Form folgt Funktion. Sion im Seriendesign.

Da der Sion ab dem 2. Halbjahr 2020 am Göta Älv gebaut werden soll, hat er natürlich mein Interesse geweckt. Ein Termin von Mark und mir in München steht im Juni an, denn wir möchten Sono Motors näher kennenlernen. Während das Startup auf den Testfahrten noch die Prototypen zeigt, steht das endgültige Design der Serie schon fest.

So soll der Sion in Serie gehen
So soll der Sion in Serie gehen. Bild: Sono Motors

Auf den ersten Blick sieht man: Das Design hat spürbar gewonnen und ist gefälliger als das der Testfahrzeuge. Zusätzliche Fenster lassen einen hellen und freundlichen Innenraum erahnen. Zusammen mit der auffällig kantigen Form hebt sich der Sion vom automobilen Umfeld ab. Sein Design lässt eine gute Rundumsicht und einen hohen Nutzwert vermuten, nur mit der Sicht nach hinten kann es eng werden. Genaueres wird man erst 2020 bei einer Probefahrt wissen.

Die Form folgt der Funktion

Sauber integriert in die Karosserie sind die 248 Solarpaneele, die den Sion zu einem Solar Electric Vehicle (SEV) werden lassen. Die Module sollen, abhängig von der Jahreszeit, bis zu 35 Kilometer Reichweite am Tag generieren.

In München spricht man von einem Alleinstellungsmerkmal, was allerdings so nicht ganz korrekt ist. Denn in den Niederlanden rollt mit dem Lightyear One ein zweites Startup SEV auf die Bühne. Dessen Ansatz ist ebenso auf Nachhaltigkeit festgelegt wie bei dem Sion, aber der Nutzwert des teilweise schwedischen Elektroautos dürfte erheblich höher ausfallen. Da alle Sion in jeder Farbe, sofern sie schwarz ist, geliefert werden können, fallen die Paneele dem flüchtigen Betrachter kaum auf. Ein Votum der Sion-Community, die so entschieden hat. Vielleicht ist die Entscheidung korrekt, denn sie lässt den Sion wie ein konventionelles Fahrzeug aussehen. Eventuell aber war sie verkehrt. Denn die eigentliche Innovation, die integrierten Solar Module, sind nicht auf den ersten Blick ersichtlich.

Dennoch, und vielleicht auch deshalb, ist der Sion ein Fahrzeug, das sich wohltuend vom Mainstream abhebt. Keine große Show, keine Effekthascherei. Der Nutzwert als Car-Sharing Auto steht im Vordergrund. Die Form folgt der Funktion, zufällig eine Maxime von Saab und das Credo,  wie man in den 80er Jahren Autos baute. Worte wie zum Beispiel “Raumökonomie” nimmt allerdings heute kein Autoboss mehr in den Mund, denn viel Platz für Menschen auf möglichst kompakter Fläche scheint aus der Mode zu sein.

In München arbeitet man gegen den Trend. Der Sion könnte ein Projekt sein, das für ein neues Denken steht. Nicht eitel, aber gut durchdacht und mit einem hohen Nutzwert. Dafür spricht auch die optionale Anhängerkupplung, bei Elektroautos noch eine Seltenheit, und die Fähigkeit,  mit einem Sion einem anderen Elektrofahrzeug Energie zu spenden. Ob Sono Motors auch im Innenraum final so konsequent puristisch bleibt,  ist abzuwarten. Bilder vom endgültigen Design hat man bisher noch nicht veröffentlicht.

Batteriemodul aus deutscher Produktion

Was Sion macht, passt gut in den enormen Wandel, den die Autoindustrie im Moment durchlebt. Wie das Unternehmen um Gründer Laurin Hahn, der erst 24 Jahre zählt, denkt und handelt,  werden Mark und ich demnächst in München erkunden. Wir jedenfalls sind gespannt.

Hinter dem Sion stehen in einer Entwicklungspartnerschaft deutsche Auto-Zulieferer wie Bosch und Elringklinger. Das Unternehmen aus Dettingen/Erms ist ein traditionsreicher Teil der Autoindustrie und Weltmarktführer im Bereich der Zylinderkopfdichtungen. Mit dem relativ jungen Geschäftsfeld alternative Antriebe trägt man seit 2011 dem Wandel Rechnung. Für den Sion liefert Elringklinger das per Flüssigkeit gekühlte 48 V Batteriemodul, das auf bis zu 800 V Gesamtsystem-Spannung ausgelegt ist. Sono Motors setzt dabei nach eigenen  Aussagen auf eine Technologie, die weniger vom umstrittenen Rohstoff Kobalt benötigt als herkömmliche Lösungen. Mit der 35 kWh Batterie wird der Sion nach WLTP 250 Kilometer weit kommen. Das Modul soll an einem deutschen Standort produziert werden.

