Vor 10 Jahren. Saab zum letzten Mal auf der IAA.

Frankfurt im Herbst 2009. Mit einem Freund und zwei Bekannten bin ich auf dem Weg zur IAA. Saab zeigt die neue 9-5 Generation. Dass ich rund 1  1/2  Jahre später einen Blog über die Marke schreiben werde,  ist zu diesem Zeitpunkt sehr weit weg. Im Gegenteil. Denn so richtig liegt Saab mir nicht mehr am Herzen. Ich habe mit der Marke Einiges durchgemacht.

IAA 2009. Der letzte Auftritt von Saab in Frankfurt.
IAA 2009. Der letzte Auftritt von Saab in Frankfurt.

Da war mein 9-3 II Aero Cabriolet. Ein wirklich schönes Auto und zugleich der Blech-gewordene Alptraum auf vier Rädern. Bei Kilometerstand 5.000 verschwand der Saab zur umfassenden Überarbeitung für Tage in die Werkstatt. Danach funktionierte er wieder – für eine kurze Dauer. Als dann Teile defekt gingen, die man bei Kilometerständen um die 200.000 vermutet hätte, warf ich entnervt das Handtuch. Bei exakten 20.000 Kilometern endete unsere Beziehung.

Zuvor hatte mein Saab Händler noch vergessen,  die Bestellung für einen 9-5 Anniversary Bio Power Kombi nach Schweden weiterzuleiten, sodass er aufgrund der Werksferien nicht mehr lieferbar war. Der Kauf eines Ausstellungsfahrzeugs scheiterte am Wert einer Tankfüllung; kurzum, ich war völlig bedient. Der 9-3 wanderte zum Mercedeshändler, ich schwor mir,  niemals wieder ein Saab Autohaus zu betreten. An dieser Stelle hätte die Geschichte beendet sein können. Dann gäbe es keinen Blog, die Leser würden ihre Zeit sinnvoll anderweitig nutzen. Aber es kam dann alles ganz anders, was eine lange Geschichte ist.

Auch GM hat von Saab die Nase voll

Nicht nur ich habe 2009 ein getrübtes Verhältnis zu Saab. Auch GM, durch die Finanzkrise angeschlagen, hat die Nase von der Schweden voll. Es gibt da die nette Geschichte, dass GM den Standort Trollhättan einfach von der Karte seines damaligen Weltreichs tilgte und die Saab-Verantwortlichen so auf die bevorstehende  Scheidung hinwies. Ob die Geschichte sich wirklich so zugetragen hat, ist ungewiss. Glaubhaft ist sie schon.

Spätestens zum Jahresende 2008 ist auch in Schweden klar, dass die Amerikaner Ernst machen werden.  In der nationalen Presse wird spekuliert,  ob GM einfach das Werk schließt oder Saab verkauft. Kann man Saab eigentlich verkaufen,  fragen die Journalisten. Und Dagens Industri titelt, jetzt wäre das letzte Kapitel für Saab aufgeschlagen worden. Und sollte damit Recht behalten. Anfang 2009 schickt GM seine Tochter in die Rekonstruktion. Die schwedische Variante einer geregelten Insolvenz, um das Unternehmen schuldenfrei für neue Investoren zu machen.

Saab präsentiert die neue 9-5 Generation auf der IAA 2009

Von all dem ahnen wir auf der IAA 2009 natürlich nichts. Klar war nur, Saab steckt in irgendwelchen Schwierigkeiten. Das hat sich herumgesprochen, aber wie tief die Krise war,  reflektieren wir nicht. Im Gegenteil! Wir sind gespannt auf den 9-5NG, denn ein komplett neuer Saab ist schon ein seltenes Ereignis. Und dann steht er da auf dem Saab Stand.

