Lieferanten klagen – Evergrande Auto Aktie stürzt weiter ab
Nach einer Lösung der Krise sieht es bei Evergrande aktuell nicht aus. Die Aktie von Evergrande Auto stürzte heute weiter ab und die Klagen der Lieferanten über nicht bezahlte Rechnungen nehmen weiter zu. Im deutschen Rechtssystem wäre die Gruppe ein Fall für den Insolvenzverwalter. Doch in China tickt die Justiz anders und Beobachter schauen nach dem Verbleib von Evergrande Gründer Hui Ka Yan (Xu Yiajin). Der reist zumindest sehr exklusiv. Kommunismus ist heute auch nicht mehr das, was er einst mal war.

Verluste, dass es weh tut
Die Evergrande Auto Aktie (HK 0708) verliert so stark, dass es weh tun muss. Mit einem Minus von 14,84 % ging sie heute aus dem Handel, nachdem sie bereits am Montag mehr als ein Viertel ihres Wertes eingebüßt hatte. Die Frage, wo das Blutbad enden wird, kann im Moment niemand beantworten. Eben sowenig die Zukunftsaussichten der Evergrande Auto Sparte.
Mittlerweile ziehen immer mehr Lieferanten der Evergrande Gruppe vor Gericht. Die Yonggao Co Ltd. meldet Rechnungen im Wert von 74 Millionen US $, von denen rund ein Drittel zur Zahlung überfällig sind. Das Unternehmen hat bereits im Mai die Belieferung der Gruppe eingestellt. Insgesamt sind in den nächsten 12 Monaten Handelsrechnungen in Höhe von rund 37 Milliarden US $ fällig, meldet Bloomberg in Bezug auf die Rating Agentur Standard & Poors.
Wo ist Hui Ka Yan?
Wie immer, wenn in China Probleme anstehen und öffentliche Persönlichkeiten spontan nicht mehr sichtbar scheinen, blühen die Spekulationen über deren Verbleib. Evergrande Gründer Hui Ka Yan soll am 14. August mit seinem Flugzeug, einem Airbus A319-100 ACJ, in Peking gelandet sein. Seit dem parkt der Jet, Kennung B-6435, auf dem Flughafen der Hauptstadt.
Der Ex-Lufthansa Jet (D-ALTH) wurde 2012 im Alter von 2 Jahren von Evergrande übernommen. Die ACJ Ausstattung des A319 wird als VIP Version von Regierungen und Firmen genutzt. Deutschland und Italien fliegen entsprechende Jets in den Regierungsflotten. Der Einbau von Zusatztanks ermöglicht eine Reichweite von 11.000 Kilometern. Der A319 kostet in der Grundausstattung 92,3 Millionen US $, das exklusive ACJ Paket plus eventuelle Sonderwünsche kommen noch dazu.
Spekulativ wird von chinesischen Medien der Verbleib von Hui Ka Yan seit dem 14. August in Peking vermutet. Was auf keine tragfähige Lösung der Probleme zum jetzigen Zeitpunkt hinweisen würde.
Mit Bildmaterial von Airbus
Man kann annehmen, dass Hui Ka Yan in Peking ein paar Fragen beantworten muss. Die wichtigste Frage dabei: wie wird man vom wertvollsten Hersteller Chinas (siehe auch Saabblog vom 7. August 2020) zum Sanierungsfall in nur einem Jahr? Und das mit zu einem guten Teil staatlichen Geldern.
Die Regierung wird einiges versuchen, um hier das Gesicht wahren zu können. Hui Ka Yan wird Demut walten lassen müssen, man kann auch davon ausgehen, dass der Airbus mit hochwertigem Interieur in allerlei Beige-Tönen vergemeinschaftet wird.
Übertragen auf Deutschland würden mir da einige Großunternehmen und Konzerne einfallen, bei denen ich mir rückwirkend so etwas auch vorstellen könnte; Arcandor mit Karstadt und Quelle, Lufthansa, Opel, BayernLB, HSH Nordbank und diverse andere Banken……..ein verführerischer Gedanke…..
VW ist mittlerweile deutlich vor TESLA, und nochmals, diese sich bereichernden Gesellschaft, geht mir unfassbar auf den Keks, nicht mein Duktus, aber das musste mal raus.
Die Saab-Händler-Tour
Stünde Evergrande kurz vor der Auslieferung seiner zig angekündigten Modelle, gingen sie jetzt in die Offensive und an die Öffentlichkeit …
Saab hatte 7 aktuelle Modelle inkl. 9-5 NG SC und 9-4X zumindest in Vorserie auf der Straße, als der Vorhang fiel.
Wenn Evergrande der Öffentlichkeit, seinen Gläubigern, Anlegern und der KPCh eine positive Botschaft überbringen könnte, würden sie diese in dieser Lage schon gestern medienwirksam zugestellt haben.
Prototypen oder Vorserie auf der Straße, auf der Teststrecke, in der Klimakammer, beim Crashtest oder wo auch immer. Wenn da jetzt in dieser Situation nix dergleichen an PR kommt, dann ist da auch noch nix, was man vorzuweisen hätte. Das muss man ganz nüchtern sehen.
Alles wird gut! Tesla und Nio standen kurz vor Vermarktung auch vor der Pleite, da weinen jetzt noch, die mit Verlusten verkauft haben und jetzt läuft es Mega bei denen!
Entweder man ist überzeugt, dass es was wird und steigt jetzt ein oder wenn man schon investiert ist kauft man immer wieder nach um seinen EK zu verkleinern oder man lässt es. Klar, so was ist immer mit grossen Risiken behaftet. Es kommt einfach darauf an, wieweit die neuen Modell schon sind.
Wer nicht wagt, der nicht gewinnt 😉
Kommunist müsste man sein. Schicker Airbus, den muss man sich leisten können ✌️