Der Saab 9-5 oder die Inkarnation der Nachhaltigkeit

Ich muss gestehen, dass ich eigentlich durch Zufall zum Saab gekommen bin. Wer ein altes Haus renoviert, weiß dass es immer was zu transportieren gibt. So fuhr ich einen weissen VW T3 Doppelkabine.
Der Saab 9-5 - Nachhaltigkeit pur
Der Saab 9-5 – Nachhaltigkeit pur


Bis der Tag kam, an dem meine Doppelkabine im Wesertunnel mit einer riesigen weissen Rauchwolke den Zylinderkopf-Tod bei 375.000km gestorben ist. Ein Tauschmotor kostete mindestens 1500 €. Den alten Turbolader und die alte Dieselpumpe, die auch noch inkontinent war, an den neuen Motor anbauen?

Nicht wirklich!

Mit Einbaukosten käme ich dann auf 3000 Euro. Das war für ein ehemaliges Dachdeckerauto nun doch ein bisschen viel. Also setzte ich ihn bei Facebook auf die T3-Seite so wie er war für 800 €. Es dauerte keine Viertelstunde – und er war weg.

Dann stolperte ich bei Ebay Kleinanzeigen in Osterholz über einen Saab 9-5. Ohne TÜV, für 750 €. Da es nur 20 km waren – nichts wie hin. Bis auf heruntergefahre Bremsen und einen Riss in der Windschutzscheibe ging es „meinem“ Saab ganz gut. Bei den Verhandlungen konnte ich noch neue Bremsscheiben und Beläge aushandeln. Perfekt!

Am nächsten Morgen auf zum Strassenverkehrsamt. Dort wollte ich „Wegwerfkennzeichen“ kaufen um meinen Saab nach Hause zu holen. Ich bekam dann zu hören: Osterholz ist ein anderer Landkreis. Dafür gibt es keine Einwegkennzeichen.

Der Schrottplatzbetreiber in Lemwerder hat ihn dann für 50,00 € geholt und so mein Problem gelöst. Nach einer grossen „Werftliegezeit“ fährt der Saab nun schon seit 3 1/2 Jahren ohne Probleme. Auch 800 km Touren zur US Army waren nie ein Problem. Mittlerweile hat er 312.000km abgespult und läuft wie am ersten Tag.

Nachhaltigkeit hat einen Namen: SAAB! Genauso wie die Borgward Isabella meines Bekannten in der Nachbarschaft. Damit fährt er heute noch Hochzeitspaare zur Kirche…

Fragt mich doch mal,ob ich den Saab wieder kaufen würde…


Danke an Michael Dabeck für die Saab Geschichte am Sonntag! Wie fährt es sich im Alltag mit einem älteren Saab? Was erlebt man, wie reagieren Freunde, Kollegen und die Familie? Mit Nachsicht, Begeisterung oder Mitleid? Wie hält man den Saab am Leben, was erlebt man mit Ersatzteilen und Werkstätten, wie optimiert oder restauriert man den alten Schweden?

Ein weites Themenfeld für die “Saab Geschichten 2019!”. Herausfordernd, aber auch interessant. Wie sieht es bei den Fans aus, wie stark schlägt das Saab-Herz im Alltag? Schreibt es uns, es lohnt sich!

Wir bedanken uns für jeden veröffentlichten Artikel mit einer exklusiven Saab-Scania Bordmappe.

9 Gedanken zu „Der Saab 9-5 oder die Inkarnation der Nachhaltigkeit

  • INKARNATION

    Das ist ein Synonym für Fleischwerdung und Verkörperung. Die Überschrift verstehe ich also so, dass der 9-5 Nachhaltigkeit verkörpern würde. Dem habe ich grundsätzlich nichts entgegenzusetzen …

    Schade nur, dass die Story überhaupt nicht darauf eingeht, worin diese Nachhaltigkeit bestehen sollte? Spricht es nun für oder gegen die Nachhaltigkeit eines SAABs, wenn man als Vorbesitzer neue Bremsen draufpacken muss, um das fahrbereite (!) Auto überhaupt noch für 7 Euro 50 loszuwerden? Was macht ein kostenbewusster und mit viel Verhandlungsgeschick gesegneter Käufer, sobald der SAAB vielleicht doch mal etwas Zuwendung (und Geld) von ihm fordern würde?