Das Batteriemodul wird aber doppelt so teuer sein wie ursprünglich vom Münchner Startup geplant. Presseberichte schreiben von 9.500 €, der Preis des Sion stieg deshalb auf 25.000 €. Das hat zuletzt 10.000 Vorbesteller nicht davon abgehalten,  sich einen Sion zu reservieren und anzuzahlen.

34 Gedanken zu „Form folgt Funktion. Sion im Seriendesign.

  • 31. Mai 2019 um 10:33 AM
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    Weiß man schon die Solarpanele auch das Fahrzeug klimatisieren können, wenn das Auto steht?

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    • 31. Mai 2019 um 10:47 AM
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      Gute Frage – keine Antwort im Moment. Ich nehme die Frage mit nach München!

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  • 31. Mai 2019 um 11:07 AM
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    Was man noch hervorheben sollte: Der Sion wird NICHT in China gebaut. Allein das macht ihn schon interessant.

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  • 31. Mai 2019 um 12:00 PM
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    Weniger Kobalt ist gut, weil alleine VW schon die gesamte Jahresproduktion für seine E-Mobile benötigt ;-). Es ist schön das es nicht in China produziert wird, aber das macht mir ein E-Auto nicht schmackhafter. Ich halte das alles für einen riesen Irrweg!

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    • 31. Mai 2019 um 2:15 PM
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      Sowohl als auch vs. stattdessen?

      Vielleicht liegt der Königsweg in der Mitte? Tatsächlich hatten wir vor knapp 100 Jahren (in den 1920er & 30er Jahren) schon mal einen Wettstreit zwischen Strom und Verbrennern, der lange Zeit offen schien.

      Ausgerechnet und auch in Amerika versuchten sich Hersteller daran, Luxuslimousinen und sogar (tatsächlich flugfähige) Flugzeuge zu elektrifizieren und die Überlegenheit des Konzepts zu propagieren. Dieser Wettstreit war damals freilich ein rein technischer, ohne Aspekte der Umwelt und Gesundheit auch nur ansatzweise in Betracht zu ziehen.

      In Deutschland waren zeitgleich elektrische Lieferfahrzeuge zumindest innerstädtisch durchaus üblich. Etwa für Milch, bei der Post oder für Bierfässer. Da wurde manche Kutsche und manches Pferd tatsächlich durch EVs ersetzt, ohne je den Weg über einen Verbrenner gegangen zu sein.

      Ich bin vollständig bei Ihnen. Der Einsatz von Ressourcen, die fehlende und offene Fragen zur Infra- und Ladestruktur. Die mangelhafte Reichweite. Fehlende oder unehrliche Gesamtbilanzen und der Gleichen mehr …

      Was ich mir aber gut vorstellen könnte und wünschen würde, wären politische Rahmenbedingungen, die es beiden Konzepten in Zukunft wieder ermöglichen würden, gleichberechtigt existieren und miteinander konkurrieren zu können.
      Vielleicht wäre das Ergebnis ja ein altbekanntes? Also wieder mehr EVs in Städten und Ballungsräumen, gemischt mit Verbrennern, die auch mal Langstrecken fahren …

      Dann wären wir endlich wieder dort, wo wir vor 100 Jahren schon mal waren.
      Also auf in die Zukunft …