Groß, elegant, beeindruckend. Ein Auto, das man schon aufgrund seiner Größe nicht unbedingt der Marke zuschreiben würde. Will ich ihn haben? Um bei der Wahrheit zu bleiben – nicht wirklich! Der erste Kontakt lässt mich relativ kalt. Woran es liegt? Da ist diese seltsame Atmosphäre, die vielleicht temporär, vielleicht auch für die ganz Messezeit von Dauer ist. Sie schmeckt nach Krise, Anspannung, und ich kann sie zu dem Zeitpunkt nicht sicher einordnen.

Dazu kommt die lieblose Verarbeitung der Fahrzeuge, die kostengünstigen Materialien, die mich an diesem Tag abschrecken. Auch, weil ich die Geschichte dahinter nicht kenne.

Der Saab 9-5 NG ist ein Hesse!

Die kleine schwedische Marke steht zu diesem Zeitpunkt von allen Seiten unter Feuer. Allen voran hat der Opel Betriebsrat mit allen Mitteln versucht,  die Produktion des 9-5 NG für Rüsselsheim zu sichern. Zum Ausgleich hätte man am Göta Älv ein paar Opel Astra bauen dürfen. Nicht zu viele natürlich,  nur so, dass es gerade reicht. Wohin die angestrebte Verlagerung führen wird, ist offensichtlich. Die Stärkung des Opel-Mutterwerkes und mittelfristig eine komplette Abwicklung von Trollhättan. Oh ja, Solidarität unter den Angestellten und Betriebsräten in der weltweiten GM Familie existiert 2009 nicht.

Wäre die Finanzkrise nicht gekommen, der neueste Saab wäre wahrscheinlich ein Hesse geworden. Fest steht, die Fahrzeuge auf der IAA 2009 und alle Vorserien-Modelle sind es. Denn die Werkzeuge für die Produktion des 9-5 NG erreichen erst am Freitag vor dem IAA Start von Rüsselsheim kommend Trollhättan.

Aufbruch im Zeichen der IAA?

Wahrscheinlich spüren die meisten Besucher nichts von den Dramen, die sich um Saab abspielen. Der 9-5 NG kommt auf der IAA 2009 beim Publikum viel besser an als bei mir. Mein Freund, der mittlerweile Audi fährt, ist immer noch infiziert. Er will damals einen bestellt und als Dienstwagen fahren. Der Virus lässt ihn auch nach 10 Jahren nicht los, nur leider gibt es keine Heilung. Denn es gibt keine Neu- und damit keine Dienstwagen mehr von Saab.

Ein weiteres Modell geht im Rummel um den 9-5 fast unter. Saab präsentiert in Frankfurt den 9-3 X, ein Crossover Kombi,  der unter den neuen Modellen zu meinen Favoriten zählt. Etwas Lifestyle gemischt mit dem typischen Understatement der Marke. Mit den Anlagen zum Erfolg und Aufbruch. Nur leider erhält er nie die Beachtung, die er verdient hätte. Und geht in der Krise unter.

Intrigen rund um Saab

Im September 2009 deutet sich an, was 2011 zum Ende der Marke führen wird. Intrigen, Akteure mit einer unklaren Agenda, ganz großes Drama. Da ist Jan Åke Jonsson, der Saab CEO, der sich über Nacht vom Saulus zum Paulus wandelt und dessen Rolle Fragen aufwirft. Als GM Manager mutet er Saab knallharte Einschnitte zu, als CEO positioniert er sich vordergründig gegen die Detroiter. Seine Rolle im Kampf um das Überleben wird auch nach der Trennung von GM nie völlig geklärt sein. Ist er nur der verlängerte Arm der Amerikaner und Erfüllungsgehilfe in der Stallbacka?

Da ist BAIC. Zu diesem Zeitpunkt ist der Staatskonzern noch der bevorzugte GM Partner in China. Die Chinesen erwerben nicht exklusiv das geistige Eigentum am alten 9-5 und 9-3 II sowie Saab Motoren und Getriebe. Aber sie wünschen sich mehr. Zur IAA 2009 gibt es die ersten Gerüchte. 25 % Anteil an Saab oder vielleicht doch etwas weniger? Wenig später lassen sie die Katze aus dem Sack. 20 % wären absolut ausreichend. Auch kein Sitz im Aufsichtsrat wird gewünscht, dafür kündigt man aber viele Millionen für Trollhättan an und sichert einen freien Marktzugang in China zu.