    Ist das ein Leserbeitrag, der für den Erhalt von SAABs oder ganz im Gegenteil für den kostenbewussten Konsum und Verschleiss verbliebener SAABs plädiert? Fragen über Fragen …

    In jedem Fall kein unbeschwertes Lesevergnügen.
    Bin froh, dass ich diesen Sonntag mit neuen Fotos aus Essen beginnen durfte ! ! !

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    • Ich würde mal sagen wenig Kosten und trotzdem zuverlässig wie verrückt. Das will der Autor sagen. Nicht jeder von uns kann so gut wie Sie mit Worten umgehen.

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  • auch eine interessante Geschichte, die zeigt, dass ein Saab nicht teuer sein muss

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    • Mich macht traurig, wie billig er war.
      Und mir tut der Vorbesitzer leid, dem bei diesem Kurs auch noch neue Bremsen abgeschwatzt wurden.

      Einziger Inhalt und Fazit der Story ist, dass fahrfähige und zuverlässige SAABs mit Ledersitzen verschenkt werden,
      dass man noch Neuteile in Geschenkpapier und mit Schleife verpackt drauflegen muss …

      Never shoot the messenger. Nix gegen Michael Dambeck. Schön, dass er den Weg zu SAAB gefunden hat. Aber ich klatsche ganz sicher nicht vor Freude in die Hände wenn ich lese, dass ein SAAB, der noch für zig Jahre und viele tausend Kilometer gut ist, nix mehr wert ist.

      Das sagt viel über Angebot und Nachfrage aus. Und somit auch über die Nachhaltigkeit in unserer Gesellschaft. Insofern verkörpert ein verschenkter 9-5 diese auch nicht, ist nicht deren Inkarnation, sondern ein Ausdruck der Wegwerfgesellschaft und ihrer mangelhaften Wertschätzung bereits existierender aber gebrauchter Produkte – zumindest wenn dieses Produkt ein SAAB 9-5 ist. Eine traurige Geschichte. Aber wohl auch eine ehrliche und ein Spiegel der Realität.

      Ironischerweise ist es der T3, der trotz kapitalem Motorschaden Michael Dambeck in weniger als 15 min aus den Händen gerissen wurde und wohl neu aufgebaut werden soll, der in dieser Geschichte das nachhaltige Denken verkörpert.

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      • So ist es. Die Community freut sich natürlich über den geretteten 95. Auch ich finde erschreckend, für welchen Kurs man hier ein Oberklassefahrzeug in seiner Lebensmitte bekommt. Das betrifft grundsätzlich auch andere Marken, diejenseits des Mainstream liegen. Aber wie man an der Abwrackprämie sah, ist Nachhaltigkeit offensichtlich nicht gewollt, wenn voll funktionsfähige Autos verschrottet werden, um einen Neuwagen unters Volk zu bringen, der nach irgendeiner Fantasienorn ein paar Zehntelliter weniger verbraucht.

        Antwort
  • Es ist doch kein Geheimnis das unsere älteren Autos für uns emotional sehr wertvoll sind, aber die Realität nur kleine Euro Scheine zu bieten hat. Egal wie gepflegt sie auch sein mögen. Aber ist es nicht auch Saab Spirit darauf nichts zu geben was Andere für Werte in unseren Autos sehen?

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    • Ist alles richtig, aber es geht gar nicht um die Anderen …

      Anscheinend und trotz eines schrumpfenden Bestandes ist kein ausreichendes Interesse an den derzeit verbliebenen SAABs vorhanden – je nach Modell und Ausstattung auch mal so gut wie gar keins.

