Im Saab Doppelpack 661.000 Kilometer

Ein Saab bleibt in seltenen Fällen alleine. Ungewöhnlich ist das mit dem Saab Doppelpack von Leser Marco dennoch. Denn seine Fahrzeuge sind relativ jung, was in unserem Fall Baujahr 2010 und 2011 bedeutet. Zusammen kommen sie auf 661.000 Kilometer. Die verteilen sich auf einen 9-3 Griffin und einen 9-3x.

Saab 9-3x 2010 mit 305.000 Kilometern
Saab 9-3x 2010 mit 305.000 Kilometern

Das Saab Doppelpack

Beide Modelle sind recht selten und haben Liebhaberstatus. Es gibt Fans, die würden einen 2011er Griffin oder einen 9-3x am liebsten in Watte packen und für die Nachwelt erhalten. Marco lässt sie aber „Kilometer fressen“ und freut sich jeden Tag über seine Fahrzeuge. Er nennt das gelebte Nachhaltigkeit und liegt damit auf jeden Fall richtig. Objektiv betrachtet ist ein Gegenstand, der über einen möglich langen Zeitraum so intensiv wie möglich genutzt wird, am besten für die Umwelt und die Schonung von Ressourcen. Der 9-3 Griffin meldet 356.000 Kilometer, der 9-3x „nur“ 305.000.

Das allerdings sagt nichts über die Vorlieben des Besitzers. Der Grund, dass der 9-3x in der Laufleistung etwas zurückliegt, hängt an seiner ausgeprägten Liebe zu ausgedehnten Werkstattaufenthalten. Gelebte Nachhaltigkeit ist manchmal nicht so einfach, schreibt Marco dazu. Ins Detail geht er aber nicht.

2011er Griffin mit 356.000 Kilometer
2011er Griffin mit 356.000 Kilometer

Was können wir daraus lernen? Keine Angst vor hohen Kilometerständen! Die 9-3 Baureihe hat sich als robust erwiesen. Vernünftig gepflegt sind lange Lebenszyklen und hohe Kilometerstände möglich. Der Unterhalt ist bezahlbar, da die Technik überschaubar ist und die Fahrzeuge noch ohne überbordende Elektronik und Assistenzsysteme auskommen. Und wenn man sich dann noch den Allradantrieb verkneift, schließt man eine mögliche Fehlerquelle aus. Auf jeden Fall gilt: Mit einer erfahrenen Saab Werkstatt an seiner Seite steht einer langen Beziehung nichts im Wege.

Worauf wir aber noch warten,  ist der erste 9-3, der die magische Zahl von einer Million Kilometer knackt. Im 9-5 I Lager gibt es diese Kilometerstände schon längst.

Wir suchen weiter Kilometerkönige!

Die Einsendungen schwächeln etwas, aber das Blog Team ist sicher, da geht noch viel, viel mehr. Der Blog lebt durch die Lesenden, Engagement ist also gefragt! Es muss nicht jeweils der höchste Kilometerstand sein, es zählen auch Alter und Nachhaltigkeit. Alle Besitzer von Kilometerkönigen, die ihr Auto auf dem Blog sehen möchten, sind eingeladen, Bilder und Informationen zu schicken. Am kommenden Samstag geht es weiter, ich präsentiere den nächsten Saab Kilometerkönig.

17 Gedanken zu „Im Saab Doppelpack 661.000 Kilometer

  • Tolle Sache! Ich bin ja selbst ein großer Fan der letzten 9-3er.