Eine Geschichte, die zu gut klingt, um wahr zu sein. Aber damals will man glauben, weil ein Strohhalm für einen Ertrinkenden wie ein Baumstamm aussehen kann – und Hoffnung gibt. Ein Jahr später wird BAIC versuchen,  Saab als Ganzes zu übernehmen. Das Pokerspiel dauert einige Zeit und scheitert letztendlich an einer fehlenden Unterschrift.

Als möglicher Saab Aufkäufer wird Christian von Koenigsegg gehandelt. Der Gründer der Sportwagen-Manufaktur aus Ängelholm hat das Gesamtpaket im Blick. Ein modernes Werk, spannende Entwicklungen wie den elektrischen Allradantrieb, eine modulare Plattform oder das Elektroauto Konzept, das seiner Zeit weit voraus ist. Zusammen mit den BAIC Millionen und dem chinesischen Marktzugang für seine Super-Sportwagen ein verlockendes Angebot. Koenigsegg schlägt es letztendlich aus, heute versucht er es unter anderen Vorzeichen und mit NEVS und Evergrande erneut. China lockt, und auch jetzt ist die Motivation aller Beteiligten nicht so eindeutig,  wie es den Anschein hat.

2019 – was ist geblieben?

Wie die Geschichte um Saab ausgeht, ist klar. Da gibt es nichts zu interpretieren. Die Marke ist tot und bleibt es auch. Jan Åke Jonsson gibt heute in Schweden den Geburtshelfer für Startups und ist auch sonst gut beschäftigt. Bei BAIC laufen die Geschäfte mittelprächtig, und Koenigsegg locken neue Abenteuer. Im kommenden Jahr soll ein Koenigsegg Sportwagen in Trollhättan gebaut werden. Der Kreis schließt sich dann. Nach 11 Jahren.

Die erstaunlichste Entwicklung durchlebt aber der Saab 9-5 NG. Er wird entgegen aller Widrigkeiten doch noch gebaut. Nicht etwa in Rüsselsheim, sondern da, wo ein Saab herkommen sollte. In Trollhättan. Victor Muller sei Dank, er wagt dieses Abenteuer. Der 9-5 bringt es in kurzer Zeit zu einer beachtlichen Reife und fährt direkt in die Herzen der Fans. Auch ich kaufe einen, bin glücklich damit, und ein wenig traurig,  als er wieder geht. Er gehört mit seiner Geschichte schon heute zu den Automobilen,  die für alle Zeiten unsterblich sind.


Danksagung: An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Freund Uli, der die Bilder für diesen Artikel gestellt hat. Ohne ihn wäre die Realisierung des Beitrags nicht möglich gewesen.

25 Gedanken zu „Vor 10 Jahren. Saab zum letzten Mal auf der IAA.

  • Hallo Tom, vielen Dank für diesen, nicht nur in der Rückschau, sehr interessanten Bericht mit vielen verschiedenen bemerkenswerten Aspekten! Eine Frage: Was für ein Baujahr war das „Albtraum-Cabrio“ ? Ich kann solche Berichte (die ich damit natürlich nicht anzweifeln will) aus meiner Erfahrung überhaupt nicht bestätigen. Ab und zu liest man ja von solchen „Problem-Saab“, wie ja auch jüngst der Leserbeitrag zu seiner ersten 9-3 II Limousine.