      Wenn das Auto schon nichts kosten darf, habe ich große Zweifel, dass die betroffenen SAABs immer alles bekommen was sie brauchen. Etliche werden in den nächsten Jahren wohl als Schlachtvieh oder in der Presse enden – mit abgefahrenen Reifen, einer kaputten Zündkassette oder einer ausgelutschten Kupplung (nicht ganz billig) …

      Das mag „kein Geheimnis“ sein und immerhin wird das irgendeinmal den Wert der verbliebenen SAABs steigern, aber traurig finde ich diesen Pfad trotzdem und nachhaltig ist er sicher auch nicht.

      Antwort
  • Ja, sehe ich auch so. Auch bei mir ließ der Artikel ob seiner Kürze und seines Inhalts nur ein maues und fragendes Gefühl zurück, weshalb ich diesen erst mal gar nicht kommentiert habe. Ich bin ja kein Schrauber und kenne nur die Werkstattpreise, die ich für Bremsscheiben (!) und -beläge gezahlt habe – damit hätte der arme Verkäufer sogar noch ganz ordentlich drauf gezahlt. Insofern ist es diesem hoch anzurechnrn, dass er den 9-5 gleichwohl „verschenkt“ hat, anstatt ihn – zwecks Einstreichung einer staatlichen Prämie aus dem Fonds zur Förderung der deutschen Betrüger-Industrie – gegen einen Neuwagen einzutauschen und damit der Schrottpresse zu weihen. Wahrscheinlich hing er – aus gutem Grund – an dem 9-5er und war ihm dankbar für all die Jahre treuer Dienste. Hoffen wir, dass es dem jetzigen Besitzer nun auch so geht und es auch so bleibt, wenn der alte Freund mal ein bisschen (kostspieligere) Zuwendung braucht. Der letzte Satz liest sich immerhin so …

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    • Genau das hatte ich auch überlegt – ob ich mich eines Kommentars zu diesem Leserbeitrag auf unbestimmte Zeit oder gänzlich enthalten sollte …

      Ein wenig kurz und lapidar ist der Beitrag von Michael Dabeck geraten und der Fokus scheint sehr auf dem eigenen Verhandlungsgeschick und dem persönlichen Vorteil zu liegen …

      Inzwischen ist der Artikel bei mir gesackt und ich sehe auch andere und positive Aspekte. Wenn man einen persönlichen Vorteil erzielen kann, dann spricht das ja auch für den Erwerb und Erhalt von SAABs. Und immerhin die gesprungene Windschutzscheibe muss der Erwerber (Michael Dabeck) wohl auf eigene Kosten und Rechnung erneuert haben.
      Ansonsten hätte der 9-5 ja die HU nicht bestanden.

      Ich glaube, dass die Leser „Schwarzer Saab“ und „Ken-Daniel S“ bislang die einzigen sind, die den Leserbeitrag auf Anhieb richtig einzuordnen wussten. Zwei oder drei Sätze mehr hätten vermutlich auch Ihnen oder mir geholfen, zu ähnlichen Schlussfolgerungen zu kommen? Schade, dass sie fehlen und dass deren Fehlen unnötige Verwirrung stiftet …

      Aber letztlich hat Michael Dabeck einen 9-5 ohne TÜV gekauft, für mittlerweile 3,5 Jahre betrieben (Ende ist offen) und somit zu bislang mindestens zwei weiteren und bestandenen HUs verholfen, an denen der Vorbesitzer gar nicht mehr interessiert war. Sperrige Story. Meinerseits eine späte Einsicht. Aber vielleicht nicht zu spät?

      Michael Dabeck,
      ich ziehe den Hut und wünsche weiterhin viel Freude, viele Kilometer und Jahre mit dem sehr schönen 9-5 ! ! !

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