Autojahr 2020. Elektrifizierung und Digitalisierung.

Das Autojahr 2020 wird es in sich haben. Zum ersten Mal werden die prognostizierten Verwerfungen der Branche für jeden spürbar. Eine Herausforderung  – und sicher ist, nichts wird so bleiben wie es war. Alles unterliegt von nun an dem Wandel. Digitalisierung, Elektrisierung und wie geht es weiter in Trollhättan? Und was wird mit einem immer älter werdenden Saab Bestand und der Branche überhaupt? Ein Überblick in zwei Teilen.

2020. Es beginnt das Zeitalter mobiler Digitalisierung und Elektrisierung
2020. Es beginnt das Zeitalter mobiler Digitalisierung und Elektrisierung

Klimaschutz

Brüssel zieht die Zügel an. Die Maßnahmen, die dem Klimaschutz dienen sollen, in komprimierter Form: Seit Januar gilt für Neuwagen in der EU das Ziel von maximal 95 Gramm CO2 pro Kilometer. Hersteller, die es nicht einhalten, dürfen mit Strafen in Milliardenhöhe rechnen. Eine Vorgabe, die wie immer mit Ausnahmen von der Regel kommt. 2020 gilt als ein Übergangsjahr, mit Feinheiten. Erlaubt ist es den Herstellern,  in der CO2 Berechnung die „durstigsten“ 5 % ihrer Fahrzeuge einfach zu streichen. Zusätzlich wird die Richtlinie mit einer Gewichtskomponente verwässert. Produzenten traditionell schwerer Fahrzeuge dürfen im Schnitt weniger sparsame Autos verkaufen als die von Kleinwagen. Im Klartext darf so 2020 die Neuwagen-Flotte von Daimler 102 Gramm CO2 emittieren, die von PSA aber nur 92 Gramm. Zusätzlich gibt es Gutschriften für besondere Extras, wie LED Licht. Sie dürfen mit maximal 7 Gramm zum Abzug gebracht werden.

Elektroautos erhalten einen Sonderstatus. Ihnen unterstellt Brüssel komplette Klimaneutralität, selbst beim hohen Kohleanteil im deutschen Strommix. In Form eines „Super-Credits“ fließt jedes verkaufte Elektroauto 2020 doppelt in die Berechnungen ein, 2021 dann noch mit dem Faktor 1,6. Auch Hybride haben Anteil am Erreichen der Klimaziele. Ihnen wird per Gesetz ein hoher Anteil an rein elektrischen Fahrten zugerechnet. Damit sinken ihre Verbräuche auf Werte, die wenig mit der Realität zu tun haben.

Die Klimaschutzziele haben ihre Auswirkungen auf Autohäuser und Verbraucher. Denn sie müssen sehen, wie sie damit in der Realität damit zurechtkommen.

Handel

Unter vermehrten Druck befindet sich der Handel. Der war in der Vergangenheit nicht gerade durch hohe Erträge verwöhnt. Die Hersteller ziehen die Daumenschrauben an und schwören ihre Vertriebspartner auf die Klimaziele ein. 2020 wird der Handel bei etlichen Marken nur dann die möglichen Boni erwirtschaften, wenn er ausreichend verbrauchsarme Fahrzeuge verkauft. Für den Kunden wird das in der Praxis 3- statt 4-Zylinder oder Hybridantrieb statt Verbrenner bedeuten. Eventuell auch ein neues Elektroauto, wenn er die finanziellen Möglichkeiten dafür hat.

Parallel dazu erleben wir 2020 ein starkes Ausdünnen der Modellvielfalt. Kleinwagen und weniger gefragte Varianten verschwinden und damit auch die preisgünstige Option auf einen Neuwagen. Zusätzlich haben im Herbst 2019 mehrere Importeure ihre Preise angehoben, in Erwartung der kommenden Strafen.

Hinter den Kulissen wurde bei einigen Marken zusätzlich das Margensystem neu geregelt. Weniger Nachlass für die Vertriebspartner, womit der wirtschaftliche Druck noch mehr steigen wird. Vor dem Hintergrund eines zu erwartenden Rückgangs der Neuzulassungen keine optimistische Perspektive für viele Betriebe, welche die Verwerfungen mittelfristig kaum überleben dürften. Dazu gesellt sich die Digitalisierung und mit ihr neue Vertriebswege jenseits der traditionellen Strukturen.

