SAAB Wochenende: Aktion Winterquartier und Spyker-Youngman

Freund Achim und ich waren am Wochenende unterwegs in einer spontanen “Winterquartier” Aktion. Natürlich in Sachen Saab, konkreter gesagt in Sachen Saab 9000. Details unserer Unternehmung, die zu einem so nicht erwarteten Ergebnis führte, erzähle ich in den nächsten Tagen auf dem Blog.

Operation Winterquartier

In Schweden hat sich ein Journalist erstaunlicher Weise die Mühe gemacht den Quartalsbericht von Saab Alteigentümer Spyker zu analysieren. Was er herausgelesen hat, soll nicht ganz unerzählt bleiben. Denn es führt uns zu einer interessanten Abschlussfrage. Victor Muller, der vermutlich seine Schulden beim schwedischen Finanzamt am vergangenen Freitag nicht ausgeglichen hat und jetzt Kontakt mit dem Kronofogden bekommen könnte, kämpft an vielen Fronten.

Da wäre die Schadensersatzklage gegen GM, wo es um 3 Milliarden Dollar geht. Spyker kündigte jetzt an nachzulegen und am 9. November dem US-Gericht ein neues Papier mit wichtigen Fakten vorlegen zu wollen. GM hatte im September dem Gericht eine Erwiderung der Klage vorgelegt und auf Abweisung plädiert. Auf Nachfrage bei Spyker CFO Arjen Dikken gibt man sich zuversichtlich den Prozess gewinnen zu können. Die Finanzierung selbst sei gesichert.

Ex-Saab Investor Youngman hat mittlerweile eine Anschubfinanzierung von 10 Millionen € in Aussicht gestellt um die Fahrzeugproduktion des einzigsten Spyker Modells, dem Spyker C8 Aileron, erneut in Gang zu bringen.  Als Teil der Vereinbarung erhält Youngman 30 % an Spyker.

Im zweiten Schritt, so Dikken, wird Youngman viel mehr Geld investieren um das lang angekündigte Spyker SUV zur Serie zu bringen. Und man entwickelt gemeinsam, das ist von Interesse für uns, die Phoenix Plattform weiter um diese, dann völlig frei von GM Rechten, zur Serienreife zu bringen.

Wieviele Fahrzeuge hat Spyker 2012 eigentlich verkaugt? Auf diese Frage gibt es keine Antwort.

Der Journalist Ian Hammar von Realtid sieht viele Unsicherheiten in der Spyker Aktie. Was wohl untertrieben sein dürfte, denn zwischen den Zeilen liest man dass seit Sommer nicht viel in Holland passiert ist. Zwar arbeitet Spyker Youngman als weiteres Unternehmen an der Phönix Plattform, aber scheinbar auf Sparflamme. Wenn man wirklich im Luxussegment mit Saab Technologie Erfolg haben will, dann zählt auch der Faktor Zeit. So gut und revolutionär die Plattform sein soll, auch diese Technik altert und die Monate vergehen. Denn eigentlich sollten wir jetzt zum Jahreswechsel 2012/13 den Nachfolger des Saab 9-3 in den Startlöchern sehen.

Zum Abschluss noch einmal eine von den Frage, die spekulativ klingen mögen, die ich aber gerne als die richtigen Fragen bezeichne. Wer arbeitet eigentlich alles an der Phoenix Plattform?

Verbürgt sind mindestens drei Firmen. Da wäre NEVS, Spyker-Youngman und ein weiteres Unternehmen in Trollhättan. Spekulativ wäre eine zusätzliche Firma, die immer wieder genannt wird, die nicht in Schweden zu Hause ist. Die korrekte Antwort auf meine Frage könnte sich als interessant erweisen.

Text: tom@saabblog.net

Bild: saabblog.net