Meine kleine Saab Geschichte

Saab ist Familie. Auf jeden Fall mehr als nur ein Auto. Andreas hat diese Erfahrung gemacht, er pflegt seinen Saab. Denn Nachschub wird es (vermutlich) nicht geben.

Als ich so knapp 40 Jahre alt wurde und mal wieder über einen Neuwagen in der Familie nachgedacht wurde, wollte ich mal was „ganz anderes“ haben. Bisher hatte ich einen Trabbi und nach der Wende einen Fiat Tipo und mehrere VW.

Saabs auf der Strecke in Dudenhofen
Saabs auf der Strecke in Dudenhofen

Obwohl der Golf ja eigentlich ein gutes alltagtaugliches Gefährt ist, wollte ich keinen mehr haben, irgendwie fehlte mir das gewisse Etwas. Eine richtige Idee hatte ich aber noch nicht.

Die kam uns dann aber 2005 in Leipzig zur Autoausstellung. Nach langem Rumgucken, sind wir bei SAAB gelandet und da stand er: der 9.3 Sportkombi. Meine Frau und ich waren ganz hin und weg. Man konnte sich Prospekte geben lassen und vorbestellen, kaufen konnte man ihn zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Wie wir zurück nach Berlin gefahren sind, gab es nur noch ein Thema: Wir hatten SAAB für uns entdeckt.

Irgendwie wurde es im Kopf dann ganz schnell eine runde Sache. Mein Hang zu Flugzeugen und zur Individualität, auf einmal war alles klar…es gibt kein zurück. Die absoluten Schwerverdiener sind wir aber nicht und der Preis ließ uns schon schlucken…aber wir hatten ja noch etwas Zeit.

Ende 2006 war es dann soweit. Bei Bredlows in Berlin Neukölln wurden wir fündig und fühlten uns wie in einer großen Familie. Es war nicht vergleichbar mit früheren Autokäufen, wir fühlten uns sehr wohl und gut beraten.

Wir entschieden uns dann für einen 2 Wochen alten Vorführwagen, einen 9.3 Vector 1,9 TID Modell 2007 mit allem Drum und Dran was das Herzi höherschlagen lässt. Jetzt war ich stolzer Saabbesitzer und es entwickelte sich die typische Leidenschaft von der ihr hier im Blog sicherlich alle ergriffen seid. Man freut sich über jeden Saab den man sieht und die Familie kann es manchmal glaub ich gar nicht mehr hören, wenn ich sag: Guckt mal da ein Saab! Und das die Autos so „selten“ hat ja auch was Schönes, man gewöhnt sich nicht an den Anblick. Ich bin auch heute noch fasziniert.

Die Einladung der Fa. Bredlow zum Saab Performance Drive war dann nochmal ein ganz besonderer Höhepunkt. Es war ein Hammertag, angefangen vom Frühstück in der Lufthansa Lounge in Tegel bis hin zu den Höhepunkten in Dudenhofen. Jedenfalls unvergesslich und nie wieder möglich.

Dann kamen ein paar schwierige Jahre, unser Auto musste oft in die Werkstatt, leider. Viele Mängel stellten sich heraus: 2x Lichtmaschine, Federnbruch, AGR Ventil, Wirbelklappen, Kühler und noch ein paar Sachen….ich hab es verdrängt. Meine Frau fand es nicht mehr lustig, ich hoffte es muss doch mal irgendwann aufhören. Glücklicherweise ist jetzt schon mehr als 2 Jahre Ruhe und die ganzen Sollbruchstellen scheinen abgearbeitet zu sein. Ich freue mich auf jede Fahrt mit dem Auto, ich genieße die Fahrleistungen, das Interieur und den Spirit.

So jetzt heißt es schön lieb zum Auto sein, damit es noch lange schnurrt. Weiter die schönen Momente genießen die uns der Saab beschert. Ich finde es zum Beispiel immer cool, wenn man schon von Weiten mit dem Schlüssel das Standlicht einschaltet und zwischen den vielen anderen Autos hat der Saab den schönsten Arsch der Welt. Was Neues wird’s wohl nicht mehr geben und was anderes will ich erst mal auch nicht. Also ist die Pflege das Gebot der Stunde, das man noch lange Freude hat. Schön das die Ersatzteilversorgung gesichert ist und das weiter Originalzubehör zu kaufen gibt.

15 Gedanken zu „Meine kleine Saab Geschichte

  • Ich muss es einfach nochmal sagen : Vielen , vielen Dank an Tom und den Saabblog für diese Serie . In dieser Geschichte finde ich mich ganz besonders selbst wieder . Gerade die Sache mit dem schönsten Arsch . Wenn wir unseren Saab mal auf einem etwas größeren Parkplatz geparkt haben , und wir das Auto bei der Rückkehr nicht gleich finden , weiß meine Frau schon immer die Antwort von mir auf Ihre Frage : Wo steht den unser Auto ? Antwort : Kuck einfach nach dem schönsten Auto auf dem Parkplatz .

    • Peter du hast es mir vorweg genommen. Ich finde meinen 900er auf einem Parkplatz unter hunderten von anderen Autos wieder, weil ein Saab egal welches Modell, irgendwo etwas besonderes ist. Sei es die Form, die Rückleuchten, die Scheinwerfer, die Heckklappe, ich könnte ein Dutzend Beispiele für das Individuelle an einem Saab nennen….

  • Wieder eine tolle Geschichte – DANKE!
    Meine Story ist auch (fast) fertig, schicke ich demnächst an Tom 🙂

  • Gibts von dem Performance Drive noch mehr Bilder? Ggf eines, bei dem man das Kennzeichen des saphierblauen 93er’s in der Mitte sehen kann?

    • ich hab noch zig Bilder davon, ich guck sie heut abend mal durch. was ist mit dem saphirblauen?

      • Ich habe damals einen aus dem Bestand von Saab-DE gekauft, also einen F-SB xxxx. Würd mich wundern, wenn es meiner wäre, aber man weiß ja nie.

        • Präziser: F-SB 5xx (also nur eine dreistellige Zahl)

  • Schöne Geschichte und @Ziehmy: Deine Story wird wohl wieder länger 😉

  • Schöne Geschichte! Und KLASSE, dass Du “durchgehalten” hast! 🙂 Immer noch (!) elegant,
    sparsam im Verbrauch,
    bequem zum Reisen,
    große Zulademöglichkeit: SAAB 9-3 Sportkombi ! 🙂
    Weiterhin viel Freude mit dem SAAB!

    • danke….so viel Lob 🙂

  • Glück gehabt, ich hab ein Foto mit F-SB 5xx. Kann ich dir gerne zeigen….nur wie?

    • Ich habe mal eine Mail an Tom&Mark geschickt, sie mögen mal meine Mail an dich weiterleiten.

      • @Tom: Falls die Mail nicht ankam oder im Spam ist, bitte schickt dem Andreas mal meine Mail-Adresse. 😉 thx.

        • Bin am Nachmittag zurück im Office, wird erledigt 😉

  • Ja, Ja so ist es mit Saab TiD. Ich selbst fahre einen 9-3 SC TTiD + hirsch EZ09 (2ter Saab nach 9-3 I). Auch nach über 130tsd km ein perfektes Fahrgefühl,
    aber der Austausch von 1x Lichtmaschine und 2x AGR-Ventil sind nicht lustig. GRRRR.
    Jedoch ist die eigentliche Frage: Was ist in 5-6 Jahren ?? (- fahrradfahren oder laufen)

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