Einmal Nordkap und zurück. Rostock – Weimar – Albbruck.

Die Fähre kommt am Morgen früh in Rostock an. Zuerst mal die Innenstadt angesteuert und einen Parkplatz gefunden und bald auch ein nettes kleines Cafe das bereits offen hatte und auch ein reichliches Frühstück anbot. Genau das richtige jetzt.

Einmal Nordkap und zurück. Die Empfehlung: Just do it!
Einmal Nordkap und zurück. Die Empfehlung: Just do it!

Danach durch Rostock geschlendert. Mir gefallen die Hafenstädte einfach. Besonders die alten Anlagen und Speicher haben es mir angetan. Später dann zu einem Durchgangshotel am Rande der Stadt und mich dort über den günstigen Bierpreis gefreut!

Besuch im Bauhaus Museum Weimar

Am nächsten Morgen weiter nach Weimar. Ich wollte unbedingt das neue Bauhaus Museum besuchen. Ich bin seit Jahren vom Bauhaus angetan. Ich denke Bauhaus und Saab, das hätte auch sehr gut zusammen gepasst. Mehr Sein als Schein!

Eine leise Enttäuschung überkam mich beim Anblick des Gebäudes. Ich finde, hier hat man eine große Chance verpasst. Man kann von Grund auf ein neues Museum bauen und stellt dann einen solchen Klotz hin. Dass es kubisch und geometrisch erscheint, ist ja durchaus angebracht. Aber die fade, stillose Oberfläche müsst wirklich nicht sein.

 

Bauhaus Museum in Weimar
Bauhaus Museum in Weimar

Im Inneren überzeugt das neue Museum mehr. Die Anordnung der Räume mit den verschiedenen Durchblicken gefällt. Und eine „Himmelstreppe“ gibt es auch. Das scheint ein neues Markenzeichen für neue Museen zu sein. Die Ausstellung an und für sich ist etwas überladen. Man will wohl am Anfang alles zeigen, was man hat. Der Bauhaus-Slogan, weniger ist mehr, wäre hier sehr angebracht.
Weimar ist ja auch sonst einen Besuch wert. Sehr übersichtlich und beschaulich, gesegnet mit vielen guten Restaurants wo man bei schönem Wetter herrlich draußen sitzen kann. Da ich schon zwei Mal in Weimar war, habe ich den Goethe und Schiller Rummel ausgelassen.

Am nächsten Tag dann die letzte Etappe, Weimar nach Allbruck, so gegen 530 km. Es war ein Sonntag, keine LKWs auf der Autobahn, was für ein Segen. So kam ich rasch vorwärts und lief alsbald in unserem Hof ein.

Etwas Statistik

Gesamte Fahrstrecke, 9395 nach dem Tageszähler. Dazu ca. 1200 km mit den großen Fähren und einige Dutzend km mit den kleinen Fähren entlang der Fv17.

Reisezeit vom 4. Juni bis 7. Juli 2019

Der Saab lief einfach sowas von gut. Alles klaglos angenommen und alles ohne die geringste Störung abgespult. Einfach herrlich mit offenem Dach und guter Musik diesen fast leeren Straßen entlangzufahren und die schönen Landschaften vorbeiziehen zu lassen. Das gelassene Fahren zahlte sich aus, der Benzinverbrauch ging bis auf 7,2 Liter zurück.

Ab Trondheim war ich alleine unterwegs. Das geht eigentlich ganz gut. Unter Tags fährt man, ist beschäftigt mit allerlei Kram und genießt die schönen Landschaften. Das Ankommen abends in einem öden Hotel, das ist jetzt nicht gerade berauschend. Da habe ich mich oft einsam gefühlt und gewünscht meine Partnerin wäre bei mir.

Resümee

Ob ich diesen Trip noch einmal machen würde? Auf keinen Fall, es sei denn ich wäre noch nie am Nordkap gewesen, dann auf jeden Fall ;-

Erlebnis pur! Meine Empfehlung: just do it

11 Gedanken zu „Einmal Nordkap und zurück. Rostock – Weimar – Albbruck.

  • Vielen Dank für diesen coolen Reisebericht, toll geschrieben.
    Irgendwann werde ich mit meinem Saab auch nach Trollhättan fahren und vielleicht schaffe ich es auch ans Nordkap

