SAAB News: Die Unsicherheiten in Schweden

Update: 15:12 Uhr

Die Lage in Schweden bleibt unklar obwohl hinter den Kulissen hart an einer Lösung gearbeitet wird. Eine Bestandsaufnahme der letzten Ereignisse. Mehrere Punkte scheinen schwierig zu lösen und die Entwicklung der letzten 24 Stunden verstärkt das Problem. Zum einen gibt es ein politisches Problem das immer mehr zur Zeitbombe werden könnte.

Die Nationale Schuldenverwaltung möchte für die Saab Parts AB 2.2 Milliarden Kronen vom neuen Eigentümer. Die Devise der Regierung, dass kein Steuerzahler zur Kasse gebeten wird, entwickelt sich zum Bumerang. Denn ausser Youngman scheint kein Investor bereit, so berichten Quellen, diesen Preis zu zahlen. Lotus-Youngman hatte gestern ein neues, verbindliches Gebot vorgelegt inklusive eines Liquiditäts-Nachweises. Das Gebot der Chinesen soll inklusive der Saab Parts AB bei mehr als 4 Milliarden Kronen liegen.

Damit ist Youngman ganz vorne dabei und bringt NEVS in Bedrängnis. Dort soll das letzte Gebot deutlich unter 2 Milliarden gelegen haben.  Nach aktuellen Informationen soll NEVS für Saab Teile 1.5 Milliarden Kronen geboten haben, deutlich weniger als Lotus Youngman. Eine weitere Nachverhandlung mit dem Ziel den Preis noch etwas zu drücken brachte den Zeitplan dann völlig durcheinander und könnte das E-Auto Konsortium den Sieg kosten.

Bleiben aber die Zweifel an der Zahlungsfähigkeit und Zuverlässigkeit von Lotus Youngman. Aber auch das Finanzierungsmodell von NEVS gilt in Saab Kreisen als nicht über jeden Zweifel erhaben.

Victor Muller und Spyker sind in die Verhandlungen eingbunden da mehrere Genehmigungen vom Alteigentümer notwendig sind. Die Rechte zur Produktion des Saab 9-5 II auf dem Werksgelände in Trollhättan liegen bei Spyker und Muller soll erste Verträge schon zertifiziert haben. Saab Kurzzeit-Designer Castriota soll ebenfalls einen großzügigen Abfindungsvertrag bekommen der ihm Lizenzgebühren an jedem neuen Saab 9-3 III zusichert. Einige Saab Insider, welche den Castriota Entwurf für die Serie kennen, werden sich jetzt ihre Gedanken manchen.

Inwieweit der Zeitplan der Administratoren bereits jetzt Makulatur ist, das ist schwer zu sagen. Die Skepsis wächst aber Überraschungen sind jederzeit möglich.  Manchmal gehen Dinge dann doch ganz schnell, wenn nur der nötige Druck vorhanden ist. Wir bleiben dran.

Text: tom@saabblog.net

12 Gedanken zu „SAAB News: Die Unsicherheiten in Schweden

  • Eine Erkenntnis aus meinem Labor: Die zäheste Flüssigkeit lässt sich mit genügend Druck durch ein Rohr pressen – bis das Rohr platzt.

  • Es sieht so aus, als wenn das NEVS-Konsortium bereits beim Versuch die Beute zu greifen allergrößte Probleme hätte – sie sind einfach nicht(finanz)kräftig genug.

    Einige Beobachter hatten dies bereits vor Tagen vermutet – die ersehnte Beute wird es für diese etwas übereilt zusammengewürfelte Crew nun wohl doch nicht geben.

    Ich richte mich schon mal auf Youngman-Lotus ein. Eigentlich können die Anwälte nun auch nicht mehr anders entscheiden – auch Mahindra wollte den Infos nach deutlich weniger auf den Tisch des Hauses legen.