    Ich kann das für meine insgesamt vier Saab nicht bestätigen, sie sind total zuverlässig! Mein erster Saab, ein 9-3 I Cabri SE, Bj 2002, gekauft als Jahreswagen: null Probleme. Den fuhr ich bis 2007, als ich mir ein 9-3 II Cabrio MJ 2007 (innen Facelift, außen noch nicht) als Neuwagen mit 150 PS Diesel bestellte. Ein großartiger Wagen mit einem phantastischen Motor. Außer dem merkwürdigen Umstand, dass die Lichtmaschine in den ersten fünf Jahren zweimal (auf Kulanz) ausgetauscht werden musste – war vorher wohl ein billiges Bauteil, die letzte hielt dann bis zum Schluss – auch hier keinerkei Probleme. Bis ich das Schmuckstück mit einem lachenden und einem weinenden Auge 2017 gegen ein noch größeres Schmuckstück eintauschte: Ein Griffin BioPower Cabrio, MJ 2012, mit gehirschten 210 PS. Auch hier: null Probleme. Das gilt genauso für meinen Zweitwagen, einen total zuverlässigen 160 PS Diesel-SportCombi, BJ 2011, den ich mir dieses Jahr zur Entlastung des Cabrios gekauft habe. Läuft und läuft und läuft …

    Waren die anderen einfach nur „Montagsautos“ ? Oder gab es 2008 tatsächlich ein sehr schlechtes Jahr, also eine Delle in der Qualität?

    Und, falls ich mir die Frage erlauben darf: Wieso hat der Blogger seinen 9-3 SC mit Griffin-Optik eigentlich verkauft (hatte ich bei Muckelbauer gesehen)? Auch Qualitätsgründe? Vor gar nicht langer Zeit gab es ja mal einen interessanten Artikel über die Frage verbrauchen oder verkaufen, mit dem Fazit, ihn zu überholen und zu behalten. Sorry für die Neugier – aber, wenn mein Freundlicher nicht total falsch liegt, muss bei meinem 9-3 SC gar nichts überholt werden, alles ok, kein Rost, trotz über 170.000 km. Liegt aber vielleicht auch daran, dass es immer ein Garagenwagen war.

    Allen eine gute Fahrt und keinen Ärger mit unseren wunderbaren Saab – bei mir waren und sind es die zuverlässigsten Autos, die ich je hatte! 🙂

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    • Das Aero Cabriolet war BJ 2004. Ein Montagsauto von Anfang an unrettbar und Nerven kostend. Übrigens das einzige Montagsauto das ich von Saab je hatte, und es waren viele. Sonst hat die Qualität immer gestimmt, bis zum Schluss.

      Ja, warum verkauft man den 9-3 SC? Mir ist schon klar, dass es immer ein Politikum ist, wenn ich mich von einem Saab trenne. Also warum: Zum einen, weil alles in Bewegung ist, nichts in Stein gemeißelt, selbst der Blog nicht. Zum anderen, weil es objektiv betrachtet viel zu viele Autos sind und man nicht alle bewegen und pflegen kann. Vor allem auch deshalb, weil mir die älteren Saab doch mehr am Herzen liegen als die „modernen“ Fahrtzeuge. Wobei, um bei der Wahrheit zu bleiben, die Trennung nicht leichten Herzens erfolgte.

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    • die Lichtmaschine ging bei unserem 9-3 Diesel auch das erste Mal bei ca 56 000km kaputt, da zweite Mal dann bei ca 145 000km.

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  • P.S.: Der 9-5 sieht (wie ja auch die 9-3 Griffins) immer noch so hochaktuell aus, dass man ihn für BJ 2019 halten könnte. In der Tat haben die großen deutschen Konkurrenten ca. 10 Jahre gebraucht, um Ähnliches wie der kleine Schwede hinzukriegen. Sehr gut beschrieben im Bericht. Ein Jammer das alles, aber das ist für uns ja nix Neues … 🙁

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    • BJ 2019

      Lustig und zutreffend, was Sie da Postskriptum nachtragen.
      Erst neulich (vor 2 oder max. 3 Tagen) geriet mir auf einem Parkplatz ein
      Fahrzeugheck in den Augenwinkel. Ein schöner gerundeter Po mit unaufgeregten
      Rücklichtern und dazu war es auch noch ein Cabrio …

      Aber nur ein paar Meter weiter in Richtung des eigenen SAABs gelaufen, geriet dann auch die
      Front ins Blickfeld. So zerklüftet wie ein Steinbruch und mit einem so hohen Bling-Bling-Faktor, als
      könne man problemlos geschliffene Diamanten im Wert von X-Millarden Dollar ganz einfach von
      dessen Grill absammeln.

