!

    Sehr geehrte Gäste!

    Seit meinem Amtsantritt im Jahr 2018 ist mein Motto:

    „Gemeinsam! – Und nicht jeder für sich!“

    Ich danke allen Menschen, die diese Zeilen lesen oder gelesen haben für Ihre Aufmerksamkeit, für Ihre vielen positiven Rückmeldungen, aber auch für die kritischen Anmerkungen.

    Die Grüße und Wünsche gebe ich gerne an Sie alle zurück.

    In diesen Tagen hört man sehr oft die Frage nach Schuld oder den Vorwurf von Schuld.

    Schuld am Vorhandensein des Corona-Virus, Schuld daran, dass er immer noch nicht weg ist, Schuld an der hohen Anzahl der Infektionen, Schuld am Volllaufen der Krankenhäuser und Intensivstationen, Schuld an der nicht zufriedenstellenden Wirkung der Impfungen, Schuld am Nichtvorhandensein von genügend Impfstoff, Schuld an der Überlastung der Hausärzte…

    Ich denke, es ist nicht eine Frage der Schuld. Ob jemand schuldig ist oder nicht, können bekanntlich in Deutschland nur Gerichte klären.

    Vielmehr ist es doch eine Frage nicht eingelöster Versprechen und nicht erfüllter oder enttäuschter Erwartungen.

    Auf allen Ebenen – vom Bund und Land über Landkreise bis zu den Gemeinden, in Unternehmen, in Familien und im Freundeskreis – wird darauf gewartet und gehofft, dass das Corona-Virus endlich wieder von der Bildfläche verschwindet und wir alle wieder unser vorheriges Leben zurückerhalten, wenn wir nur dies oder das machen, dies oder das nicht machen… Oder das jemand vorbeikommt und uns das abnimmt…

    Von vielen Stellen wurden diese Erwartungen und Hoffnungen noch durch Versprechen genährt und unterstützt. Versprechen, die eigentlich nicht hätten gemacht werden dürfen. Versprechen, die einfach nicht gehalten werden konnten.

    Menschen gehen sich auf der Arbeit oder im privaten Bereich an, werfen sich gegenseitig vor, an etwas Schuld zu sein. An Infektionen und Quarantänemaßnahmen, an Schließungen von Einrichtungen, an verschobenen Operationen – die Aufzählung wäre beliebig fortsetzbar.

    Die Ausmaße der Enttäuschung und Wut, oft auch der Machtlosigkeit oder Handlungsunfähigkeit, manchmal aber auch der Angst sind aktuell ebenfalls auf allen Ebenen erlebbar und spürbar.

    Politik und Medien pushen das Ganze noch, Aktionismus und Paniksituationen sind die Folge.

    Kein Wunder: Die ganze Welt ist betroffen, niemand war auf so etwas vorbereitet und bisher hat auch noch niemand auf der Welt ein Patentrezept gefunden – auch nach nunmehr zwei Jahren nicht.

    Ich gebe zu: Ich habe auch keinen Masterplan.

    Ich kann nichts versprechen, ich kann nichts in Aussicht stellen.

    Ich verpflichte niemand zu etwas, ich empfehle niemand etwas.

    Weil ich es einfach nicht weiß.

    Ich rate nur jedem, der es auch nicht weiß, es ebenso wie ich zu halten und es einfach zuzugeben, dass man keine Lösung zu bieten hat.

    Solange den sogenannten Heilsbringer niemand hat, sollte man sich auf allen Ebenen mit Schuldvorwürfen unbedingt zurückhalten. Die lösen das Desaster nämlich nicht auf, die verlagern nur die Verantwortung und machen blind.

    Ich rate jedem auf allen Ebenen, maßvoll mit Vorwürfen, Beschimpfungen und Anordnungen umzugehen, man sollte sich auch künftig noch in die Augen sehen können, allen Meinungsverschiedenheiten zum Trotz. Unbedingt ist die Verhältnismäßigkeit der Mittel zu wahren.

