Grenzenloses Europa. Die Woche der polnischen Spediteure.

Hätte ich je daran gedacht, dass ich sie vermissen würde? Die weißen Transporter mit polnischen Kennzeichen? Mit dem vorläufigen Höhepunkt der Corona-Krise gingen die Schlagbäume in Europa runter. Fast alle Grenzen waren nun dicht. Die deutsche Autobahn plötzlich ohne die emsigen Spediteure aus Polen. So hatte ich ein Problem…

Hier parkt kein UFO neben dem Saab 9000. Ein Gartenteich aus Polen.
Hier parkt kein UFO neben dem Saab 9000. Ein Gartenteich aus Polen.

Eigentlich, ich gebe es zu, sind sie nervig. Diese weißen Transporter, oft mit Anhänger unterwegs. Stets gefühlt etwas zu schnell, zu oft auf der Überholspur, zu wenig Abstand haltend. Ja, sie fahren unter Zeitdruck. Und sie werden nicht gut bezahlt. Sie tun das, was sie tun müssen, um ihre Familien zu ernähren. Ausgesucht haben sich diesen Job die Wenigsten.

Die kleinen Speditionen, das lehrt ihr Verschwinden während des Lockdowns, sind unverzichtbarer Teil der europäischen Lebensader. Der Bypass jenseits der Welt der großen Routen und der Container. Fallen Sie weg, dann funktioniert Vieles nicht mehr. Denn sie transportieren die unglaublichsten Dinge.

In dieser Woche bekam ich gleich zwei Mal Besuch von polnischen Gespannen. Darauf habe ich unerwartet lange warten müssen, und mein Zeitplan für dieses Jahr wurde durch Corona kräftig durcheinander gebracht.

Am Dienstag lieferte einer der weißen Transporter einen Gartenteich. Aus GFK, hergestellt in einem sehr kleinen Ort rund 50 Kilometer westlich von Danzig. Er wird zur Notunterkunft für ein paar wassergebundene Wesen werden. Eine längere, nicht einfache Geschichte. Relevant ist sie nicht, aber ich will an dieser Stelle etwas Werbung für sympathische Menschen in unserem Nachbarland machen.

Denn die Teiche sind qualitativ hochwertig, nicht zu teuer,  und der Service ist empfehlenswert. Vor allem aber kauft man ein Produkt, welches in Europa hergestellt wurde,  und man erwirbt es direkt beim Produzenten. So sichert man in diesen nicht so einfachen Zeiten ein paar Arbeitsplätze im europäischen Haus – was auch nötig ist.

Mit dem Gartenteich, der im Moment im Carport neben dem Anna-Projekt parkt, ist der eine Spediteur besprochen. Jetzt kommt nach längerer Zeit mal wieder ein Spannungsbogen. Langjährige Lesende wissen,  was passiert! Ein neues Projekt kündigt sich an. Verzögert durch ein kleines, böses Virus.

Corona macht die Grenzen dicht. Und ich muss warten.

Das andere, für die Lesenden wesentlich interessantere polnische Gespann kam in der Nacht zuvor hier an. Es hatte neben nicht erwähnenswerten Fabrikaten, große Überraschung, einen Saab geladen. Ein Auto, auf das ich Monate gewartet habe.

Erst mit der Öffnung der Grenzen kam der “Neue” nach Deutschland. Die Vorgeschichte begann schon im Herbst 2019 und entwickelte sich dann so ganz anders als geplant. Vor allem wegen Corona – das Virus legte alles lahm. Am Ende spielte die Geschichte dann in zwei Ländern,  und Menschen dreier Nationalitäten waren an ihr beteiligt.

Das neue Projekt geht nach der Sommerpause online. Aktuell schreiben zwei Autoren an der Artikelserie für den Auftakt, auch das ist eine Premiere. Ein Saab Kauf, mit etlichen Hindernissen. Die Story ist tiefgründig und zeigt, wie kompliziert es mittlerweile ist, an den Saab seiner Wünsche zu kommen. Sie ist zugleich europäisch, Länder übergreifend, weil sie erzählt, wie Menschen, die sich zuvor nicht kannten, sich in der Krise gegenseitig helfen und vertrauen. Zusammen bringt sie die Begeisterung für eine kleine Marke aus Schweden. Saab!

Aber von einer Schönwettergeschichte ist die neue Artikelserie weit entfernt.

Denn es wird leider auch Negatives geben. Das Storyboard entwirft das wahre Leben, das keine heile Welt ist. Eine Saab Werkstatt in Baden-Württemberg kommt darin schlecht weg. Überraschend, denn ich bin gute Behandlung gewöhnt. Was damit zu tun haben wird, dass ich den Blog schreibe. Ja, dann ist man ab und zu etwas privilegiert. Ich gestehe das ein. Jetzt konnte ich lernen, was so geschehen kann, wenn man nicht als Saabblog ein gebrauchtes Auto aus Trollhättan kaufen möchte.

Sondern es als unbekannter Kunde versucht…

4 thoughts on “Grenzenloses Europa. Die Woche der polnischen Spediteure.

  • Richtig, so ab Mitte August endeten die Werksferien und das neue Modelljahr begann. So ungefähr um diesen Termin gehen wir online.

  • Sehr schön geschrieben, bin gespannt was kommt

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  • Sehr schön spekulativ. Was die Polen so alles durchs Land fahren, sogar neue Saabs. Es ist natürlich wieder mal gemein, dass es erst nach der Sommerpause weitergeht. Nach Saab Werksferien Maßstäben wäre das ab 15. August. Halte ich es noch so lange aus und liege ich mit der Schätzung richtig?

  • Ich mag Polen, Land und Leute. Bin gespannt, was es mit dem UFO auf sich hat. Denn das wahre Unknown Flying Object dieses Artikels ist ja nicht der gut gefertigte und solide Gartenteich, sondern der geteaserte Saab …

    Wenn der nur halb so gut ist, wie der neue Metallzaun meines Nachbarn (in Polen exzellent gefertigt, von Polen sehr akkurat in Lot, Waage und Linie fundamentiert und gestellt, dann muss es ganz einfach ein toller Saab in einem guten Zustand sein.

    Traurig übrigens, Nachbars neuer Zaun fällt in die Zeit der durch Corona bedingten Grenzschließung. Ich hoffe, die Monteure und ihre Familien haben diese Zäsur gut überstanden.

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