Digitalisierung

Alle sprechen über die Elektrifizierung. Bedeutender ist die Digitalisierung. Sie soll in Zukunft ganz neue Erträge bringen, zusätzlich zum Geschäft mit der Hardware, die an Bedeutung verlieren wird. Die „User-Experience“, das Mobilitäts-Erlebnis,  wird in den 20er Jahren durch Software geprägt. Assistenzsysteme entlasten den Fahrer, ein teilautonomes Dahingleiten wird Standard. Das Automobil entwickelt sich zum rollenden Smart Home, das permanent streamt und online ist. Der Kunde soll die gewonnene Zeit für eine verbesserte Produktivität nutzen – in der Theorie. In der Praxis wird die Mehrheit irgendwas streamen oder online spielen, während das Auto autonom Strecke macht.

Die deutschen Anbieter stehen dieser Entwicklung beängstigend naiv gegenüber. Für sie scheint sich die Digitalisierung wie der Verkauf eines Golf C in den 80er Jahren darzustellen. Aschenbecher und Radio Alpha kosten Aufpreis, Heckscheibenwischer ist nicht. Ja, und Fußmatten sind teuer.

Übersetzt in die Gegenwart heißt das, man möchte Digitalisierung in kleinsten Häppchen verkaufen. So, als ob man bei einer Textverarbeitung jede Schriftart extra und die Möglichkeit zum Schreiben auf mehr als einer Bildschirmseite zusätzlich bezahlen müsste. BMW versuchte bis vor kurzem noch allen Ernstes,  für die Apple Car Play Anbindung Abo Gebühren zu erheben. Scheiterte natürlich. Nichtsdestotrotz, die digitale Kleinkrämerei geht weiter. Für 5 digitale Keys erwartet man pro Jahr 80,00 € zu kassieren, und auch sonst wird der ConnectedDrive Store von lästigen Kleinigkeiten dominiert.

Für das Jahr 2020 ist das erschreckend, so funktioniert Software nicht. Man kann nur auf eine steile Lernkurve der deutschen Industrie hoffen. Wie es geht demonstriert Tesla. In den USA kosten die Premiumdienste pro Monat 9,90 US-Dollar. Damit sind sämtliche Dienste und alle Updates in einer Flatrate eingebunden. Den Kunden freut es.

Verbraucher

Von Freude wird der durchschnittliche Verbraucher im Autojahr 2020 weit entfernt sein. Höhere Preise und eine eingeschränkte Auswahl, kein guter Start. Besonders im preissensiblen Segment wird der Kunde die Auswirkungen zu spüren bekommen. Der Traum vom Neuwagen wird dann aufgeschoben oder vielleicht für immer ein Traum bleiben. Wie die Verbraucher reagieren werden, ist die Milliarden € Frage. Sie stellen die große Unbekannte in dem Spiel. Sind sie bereit für die Elektromobilität?

Keiner hat eine gültige Antwort.

Um ihnen Lust zu machen,  subventioniert man das Thema Elektroauto großzügig. In China ist man damit gescheitert und fährt die Subventionen zurück auf null. Wie überhaupt China das Überraschungspaket des neuen Jahres ist.

Morgen, im nächsten Teil, geht es um ein überraschendes China, alte Autos und deren Zukunft. Und um Trollhättan.

14 Gedanken zu „Autojahr 2020. Elektrifizierung und Digitalisierung.

  • Und der nächste Schritt ist dann das massive Abstrafen von Besitzern von älteren Fahrzeugen.

    Kennen wir hier in der Schweiz seit Jahren bereits beim Lastwagen (https://www.ezv.admin.ch/ezv/de/home/information-firmen/transport–reisedokument–strassenabgaben/schwerverkehrsabgaben–lsva-und-psva-/lsva—allgemeines—tarife.html).

    In der Schweizer Bundesverwaltung geistern seit zwei Jahren ‚Denkpapiere‘ herum, diese Art der Bestrafung auch bei Personenwagen flächendeckend einzuführen.