    Aber, nur so fürs Protokoll ;-): Der 2011er ist doch kein Griffin, wie man unschwer an der Schnauze, den nicht-trapezförmigen Nebelscheinwerferumrandungen und dem fehlenden Griffin-Schriftzug unterhalb der seitlichen Blinkleuchte erkenn kann. Nicht jedes BJ 2011 ist ein Griffin. Bis März 2011 wurde das MY 2011 gebaut, ab April 2011 dann schon das MY 2012 (soweit im Jahr 2011 überhaupt gebaut wurde) – und nur das waren die Griffins, was man nicht nur amäußeren und inneren Facelift erkennen kann, sondern zB auch an den deutlich verbesserten Benzin-Motoren (die Diesel sind vom MY 2011 auf 2012 gleich geblieben). ZB gabs den Biopower-Turbo mit 163 PS nur im Griffin. Die neuen Motoren haben auch nochmal deutlich weniger verbraucht. Leider werden auch in den einschlägigen Verkaufsortalen, gerade von Händlern, ständig 2011er und sogar 2010er als Griffins betitelt – obwohl sie keine sind. Habe selbst einen TTiD SportCombi BJ 03/2011, also kein Griffin, und als Benziner ein echtes Griffin-Cabrio BJ 05/2011. Obwohl also nur zwei Monate auseinander, ganz andere Modelle. Aber beides phantastische Autos – nur als Kilometerkönige taugen Sie mit 170 bzw. 70tkm (noch) nix.

    Umso mehr freut es mich, hier in dieser Rubrik auch mal ein paar treue noch junge Schönheiten zu sehen! 🙂

    16
    Antwort
  • Die ausgedehnten Werkstatt Aufenthalte beim 9-3 x würden mich schon noch interessieren!?

    Antwort
  • Das ist verdammt cool.

    661.000 Km mit nur 2 jüngeren SAABs, das klingt ja so, als hätte es nie eine Insolvenz gegeben …
    Für mich persönlich ist das eine sehr, sehr schöne Kilometerkönig-Story. Danke ! ! !

    Antwort
  • Der Hinweis, dass mein 9-3 ein Griffin sein soll, kam aus einer Saab Werkstatt. Ich habe das nicht hinterfragt, dafür bin ich auch zu wenig im Thema. Gemäß der genannten Daten ist mein 9-3 aber klar kein Griffin.
    Nun habe ich wieder was gelernt, auch wenn das für mich etwas peinlich ist, aber für die Aufklärung besten Dank.

    Antwort
  • Innerhalb von 8 Monaten bzw. knapp 14 TKM gab es einen neuen Motor, Turbolader, Kupplung, Zweimassenschwungrad, Kraftstoffleitung, Batterie, Wischwasserpumpe, Klimakompressor, Gebläsemotor und das vordere Auspuffrohr.
    Wenn einen bei der dritten Panne innerhalb von 4 Monaten die freundliche Dame vom ADAC mit den Worten begrüßt, ob das das Auto wäre, mit dem sie IMMER Panne haben, dann läuft irgendwas falsch. Glücklicherweise hat sich die Situation wieder beruhigt und der 9-3X macht wieder Spaß.

    Antwort
  • @Marco (13. Oktober 2019 um 11:01 AM),

    das klingt ja heftig. Und es lässt sich keinerlei technischer Zusammenhang erkennen. Beim Antriebsstrang könnte man noch einen Monteur (mit Beziehungsproblemen und Restalkohol) an einem frühen Montagmorgen mutmaßen …

    Aber dieses Klischee reicht ja längst nicht aus, um die lange Kette unterschiedlicher Zulieferer und des Versagens ihrer jeweiligen und unterschiedlichsten Komponenten zu erklären. Wie ist so etwas möglich?

    Na ja, 291.000 Km später hat man die ersten 14.000 wohl längst verdaut und kann sagen, dass sich der Ärger am Anfang letztlich gelohnt hat.

    Weiterhin viel Spaß und viele unfallfreie Kilometer mit den beiden Schönheiten.

    Antwort
  • komische Saab Werkstatt die einem das sagt.

