Saab Investor Brightwell zeigt Nerven…

Ja, eigentlich ist der Sonntag kein Tag für Wirtschaftsweisheiten aus Schweden, aber die türkischen Investoren zeigen aktuell Nerven und das ist einen kurzen Artikel wert. Die gekündigten Saab Mitarbeiter zieht es nach Göteborg, genauer gesagt nach Torslanda. Dort liegt das Volvo Werk, das immer noch Personal sucht. Je nach Quellenlage sollen mittlerweile zwischen 400 bis 500 Bewerbungen aus Trollhättan vorliegen.

Jetzt wird man bei Brightwell nervös, denn man befürchtet dass der Aderlass in Richtung Westküste zu schmerzhaft für Saab werden könne. Eine Pkw Fabrik ohne Ingenieure und Facharbeiter ist kein Objekt, welches man kaufen will. In der schwedischen Presse ist der Abgang der Mitarbeiter das Thema des Wochenendes und auch Zamier Ahmed liest Dagens Industri.

Immer wieder versichert man, dass Saab auch mit türkischen Eigentümern eine schwedische Firma bleibt, und dass man dem Standort Trollhättan verbunden ist. Ob die ehemaligen Mitarbeiter, seit April letzten Jahres mit Versprechungen und Visionen nicht gerade unterversorgt, auf Absichtserkärungen hören, so ehrenhaft sie auch sein mögen ?

Tja, was soll ich sagen. Kein Ding ist ohne Risiko. Wenn man auf der einen Seite wartet bis genaue Bewertungen des Saab Inventars und der Patente vorliegt, verliert man auf der anderen Seite Zeit. Das ist die Problematik für Brightwell wie für Youngman. Eine Automarke in Europa zu erwerben, noch dazu eine Traditionsmarke, ist eine einmalige Angelegenheit. Ein Chance, die es sowohl für Rachel Pang, als auch für Zamir Ahmed nur dieses eine Mal geben wird. Denn für die Investoren aus der Türkei und aus China tickt die Uhr besonders schnell. Andere mögliche Käufer haben da mehr Zeit und können sich entspannt in den Sesseln zurücklehnen um von der Vorstandsetage aus die Skyline von ………. zu betrachten. (Ja, das war jetzt mal wieder gemein von mir 😉 , aber auch Blogger brauchen etwas Spaß ).

Mitarbeiter, die entscheidend sind, kann man auf die ein oder andere Art halten. Dazu braucht es Geld und gute Ideen und Initiative. Denn nach meiner Einschätzung sind gerade die Leistungsträger loyal. Wie ich gestern bereits geschrieben habe. Einige der besten Köpfe versammeln sich mittlerweile in Nyköping.

Vielleicht wacht man am Bosporus und in Peking endlich auf, schaltet den Turbo an. Gibt nächste Woche endlich verbindliche Angebote ab und bringt das Schiff in den sicheren Hafen. Kämpft um die Menschen, die man für eine Weiterführung von Entwicklung und Produktion braucht. Die Zeit für Pressemitteilungen und Interviews sollte vorbei sein. Jetzt zählen Fakten, Fakten, Fakten.

Text: tom@saabblog.net

19 Gedanken zu „Saab Investor Brightwell zeigt Nerven…

  • Ich hoffe so sehr auf die Türken, auf eine Einigung mit GM mit Standort Trollhättan und den Bau des 9-5 SC…

    • Was soll langfristig bei einer überhasteten Einigung mit GM für SAAB herauskommen? Bitte aufwachen – wie ich die GM-Spezialisten einschätze, würde eine Einigung SAAB nicht gut bekommen. Es gäbe 100%ig einen Rattenschwanz an Auflagen, die SAAB erdrücken würden! Beispiel: Verkauf der Fahrzeuge nur im europäischen Raum – ähnlich wie bei Opel. Alle sonstigen Händler, die noch weltweit vorhanden sind, könnten dann endgültig dicht machen – tolle Aussichten!!!

      Da wäre mir ein Investor Youngman-Lotus tausendmal lieber – auch wenn dadurch der 9-5 II wegfällt und durch einen evtl. noch besseren 9-5 III abgelöst werden würde!

      Hauptsache die nervigen und insbesondere ungeeigneten “GM-Spezialisten” blieben künftig draußen!!!!!

      D. R.

      • … nach dem, was man bisher weiss, muss GM wohl Klauseln in den Verträgen haben, die Ihnen erlauben, alles zu unterbinden, was gegen die eigenen Interessen geht. Was genau die eigenen Interessen sind, das entscheidet GM dann nach Gutdünken.

        Von daher gilt auch hier: besser ein Ende mit Schrecken (ohne 9-5 und 9-4X) als ein Schrecken ohne Ende (mit GM).

  • ………..und wenn SIE sich umdrehen und nach Süden schauen, haben SIE eine noch schönere Skyline – besonders bei Fön.
    SIE sollten aber nicht zu lange schauen – denn dann ist das “WASA” gefressen.

  • Welchen Turbo sollen die einschalten? Ich glaube, die müssen den erst kaufen (um 550€).

  • Süden?
    Skyline?
    Fön?
    BMW-Tower München!?
    Ne, oder?

    Wie war das doch mit der Traditionsmarke Rover?

    • A Gaudi wär´s ja – oder ?

    • Heute wurde ich beim Tanken regelrecht schockiert. Steht doch auf dem schwarzen Deckel “GM”, Szynonym für #Global Massmarket, low quality, bad image car producer#….. Ich werd den Deckel sofort austauschen.

    • Hat Turin nicht auch eine nette Skyline und liegt im Süden ? 🙂

  • @Gallix

    Aber hallo!

    BMW-Techni! Stellt euch vor einen 313 PS Diesel aus dem 535d im 9-5… und Allrad X-Drive dazu…

    aber wie gesagt, hat BMW nicht schon mal mit Rover das getan was GM mit SAAB gemacht hat???

    Leer gesaugt und weggeschmissen?!

    • Ist nicht so richtig vergleichbar.
      Ich denke nicht, dass sich die Schweden so verhalten,wie es manche Roverianer taten .

  • oder der neue Triturbo aus den Bmw Performancemodellen 381PS Diesel 740 NM dass nenne ich mal German Engineering … dieser Investor wäre ein natürlich ein Traum

  • Wollen wir hoffen , dass der nette NORBERT mitliest

    • Ich denke die Spur und der Preis ist heiss,da im Netzein Artikel des Magazins Spiegel zu finden ist wo Norbert Reithofer sich im Jahr 2007 eine vierte Marke im Bmw Konzern wünscht.wer Motorendeals mit Saab abschließt könnte ja bei gutem Wind auch die Marke kaufen.

  • Die ganz dicken Motoren blieben eh den BMW s vorbehalten…
    wär aber schon der Hammer mit den Bayern in der Chefetage von SAAB

  • Ich finde, daß beide Marken mehr parallel haben als man so denkt. Beide haben auch ein gemeinsames Bindeglied, das Magna heißt… Bisher hat mir noch keiner Magna dementiert. Wer sagt denn, daß es nicht ein Joint Venture bestehend aus zwei Unternehmen ist, das bietet. BMW und Magna? PSA und Fiat?

  • Die Spannung steigt!

Kommentare sind geschlossen.