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      • 2. Juni 2019 um 10:58 AM
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        Ja, das würde auch die überzogene Reichweitendiskussion entschärfen.
        Ich bin von Beruf Kraftfahrer. Für meine Arbeit wäre auch ein Tesla nicht geeignet. Für mich privat sieht die Situation ganz anders aus. Mit unserem Privatauto (Toyota Yaris Hybrid) fährt meine Frau jeden Tag 5Km zur Arbeit und 5Km zurück. Ein Fahrrad kommt nicht in Frage, weil sie in Schichtarbeit auch um Mitternacht im Dunkeln über einsame Landstraßen fahren muss. Außerdem fährt sie noch zweimal die Woche 2Km zum Sport und zurück. Dazu kommen noch hin und wieder keine Fahrten zum Einkaufen (bis zu 10Km Entfernung). Dann machen wir noch einige Vesuxhe ( bis 40Km Entfernung) und ein bis zweimal im Jahr fahren wir zur Ostsee (80Km Entfernung). Das sind, bis auf die wenigen Fahrten zur Ostsee, nur Kurzstrecken. Dafür benötigen wir kein Auto mit einer großen Reichweite. Solche Kurzstecken sind für einen Verbrennungsmotor Gift. Einem Elektromotor schaden sie nicht. Da eignet sich ein Elektroauto hervorragend.

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        • 2. Juni 2019 um 11:38 AM
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          Das ist das Thema. Unser Zweitwagen fährt ebenfalls erbärmlich kurze Strecken. Der SION wäre von der Größe her optimal geeingnet und mit den Solarzellen muss man vermutlich im Sommer noch nicht mal “tanken”. Auch der Preis wäre im Budget.

          Mal abwarten was Tom aus München berichten wird.

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          • 2. Juni 2019 um 7:27 PM
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            Das wird noch etwas dauern, der Termin ist erst zum Monatsende. Es freut mich, wenn das Thema auf Interesse trifft!

    • 31. Mai 2019 um 2:38 PM
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      Ich halte die Elektromobilität auch für einen Irrweg. Es wird wohl so werden, dass uns die Politik das aufdrängen wird. Der VW Konzern rüstet dermassen auf, den kann man ja nicht hängen lassen!

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      • 2. Juni 2019 um 11:23 AM
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        Man darf halt nicht den Lügen der Deutschen Automobilindustrie, den Mineralölkonzernen sowie deren Lobbyisten alles glauben. Aber auch bei den Anhängern der Elektromobilitât wird vieles schön geredet.

        Es wird bei den Verbrennungsmotoren vieles in der Umwelt und Energie Bilanz weggelassen.
        So wird verschwiegen, dass für die Herstellung von Benzin bzw. Dieselkraftstoff für die Raffinerierung sehr viel meist thermisch Energie benötigt wird. Das bedeutet, dass für die Herstellung pro Liter Benzin etwa 1/3 so viel CO2 erzeugt wird wie bei der Verbrennung im Motor. Außerdem muß das Benzin auch noch zu den Tankstellen transportiert werden. Desweiteren wird verschwiegen, das bei jedem Kaltstart der Kraftstoffgehalt für die Verbrennung erhöht wir was nicht nur mehr CO2 Ausstoß zur Folge hat sondern die Umwelt durch einen drastischen Anstieg andere Schadstoffe wie CO extrem schädigt.

        Ein Kaltstart bei Verbrennungsmotoren schädigt die Umwelt wie 500Km fahren. Deshalb brauchen wir eine Kombination aus Elektroautos, mit kleiner Reichweite, für Kurzstrecken und Hybridautos für Langstreckenbetrieb.

        Wer nur ein bis zweimal im Jahr Langstrecken fährt, kann sich dafür ja ein Hybridauto oder ein Auto mit nur Verbrennungsmotor Usleihen und an sonsten mit einem Elektroauto fahren.
        VW bietet seinen Kunden mit Elektro bis zweimal im Jaher eine kostenlosen Mietwagen mit Verbrennungsmotor zu nutzen.

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  • 31. Mai 2019 um 1:12 PM
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    SCHUKODOSE & RAUMÖKONOMIE

    Wenn ich bei Sono Motors richtig gelesen hatte, kann man am Sion auch Elektrogeräte anschließen und betreiben. Das ist auch eine Hervorhebung wert und ein ziemlich smartes Detail, finde ich …
    Mir fallen dafür jedenfalls etliche private und berufliche Anwendungsmöglichkeiten ein.