    Antwort
  • Der letzte Absatz unter der Überschrift ‚Etwas Statistik‘ und davon die letzten beiden Sätze haben mich so berührt, dass ich meinen Kommentar noch um einige Sätze ergänzen muß.
    Ich war 1975 auf meiner Nordkap-Tour alleine unterwegs, weil meine damalige Partnerin überhaupt nicht für Norwegen zu begeistern war. Und ich habe genau so empfunden, tagsüber viel zu erleben und abends alleine, ja einsam zu sein. Das ging so weit, dass ich meine Reise um mehr als eine Woche verkürzt habe. Es fehlte einfach die Möglichkeit, die überwältigenden Eindrücke mit jemandem – am besten mit der lieben Partnerin – auszutauschen und so zu verarbeiten. Aber mit der Zeit sind bei mir aus den melancholischen Empfindungen doch unschätzbare Erinnerungen geworden. Und ich hoffe, es geht Dir, lieber Hans S. genau so!

    10
    Antwort
    • Genau so ist es Günter! Gerne hätte ich am Abend meine Eindrücke und mein Empfinden mit jemanden geteilt. Ich kürzte meine Reise auch um vier Tage ein, so z. B. in Vardö, da wollte ich eigentlich zwei Tage bleiben, war dann aber froh am nächsten Tag weiter zu reisen.

      Danke für deine zwei ergänzende Kommentare. Ich habe mich in vielem wieder erkannt. Mir liegt der Norden sehr nahe, war auch schon zwei Mal in Kanada/Alaska mit einem Camper untwerwegs. Das ist natürlich auch jederzeit einen Tripp wert.

      Gute Zeit und gute Fahrt!
      Hans

      Antwort
  • Herzlichen Dank dafür, dass Du deine Eindrücke deiner tollen Reise so frei mit uns allen hier geteilt hast! Für mich als Süden-Fahrer war es noch spannender und ich habe viel gelernt.

    Antwort
  • Vielen vielen Dank für die wunderbaren Berichte und Fotos!
    Es war herrlich, so ein bisschen „mit dabei“ gewesen zu sein…
    Weiterhin gute Fahrt und emotionale Erlebnisse!

    Antwort
  • Danke für die Antwort, lieber Hans, ich sehe, hier haben sich zwei verwandte Seelen getroffen. Auch Dir stets gute Fahrt mit dem Saab.

    Antwort
  • Eine wirklich tolle Tour. Da ich einige der Stationen (Nordkap natürlich auch im Nebel) auch schon gesehen habe, konnte ich vieles gut nachempfinden. Mein persönliches Highlight sind die Lofoten.
    Viel Freude weiterhin mit Deinem tollen Cabrio – klasse Farbe übrigens ! 😉

    Antwort
  • Mensch Hans,

    ja, auch das letzte Kapitel hat sich zu lesen gelohnt. Und auch die Fotos.
    Mein Abschiedsschmerz von deiner Beitragsserie beim vorletzen war verfrüht …

    Apropos Fotos, wo genau auf der langen Reise ist denn diese tolle Palette an Blautönen
    eingefangen? Das ist dann aber auch meine letzte Frage zur Reise. Versprochen.

    Ich Ende mit voller Zustimmung und ähnlichen Gedanken zur Architektur des Bauhaus Museums.
    Man kann sich lebhaft vorstellen, welches Gewese der Architekt/seine Bauleitung um den Sichtbeton
    möglicherweise gemacht haben könnte …

    Struktur, Poren, Färbung, Spaltmaße zwischen den Elementen. Wenn ein Entwurf schon sonst nicht viel
    zu bieten hat, gewinnen solche Punkte oftmals eine ungeahnte Brisanz. Meist zum Leidwesen der Aus-
    führenden …

    „Genial“ ist auch der Bruch mit einer seriellen Fertigung, der durch das Schriftband und dessen
    Skalierung erzwungen wurde. So ist man weder Fisch noch Fleisch und hat sich (meiner
    Meinung nach) endgültig vom Bauhaus verabschiedet.

    Aber wie dem auch sei, die Beitragsserie mit ihren architektonischen, kulinarischen
    und auf Landschaft und Natur bezogenen Gedanken und Beobachtungen war
    mir ein großes Vergnügen. Nochmals ein herzlicher Dank.

    Herbert

    Antwort
    • Herbert, vielen Dank für Ihre netten Kommentare zu meiner Reise.
      Das Foto entstand irgendwo entlange der E10, schon tief auf den Lofoten. Wo genau weiss ich nicht mehr.
      Aufgenommen mit Handy und einem Selfie Stick, ein sehr praktisches Ding wenn man alleine unterwegs ist 🙂

      Antwort
  • Vielen herzlichen Dank fűr den tollen Bericht und die vielen schőnen Fotos! Jede Folge war ein Genuss.

    Antwort

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