Bella Italia – Bella SAAB – Der 900 ist angekommen

Eine lange Geschichte kurz erzählt. Wie ich zu einem Besitzer eines SAAB 900 aus Italien wurde. Wie Einige der SAAB Fans bin ich etwas später zu der Marke SAAB gestoßen, diese eigentümlichen aber schönen Autos aus dem Norden. Als Student hatte ich schon ein Auge auf den SAAB 9000 Turbo geworfen, mein Handwerker hatte einen, auf den er sehr stolz war.

In Deutschland als 900S bekannt
In Deutschland als 900S bekannt

Ich hatte die Option Firmenwagen zu fahren und da waren 3 Volvo Kombi erstmal angesagt, mit dem 850er ein wirklich schönes Auto. Mittendrin mit einem SAAB 9-5 Kombi geliebäugelt – probegefahren, aber dann doch bei V70 hängengeblieben – Grund war der bessere Diesel. Als die Kinder aus dem Hause waren – war die Lust zum Cabrio geboren. C70 oder Saab 9-3? Eindeutig Saab – jetzt wegen des Diesel und SAAB ist bei Cabrios einfach unschlagbar.

Nach dem Saab 9-3 Cabrio TDI (neu gekauft bei SAAB Frankfurt) kam ein Saab Cabrio 2.0 BioPower nach der SAAB Pleite mit nur 25 TKM gebraucht an die Reihe, den ich heute noch Hege und Pflege mit aktuellen 80 TKM. Tolles Auto, gehirscht, SAAB Turbo einfach genial und nur von März-Oktober zugelassen. Leider gibt es kein BIO-Ethanol mehr – nur wenn ich das Auto mal in CZ und Frankreich bewege, komme ich in den Genuss Ethanol zu fahren. Wer weiß was die Bundesregierung noch plant – BIO-Fuels kommen bestimmt wieder.

Saab 9-3 2.0 BioPower
Saab 9-3 2.0 BioPower

Da ich doch ab und zu noch ein Kombi brauche und natürlich für den Winter wurde noch ein SAAB 9-3 (letztes Modell) Kombi angeschafft vor 5 Jahren mit 80 TKM – heute noch ein tolles, zuverlässiges Auto mit keinem Mangel. Beide Autos bei SAAB Ratzmann in Pflege.

Und dann hat mich das Fieber nach einem „echten“ SAAB erwischt. Ein 900er Klassiker sollte es ein. Die Frage der Nachhaltig wurde auch gestellt – ein Elektroauto oder doch auf Langlebigkeit setzen? Die Nachhaltigkeit hat sich durchgesetzt.

Erstmal nach den günstigen GLI Modellen geschaut – doch bald festgestellt, dass man für wenig Geld nichts bekommt – vom Rost zerfressen, schlechte Technik. Bin dann auch Turbo Probe gefahren und dann hat sich das Fieber erhöht. Jetzt musste es ein Turbo werden – aber die Preise natürlich viel höher. Bin leider auch nicht fündig geworden und der Tipp von Herrn Ratzmann – schauen Sie sich nach einem rostfreien Auto um, die Technik bekommt er schon hin, hat mich dann auf andere Suchorte gebracht.
Die Idee war geboren und habe dann in den südlichen Regionen Europas in den einschlägigen örtlichen Inseraten gewühlt und bin dann hängen geblieben bei einen SAAB 900 EP, grünmetallic, braune Ledersitze mit Holzarmaturen, nur 140 TKM, aber Motor defekt, da dieser mit LPG betrieben worden ist. Für wenig Geld.

Das alles in Bari – Italien – Auto stand auf einem Schrottplatz.

Bari, Italien, Schrottplatz – das klang nach Abenteuer. Das es dann auch wurde. Dann ging die Odysee 1 los. Ab nach Bari in Verbindung mit einer Kalabrien Rundfahrt. Treffen auf dem Schrottplatz und dann stand er da – mit ein paar Kratzern, aber ansonsten Rostfrei (was mir später Herr Ratzmann bestätigen konnte 😉 ), Leder im guten Zustand. Wir sind uns dann einig geworden – Anzahlung gemacht. Der Vorbesitzer fährt selber 3 SAAB‘s und über Google Translator haben wir den Vertrag gemacht.

Wer schon mal ein Auto in Italien gekauft hat – weiß aber auf was ich mich eingelassen habe. Erstens die Abwicklung des Kaufvertrags und wie kommt ein defektes Auto nach Deutschland. 4 Wochen später bin ich dann wieder nach Bari gefahren – die Kratzer waren weg, das Auto komplett poliert – eine Augenweide. Die notarielle Abwicklung hat 4 Stunden gedauert und Marco, der ehemalige Besitzer und ich sind in der Zeit gute Freunde geworden.

Über eine Internetplatform hatte ich einen Transporteur gefunden, der das Auto 2 Wochen danach mit 2 anderen Oldtimern abgeholt hat.

Der SAAB sollte im Januar zu SAAB Ratzmann gebracht werden, aber der Spediteur hatte jede Woche eine andere Aussage. Umweg über Frankreich, Kupplung des Zugwagens kaputt, Fahrer abgehauen. Mitte Februar habe ich die Polizei eingeschaltet, Anwälte: aber ohne Erfolg. Innerlich hatte ich den Wagen schon abgeschrieben, dann kam ein Anruf von Marco, dem Vorbesitzer. Der SAAB wurde im Hafen von Brindisi von der italienischen Polizei aufgebracht – immer noch auf dem Hänger. Fahrer verschwunden. Marco hat dann den SAAB mit einem Gabelstapler auf seinen Hänger geladen und wieder nach Bari gebracht. Neustart.

