Saab – GM – Lizenzen: Schwedischer Pressespiegel

Die Informationslage zum Thema ist dürftig, was mich nicht stört, da meine nächsten Tage voller beruflicher Termine sind. Zeit, einmal in die schwedische Presse zu schauen. Zum Thema Lizenzen hat die örtliche TTELA, immer gut informiert, ein Thema ausgegraben, welches uns nicht gefallen wird.

Nicht nur GM hat dann was zum Thema Saab zu sagen, sondern auch BAIC. Die Chinesen haben die alte Saab 9-5 Plattform und die Plattform des 9-3 II – Pre Facelift – Modells gekauft. Diese Tatsache sorgte in der Vergangenheit schon für Ärger, denn BAIC sieht die Rechte der Saab 9-3 Technologie zum Teil in den eigenen Händen.

In China steht der Saab 9-3 jetzt als BAIC C70 in den Startlöchern und soll auch als E-Fahrzeug kommen. BAIC wacht eifersüchtig über seine Technologie und sieht in jedem Saab Käufer eine potentielle Bedrohung.

Jeder Investor der jetzt in Trollhättan Saab 9-3 produzieren möchte, muss nicht nur GM sondern auch BAIC um Erlaubnis fragen, so meint Valdemar Lönnroth von der lokalen Zeitung. Ist das wirklich so ? Entscheidend wird die Formulierung in den Verträgen sein. Wir kennen diese nicht und ich kann mir nicht vorstellen dass BAIC wirklich Mitsprache hat.

Trifft es aber zu, hätten wir noch eine Mine im reichlich bestückten Minenfeld rund um Saab. Was ja nichts neues ist.

Da richtige Saab Nachrichten momentan fehlen, schreibt die TTELA auch noch über die Zukunft der Saab Mitarbeiter. Die Arbeiter der Produktion könnten im kalten, schwedischen Norden neue Arbeitsplätze finden. Bergbau ist angesagt, denn dort sucht man 5000 Mitarbeiter. Da in Trollhättan Schicht im Schacht ist, versucht die Bergbau Industrie in Saab City neue Mitarbeiter zu werben.

Ein ernstes Thema für die Kommune Trollhättan. Denn in der Stadt und in den Nachbargemeinden droht eine Massenarbeitslosigkeit und die schlechten Nachrichten häufen sich. Nicht nur in Uddevalla schließt Volvo, auch die Kartonagen Produktion in Trollhättan mit 80 Mitarbeitern, ein Unternehmen des deutschen Knauf Konzerns, steht vor der Schließung. Harte Zeiten, wenn sich kein Käufer für Saab findet.

Am Thema GM arbeitet sich auch Dagens Industri ab. Nix Saab, nein Opel steht auf dem Plan. Die Opel Gewerkschaften verhandeln momentan mit Detroit um mehr Arbeit in die Werke zu holen. Ein Möglichkeit um Opel vor dem Konkurs, ja man schreibt dieses böse Wort wirklich, zu retten.

Vielleicht starker Tobak, was Dagens Industri dort schreibt. Aber am Thema Opel sieht man, dass GM eben nicht verstanden hat. Wie früher mit Saab, so treibt man jetzt das Spiel mit den Rüsselsheimern. Billige Korea Chevys mit gleicher Technik feiern ein früheres Debüt als die teureren, aber technisch ähnlichen, Opel Derivate. Ein Spiel, das bekannt vorkommt.

Wie Markenpflege geht sieht man in Wolfsburg, wo man das Hütchenspiel der verschiedenen Plattformen mit gleicher Techik aber unterschiedlichen Designs mittlerweile virtuos beherrscht. GM konnte das nie und wird es wohl auch niemals verstehen.

Für Opel eine miese Situation, und auch die gefühlte Zahl der nagelneuen Korea GMs auf unseren Straßen steigt recht schnell und übertrifft in der optischen Präsenz neuer Opels. Ich denke, das wird noch hart und die Zukunft in Rüsselsheim ist rabenschwarz. Gäbe es wirklich ein neues Denken bei GM V2.0, würde man die Marke mit dem Blitz besser behandeln und nicht so positionieren.

Unser Problem ist das nicht. Meine persönliche Sympathien für Rüsselsheim sind sehr limitiert, zu frisch ist noch die Erinnerung daran, wie unfreundlich man Opel die schwedischen “Gastarbeiter” behandelt hat.

Vergangenheit, Schwamm drüber. Die Saab Gemeinde bereitet sich auf die Outside Saab Treffen vor. Dazu kommt gleich ein Update.

Text: tom@saabblog.net

2 thoughts on “Saab – GM – Lizenzen: Schwedischer Pressespiegel

  • In Rüsselsheim hat man es verbockt. Mit SAAB hätte man die Chancen gehabt, SAAB als Premiummarke mit den Innovationen, die dann an Opel weitergereicht werden zu etablieren.

    Aber nicht Neuerungen zuerst bei Opel, dann erst bei SAAB einzuführen. Einfach extrem kurzsichtig und dumm, wenn die irgendwann dafür die Quittung bekommen, ist mein Mitleid gering.

  • Hallo Tom,

    ich sehe das ähnlich kritisch wie Du. Auch bei mir entsteht immer mehr der Eindruck das es Opel eines Tages nicht mehr geben wird. Zum einen wegen der von Dir bereits genannten Gründe, zum anderen aber auch, weil aktuelle Opelmodelle in der Welt (Bsp. China) nicht als Opel Insignia sondern Buick angeboten werden. Sprich die Marke Opel Weltweit überhaupt keine Rolle spielt (Chevrolet hingegen schon). Zwar kann es sein das GM die Werke in Deutschland trotzdem weiterhin zur Produktion nutzt, aber auf lange Sicht sehe ich auch für Opel schwarz.

    Vielleicht recht sich dann der Egoismus der vergangenen Jahre beim Kampf um Produktionsmodelle, wo nur auf sich selbst und nicht auf Saab geschaut wurde. Hätte man zusammen an einem Strang gezogen (incl. Vauxhall), vielleicht würde dann heute alles ganz anders aussehen. Das Portfolio hätte aufgehen können.

    Gruß Cetak

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