    Toms Beobachtung und Beschreibung des Verhältnisses der Autobosse zum Thema Raumökonomie ist – mit Blick auf so genannte Premiummarken – sicher richtig. Aber die Bosse liegen wohl falsch …

    Ich kenne viele Autofahrer, deren einziger Audi oder Mercedes ein A2 oder die zweite A-Klasse war oder noch ist und wohl auch bleiben wird. Der Aufschrei und die Enttäuschung war jeweils groß, als der A2 ersatzlos eingestellt und die A-Klasse durch einen Mercedes-Golf ersetzt wurde …

    Raumökonomische Fahrzeuge mit einem Hauch Premium als Erst- oder Zweitwagen, da liegt ein eigenes Marktsegment plötzlich wieder vollständig brach. Und das in Zeiten, in denen diese Hersteller ihre Modellpaletten breiter auswalzen, als eine 8-spurige Autobahn plus Standstreifen und Rastplatz …

    Die Bosse müssen es wissen, aber allein ich weiß von 5 enttäuschten Kunden, die sie dadurch verloren haben.
    Um so mehr Potential hat ein Sion. Auch gut …

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  • 31. Mai 2019 um 1:35 PM
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    Ich glaube, DEN Weg gibt es nicht…. Es muss eine Mischung aus verschiedenen Antrieben, Carsharing, etc her….. Den Grundgedanken von Sion finde ich gar nicht so verkehrt. Hätte ich einen zu Hause in Spanien, müsste ich im Alltag höchstwahrscheinlich nie an die Steckdose. Wo auch immer produziert….. Das bliebt in meinen Augen nach wie vor das größte Problem. Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass das umweltfreundlichste Auto jenes ist, welches nicht mehr hergestellt werden muss.

    Der Lizi

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    • 1. Juni 2019 um 10:30 AM
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      Das ist richtig und gilt für alle Produkte. Längere Nutzungsdauer wäre nicht nur beim Auto ein Plus für die Umwelt. Nur setzt sich dieser Gedanke durch?

      Man stelle sich nur vor alle Dienstwagenfahrer würden ihr Fahrzeug anstatt 2 oder 3 Jahren für 5 Jahre nutzen! Die Industrie käme ganz schön in Probleme.

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      • 1. Juni 2019 um 12:51 PM
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        ALLE PRODUKTE

        Sie bringen die Sache auf den Punkt. Staatliche Förderung gab es ja sogar schon für Kühlschränke. Und nein, unter solchen Rahmenbedingungen “setzt sich dieser Gedanke” ganz sicher nicht durch. Es schadet aber nicht, an gültigen Gedanken festzuhalten …

        Es ist perfide, dass immer wieder der Umweltschutz (ausgerechnet) als Argument genommen wird, um Konsum, Umsätze und die Wegwerfgesellschaft anzufeuern. Perfide ist auch, dass dabei ein fiskalisch-monetärer Partizipationsdruck auf Bürger und Konsumenten aufgebaut wird, der schon fast zwingend ist …

        Gleich nebenan wohnt der kluge Nachbar, der zwar weniger Steuern zahlt, aber jeden Zuschuss und jede Prämie mitnimmt, der grinsend und stolzgeschwellt davon berichtet, was für ein Fuchs er ist. Fassade, Fenster, Heizung, Kühlschrank und Auto. Alles immer neu …

        Schade aber, dass der alte Kühlschrank (auch schon A+) nun verschrottet ist und blöd, dass der neue kurz nach Ablauf der Garantie den Geist aufgab. Oder dass die mit Zuschüssen gedämmte Fassade nach 20 Jahren wieder erneuert werden muss, es dann keine Zuschüsse mehr gibt und zigtausend Euro allein für die Entsorgung der Bauchemie anfallen. Natürlich auch im Namen der Umwelt, in deren Namen man den ganzen Dreck (Styropor und Acrylputz) vorher ans Haus geklebt hat. Das Argument zieht immer. Plus Förderung wird es schon fast zwingend. Aber eben nur fast …

        Schön, dass es Menschen gibt, die sich nicht zum Konsum zwingen lassen. Auch im Namen der Umwelt.

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        • 2. Juni 2019 um 10:29 AM
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          Genau das ist der Gedanke von Sono Motors. Weniger Autos statt mehr. Deshalb setzt Sono Motors auch mit seinem Go Sono auf Mobilitätsdienste wie Car Sharing Ride Shairing.

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    • 2. Juni 2019 um 1:55 PM
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      Vermutlich werden wir in den nächsten Jahren einen Mix aus vielen Antriebsarten haben. Je nachdem was besser für das jeweilige Umfeld ist fährt man halt mit Wasserstoff oder Batterien. Und auf Langstrecken (vielleicht ???) immer noch einen Diesel, zumindest bist die Wasserstoff Geschichte so weit ist.