Odysee 3. Ausgang mit glücklichem Ende:

Diesmal habe ich einen zuverlässigeren Spediteur gefunden, der innerhalb von 3 Tagen das Auto nach Frankfurt gebracht. Nach einer Bestandsaufnahme durch Saab Ratzmann wurde dann die komplette Technik (Motor, Teile des Fahrwerks, Bremsen, Reifen, Abgasanlage bis auf das Getriebe) gewechselt und auf dem neuesten Stand gebracht – TÜV und Abnahme – dann nach 4-5 Monaten: Ende des Sommers konnte ich das Auto anlassen, den Sound und das einzigartige Fahrgefühl genießen. Im nächsten Sommer ist dann die Umrüstung auf einen Vollturbo geplant und diverse Schönheitsreparaturen im Innenraum. Ein Original Saabradio ist schon eingebaut. Und schon als Geburtstagsgeschenk habe ich schon einen Italia/SAAB – Schlüsselanhänger bekommen.

Wer Hilfe braucht – Auto-Import aus Italien – gerne bei mir melden!

Text und Bilder: Stefan Schwarze

10 Gedanken zu „Bella Italia – Bella SAAB – Der 900 ist angekommen

  • Bleibt die LPG Anlage drinnen?
    Die Farbe von dem 900 gefällt mir, gratulation zum Auto.

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  • Das ist die eine Seite gibt noch andere

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  • Eine scarabäusgrüne SAAB Sahneschnitte! 🙂
    Eine Augenweide, Glückwunsch zum tollen 900-ter!
    Und Herr Ratzmann schreibt einen Artikel, welche italienischen Geschichtchen er gefunden hat… 😉
    In Vorfreude… 🙂

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  • Schrottplatz?

    Ein Saab 900? Ledersitze? Rostfrei und nur 140.000 km? Vom Schrottplatz?
    Das ist harter Tobak aber zum Glück ja eine tolle Geschichte mit Happy Ende

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  • Hallo Ken, die Anlage war schon ausgebaut. Mit dem Austauschmotor wird das Auto wieder mit Super Bleifrei angetrieben inkl. Katalysator. Vielleicht wird Herr Ratzmann in seiner Geschichte Details presigeben.

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  • Serienmäßig kein Airbag.

    Habe mich in der Toskana mal als Anhalter mitnehmen lassen. Könnte zufällig das Jahr gewesen sein, in dem dieser 900 seine Erstzulassung bekam.
    Als ich mich anschnallen wollte setzte es einen gehörigen Wortschwall. Wir seien in Italien, er sei Italiener. Italiener seien die besten Autofahrer der Welt. Ob ich ihn beleidigen wolle?
    Die rasante Fahrt ohne Gurt (wer braucht da Airbags?) verlief wie auf einer gesperrten Rennstrecke. Kurven wurden konsequent so gefahren, als gäbe es links kein Gegenverkehr und rechts keinen Abgrund. Also immer so eng wie möglich und unter Nutzung der Gegenfahrbahn.

    Aber es stimmte, nach seinen Maßstäben (zu denen Vorsicht und Vorausschau nicht zählten) war der Fahrer verdammt gut. Vor allem reaktionsschnell. Es war ein unvergessliches Erlebnis, welches keiner Wiederholung bedarf …

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  • @Herbert Hürsch – italienische weltbeste Autofahrer

    Herrliche Geschichte! 🙂 Erinnert mich spontan an eine Episode aus „Tim und Struppi“ (welche ich als Kind „verschlang‘), ich meine „Der Fall Bienlein“, als Tim und Kapitän Haddock auch per Anhalter mitgenommen wurden, sofort vom Fahrer belehrt wurden, „italienische Autos und Fahrer seien beste von Welt“, und nach rekordverdächtiger Fahrtzeit mit ähnlichen (und schlimmeren) halsbrecherischeren Manövern bleichgesichtig wieder ausstiegen. Ich glaube, den Band muss ich am Wochenende mal wieder lesen …. 😉

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  • @ Ebasil,

    diesen Band habe ich auch (auf Englisch). Als Kapitän Kabeljau (Haddock) auf dem Rücksitz das große Zähneklappern bekommt, fängt der Fahrer in einer Mischung aus Italienisch und Englisch an zu spekulieren. Ein Ventil? Ein Kolben? Herrlich ! ! !

    Trotz einer rudimentären Internetrecherche bin ich leider bislang nicht dahinter gekommen, um welches Auto genau es sich handelt.

    Wie dem auch sei, tatsächlich war auch ich mit einem Kumpel unterwegs, der dichte dunkle Haare hat(te) und noch immer einen entsprechenden Bartwuchs hat. Wie Haddock nahm auch er auf dem Rücksitz Platz. Dort schnallte er sich während der Fahrt heimlich an, was ich auf dem Beifahrersitz neidvoll registrierte …

    Einen beleidigten Fahrer, der bei 137 km/h in einer engen Linkskurve auf der Gegenfahrbahn den Blick von der Straße nimmt, wollte ich einfach nicht riskieren.

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  • @ Herbert Hürsch

    Sehr witzig! Daran, dass das Zähneklappern von Kapitän Haddock vom italienischen „Renn“-Fahrer in einem (in meinem Band deutsch-) italienischen Kauderwelsch für ein Problem der Ventile o.ä. gehalten wurde, erinnere ich mich jetzt auch wieder. Einfach köstlich! 🙂 Das klingt nach einer entspannten Abendlektüre …

    Und in Ihrem Fall war der Neid auf den Kollegen auf der Rückbank natürlich sehr berechtigt … 🙁 aber nicht zu beheben! 🙂

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