SAAB News: Fakten zur aktuellen Entwicklung in Schweden

Die Saab Administratoren schweigen und die nationale Presse nützt den medialen Freiraum um Spekulationen zu befeuern. Nicht hilfreich und es wäre schön ein paar Worte von offizieller Seite zu hören. Zu den Fakten. Lotus-Youngman soll ausgeschieden sein. Eine Information, nur aus der Presse, nicht von den Anwälten. Aber glaubhaft weil in den letzten 24 Stunden kein umgehendes Dementi aus China kam.

Das Elektroauto Konsortium ist aufgetaucht und die Hintergründe sind unklar. Die örtliche Zeitung leistet investigativen Journalismus, kommt aber auch nicht weiter. Sicher ist nur, es gibt zwei Anteilseigner. 255 Aktien sind im Besitz der National Modern Holding Energy Ltd und 245 im Eigentum von Sun Investment LLC.  Ersteres Unternehmen gehört Mikael Kabu, einem auf Insolvenzrecht spezialisierten Anwalt. Wer wirklich dahinter steckt ist Thema von Spekulationen.

Damit ist nicht sicher ob es nur ein E-Mobil Konsortium gibt oder zwei.

Die Administratoren selbst üben den Spagat. Sie haben, um den Kaufpreis zu maximieren, Saab in einige Pakete aufgeteilt. Zum anderen sehen sie ihre Mission den Konzern komplett zu verkaufen. Ein schwieriges Unterfangen.

Die Inder sind immer noch dabei und gelten immer noch als die Käufer schlechthin. Jetzt wo es um die Kaufsumme geht wird daraus eine Pokerpartie. Mahindra scheint nicht den gewünschten Preis zahlen zu wollen, die Verhandlungen sind in einer kritischen Phase. Eine schnelle Lösung, vor ein paar Tagen noch in Sicht, entfernt sich zusehends von uns. Gestern war wieder eine Gutachtergruppe auf dem Werksgelände in Trollhättan unterwegs. Um als unabhängige dritte Partei eine Meinung im Auftrag der Administratoren abzugeben.

Wie auch immer. Bleiben wir ruhig und warten wir ab.

Text: tom@saabblog.net

 

8 Gedanken zu „SAAB News: Fakten zur aktuellen Entwicklung in Schweden

  • Danke an Tom für diese Zusammenfassung der Fakten zur aktuellen Lage. Diese Spekulationen um NEVS als Favorit als Käufer bringen nur Unruhe und bringen nichts. Aber auf alle Fälle wäre es nun wirklich an der Zeit für die Administratoren sich mal wieder zur Lage zu äußern.Sonst ist weiteren unangenehmen Spekulationen Tür und Tor geöffnet.

  • Seit ca. 3 Wochen bin ich aus den gelesenen Informationen der Meinung gewesen, dass der Deckel da drauf ist und nur noch sortiert wird. Dass sich hier immer neue Bieter oder Konsortien melden ( mit immer dubioser werdenden Konzepten )und offensichtlich auch angehört werden, ist für mich seitens der Insolvenzverwalter unseriös und unkalkulierbar. Ich habe die Befürchtung, dass wir hier eher eine Enttäuschung erleben werden. Aber vielleicht ist das auch so gewollt……..

    • Anfang Mai erklärten die Insolvenzverwalter, dass die Pressekonferenzen bis auf weiteres ausgesetzt sind. Also entweder ist die Lösung zum Greifen nah, oder im April ist etwas passiert, was den geplanten Verkaufsablauf völlig durcheinandergebracht hat und der Öffentlichkeit schwer zu vermitteln ist.

  • Hallo Tom,

    jetzt nach Monaten war eine Gutachtergruppe in den Werkshallen?

    Das ist doch gewollte Verzögerung – für wie blöd halten Bergqvist & Co. eigentlich die gesamte SAAB-Gemeinschaft?

    Ich kann leider nur auf meine Kommentar von 12.44 Uhr (zu Deinen vorletzten Nachrichten verweisen).

    Traurig, traurig…

    • Lieber Joachim. Es handelt sich um ein unabhängiges Gutachterteam welches zwischen den Parteien vermitteln soll.

  • Ich habe vorgestern gedacht, daß die Sache wohl durch ist, als Lotus/Youngman das Handtuch geworfen hat. Nach (laut Quellen) zwei verbliebenen Bietern blieb dann ja nur noch einer übrig – vorausgesetzt, es waren wirklich zwei, und nicht drei Bieter übrig.

    Verständlich ist, daß Mahindra nicht jeden Preis zu zahlen Willens ist – oder wie das Geld verteilt wird (unmittelbare Kaufsumme, Investitionen). Aber sie sollten ihr Blatt auch nicht überreizen – um dem vorzubeugen, lassen die Administratoren anscheinend absichtlich die Tür für weitere Bieter offen, und lassen auch die Option einer Aufteilung im Raum.

    Allerdings ist es auch gut möglich, daß die Gutachtergruppe eine Nebelkerze von Mahindra war, um den Kaufpreis zu drücken – oder eine der Administratoren, um ihn zu erhöhen.

  • Tja. Wenn das alles nur gut ausgeht. Die Sache mit den Lizenz- und Markenrechte wird/ist wohl komplizierter, als wir uns vorstellen können. Hoffen wir einfach das Beste und seien wir zuversichtlich. Und die grossen Brüder in den USA reden vielleicht auch noch mit…..

  • Nun, es sind nur ein paar Indizien, welche man aber mit ergänzenden Spekulationen so zusammensetzen kann das es irgend eine Nachricht daraus ergibt.
    Vieleicht ist es einfach Zufall dass diese Firma grad jetzt gegründet wurde und auf Grund der Nervosität um SAAB dann solche Gerüchte entstehen. Folgende Punkte sind für mich nicht logisch, warum grad NEVS den Zuschlag erhalten soll:

    1.
    Youngman wurde abgelehnt weil im Zusammenhang mit den Chinesischen Behörden Zahlungen für das Investment zu unsicher sind. Das gleiche gilt ja auch für NEVS, weil hier ja hauptsächlich Chinesen beteiligt sind.

    2.
    Mahindra wurde aus politischen Gründen abgelehnt. Das dürfen Insolvenzverwalter nicht tun, denn sie haben in erster Linie die Interessen der Gläubiger warzunehmen. Das heisst die finanziell bestmöglichste Verwertung der insolventen Firma zu vollziehen.

    3.
    Kann dieses neu gegründete Konsortium und die nun in Schweden eingetragene Firma überhaupt glaubhaft eine Finanzierung gewährleisten. Das heisst NEVS müsste jetzt schon mit einem sehr hohen Aktienkapital ausgestattet sein; sprich Kaufpreis plus Investitionssumme für die Zukunft. Sonst müssten sich ja die Insolvenzverwalter auf irgendwelche unsicheren Zusagen verlassen, welche ja dann oft auch nicht mal das Papier wert sind auf denen sie gemacht sind. Hierzu (Kapitalausstattung und Vereinbarungen) gibt es aber keine Angaben.

    Also gilt es noch abzuwarten. Vielleicht gibt es ja immer noch einen uns unbekannten Bieter, welchem solche Gerüchte nicht ungelegen kommen.

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