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      • 3. Juni 2019 um 12:52 PM
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        …oder Autogas oder andere (Neben)Produkte, die bei Produktionsprozessen anfallen und sonst wenig oder nicht genutzt werden?
        Ich habe den Eindruck, es gibt ausreichend, was schon da ist und – bei weiterer Vertiefung und evtl. auch Förderung – genutzt werden kann.

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        • 3. Juni 2019 um 1:35 PM
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          NEBENPRODUKTE …

          … sind ein gutes Stichwort. Wir können und dürfen nichts mehr wegwerfen. DEN Verkehr und DAS (einzige) Antriebs- oder Energiekonzept darf es nicht geben. Traurig, dass trotzdem unter dieser Prämisse die Zukunft diskutiert (und auch entschieden) wird …

          Dabei ist längst klar, dass wir es uns nicht leisten können, Nebenprodukte wegzuwerfen, statt alles, “was schon da ist”, möglichst vollständig zu verwerten. Da muss ganz eindeutig im Sinne Ihres Kommentars umgedacht werden.

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  • 31. Mai 2019 um 1:38 PM
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    Super interessant! Ich sehe da auch einen Konflikt der Generationen heraufziehen. Die alte Autoindustrie bringt ein Monster wie den Audi Q irgendwas E-tron und meint damit was für die Umwelt zu tun. Die Jugend hält mit dem Sion dagegen. Welches Elektroauto smarter ist muss man nicht extra schreiben, ich denke das ist klar.

    Nur, wer wird sich durchsetzen. Die reiche, alte Industrie mit ihren Monstern? Oder die unkonventionelle Jugend?

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    • 31. Mai 2019 um 4:37 PM
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      Zumindest sitzt die Jugend-zeitlich gesehen- am längeren Hebel.

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      • 1. Juni 2019 um 9:34 PM
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        Diese Jugend sägt sich mit ihrem medial angefeuerten grünen autoaggressiven Kretinismus gerade alle Hebel für die Zunkunft des Landes ab und wird wohlverdient als chinesische Kolonie enden, in der man Sonntags auf dem Kamel zur nächsten Steinigung schaukelt.
        Batterieautos sind ein böser Witz und der Chines am Ende laut lachen, weil unsere Leute es nicht schaffen werden, rechtzeitig, also jetzt, die Brennstofzelle zu bringen.

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        • 2. Juni 2019 um 10:39 AM
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          Die Brennstoffe ist energetisch ineffektiv, weil für die Herstellung des Wasserstoffs sehr viel Energie benötigt wird und der Wasserstoff für eine respektable Reichweite auf 350 bzw. 700 bar komprimiert werden muss, was wiederum sehr viel Energie benötigt. Deshalb ist Wasserstoff auch sehr teuer.

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          • 2. Juni 2019 um 2:23 PM
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            NATÜRLICHE ENERGIEQUELLEN & SPEICHER

            Der Pionier und Visionär Henry Ford postulierte einmal, dass der Sprit der Zukunft pflanzlich sei. Seinen bis 1928 gebauten Ford-T wollte er ursprünglich für E100 bauen und optimieren.

            In dem Deutschland dieser Tage wurde unter dem Namen Monopolin mit einer gewissen Ausschließlichkeit (der Name war Programm) “Benzin” vermarket, das immerhin E25 war. Pflanzen brauchen nunmal Licht. Ethanol und Feuerholz ist alles zugleich – sowohl nachwachsender und CO2-neutraler Energieträger und Speicher und zudem noch die natürlich und selbständig wachsende und vollständig kompostierbare “Solarzelle” in Union.

            Schon ziemlich gut und raffiniert, diese Natur …

            Ob wir das technisch besser, mit einem geringeren Einsatz an Ressourcen und weniger Flächenbedarf lösen?
            Man darf gespannt sein. Und man darf zweifeln …

            Die Speicher für (technisch geerntete) Solar- und Windenergie sind jedenfalls problematisch.
            Wasserstoff wäre immerhin eine Option, wenn auch eine umstrittene …

        • 2. Juni 2019 um 11:34 AM
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          Die Chinesen setzten schon seit einiger Zeit gehwungener Weise erfolgreich auf Elektromobilität. Das haben sie gehwungener maaße gemacht, weil sie die Luft in Ihren Städten nicht mehr ohne Gesundheitsschäden einatmen könnten. Deine Volle ist, dass sich die Luftqualität dort stark verbessert hat.

