NEVS-Evergrande sucht weltweit 8000 Entwickler

NEVS Hauptaktionär Evergrande macht in China Schlagzeilen. Zur Verfolgung der ambitionierten Ziele sucht das Unternehmen weltweit Entwickler im großen Umfang. 8.000 neue Stellen sollen in 9 Ländern entstehen. Neben China wird auch der Standort Schweden genannt. Und das alte Europa scheint bei Evergrande einen besonders hohen Stellenwert zu haben.

Ex Saab Fabrik, heute NEVS-Evergrande in Trollhättan
Ex Saab Fabrik, heute NEVS-Evergrande in Trollhättan. Bild: NEVS

Denn Entwickler für das weltumspannende Netz sollen auch in Deutschland, den Niederlanden, Italien und im Vereinigten Königreich für den chinesischen Immobiliengiganten arbeiten. Mit Japan und Südkorea wären dann im Prinzip alle Automobilnationen von Rang abgedeckt.

Wie viele Stellen für Trollhättan?

Mit der Stellenausschreibung auf WeChat hat Evergrande einmal mehr für Aufmerksamkeit gesorgt. Wieviele Arbeitsplätze dabei für Trollhättan abfallen ist nicht klar. Nur zur Erinnerung: Die alte Saab Fabrik ernährte vor dem Einstieg von GM mehr als 10.000 Menschen. Die örtlichen Gegebenheiten und die lokale Infrastruktur würden auch in der Gegenwart die Ansiedlung vieler Arbeitsplätze ermöglichen.

Riesige Investitionen, viele Arbeitsplätze, ein weltweites Netzwerk. Eine Frage drängt sich dabei immer mehr in den Vordergrund. Wer steuert das Unternehmen? Was bisher fehlt, ist eine Führungscrew von Rang und Namen, die den mit enormen Mitteln initiierten Aufbruch lenkt. Hier bleibt das Unternehmen merkwürdig blass und ohne Profil.

In China ist der Kurs von NEVS-Evergrande nicht ohne Kritik. Das Unternehmen ist hoch verschuldet, gilt aber – da sind sich alle Medien einig – als „too big to fail“. Evergrande kauft weiter im großen Stil Land für Elektroauto-Fabriken und Entwicklungszentren. Kritiker befürchten, dass hier Überkapazitäten entstehen könnten. Denn auch im Elektroauto-Vorzeigeland entwickelt sich der Absatz nicht so stürmisch wie prognostiziert.

Allerdings muss man sich um einen der größten Immobilenentwickler im Reich der Mitte in der Beziehung keinerlei Sorgen machen. Die Pekinger Administration verkauft das Land an Unternehmen,  die Elektroautos bauen möchten,  erheblich günstiger als an Immobilienfirmen. Sollten sich die ambitionierten Pläne in den kommenden Jahren nicht verwirklichen lassen, dann hat Evergrande eben sehr günstig sehr viel Gelände erworben. Und kann es, hochprofitabel, einem anderen Zweck widmen.

7 Gedanken zu „NEVS-Evergrande sucht weltweit 8000 Entwickler

  • Warum sollen Kunden ein Elektrofahrzeug von NEVS-Evergrande kaufen? Wo ist bei denen der Vorteil gegenüber den etablierten Autohersteller? Wie sieht es mit Service & Werkstätten aus?
    Das ganze Konzept ist für mich mit zu vielen Fragezeichen behaftet, besser wäre es wahrscheinlich wenn sich NEVS-Evergrande eine Cooperation mit einem Autohersteller sucht und vor allem den Markennamen SAAB wiederauferstehen lässt,das würde wenigstens am Anfang für Schlagzeilen sorgen.

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    • Irgendiwe lässt mich das Thema Nevs und Evergrande komplett kalt. Scjön wenn die Region um Trollhättan neue Arbeitsplätze bekommen könnte, aber Trollhättan scheint auch so klar zu kommen

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      • Evergrande und NEVS wecken im Moment keinerlei Emotionen. Eine Philosophie, wie sie so oft beschworen wurde, ist nicht mehr zu erkennen. Im besten Fall der Anspruch auf schiere Größe, was bei Europäern natürlich keine positiven Reaktionen auslöst.

        Vorerst bleibt das Thema auf dem Blog, allein aus Interesse was in Trollhättan 2020 oder 21 passiert. Eine Ewigkeitsgarantie gibt es aber auf keinen Fall!

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        • Ja, bitte erstmal weiter so und vielen Dank bis hierhin.
          Das Thema ist viel zu spannend, um es in diesem Stadium fallenzulassen …

          Schon allein der Gegensatz zur Geschichte SAABs oder anderer Europäer und Amerikaner ist faszinierend und auch ein wenig gruselig. Den einen Tag liest man einen Artikel über „Carlson auf dem Dach“, über die schönere und unverwirklichte Sonett und deren Schöpfer oder den SAAB-AWD und dessen Entwickler – Geschichten, die vom Menschen als Individuum zeugen. Europäisch eben …

          Und dann liest man einen Tag später, dass Evergrande (die ewig Großen – ein Name, der durchaus satirische Qualität birgt) sich anschickt, weltweit eine ganze Armee von 8.000 anonymen Entwicklern zu rekrutieren …

          Beides weckt Emotionen, die allerdings kaum gegensätzlicher sein könnten.

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  • Spannend.

    Das hat mit SAAB schon lange nichts mehr zu tun, aber dennoch, was für ein Krimi ! ! !

    Vielleicht steht im letzten Kapitel ja, dass die 8.000 Entwickler nur virtuell als genialer Vorwand existiert haben,
    um über Jahre jährlich mehrere Milliarden ins Ausland zu überweisen, die man gar nicht hatte (weil hochverschuldet)
    und um sich selbst dorthin abzusetzen …
    Es würde auch erklären, warum man der Koordination und Führung von Produktions- und Entwicklungskapazitäten
    („Was bisher fehlt, ist eine Führungscrew …“) wenig Aufmerksamkeit geschenkt hat.

    Vielleicht lesen wir im letzten Kapitel aber auch von einer großen Säuberungswelle in China, weil eine neue
    Parteiführung es als Untreue und Betrug am Staat und dem großen chinesischen Volk auslegt, dass
    „Evergrande eben sehr günstig sehr viel Gelände erworben“ hat?

    Mal Spaß beiseite, ich meine das nicht wirklich alles ernst. Außer das mit der Spannung …
    Aber je mehr Ausrufezeichen Evergrande setzt, desto mehr Fragen habe ich.
    Ein merkwürdiger Effekt, denn es sollte doch genau umgekehrt sein.

    Wer weiß, ob in dem blühenden Blödsinn, den ich vorstehend geschrieben habe,
    letztlich nicht doch ein Fünkchen Wahrheit steckt? „Too big to fail“ ist für einen
    Automobilhersteller ohne Autos jedenfalls eine sehr merkwürdige Strategie.

    Bin gespannt, ob die was und was sie ggf. liefern. Und ich weiß schon
    heute, ich werde es nicht haben wollen …

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  • Globalisation …………….. no more to do with European design, now global china………

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  • Das Du noch weiter darüber berichten möchtest finde ich absolut richtig und in Ordnung.

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