      Es war ein MB. Und mein spontaner Gedanke war: „Die können es noch immer nicht.“
      Was das Design und Äußere jüngerer SAABs betrifft, sind die auch für ein BJ 2029
      noch immer gut, wenn es mit MB, BMW, VW, Tesla und Volvo so weitergeht …

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  • Ein ehrlicher Bericht der die Lage vor 10 Jahren genial wiedergibt. Gänsehaut! Danke!

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    • Gänsehaut und Ehrlichkeit

      Das waren auch meine ersten Gedanken und mehr fällt mir auch gar nicht ein …
      Ein ganz großartig geschriebener Nervenkitzel und ein vollauf zutreffender Kommentar.
      Dank an Tom und Dank an Sie.

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      • P.S.

        Da fällt mir doch noch was ein und ich finde es wichtig.
        Hier auch mein Dank an Uli, dessen Fotostrecke den Artikel
        sehr, sehr gut zu tragen vermag und bereichert …

        Schon beim ersten Bild fragte ich mich, ob es wohl Zufall oder gar
        Absicht sei, dass die weinroten Streifen im Polo- und Oberhemd des
        Besuchers mit der Kulisse des NG korrespondieren?

        Ich muss und will das gar nicht so genau wissen. Die Fotos sind gut und
        allemal einen Dank und ein P.S. wert.

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        • Danke für das Lob, Herr Hürsch 🙂

          2009 fotografierte ich nahezu jedes Detail des neuen 9-5, es entstanden fast 80 Fotos vom Saab-Stand und den ausgestellten Autos, von denen ich die 40 besten an Tom sendete. Die Saab-Leute dachten damals, dass ich ein europäisch aussehender Spion in Diensten eines japanischen Herstellers sein würde…

          Mir ging es damals ebenso wie einigen anderen Saabisten, ich war fasziniert von der Form des 9-5, jedoch bitter enttäuscht von der Materialqualität und Haptik im Innenraum, kein Vergleich zum 900 (I). Trotzdem war der 9-5 neben dem Citroen C6 mein persönlicher Favorit.

          Heute reizt mich ein Besuch der IAA nicht mehr, obwohl ich nur 20 km vom Ausstellungsgelände entfernt arbeite. Elektroautos, autonom fahrende Fahrzeuge und die üblichen aggressiven Frontmasken vor allem der deutschen Hersteller interessieren mich nicht. Außerdem hat sich die Zeit der großen Monster-Messen langsam überholt, gut zu erkennen auch Im Druckbereich, wo die Bedeutung der Drupa zurück geht und die IPEX (UK) bedeutungslos geworden ist.

          Was waren das noch für Zeiten in den 70ern: Saab zeigte den 99 EMS, Citroen war das letzte Mal mit der DS vertreten, der Ro 80 glänzte mit seinem innovativen Design, Lancia verabschiedete sich damals leider von seinen aufwendig gebauten Autos und integrierte viel preisoptimierte Fiat-Technik (Beta). Sogar ein polnischer Kleinbus (Nysa) hatte es mir damals angetan….

          Viele Grüße,
          Uli

          Antwort
          • Das ist ja auch köstlich …

            Wäre es so gewesen (Sie ein Spion), dann hätten wir heute vielleicht was im SAAB-Design 😉

  • P.P.S.: Der nicht ganz so freundliche Saab-Händler von damals hat doch sicherlich längst das Handtuch geworfen und praktiziert in diesen Saab-widrigen Zeiten nicht mehr – nehme ich an (?).

    Antwort
    • Der betreffende Betrieb existiert weiter, hat aber die Saab Schilder schon länger abgenommen.

      Um es fair zu bleiben: Werkstatt und Service waren immer tadellos, der Vertrieb begann Schwäche zu zeigen, als der langjährige Verkäufer dem Haus den Rücken kehrte.