    In solchen Situationen hat niemand mehr Recht als der andere.

    Hass und Hetze zerstören sonst unser ohnehin bereits beschädigtes soziales Gefüge und unseren inneren Frieden im Land, und auch in unseren Gemeinden und in unseren Familien.

    Schon die Aussage, ein Landkreis und damit die in ihm lebenden Menschen, wären ein Hotspot, ist doch bereits eine Diskriminierung. Wenn das ganze Land „ein einziger Ausbruch“ ist (Lothar Wieler, RKI), dann sind die Sonneberger nicht mehr oder weniger „unbesonnen“ als die Bewohner anderer Landkreise. Das Corona-Virus kennt keine Landkreis- und keine Ländergrenzen.

    Wir müssen aufhören, auszugrenzen und abzugrenzen, wir müssen das alle gemeinsam durchstehen. Wir müssen Kräfte, Kenntnisse und Erfahrungen bündeln.

    Solange es kein 100%iges Gegenmittel gibt, müssen wir in die Forschung investieren, die Kapazitäten der Krankenhäuser erhöhen und die Hausärzte stärken und unterstützen.

    Damit jedem – und ich meine wirklich jedem – geholfen werden kann, der krank wird und ärztliche Hilfe braucht. Egal ob geimpft oder ungeimpft, egal ob leider Corona, leider Herzinfarkt oder leider Beinbruch.

    Die sogenannten Triagen sind nicht erforderlich wegen Geimpften oder Ungeimpften.

    Unser Gesundheitswesen ist schon so weit heruntergefahren, dass Opfer von größeren Naturkatastrophen oder der Corona-Pandemie Angst haben müssen, ob sie stationäre Aufnahme finden oder nicht.

    Wir müssen zuallererst aufhören, den Abbau von Krankenhausbetten zu fördern.

    Sie glauben das nicht? Tatsächlich ist es so. Wenn Krankenhausbetten reduziert werden, gibt es Förderung dafür, aus dem Krankenhausstrukturfonds.

    In der Verordnung heißt es:

    „Des Weiteren wird nunmehr der Abbau von krankenhaus-planerisch festgesetzten Betten nach Anzahl der Verminderung pauschal gefördert. Ausgehend von einer Bagatellgrenze von bis zu 10 Betten stellen sich die Förderungen wie folgt dar:

    11 bis 30 Betten: 4.500 € je Bett

    31 bis 60 Betten: 6.000 € je Bett

    61 bis 90 Betten: 8.500 € je Bett

    Mehr als 90 Betten: 12.000 € je Bett“

    Im Gesundheitswesen geht es an vielen Stellen nur noch betriebswirtschaftlich orientiert und unternehmerisch denkend zu. Krankenhäuser müssen sich „rechnen“.

    Ich finde, das ist der eigentliche Notstand und den haben wir in unserem Land selbst geschaffen. Nachvollziehbar auch direkt vor unserer Haustür in Neuhaus am Rennweg.

    Stellen wir gemeinsam nicht mehr die Frage nach der Schuld. Grenzen wir niemanden aus, weil er etwas nicht genauso macht, wie wir es selbst machen.

    Nehmen wir einfach zur Kenntnis, dass der andere auch berechtigte Gründe haben kann. Ziehen wir in Erwägung, dass der andere eventuell auch Recht haben könnte.

    Achten wir einfach unser Grundgesetz:

    Die Würde des Menschen ist unantastbar.

    Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich.

    Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

    Üben wir besonders Toleranz und haben Verständnis für unsere Mitmenschen,

    vor allem für unsere Kinder.

    Damit wäre eine gute Grundlage für unser Zusammenleben gelegt.

    Euer Bürgermeister

    Uwe Scheler“
    Quelle: https://www.neuhaus-am-rennweg.de/

    Und nun gehe jeder seinen Weg, ohne ihn über einen anderen hinweg als den einzig richtig möglichen hinzustellen.
    Oder wie war das mit dem SAAB-Fahrer als dem, der unkonventionelle Wege beschreitet und auf seine Weise ‚über den Dingen‘ steht?