    Antwort
  • Brennstoffezelle oder CO2 neutral hergestellte Kraftstoffe sind anscheinend für die meisten Fahrzeughersteller ein Fremdwort.
    Hoffentlich funktioniert auch die ganze Digitalisierung ein Autoleben lang und hoffentlich wird es auch über Jahrzehnte genügend Softwareupdates geben.
    Solange nicht sicher ist welches Antriebskonzept sich durchsetzt werde ich Youngtimer fahren.
    Ich werde mir nicht für zigtausend Euros ein Neuwagen kaufen der Technologisch möglicherweise bald schon wieder veraltet ist.

    13
    Antwort
  • Die Bestrafung wird kommen. Erst für Verbrenner, später für Hybride. Und wenn synthetische Krafstoffe verfügbar sind, wird es das Elektroauto treffen. Immer das gleiche Spiel, Diesel Fahrer haben es schon mehrfach mitbekommen wie Werte vernichtet wurden.

    Antwort
  • Allumfassend

    Leider kann man heute kaum mehr etwas über die Automobilität schreiben, ohne zugleich alle möglichen Lebensbereiche mit anzusprechen …

    Die Elektrifizierung und die Digitalisierung als auch die Obsoleszenz sind mächtige Brücken in jeglicher Richtung und zu allen möglichen Themen.

    Stichwort „Digitalisierung“ (um nur eines zu nehmen):
    Sie ist ein Lieblingsthema von Medien und Politik. Von der Grundschule bis zum Hospiz. Dabei gibt es längst eine Vielzahl wissenschaftlicher Studien, die das analoge Lernen als effizienter und das analoge Sterben als humaner belegen …

    Hirnforscher machen u.a. die räumliche Orientierung im Analogen und im Printmedialen für die messbare Überlegenheit etwa beim Lernen und für ein tiefer gehendes Verständnis von Texten und Zusammenhängen verantwortlich …

    Da passt ein jüngeres Bekenntnis des Bloggers gut ins Bild. Wer noch immer gerne analoge Zeitungen zur Hand nimmt, ist klar im Vorteil, hat mehr Überblick …

    Antwort
  • Welche Antriebstechnologie sich durchsetzt wird der Käufer/in entscheiden. Das große Aufhängen der Digitalisierung nervt mich. Ich will mit dem Auto fahren. Ich will höchstens beim fahren unterstützt werden, aber nicht entmündigt. Letztendlich dient das nur zur grenzenlosen Überwachung und maximale Beeinflussung durch dauernde „Beschallung“ der Menschen.
    Einfach widerlich.

    21
    Antwort
  • Habt Ihr das ´mal durchgerechnet? 95 g CO2 sind erlaubt, darüber € 100,- Strafe je Gramm je Auto.
    Also € 1.000,- Strafe für den, der ein Auto mit 105 g CO2 verkauft.
    Für 20 verkaufte Autos mit 105 g CO2 also € 20.000,- Strafe.
    Dann ein E-Auto verkaufen, mit 0 g CO2, das doppelt angerechnet wird.
    Und so ca. € 20.000,- Strafe sparen.
    Somit wird jedes E-Auto nicht nur durch die staatliche Kaufprämie subventioniert, sondern zusätzlich mit € 20.000,-.
    (Funktioniert genauso bei 105 g erlaubt und tatsächlich 170 g. 3 verkaufe 170 g Autos kosten € 19.500 Strafe. Dann ein doppelt angerechnetes 0 g E Auto verkaufen und die Strafe sparen).
    Also wenn VW einen E-UP für € 20.000,- inkl. MwSt verkauft, sparen die nochmals € 20.000,- („plus MwSt.“) bei den Strafzahlungen für andere Autos.
    Und z.B. Tesla bildet einen Pool mit FiatChrysler, so dass jeder verkaufte Tesla den FiatChryslerleuten hohe Strafen erspart.
    Eine Subvention die höher ist als der eigentliche Verkaufspreis ist ein brutaler Markteingriff.