      Antwort
  • Ja, ja und ja der 9-5NG ist ein geniales Auto sagt einer der keine Limousinen mag und sich nicht mehr vorstellen kann diesen Wagen zu verkaufen. Klar ein paar Produktverbesserungen wären schon schön uns so lebt man mit einem Batterieleersauger und einem nicht perfekten Karosseriekleid.
    Aber mal ehrlich, ein Auto was 10 Jahre alt ist und heute noch gefühlt als Neuwagen durchgeht, welche andere Marke kann das von sich sagen?
    Platz für Batterien und É-Motoren wäre da, wer macht das passende Upgrade?

    Antwort
  • Danke Tom für diesen tollen, aber auch traurigen Bericht! Einfach jammerschade was um und mit Saab passiert ist.

    Mir ging es mit dem 9-5NG gleich wie dir. Ich konnte ihn anlässlich des Int.Saab Treffen 2010 in der Schweiz ausgiebig testen und fragte mich dann, will ich so ein Auto haben? Nein war die erste Reaktion, bloss um dann im 2012 noch einer der Letzten zu kaufen! Und ja, ich hatte eine grosse Freude an dem noch grösseren ( zu grossen ) 9-5 NG, verkaufte ihn aber dann im 2018 halt doch. Es geht mir auch so, ich habe einfach zuviele Autos, das kostet und man kann sie nicht alle immer genügend bewegen. Ich habe in den letzten 10 Monate vier Saab verkauft, alle zu einem guten bis sehr guten Preis. Einen habe ich dazu gekauft, den wunderbaren 9-3X, das am meisten verkannte Fahrzeug unter Saab.

    Ich kann übrigens die Eindrücke von Leser Ebasil nur bestätigen. Meine Saab laufen extrem zuverlässig. Natürlich haben meine keine grossen KM Leistungen auf dem Tacho, aber altersmässig von Baujahr 1998 bis 2009 ist fast alles dabei und alle absolut problemlos. ( wenn ich da an meinen Nachbar denke, der hat in seinem Tiguan mit 70000km bereits das dritte Getriebe oder ist es das Differenzial? in seinem Auto…. )

    Wie auch immer hegen und pflegen wir unsere Saab! Allzeit gute Fahrt.

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    Antwort
  • Ich war auch 2009 auf der IAA. Ich habe sogar zwei Eintrittskarten von Saab zugeschickt bekommen, um den neuen 9-5 NG besichtigen zu können. Das habe ich vorher von keinem Hersteller erhalten. Bis auf die Qualitätsanmutung und für mich zu hohe Sitzposition, fand ich den Wagen gut (nicht toll). Das Außendesign hingegen hatte mich überzeugt. Gut gemacht war auch die Vorbereitung auf der Internetseite von Saab. Es lief ein kleiner Film von Mitarbeitern ab, vom Designer, Motorenabteilung usw. und immer ein Stück mehr vom Auto zu sehen. Bis zur IAA der Film im Netz komplett war und das Autor betrachtet werden konnte. Als ich ihn dann beim Händler Probe gefahren habe, war ich sehr enttäuscht. Das Fahrwerk war ein grauen, die Verarbeitungsqualität nicht wirklich gut. So ist dann der 9-5 aus meinem Kopf geschlichen und ich bin dem )-3 SC treu geblieben.

    Antwort
  • Ein spannender Rückblick, Tom. Noch spannender ist allerdings die Frage, wie die Liebe zu Saab dann doch wieder entfacht ist!?

    Antwort
    • Eine spannende Frage und die Antwort würde einen interessanten Artikel ergeben. Leider ist sie auch etwas pikant, weil nicht ganz gewöhnlich, weshalb die Leser darauf verzichten müssen.

      Antwort
      • Pikante (!) Geschichten sind natürlich umso interessanter … 😉 Ich hoffe gleichwohl auch auf eine kurze Geschichte zur neu entflammten Liebe – sowieso und auch gerade deshalb 😉

        Antwort
    • Ich hoffe auch, die Antwort kommt noch und bin in diesem Punkt sehr neugierig.