          Wenn unsere Automobilindustrie diesen Wandel nicht nachvollziehen, wird sie mit Sicherheit von den Chinesen abgesägt. Die haben ihre Sägen schon längst in Arbeit.

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          • 2. Juni 2019 um 1:26 PM
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            Das ist mir viel zu monokausal.

            China hat noch in den 1980er Jahren neue (!) Dampflokomotiven gebaut, in Verkehr gebracht und ist mit den Dingern quer durch die Stadt bis zum zentralen Hauptbahnhof gefahren …

            Strom, Heizung, Verkehr, man hatte in allen Bereichen quasi gestern noch auf die Kohle gesetzt und Kraftwerke gerne so gebaut, dass sie in Windrichtung zur Stadt standen, die dann auch noch gemeinsam mit dem oder den Kraftwerken und der Industrie in einem Talkessel lag …

            Der Straßenverkehr entwickelte sich ebenfalls lange Jahre nicht nach westlichen Standards.

            Sie müssen schon alle Parameter berücksichtigen, wenn Sie die Fortschritte chinesischer Luftreinhaltung gültig evaluieren wollen. Unter dem Strich wird eines ganz sicher NICHT stehen:

            Die Luftverschmutzung sei einzig durch den Individualverkehr entstanden, sie sei von modernen und westlichen Kfz mit Verbrennungsmotoren ausgegangen und einzig durch die Förderung der Elektromobilität abgestellt worden.

            Das gehört nun wirklich ins Märchenbuch …

  • 3. Juni 2019 um 1:00 PM
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    Was ich beim Sion vermisse, und ihn – neben allen guten Ideen – doch ein Auto sein lässt, das mir aktuell so nicht gefällt:
    – Er wird nach hinten wieder mehr zum Käfig, die Fensterflächen werden kleiner, die (gefühlte, und optische) Verbindung zur Außenwelt sinkt. Gibt es dafür konkrete technische oder unternehmerische Gründe?
    – Er ist schwarz, wie ich lese ausschließlich. Das macht den Verkehr weiterhin dunkler, weniger friedlich, und lässt den Wagen zudem bei Sonne mehr aufheizen als notwendig. Für helle Farben oder Weiß sprechen mehrere Gründe, die ich zu so einem Wagen passender – und das Konzept dann auch konsequenter durchgezogen – finde.
    Zusammen wirkt es so auf mich noch nicht konsequent genug. Bei SAAB fand ich bis zu einem Punkt das Konsequente, dieses ehrliche und wirkliche Dranbleiben am guten Auto und (nicht nur der) “form follows function”, interessant und ist ein großer Teil meiner Gründe, die Autos zu fahren.

    Antwort
    • 3. Juni 2019 um 6:47 PM
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      Irgendwo müssen die Solarzellen ja platziert werden, die bei Sonnenschein die ~ 30 km Reichweite nachladen sollen. Insofern ist es vermutlich schon konsequent, die Sehschlitze nach hinten zur verlagern, anstatt sie vorne zu verbauen, dort wären die Einschränkungen noch unangenehmer.

      Wenn ich das mit der Farbe richtig verstanden habe, standen Weiß oder Schwarz zur Auswahl und in einer Abstimmung hat sich die ‘Community’ für schwarz entschieden. Falls die ‘Community’ ein repräsentativer Querschnitt der Autokäufer sein sollte, ist es wohl so, dass die aktuellen Fahrzeuge vielfach so dunkel sind, weil die Kunden das so wollen. Oder Ihnen hat der Kontrast zwischen den dunklen Solarzellen und der weißen Karosse nicht gefallen. Zumindest halte ich es für clever, die potentielle Kundschaft zu fragen, welche Farbe Ihr lieber ist, um einen möglichst großen potentiellen Abnehmerkreis zu haben.

      Eine Farbe ist natürlich keine große Auswahl, aber anscheinend soll es die ja bei der Ausstattung nirgends geben. Ein Modell und das wars dann erst mal. Birgt eventuell eine Geschäftsoption für Folierer, falls es Folien mit genügend Transparenz gibt, um das solare Laden nicht komplett abzuwürgen …

      Antwort
  • 3. Juni 2019 um 10:37 PM
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    Fiskar hatte auch Solarzellen auf dem Dachnund machte damit bis zu 35km, der Wagen war aber ein Hybride 🙂 bin auf den Bericht von München gespannt!!