    Antwort
  • P.S. (@Marco (13. Oktober 2019 um 11:01 AM)

    Mir fällt gerade auf, dass mein Kommentar blödsinnig war. Marco hat ja keinerlei Aussage zu Alter und Laufleistung getroffen, ab dem bzw. ab der die Pannenserie von 8 Monaten und 14 Tkm ihren Anfang nahm …

    Es wäre schon spannend zu wissen, wie lange die Teile durchgehalten haben. Auspuff, Kupplung, Batterie? Die Hälfte der Liste klingt ohnehin nach üblicher Alterung und normalem Verschleiß – ganz dicht am Bremsbelag, einem Reifen- oder Ölwechsel oder einer Tankfüllung …

    Das Schwungrad steht vermutlich im Zusammenhang mit der verschlissenen Kupplung und auch ein Lader hält nicht ewig. Als letztlich signifikant und interessant bleibt vor allem der ATM. Wann war der fällig?

    Wie dem auch sei, es ist toll, dass es noch immer Autofahrer wie Marco gibt, die ihren Kisten spendieren, was sie gerade brauchen. Das ist gelebte Nachhaltigkeit und ein sehr schöner Kontrast zur Wegwerfgesellschaft. Es ist ja leider tatsächlich so, dass heute vielen Autobesitzern schon das Zusammentreffen abgefahrener Reifen und eines defekten Gebläses als Alibi und Argument für einen Neuwagen wasserdicht bzw. stichhaltig scheint …

    Diese Welt braucht mehr Marcos ! ! !
    Es würde den Verbrauch an Ressourcen und die Emission an CO2 signifikant reduzieren.

    Antwort
  • Der Motor hat knapp 289 TKM durchgehalten und war somit mMn auch im grünen Bereich. Ich denke, dass ein Motor bei der Laufleistung nicht kaputtgehen muss, aber halt kaputtgehen kann. Gleiches gilt auch für die meisten anderen Teile. Es war eher die Häufung in dem kurzen Zeitfenster, die mich frustrierte.
    Mit Korrosion habe ich da schon eher Mühe. Das Korrosionsthema begleitet mich beim 9-3 bereits seit über vier Jahren (Radläufe, Fensterholm) und dabei ist das Auto erst 8,5 Jahre alt und wird vernünftig gepflegt.

    Die gelebte Nachhaltigkeit als Kontrast zur Wegwerfgesellschaft trifft es für mich nur zum Teil. Ich sehe eher den Kontrast zum Denken in Statussymbolen und ein höherwertiges Auto ist diesbezüglich ein entsprechender Wert. Mit wenig anderen Dingen kann man den eigenen Wohlstand so gut herausstellen wie mit dem Auto. Die finanziellen Gegenwerte sind bekannt und tarifierbar.
    Mich interessiert das nicht, aber auch ich habe schon Kommentare wie „Wie lange willst du deine alte Kiste noch fahren?“ bekommen.
    Auch wenn die gelebte Nachhaltigkeit unter Umwelt- und Klimaaspekten sinnvoll ist, Mainstream wird sie nicht werden. Da bin ich mir sicher.

    Antwort
  • Ich sehe das auch so, als ein Statement gegen Statussymbole und für guten Geschmack, Design, Leistung und Sicherheit – und das alles bot Saab schon seit Jahrzehnten. Und nebenbei ist es eben auch der thematisierte Beitrag zur Nachhaltigkeit und Klimaschutz.

    Leider sind dann ja beim 9-3x sehr viele Verschleißteile gleichzeitig ausgefallen. Aber dann ist bestimmt erst mal lange Zeit wieder Ruhe! 🙂

    Darf ich fragen, ob der 9-3 ein Laternenparker oder ein Garagenfahrzeug ist? Die Mitteilung bezüglich des Rostes erfüllt mich jedenfalls mit Sorge – ich habe bei meinen beiden Schönheiten (beide Bj. 2011) noch gar keinen Rost feststellen können. Kann man bei Ihren beiden den Rost so ohne weiteres selbst erkennen? Vielleicht sollte ich mal genauer nachschauen. Beim regelmäßigen Service wurde nichts gefunden und beim Cabrio habe ich letztes Jahr eine komplett neue Hohlraumversiegelung in Kiel durchführen lassen.