      Für den Moment war der Spannungsbogen aber exzellent und sehr hoch geschlagen. Ein echter Tom eben …
      Alle haben SAAB gehasst, geschasst, möglicherweise sogar verraten* oder zumindest gemieden – GM, dt.
      Betriebsräte, ein Interner CEO* und sogar der Chefredakteur dieses Blogs. In seiner Nische nicht mehr
      und nicht weniger als ein Leitmedium, das sich alsbald schnell und erfolgreich etablieren konnte.

      Klingt für mich nach Cliffhanger. Wie und warum da dann doch wieder etwas entfacht, ja
      sogar entflammt und hell aufgelodert ist, erfahren wir bestimmt auch noch …
      Zumindest hoffe ich das mit großer Zuversicht.

      Antwort
      • P.S.

        Ich hoffe das trotz Toms AW, die sich mit meinem Kommentar überschnitten hat, auch weiterhin.
        Allerdings mit nunmehr deutlich weniger Zuversicht …

        Antwort
  • Die IAA 2009 war die letzte, die ich besucht hatte. Ich freute mich auf den neuen 9-5 und es war mein Highlight. Richtig überzeugt hat er mich damals nicht (zumindest die ausgestellten Vorserienmodelle). Ich hatte damals nicht das Gefühl vor dem wichtigen (finalen) Schuss zu stehen, der die Firma rettet.

    Überhaupt war die Atmosphäre seltsam. Der ganze Auftritt war alleine von den Farben her schon trüb. Die Lage spiegelte sich am Stand (verständlicherweise). Ich hatte bei meinen IAA- Besuchen immer ein Ritual. Ich besuchte die Messe, ging durch die Hallen, versuchte Saab irgendwo gut zu integrieren und immer bin ich kurz vor Ende meines Besuchs noch einmal bei den Schweden vorbei gegangen. So auch 2009 und das brannte sich damals ein. Als ich den Stand verlassen hatte, fühlte es sich an, als würde ich zum letzten Mal einen guten Bekannten sehen. Man lächelte sich noch einmal zu und in dem Moment, in dem sich beide umdrehen, wissen beide, dass man sich nicht wiedersieht. Leider kam es genauso…

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    Antwort
    • „(…) und in dem Moment, in dem sich beide umdrehen (…)“

      Sie sind ein Belletrist, Monsieur Anddeu.
      Schön und traurig, was Sie da und wie Sie es schreiben.
      Chapeau und Merci …

      Antwort
    • Sehr poetisch – und leider so treffend traurig schön … Ich muss mir eine Träne trocknen.

      Antwort
  • 2009, war ich mit einer von Saab geschenkten Eintrittskarte dort, im Jahr vor der IAA hatte ich einen neuen 9-3 gekauft. Es war schon eine merkwürdige Atmosphäre auf den Stand weil man spürte, das es ums Überleben ging. Es war das erste und bisher letzte Mal dass ich in einem 9-5 NG sass. Man merkte, dass es noch Vorserienfahrzeuge waren, aber ich dachte schon, das wird mal ein tolles Auto wenn es denn in Serie geht.
    Die 9-3 waren gut verarbeitet, besser als mein my 2008, mit dem ich aber auch nicht unzufrieden war.

    Antwort
  • Vielen Dank! Sehr interessant. Das der 9-5NG in der Vorserie in Deutschland gebaut wurde habe ich damals vermutet. Eventuell sogar bei einem beauftragten Entwicklungsdiensleister…
    Vielleicht ist das ein kleine interessante Anekdote und sicher darf man in Anbetracht der verstrichenen Zeit darüber reden: Ich kann mich erinnern das zumindest Anbauteile (Türen) bei der Firma ThyssenKrupp Drauz Nothelfer im Saarland für den 9-5NG
    gebaut wurden. Eventuell haben die auch die Karossen für die Vorserie gebaut.

    Antwort

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