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      Guter Bürgermeister

      Im Zuge dieser Pandemie lernen wir alle im Sekundentakt. Es vergiftet das Lernklima und behindert Lernfortschritte, wenn wir Kommilitonen uns da im Sekundentakt auf Basis des jeweils jüngsten Standes vermeintlicher Erkenntnis gegenseitig zerfleischen und uns auf Schuldzuweisung konzentrieren, statt die nächste Erkenntnis zu fokussieren.

      Ein wirklich guter und berechtigter Einwand, Beitrag zur Debatte …

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    Hallo Tom,

    danke für diesen klaren und sachlichen Artikel.

    Deine Meinung spricht mir völlig aus dem Herzen und an den Kommentaren der anderen Leser sehe ich, dass zumindest die Saab-Gemeinde das Thema Solidarität nicht aus den Augen verloren hat.
    Das macht mich noch ein bisschen zufriedener einen (im Sommer zwei ) Saab(s) zu fahren!

    Geboostert wird nächste Woche und ich bin gerne bereit ein, zwei Tage mit „gezogener Handbremse“ zu leben. Gerade wenn es möglicherweise hilft, jemandem aus der „vulnerablen Gruppe“ das Schicksal einer Corona-Infektion zu ersparen.

    viele Grüße
    schlich

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    Ein zweiter JFK würde wohl auch nichts nutzen. Es ist ja nicht so, dass keiner die Wahrheit sagen würde, aber nur wenige wollen Sie hören.
    Wäre ich zum Beispiel Karl Lauterbach, würde ich schon lange nichts mehr sagen, es scheint ihm ja niemand zu danken. Jetzt kann man natürlich sagen, wer ist schon Lauterbach, aber selbst als der Typ mit den orangefarbenen Haaren im Sommer seinen Anhängern empfohlen hat sich impfen zu lassen, ist er ausgebuht worden.

    Das Problem scheint also eher die Botschaft als der Botschafter zu sein. Man kann vermuten, dass diejenigen, die am lautesten schreien, in der Minderheit sind, sonst wären sie ja die schweigende Mehrheit.
    Wir werden wohl alle unser Zusammentreffen mit der ’neuen‘ Realität haben und fortgesetztes Impfen sieht für mich wie die beste Möglichkeit aus, das zu überleben.

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    Hey Tom,
    mit diesem Artikel hast Du Dich wieder einmal selbst übertroffen – sachlich, fundiert, unaufgeregt. Hervorragend und sehr wohltuend. Weiter so!!

    Hab mir heut auch meinen Poster abgeholt und stimme mit Dir absolut überein.
    Grüße an alle
    Timo

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      … Booster … (tschuldigung)

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    hallo Tom,
    Deine Ausführungen vor allem zur gegenwärtigen Situation bei uns, der Mentalität mancher
    Leute und der Eigenverantwortung für sich und für den anderen kann ich zu 100% unterschreiben.
    Noch selten eine so klare und präzise Meinung zu diesem Thema gelesen mit einer überzeugenden
    Formulierungskunst. Leider wird Dein Kommentar wahrscheinlich von den Covid-Leugnern nicht gelesen werden und diese werden sich auch nicht überzeugen lassen. Man kann nur hoffen, dass diese Angehörige
    haben, die Ihnen ins Gewissen reden, bevor sie die Intensivstationen blockieren oder die
    Friedhofskapellen.

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    Vielen Dank, Tom, für Deine Worte, von denen ich jedes einzelne unterschreiben kann. Ich habe auch meinen Booster-Termin vorverlegt und bekomme ihn nun schon nächsten Montag. Wollte ursprünglich die 6 Monate nach der Zweitimpfung abwarten, um niemanden Impfstoff in der Zeit wegzunehmen, aber da gerade hier in Österreich der Anteil der Uneinsichtigen in Österreich extrem hoch ist, und wir noch mindestens auf Monate hinaus weit weg von einer Immunisierungsquote sein werden, die einen sichereren Alltag erlauben würde, habe ich mich auch dazu entschieden, den Termin vorzuziehen.

