Spyker in Schwierigkeiten?

Bei Spyker läuft mal wieder ein niederländischer Krimi, oder beser gesagt ein Drama. Die Suche nach neuen Geldgebern war bislang nicht erfolgreich, die Anleihe zum Bau des neuen Spyker B6 brachte ebenfalls keine Lösung.

Spyker Auktion bei Troostwijk
Spyker Auktion bei Troostwijk

Die Partner aus China kommen ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht nach, und für den früheren Saab Eigentümer und CEO Victor Muller und die kleine Sportwagenmanufaktur wird es eng. Spyker am Ende? So scheint es, ich hatte bereits im April über die immer schwieriger werdende Situation berichtet.

Zur Deckung der Steuerschulden des Unternehmens war eine Online Aktion anberaumt, die vom heutigen Tag bis zum 28. Juli laufen sollte. Zur Versteigerung vorgesehen waren 85 Audi V8 Motoren und Getriebe, seltene Spyker Sportwagen mit Rennhistorie, halbfertige Spyker C8. Mehrere Prototypen und Testwagen sollten unter den Hammer geraten, darunter der niemals in Serie gebaute Spyker D8. Das SUV hätte gemeinsam mit Partner Youngman gefertigt werden, und die nach Luxus verlangende Kundschaft in Asien beglücken sollen.

Die Steuerschulden sind, so Victor Muller zur Presse, mittlerweile vollständig bezahlt. Allerdings stand auch Tage nach dieser Aussage die Auktion bei Troostwijk immer noch als Ankündigung online. Erst heute, in letzter Minute, wurde das Auktionsverzeichnis und die Auktion selbst vom Netz genommen.

Muller hat es mal wieder geschafft und die drohende Versteigerung abgewendet. Nur für wie lange? Das Ende von Spyker wäre traurig, schon wieder ein kleiner Hersteller weniger. Die Verlustliste der kleinen Exoten, sie sind das Sahnehäubchen der Autobranche, wird immer länger. Artega und Wiesman sind bereits Geschichte, die Exoten sterben aus.

Text: tom@saabblog.net

Bilder: Troostwijk

 

 

3 Gedanken zu „Spyker in Schwierigkeiten?

  • Schade das die Chinesische Partner, auch wie NEVS empfunden hat, ueberhaupt nicht zuverlaessig sind.
    Warum haben wir in Europa ueberhaupt keinen Mut etwas alleine zu realisieren.
    Es gibt Kapital genug aber keinen Mut.
    Oder fehlt uns das notwendige Sebstbewustsein?

    • Das habe ich mich auch schon häufig in vielen verschiedenen Richtungen gefragt.

  • Victor Muller hatte den Mut , und hat es mit Saab versucht, nur hat er sich eben mit Chinesen eingelassen . Die brauchen keinen Mut , denn wenn`s ans einhalten von Verträgen geht ist , wie wir gemerkt haben , deren Unterschrift nicht die Tinte wert.

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