  • Es ist doch stark verwunderlich, dass NEVS bei so einem lächerlichen Angebot überhaupt noch ins Bieterrennen einsteigen durfte. Mal ganz davon abgesehen, dass dieses Konsortium eingestiegen sein soll, als der eigentlich Bieterprozess längst zu Ende war. Wäre das NEVS Gebot deutlich über den anderen Bietern gewesen, dann wäre es zu verstehen gewesen… Aber so…

  • schwedische Uhren gehen eben anders…

  • Auf Grund von Gerüchten kann man zu Ruhm und Ehren gelangen oder das Vertrauen von jemandem untergraben.
    NEVS, Mahindra und Youngman haben alle ihre Fehler gemacht bei diesen Kaufangeboten, dabei wird aber – weil ja alles Gerüchte sind – auch nicht ein allzu grosser Wahrheitsgehalt dabei sein.

    Es ist aber schade dass man an den Chinesen kein gutes Haar lässt, denn sie haben bis jetzt den grössten Willen und die grösste Anstrengung für SAAB aufgebracht. So hat ja Youngman auch das höchste Gebot abgegeben und hat den Finanzierungsnachweis anscheinend erbracht.

    Hier haben sie die anderen Bieter bisher auch nicht als so zuverlässig erwiesen, wie man sich das erhoffte.

    Ich werde wieder einen SAAB kaufen – egal wer Eigentümer wird – wenn sie weiterhin so schöne, tolle und aussergewöhnliche Autos machen wie bisher. Das wollen wir doch!

    • Da wird doch ganz gezielt an die Presse weitergegeben. Erst herrscht über Wochen die große Ruhe und dann kommt eine richtige Medienlawine. Ich glaube die Anwälte spielen in Ihrer Verzweiflung die Medienkarte.

  • Bitte liebe Admins, wenn ihr hier mitlest, erspart mir und uns SAABisten eine Mutter aus der Volksrepublik! Lasst ein Wunder geschehen und verkündet bitte den Verkauf an Mahindra.

  • ich hätte auch lieber einen soliden europäischen Bieter bevorzugt, aber ob ein Inder der
    Heilsbringer wäre ? Inder oder Chinese , beide sind mit Vorsicht zu geniessen. Habe mit beiden
    jahrzehntelang geschäftlich zu tun gehabt und tendiere lieber zum Chinesen……

    • wir können es leider alle eh nicht ändern.
      Aber kopierende menschenrechtsverachtende Chinesen mit überwiegend demokratisch eingestellten fleißigen Indern gleichzutun, ich weiß nicht.
      Man muß nur auf Tata/Jaguar schauen, was da abgeht: Neuer XF als Kombi und mit Allrad, geplanter SUV… und was Mahindra derzeit aus SSangyong macht, da könnte selbst ich schwach werden bei dem aktuellen Rexton.
      SAAB würde einfach gut ins Bild passen, Synergien mit Ssangyong, Allrad-Antrieb losgelöst von GM… man stelle sich einen 9-4x auf dieser Basis vor: kauf ich!
      Verschiedene Händler vertreiben schon SAAB und Ssangyong unter einem Dach…

  • Wir sollten da nicht verallgemeinern. Es gibt nicht den Chinesen und nicht den Inder den wir in eine Schublade stecken sollten.

  • Egal wer Saab übernimmt, hauptsache es geht weiter und sie produzieren wieder. Noch ist es aber ein weiter Weg!

  • Sehr spannend! Ich hätte nicht gedacht, dass irgendjemand ein so starkes Interesse für diese Marke entwickelt. Wer den Zuschlag erhält, ist darauf angewiesen, das zu verwenden, was derzeit entwickelt ist. Ein SAAB9-3 scheint es erst mal zu geben. Auch die Spyker 9-5 Variante scheint mir nicht zu weit her geholt zu sein. Wenn das mit einem neuen Eigentümer klappt, dann mache ich ne ganz teure Flasche auf! Ich bin immer optimistisch geblieben und bleibe es immer noch; es wird wieder tolle und moderne Saabs geben.

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