    Antwort
  • 4. Juni 2019 um 1:19 PM
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    Deutschland hat beim weltweiten Co2 Ausstoß einen Anteil von ca. 2,3 %. Der Anteil des Individualverkehrs liegt bei fast 25% davon. Wir können alle ab morgen zu Fuß gehen. Das Klima wird sich nicht verändern. Die Energiewirtschaft, die Schwerindustrie usw. sollten auf den Prüfstand, aber nicht das Auto.

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    Antwort
    • 4. Juni 2019 um 2:27 PM
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      Das liest sich so harmlos, ist es aber auf keinen Fall. Die Fakten: 0.12% der Welbevölkerung (Deutschland) verursachen nach Ihren Zahlen 2,3% der Co2 Emission. Wir nehmen uns also nicht nur ein viel zu großes Stück vom Kuchen, sondern gehen auch noch davon aus, dass wir mit Duldung anderer zu deren Nachteil so weiter machen dürfen.

      Das ist nicht akzeptabel.

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      • 4. Juni 2019 um 3:04 PM
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        Nachtrag: Ich muss mich allerdings selbst korrigieren. In Deutschland leben 1,15% der Weltbevölkerung.

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        • 4. Juni 2019 um 4:20 PM
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          Na toll, jetzt muss ich alles neu durchrechnen.
          Ich hatte Ihnen vertraut und mein Kommentar ist bereits unterwegs …

          Jetzt ist alles, was dort steht, mal eben knapp um den Faktor 10 daneben und Alter Schwede liegt gar nicht mehr so falsch. Shit happens und Fehler passieren. Nichts für Ungut. Aber einen Faktor von knapp 10 im Namen der Menschheit, der Welt und ihrer vermeintlichen Rettung, finde ich schon ziemlich heftig …

          Aber Sie haben es korrigiert. Das verdient auch Respekt. Vielen Dank dafür.

          Antwort
      • 4. Juni 2019 um 3:49 PM
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        Anders gerechnet:

        0,12% der Weltbevölkerung emittieren 0,575% des weltweiten CO2-Austoßes alleine durch den Individualverkehr.
        Mal eben knapp der Faktor 5 dessen, was uns insgesamt zustünde, wenn wir nicht sparen wollten und nicht auch müssten. Allein durch den Individualverkehr, wohlgemerkt …

        Insgesamt sind wir knapp bei dem Faktor 20. Schockierend und schon allein der Verkehr ist für sich genommen so nicht akzeptabel. Das stimmt zweifelsohne.

        Und doch hat der Kommentar von Alter Schwede seine Berechtigung. Wenn wir 75% unseres CO2-Austoßes außerhalb des Individualverkehrs verursachen, kämen wir selbst zu Fuß noch immer auf einen Faktor 15 gegenüber dem Durchschnitt der Weltbevölkerung.

        Da kann und darf man schon mal ins Grübeln kommen, wie eine Energiewende insgesamt aussehen müsste und welche Prioritäten wir wann setzen sollten. Und es schadet sicher nicht, darüber ein wenig zu grübeln. Es sind vielmehr der blinde Aktionismus und vorschnell gefundene Allheilmittel, die mir sehr große Angst machen …

        Diese sind der historische Wiederholungsfall. Sind die erneute Suche nach dem einen und einzigen heiligen Gral.
        Daran ist die Menschheit bisher immer zuverlässig gescheitert. Und sie wird wieder scheitern.

        Wir brauchen vielfältige und lokale (dezentrale) Lösungsansätze.
        Das Großmaßstäbliche und Allumfassende, der heilige Gral hat bislang immer und zuverlässig versagt.

        Antwort
        • 4. Juni 2019 um 7:22 PM
          Permalink

          ICH REVIDIERE …

          … und stelle richtig: 1,15% der Weltbevölkerung emittieren 0,575% des weltweiten CO2-Ausstoßes durch den Individualverkehr. Daraus mache wer auch immer was er will.

          Und der Faktor zwischen dem weltweiten Pro-Kopf-Durchschnitt und unserm CO2-Ausstoß liegt gerade mal bei 2. Angesichts der Tatsache, dass wir im Winter heizen müssen und als so genannter Exportweltmeister industriell CO2 emittieren, welches andere konsumieren (uns aber trotzdem angerechnet wird), finde ich diese Bilanz gar nicht mal so schlecht.

          Antwort

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