Sion Innenraumdesign. Die Freiheit der Reduktion.

Sono Motors stellt heute das Innenraumdesign des Sion vor. Bisher fällt das Münchner Startup vor allem durch eine Konzentration auf das Wesentliche auf. Nutzwert und die Reduktion des Designs stehen im Vordergrund. Mit einiger Spannung stellt sich die Frage, ob dieser Anspruch auch im Innenraum verwirklicht wird.

Die Freiheit der Reduktion. Ein 10" Display steuert alle zentrale Funktionen
Die Freiheit der Reduktion. Ein 10″ Display steuert alle zentrale Funktionen. Bild: Sono Motors

Projekte, die mit einem weißen Blatt Papier beginnen, eröffnen nicht geahnte Möglichkeiten. Zum Beispiel mit dem Mainstream zu brechen und sich auf die wichtigen Dinge im Leben zu fokussieren. Sono Motors weicht mit dem Innenraumdesign des Sion bewusst vom Premiumtrend ab und nutzt die Freiheit der Reduktion.

Im Mittelpunkt des reduzierten Cockpits steht ein 10″ Display, das alle relevanten Funktionen steuern soll. Das Infotainment, die Mobilitätsdienstleistungen, sowie wichtige Fahrzeug-und Verbrauchsdaten als auch Apps werden mit dem Panel verwaltet. Apple Car Play, Android Auto sowie eine Bluetooth Schnittstelle ermöglichen die Integration des eigenen Smartphones. Ein weiteres 7″ Display hinter dem Lenkrad liefert Informationen zur Reichweite und zur Stromgewinnung durch die Solarpaneele.

Die Freiheit der Reduktion

Auf den ersten Blick scheint alles intuitiv bedienbar zu sein, was auch der Hauptgedanke hinter der Reduktion ist. Der Verzicht auf Unnötiges soll es leichter machen,  den Sion mit möglichst viel anderen Nutzern zu teilen. Keine Anlernphase, kein Studieren von Handbüchern. Fahren, teilen, Mobilität mit Nachhaltigkeit. Dazu passt die vom Hersteller als robust bezeichnete  Ausführung von Armaturen und Innenraum. Dass der Sion bei aller Reduktion doch etwas ganz Besonderes sein möchte und für die Freiheit eines neuen Denkens stehen will, zeigt das grüne Moos im Innenraum. Das breSono genannte System ist ein natürlicher Luftfilter, der das Raumklima verbessern soll und die Feinstaubbelastung senkt. Bei Menschen, die sich bisher nicht mit dem Münchner Mobilitätsanbieter beschäftigt haben, könnte der Innenraum beim Erstkontakt für Überraschung und Interesse sorgen.

Das Kofferraumvolumen gibt Sono Motors mit 650 Litern an. Es lässt sich durch einfaches Umklappen der asymmetrisch geteilten Rücksitzbank auf 1250 Liter erweitern. Der Sion liegt damit unterhalb des Volumens eines VW Touran, der ohne das Umklappen der Sitze rund 180 Liter mehr an Volumen bieten kann. Die Nutzbarkeit im wahren Leben wird aber nicht durch Literleistungen, sondern durch Beladbarkeit und möglichst hohe Ausnutzung der zur Verfügung stehenden Fläche entschieden. Und da könnte der Sion mit seiner auf Nutzwert optimierten Form durchaus punkten.

Entscheiden wird sich das beim ersten Praxistest, der aber noch etwas warten muss. Die Produktion im früheren Saab Werk startet im zweiten Halbjahr 2020. Der Sion soll nur das erste Elektroauto einer ganzen Produktfamilie werden, die ganz auf Nachhaltigkeit setzt. Weitere Varianten, auf für internationale Märkte, sind in Planung.

7 Gedanken zu „Sion Innenraumdesign. Die Freiheit der Reduktion.

  • Schönes Design, aber es sind nur ein paar mehr computergenerierte Bilder. Sie sollten schon einige Prototypen haben, wenn sie nächstes Jahr mit der Produktion beginnen wollen – aber das scheint nicht der Fall zu sein.

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  • Der Warnblinkschalter sitzt schon mal gut sichtbar an prominenter Stelle. Wäre er ein richtiger Knopf, dann wäre er perfekt. Aber immerhin ein gut gemachter, reduzierter Innenraum. Sympathisch, da muss man fast zwangsläufig weiter die Daumen drücken!

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  • Die Reduktion …

    … auf das Wesentliche ist für mich persönlich ein (positives) Totschlagargument.
    Man kann und darf als großer und bekennender Anhänger das SAAB-Night-Panels
    ja wohl auch kaum etwas anderes fordern, oder?

    Daher ist und bleibt mir auch der Sion sympathisch – als ein Werkzeug für bestimmte
    und erfrischend viele und sogar auch gänzlich neue Aufgaben (etwa als mobiles Power-
    Pack).

    Was ich aber nicht so ganz verstehe – bzw. mir erstmalig auffällt – ist das Moos bzw. dessen
    Präsentation …

    Bislang dachte ich immer, dass der ökologisch sinnvolle Filter seine Arbeit still und heimlich
    verrichtet, dass jedes Rendering und Bild mit sichtbarem Moos ein virtueller Querschnitt
    durch den Sion gewesen sei …

    Jetzt gewinne ich aber den Eindruck, dass das ein Missverständnis war. Daher diese
    Verständnisfrage:
    Plant Sono Motors ernsthaft ein Terrarium mit Klarglasoptik im Armaturenbrett?

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    • Das tun sie und die Idee ist patentiert. Es gibt sogar eine Austauschempfehlung für das Moos nach einem gewissen Zeitraum. Überhaupt: Das Moos scheint Teil der DNA von Sono zu sein. Man findet es im Gebäude an allen möglichen Plätzen, schon ungewöhnlich.

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      • Muss ja kein Ausschlusskriterium sein, aber …

        … es wirkt schon etwas überflüssig und „ungewöhnlich“,
        steht scheinbar im Widerspruch zu einer Reduktion auf das
        Wesentliche …

        Skurrilles Detail eines für mich ansonsten in sich schlüssigen Autos.
        Vielleicht gibt es aber auch noch eine sinnvolle Erklärung ? ? ?

        Vielleicht ist das Klima innerhalb der Klimaanlage für Moos ja tatsächlich
        ideal, es tatsächlich immer so grün (wie auf den PR-Bildern aber nur sehr
        selten in der Natur) und vielleicht braucht es dafür Licht ? ? ?

        Wie dem auch sei, vielen Dank für die AW, die eigentlich längst und
        erschöpfend von Sono für jedermann hätte vorliegen sollen …

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  • Billiglook als Abkehr vom Mainstream zu bezeichnen ist für mich zu weit hergeholt.
    Für den vorgesehen Preis ist aber nichts anderes zu erwarten. Das Auto ist für mich ohne Emotionen und Begeisterung ein praktikables und sachliches Arbeitsgerät für Freizeit und Beruf.

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    • Arbeitsgerät – praktikabel und sachlich

      Also Ihr Schlusssatz weckt bei mir ironischerweise Emotionen.
      Klingt irgendwie nach gutem Werkzeug. Die lösen bei mir Begeisterung aus.

      So ganz allgemein, ohne dass ich damit für oder wider den Sion etwas gesagt haben will …

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