    Weiterhin gute Fahrt und viel Freude mit den beiden Schönheiten und trotz allem hoffentlich noch viele Jahre mit den beiden! 🙂

    Antwort
  • Ich denke, Du machst Vieles richtig – v.a. für Dich selbst. Die Autos scheinen gewählt, Du hältst zu ihnen, Du kümmerst Dich über ein Mindestmaß hinaus (schreibst auch das Thema Rost an).
    Mach das mal weiter so – so angenehm ruhig-sympathisch-bedachte Menschen wie Dich braucht nicht nur die SAAB-Welt, nein, braucht die Welt im Allgemeinen. Danke 🙂

    Antwort
  • Marco,

    vielen Dank für die erhellende AW. Ein ATM ist ja nicht ganz billig und er ist vor allem gänzlich unsichtbar. Das zeugt insgeheim vom eigenen Wohlstand, ohne diesen zur Schau zu stellen. Der „Kontrast zum Denken in Statussymbolen“ ist dir in jedem Fall perfekt gelungen. Dieses Motiv ist ebenso sympathisch wie das der Nachhaltigkeit …

    So oder so wünsche ich dir und dem X viel Spaß miteinander.

    Antwort
  • Wir haben unsere 9-3s kürzlich bei einer Aktion beim ÖAMTC auf Rost untersuchen lassen, da wurde mit der Kamerasonde in alle Bereiche geschaut und geleuchtet und es waren bei beiden bis auf den Achsteilen kein Rost zu sehen. Lediglich an der Tür ne minimale Stelle Combi. Interessant war, dass es bei der Limousine im rechten Hohlraum eine dünne Wachsschicht gab, links aber nix und beim Combi genau umgekehrt. Die Fahrzeuge werden meist in Ostösterreich oder CZ und SK bewegt und stehen im Carport oder im freien. So ist es zumindest mit unseren 9-3s

    Antwort
  • Herzlichen Dank für die netten Rückmeldungen.

    Der 9-3 war die letzten Jahre überwiegend Laternenparker und der Rost ist von außen gut zu erkennen. Mittlerweile verbringt der 9-3 zumindest die Hälfte der Standzeit in der Garage und nicht mehr draußen. Für die Ursache halte ich das nicht. Der 9-3X hat die gleiche Parksituation, ist bis jetzt komplett unauffällig und ist 14 Monate älter. Dazu kommen noch zwei alte Audis (Bj. 2000 + 2006), die auch überwiegend draußen stehen/standen und die beide auch komplett unauffällig sind. Es rostet mit dem 9-3 nur mein zeitlich jüngstes Auto. Mein zeitlich jüngstes Auto ist von der Laufleistung aber auch das älteste Auto. Inwieweit das für die Thematik eine Rolle spielt, weiß ich nicht. Insgesamt irritiert mich das Korrosionsthema sehr.

    Seit gestern ist der 9-3 wegen der Radläufe in der Werkstatt. Das erste Feedback war nicht so toll. Mal schauen…

    Antwort
  • ROST & SCHROTT

    Ich bin ja automobil ein eingeschworener Skandinavier, aber das Thema (Schweden-) Rost irritiert auch mich.

    Du (Marco) erwähnst zwei unauffällige Audis und innerhalb meiner Familie wurde jüngst ein vollständig rostfreier und technisch unauffälliger VW Kombi (Golf Variant TDI) zugunsten einer Umtauschprämie und eines neuen SUVs (auch ein TDI) verschrottet …

    Das verstehe wer will. Da werden Autos gebaut, die für 50 Jahre gegen Korrosion geschützt und trotzdem nach 5 Jahren obsolet sind. Und zugleich Autos, die schon nach 5 Jahren rosten und trotzdem irgendwie für viele Jahre gut sind …

    Ich verstehe das nicht. Verstehe es ganz und gar nicht. Aber ich kann ganz sicher sagen, dass mir die Besitzer und deren Autos grundsätzlich näher sind, die sich nicht als Speerspitze der Wegwerfgesellschaft generieren …

    Antwort

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.