    In Wien funktioniert glücklicherweise das Testsystem und auch die Abwicklung der Impfungen großartig, im Gegensatz zu fast allen anderen Bundesländern und im Gegensatz zum desaströsen (Re)Agieren der Bundesregierung und fast aller Bundesländerregierungen, wurden hier bereits im Sommer strengere Regeln eingeführt, die sich seit Wochen bezahlt machen, was uns aber auch nicht den vierten harten Lockdown mittlerweile erspart, mit massivsten wirtschaftlichen Schäden – und in manchen Branchen wie dem Bekleidungseinzelhandel, dem nun die dritte Saison in Folge das Geschäft zerstört wird, wird das für viele Betriebe das endgültige Aus bedeuten.

    Bleibt gesund – und wer noch immer nicht geimpft ist, bitte überdenkt eure Haltung – euch selbst, euren Angehörigen, Freunden und Kollegen und der ganzen Gesellschaft wegen.

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    Hallo Tom,
    Du schreibst mir zu 100% aus dem Herzen, danke!
    Wurde bereits „geboostert“, die folgenden kleinen Wehwehchen nicht der Rede wert.
    Take care!

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    Ich finde es gerade in diesen Zeiten wichtig, dass man Position bezieht. Auch wenn es nicht immer leicht ist. Danke Tom!

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    Vielen Dank Tom für solchen klaren und richtigen Worte. Ich stimme Dir vollinhaltlich zu! Es ist mit normalem Menschenverstand einfach nicht zu verstehen, wenn es immer noch Leute gibt die Corona leugnen oder mit dummen und nicht angebrachten Kommentaren versuchen den Ernst der Lage zu verneinen. Leider gibt es diese Personen in allen Schichten der Bevölkerung. Ich habe mich gefreut, dass in unserem saabblog die Leser positiv Stellung beziehen. Das ist leider nicht überall so.
    Auch ich bekomme am Donnerstag meine 3. Impfung und bin froh darüber. In meinem Bekanntenkreis ist ein 53 jähriger an Corona gestorben, ohne Vorerkrankung!!!
    Hoffe, dass Ihr alle gesund bleibt.
    Nochmals vielen Dank Tom für die klaren Worte.

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      Danke Wolfgang (und alle anderen).

      Ursprünglich sollte der Beitrag hinter der Paywall liegen. Nachdem ich aber gestern Abend zufällig bei Anne Will gelandet war, und mit Entsetzen die dort vorgebrachten Argumente zweier Politiker (korrekt: Politiker:innen) hören musste, entschied ich mich um. Meinung zeigen ist essenzieller denn je, und ich freue mich, dass die Lesenden die Lage ähnlich sehen.

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    Wenn wir das Virus beherrschen wollen müssen sich ALLE impfen lassen. Wenn die Leute Fernreisen machen dann lassen die sich Impfstoffe verabreichen die können wirklich heftige Nebenwirkungen haben. Da gibt es keine Impfgegner alle wollen das und zahlen auch noch teils heftige Beiträge dafür.
    Die Corona Impfung ist erstens kostenlos und aber wichtiger sie hilft nicht einem selbst sondern auch anderen
    Also uns allen !!!

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    Herzlichen Dank!
    Mein Booster war vergangenen Samstag, erstmals mit mRNA.
    Die Wirkung war analog der ersten Astra-Impfung … am Folgetag etwas Temperatur und Mattigkeit.
    Aber das kann mal gerne in Kauf nehmen, finde ich.

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      … genau so kann ich es berichten.
      Allerdings „nur“ leichte Mattigkeit, die angezogene Handbremse ist ein gutes Bild dafür ;-).
      Also: allen Mitlesern weiterhin eine stabile Gesundheit!
      AHA-Regeln bitte weiter beachten. Simpel, effektiv, eigenverantwortlich.

