Spotlight Trollhättan. Der Arbeitsmarkt.

Wichtig für die Ambitionen von Saab 2.0 sind die Rahmenbedingungen in Trollhättan. Durch staatliche Hilfe sind dort viele forschende und entwickelnde Firmen der Autoindustrie zu Hause. Eine Tatsache, die auf den ersten Blick für den Standort spricht. Dennoch ist die Arbeitslosigkeit ein Problem, wenn auch nicht bei allen Berufsgruppen. Während unter den ehemaligen Arbeitern aus dem Produktionsbereich die Zahl der Arbeitssuchenden unverändert hoch ist, hat sich die Lage bei früheren Saab-Angestellten und Ingenieuren positiv entwickelt. Die Arbeitsverwaltung hat gestern die aktuellen Statistiken veröffentlicht.

Trollhattan als Touristenziel: Die Juno passiert die Bruecke am Scandic Swania
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Von den 1.448 früheren Angestellten und Ingenieuren des Autobauers sind nur noch 114 als arbeitslos gemeldet. Die meisten Saabianer haben einen neuen Arbeitsplatz in der Autoindustrie gefunden. Erfreulich für Trollhättan ist dabei, dass die befürchtete massenhafte Abwanderung ausblieb. 45 % haben eine neue Arbeitsstelle im Gebiet der Kommune selbst gefunden, 30 % pendeln nach Göteborg und 2,5 % in das benachbarte Uddevalla. Mit dem vorläufigen Ende bei Saab im Dezember 2011 eröffnete sich für manchen Mitarbeiter eine neue Perspektive. Rund 15 % haben sich in ihrer neuen Position verbessert, die Hälfte bekommt mehr Lohn als zuvor. Den Schritt in die Selbstständigkeit wagten 47 ehemalige Saab Mitarbeiter.

Für die Arbeitsvermittlung ist die Entwicklung ein großer Erfolg. Saab-Ingenieure sind gesucht, was für die Qualität des Unternehmens und für die Ausbildung der früheren Belegschaft spricht. Vermutlich hätte man auf Grund der Nachfrage noch mehr erfolgreiche Vermittlungen abschließen können. Denn, so Jonas Björkman von der Arbeitsvermittlung, die Nachfrage war unwahrscheinlich hoch.

Mission erfüllt, keine Arbeit mehr. Gut so ! Das Büro der Vermittler schließt deshalb am 31. Juli.

Einige Statistikdaten wurden auch zum Investor NEVS mitgeliefert, und jeder konnte in den Zeitungen lesen, wieviel Personal nun dort an Bord ist. Für National Electric Vehicle Sweden arbeiten, ein gutes Jahr nach der Übernahme, 163 Menschen. Dazu kommen 100 Berater. Weitere 180 Mitarbeiter sollen im August und September folgen, so hat es Pressesprecher Mikael Östlund angekündigt.

Steht die Frage im Raum, ob die umworbene Personengruppe nach gut 2 Jahren ihren erkämpften Arbeitsplatz in Göteborg oder bei staatlich geförderten Unternehmen aufgeben wird. Um sich vielleicht die tägliche Pendelei zu sparen und bei einem, sagen wir mal, Start-Up anzufangen. Gegenüber der örtlichen Zeitung in Trollhättan sieht der NEVS Pressesprecher die Sache entspannt. Mitarbeiter für die kommende Produktion zu finden sei nicht schwierig. Man habe für jede Stelle, sowohl bei Angestellten als auch bei den Arbeitern, viele Bewerber. Na gut, wir wollen ihm gerne glauben. Fragt sich nur, warum man dann gewisse Schlüsselpositionen immer wieder ausschreibt…

Text: tom@saabblog.net

Bild: saabblog.net

 

3 Gedanken zu „Spotlight Trollhättan. Der Arbeitsmarkt.

  • Das wiederholte Ausschreiben bestimmter Stellen liegt evtl. doch daran, dass die sehr gut qualifizierten Leute anderswo untergekommen sind – hier könnte NEVS dann nur mit besseren Arbeitsbedingungen bzw. Entgelten diese Leute für sich gewinnen. Wiederholte Ausschreibungen ohne weiteres Zutun werden wohl eher nicht zum gewünschten Erfolg führen.

  • Das ist ein richtig enger Arbeitsmarkt. Da kann N.E.V.S. sich etwas einfallen lassen um attraktiv zu sein…

  • Glückwunsch an die schwed. Arbeitsvermittler! Sie haben viele SAABianer wieder in Lohn und Brot gebracht. Das ist gut für das Selbstwertgefühl und die daran hängenden Familien. Aus der mitgemachten Unsicherheit (auch die Zeit bei VM) in die neue Erwerbstätigkeit. Womöglich mit neuer/ besserer Perspektive. Warum sollte dann ein ehemaliger SAABianer seinen neuen Job aufgeben und zu NEVS wechseln, wenn auch dieser Facharbeiter gar nicht konkret weiß, wohin und mit welchem Fahrzeug die Reise geht…..Eine zu enge
    / abgeschottete Informationspolitik kann auch hierbei von Nachteil sein! Also auch hier heißt es: NEVS, bitte Butter bei die Fische!!!

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