    Antwort
  • Und der sinnentleerte Konsumwahnsinn geht ohne Rücksicht auf Verluste einfach weiter…. . Ich möchte aber auch Mal den Lobbyisten der deutschen Autoindustrie gratulieren!!!! Höhere Emissionen für die Produzenten von Spritsäufern sollte doch mal gewürdigt werden. Und es gibt in der Tat überhaupt keinen Grund kleine, sparsame und preiswerte Autos zu bauen. Fehlt doch Image und Margen…. Und wie mein Vorredner treffend bemerkte, sponsern Elektroauto -Käufer die Party auch noch…….
    Auch die Stadt Barcelona hat sich was tolles zum Klimaschutz einfallen lassen.
    Es wurde ein Kennzeichenerfassungssystem aufgebaut, das sämtliche in die Stadt einfahrenden Fahrzeuge erfasst. Alle vor 2000 gebauten Diesel, und vor 2006 gebauten Benziner dürfen nicht mehr Wochentags zwischen 07 und 20 Uhr ins Stadtgebiet. Es sei denn, das Fahrzeug wurde auf einer speziell dafür geschaffenen Webseite registriert. Dann ist es möglich, an 10 einzelnen Tagen gegen eine Gebühr von 2 Euro am Tag ein Ausnahmegenehmigung zu erwerben.
    Auch alle ausländischen Fahrzeuge müssen dieses Prozedere über sich ergehen lassen – dauert ca. 2 Wochen – und genau die gleichen Bedingungen erfüllen. Mit dem Unterschied, das die Registrierung für spanische PKW kostenlos ist. Ausländer dürfen dafür 5 Euro bezahlen. Klingelt es beim Leser…. ???
    An einer Beschwerde befindet EU arbeite ich bereits zusammen mit meinem Anwalt…….

    Nur so nebenbei…. Es wird für 2020 ein zweiteiliger Wachstum bei Flugbewegungen und Kreuzfahrten in Barcelona erwartet. Die ersten donnern bei Start und Ladung über die Stadt. Der Hafen könnte auch nicht zentraler liegen.

    Schönen Gruß an die Gemeinde.

    Ich drehe jetzt eine Runde mit einem der umweltverpesteten Saabe….

    Der Lizi.

    P.S.

    Haben wir und jemals auf den Plural von Saab geeinigt????

    Antwort
  • Wieder mal zu schnell geschrieben….
    Es sollte „ … an einer Beschwerende bei der EU…“ und „ … zweistelliges Wachstum…“ heissen….

    Der Lizi

    Antwort
  • Danke, das fasst es so ziemlich allumfassend zusammen.

    Antwort
  • $$$-Zeichen in den Augen

    In etwa das meinte ich. Man kann nicht mehr über die Automobilität reden, ohne sofort bei der kommunalen Politik (Lizi) oder nationalen Finanzen (Axel Valentiner=Branth) oder gar gleich dem globalen Handel mit CO2-Zertifikaten oder internationalen Abkommen zum Klimaschutz zu landen …

    All diese Gebote, Verbote, Gebühren, Subventionen, Sanktionen, Spekulationen und fiskalische Einnahmen kann man schon langjährig unter der Kategorie „Anreiz zum Konsum“ zusammenfassen.

    Geht es dabei ernsthaft um die Umwelt? Kann man diese gesund konsumieren?

    Politik und Wirtschaft scheinen davon überzeugt zu sein, dass es genau so und nicht anders sei. Feinstaubplaketten und Fahrverbotszonen, Abwrackprämien & Co zeigen alle gemeinsam in die Richtung, dass möglichst viele Neuwagen ein signifikanter Beitrag zum Umweltschutz wären. Auch für neue Kühlschränke gab es schon Kaufanreize und noch nie waren Staubsauger so Energieeffizient wie heute …

    Blöd nur, dass die Saugleistung dabei keine Rolle spielt. Ein Einfaltspinsel, wer bei einem effizienten Staubsauger an die Saugleistung denkt. Ganz egal, dass man bei einer reduzierten Leistung doppelt so lange saugt und am Ende viel Zeit und das 1,5-Fache an Strom gebraucht hat. Bringt euren guten alten Nilfisk auf den Schrott. Packt ihn hinten in den Saab, packt den Kühlschrank noch dazu und lasst auch den Saab gleich auf dem Schrottplatz …

    Kauft morgen alles neu. Ein neues Auto, einen neuen Staubsauger und einen neuen Kühlschrank. Und wenn ihr dann auch noch euer Haus 40 cm dick in Styropor verpackt, dann habt ihr die Welt schon fast gerettet. Es fehlt nur noch die neue und staatlich geförderte Ölheizung, deren Verbot allerdings parallel zur Förderung auch schon längst diskutiert wird …

    Apropos Heizung, mein (Holz-) Haus ist jung, energieeffizient und die Dämmstoffe sind organisch. Styropor brauche ich gar nicht. Aber ich brauche ein wenig Gas. Und die Heizungsanlage hat mal locker so viel wie ein Neuwagen der oberen Mittelklasse gekostet. Warum und wozu ? ? ?