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    Lieber Tom,
    du hast mir die Worte aus dem Mund genommen!
    Danke!
    Lg aus Wien

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    Gründe nicht zu boostern

    … gibt es nicht. Danke Tom. Übrigens muss man beim Impfstoff nicht wählerisch sein. Im Gegenteil zeichnet sich überdeutlich ab, dass die Schutzwirkung um so höher ist, je mehr Impstoffe wir beim Durchimpfen und Boostern kombiniert haben.

    Das ist wichtig und eine echte Chance. Wer dreimal den gleichen Impfstoff nimmt, hat bis zu 20% weniger Schutz. Eine Herdenimmunität wäre so auch mit einer Impfquote von 100% völlig illusorisch.

    Lasst uns alle mischen und boostern. Es wird allein für sich genommen abermals nicht ganz reichen, aber das Boostern und ein Impfstoffmix sind sehr wertvolle Schritte, die den persönlichen und den Schutz der Herde signifikant erhöhen …

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      Dass „gemixte“ Impfstoffe bei den Impfungen einer Person deutlich wirksamer sein sollen, ist eine Behauptung, die in der Presse gern aufgestellt und dann aber auch wieder als nicht belegt vom Tisch gewischt wird. Ich vermag das nicht zu beurteilen, es ist aber nach allen mir zur Verfügung stehenden Informationen nicht so klar, wie im obigen Kommentar suggeriert. Genausowenig wie klar ist, dass Moderna angeblich noch besser sein soll als BionTech, was uns der inkompetente Noch-Gesundheitsminister ja gerne weismachen möchte.
      Außerdem: Hätte ich meinen Termin beim Hausarzt, wo ich vor zwei Wochen das dritte Mal BionTech bekommen habe, absagen und mich auf die Suche nach Moderna machen sollen? Meine Zweitimpfung war länger als sechs Monate her, da nimmt man, was man kriegen kann, mein Hausarzt hatte kein Moderna. Ich bin froh, in einem der wenigen Länder der Erde zu leben, wo man sich überhaupt unproblematisch impfen lassen kann. Dass es dreimal BionTech war (die ersten beiden Male im Impfzentrum, auch dort super organisiert), konnte ich mir keinmal aussuchen, ich habe genommen, was gerade verimpft wurde. Und das finde ich auch richtig, anstatt jetzt auf den Luxus zu warten, „mixen“ zu können. Hat alles super geklappt, perfekt organisiert, wie auch im Impfzentrum, und die paar Fragen mittels Kreuzchen zu beantworten, habe ich auch gerade noch hingekriegt. Es täte uns allen gut, weniger zu meckern und andere verantwortlich zu machen, sondern mehr Gemeinsinn zu leben. Tom hat absolut recht.

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        Wir meinen beide das gleiche, glaube ich …

        Ich wollte nicht dazu aufrufen, beim Impfstoff wählerisch zu werden. Ganz im Gegenteil. Zitat: „Übrigens muss man beim Impfstoff nicht wählerisch sein.“

        Ich denke, jeder in D zugelassene Impfstoff hat seine Berechtigung an jedem Punkt der Kette und ist, egal in welcher Kombination oder Monotonie verabreicht, ein gutes erstes, zweites oder drittes Glied …

        Ich wollte mit meinem Kommentar keinerlei Druck zum Mix erzeugen, sondern Ängste vor einem Mix abbauen – ganz in Ihrem Sinne, dass jede Impfung und jeder Booster besser als eine Unterlassung ist.

        Ich hoffe, da sind wir uns einig.

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          Ja, das sind wir – volle Zustimmung! 🙂

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    Recht hast du, Tom. Gut geschrieben. Kann auch fuer viele andere Laender gesagt werden.

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    Danke !

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    Moin Tom
    Du schreibst mir aus dem Herzen.
    Auch wenn Saab hier nur ein Randthema ist, muss es Mal gesagt werden…
    Gruß André

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