    Ein paar elektrische Heizkörper aus dem Baumarkt hätten es auch getan. Ach ja, ich vergas, dass Strom vor 4 bis 5 Jahren noch gar nicht als umweltfreundlich galt und noch immer teuer ist …

    Man möge mir also bitte meinen Mangel an Weitblick und Voraussicht nachsehen. Immerhin ist die Politik bis heute noch nicht auf die Idee gekommen, dass man mit Strom auch heizen und die Baukosten signifikant reduzieren könnte. Kostenreduktion?

    Ja, Kostenreduktion. Teufelszeug. Deshalb muss der Strom ja auch auf die Straße. Nur dort benötigt er eine komplett neue Infrastruktur und Batteriekapazitäten und nur dort trägt er zu wirtschaftlichem Wachstum bei. Ein Beelzebub, wer da über naheliegende und einfache Alternativen nachdenkt …

    Der „Umwelschutz“ aktueller Prägung scheint mir ein letztes Aufbäumen der Phantasie von grenzenlosem Wachstum zu sein. Es gibt Kauf- und Konsumanreize ohne Ende und mehr als je zuvor. Und nie zuvor sind diese Anreize so eng an die Umwelt und gar das Überleben der Menschheit geknüpft worden. Zynismus pur …

    Da man keinen neuen Saab mehr kaufen kann, ist jeder Saabfahrer automatisch Konsumverweigerer.
    Ich halte das für eine richtig gute Antwort.

    Antwort
  • Das Problem mit der Digitalisierung ist auch die fehlende Benutzerfreundlichkeit. Digitale Displays, aber ich kann mir trotzdem nicht alles so zusammenstellen, wie ich es gerne hätte. Wegweisende Vorteile sehe ich nicht. Viele Funktionen sind in der Menu-Ebene irgendwo versteckt; weder schnell, noch intuitiv bedienbar. Statt die Sitzheizung einfach per Knopf zu aktivieren, muss ich jetzt drei mal auf einem Touchpad was drücken. Und es dauert auch noch lange. Während der Fahrt ist es extrem unsicher geworden, auf diese Weise was zu bedienen. Sprachsteuerung nervt auch, weil man die Befehle genau kennen muss. Bei 200 von denen, die man selten benutzt, gelingt das auch eher selten. Also doch Sucherei in den Menus. Wenn es noch Knöpfe gibt, sind es zu viele, und sie sind winzig. Oder es gibt gar keine mehr. Drehregler sind superpraktisch, aber völlig out. Nur weil es digital und neu ist, ist es noch lange nicht besser – daher fahre ich auch meinen Saab lieber als den modernen Geschäftswagen. Funktionalität und Praktikabilität sind Opfer der digitalen Ausstattung der Fahrzeuge – und ein H-Kennzeichen werden die meisten dieser Wagen nie erblicken, weil der elektronische Firlefanz vermutlich die Grätsche macht, bis es soweit ist. Ob es dann noch Ersatzteile geben wird?

    Antwort
  • Komplexität

    Gutschriften für LED, degressive „Super-Credits“ und unendlich viel mehr. Wem fällt noch eine Stellschraube ein?

    Es kommt mir vor, als sei der politische Betrieb insgesamt, also über alle Ressorts, Partei- und Landesgrenzen hinweg, in einen Überbietungswettbewerb der Komplexität eingetreten.

    Und im Kreise dieser elitären Superhirne traut sich niemand mehr, im Namen einer Vereinfachung das Wort zu ergreifen. Der Spot der gesamten Kommission wäre ihm oder ihr gewiss.
    Nein, in diesem Zirkel kann und darf man ausschließlich weitere Stellschrauben in die Runde werfen. Je mehr und kleinteiliger, desto besser.

    Es regiert die Eitelkeit.

    Antwort
  • „and hopefully there will be enough software updates for decades to come“.

    Like Google does now ……
    You may find, as development becomes more expensive, manufacturers discontinue ‚updates‘ making for older vehicles
    un-roadworthy, and with no value…….

    Antwort

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.