Saab: Novembersturm über Südschweden

Update 10:06 / 12:07

Gestern tobte ein Novembersturm über Südschweden, welcher auch Trollhättan besuchte und dort Schäden anrichtete. Ein schlechtes Omen für unseren Autobauer ? Vielleicht, denn in Schweden steht für Saab vieles auf der Kippe oder hängt, wie wir schon oft festgestellt haben, am seidenen Faden.

Während die ehemalige Ford Tochter Volvo sehr ambitionierte Pläne hat und bis zum Jahr 2020 10.000 neue Arbeitsplätze schaffen will, geht es der ehemaligen GM Tochter Saab schlecht.

Das Problem liegt, immer noch, in Detroit. Es ist das Lizenzproblem das Volvo nicht hat, da Ford der bessere Eigentümer war. GM hingegen hat beim überhasteten Verkauf so viele Fallstricke eingebaut, dass man schon fast von bösen Absichten sprechen  könnte.

Am Freitag wurde von Saab ein neuer Vorschlag zur Eigentümerstruktur an General Motors übermittelt. Youngman und Pang Da erwerben jeweils 40 %, ein weiterer Partner welcher die Lizenzrechte von GM wahren soll, übernimmt 20 %. Jetzt liegt es an den Amerikaner die Zustimmung zu erteilen.

Verweigert man in den USA die Zustimmung, dann kommt der Novembersturm über das Werk in der Stallbacka. Denn, ohne die Lizenzen aus den Vereinigten Staaten, ist alles offen. Wie die chinesischen Partner bei einer finalen Ablehnung regieren werden, ist schwer zu sagen.

Löhne und Gehälter für die Saab Mitarbeiter sind immer noch unsicher, da Youngman und Pang Da zwar zahlen wollen, aber nicht zahlen dürfen. Aus Peking hört man, dass die Freigabe erst dann erfolgt, wenn die Problematik mit den Lizenzrechten geklärt ist.

Die Gewerkschaften haben sich bereits in Stellung gebracht, um heute das Konkursbegehren erneut aufleben zu lassen. Momentan wartet man noch auf Informationen von Saab, aber da herrscht immer noch gespenstige Stille.  Also Saab Drama 2.0 in Schweden ? Fast scheint es so.

Eine schwedische Quelle berichtet von positiven Signalen aus verschiedenen Richtungen, sagte mir aber auch dass die Verhandlungen sehr langsam und schwierig laufen.

Ich befürchte, dass wir diese Woche schon wieder starke Nerven brauchen werden. Auch wenn es schwer fällt, bleiben wir ruhig, bleiben wir tapfer. Schauen wir, was die Woche bringt.

Text: tom@saabblog.net

4 Gedanken zu „Saab: Novembersturm über Südschweden

  • Ich sehe die Möglichkeiten für unseren Autohersteller SAAB-Automobile ählich wie auch im Blog von SAAB REISEN (Berlin) dargestellt (sollten die Leute von GM auch bei den neuesten Vorschlägen wieder blockieren, weil Konkurrenz auf dem China-Markt aufkeimen könnte):

    Aufgrund des mittlerweile niedrigen Kaufpreises könnte SAAB einem anderen europäischen Autobauer gut ins Portofolio passen -ich könnte mir dies gut mit dem italienischen Fiat-Konzern oder auch mit Renault in Frankreich vorstellen. Diese Hersteller sind auf dem China-Markt nicht nennenswert vertreten und GM bräuchte sich wegen dortiger Konkurrenz keine Sorgen machen.

    Nebenbei bemerkt, wäre Konkurrenz bei konkurrenzfähigen Produkten eigentlich kein Hindernis – das Verhalten von GM sagt hier einiges über das eigene Selbstwertgefühl (Qualitä der Produkte) und Sozialverhalten im Allgemeinen aus. Es ist eigentlich schlicht bedenklich, dass man diesem Unternehmen mit Milliardenhilfen aus der amerikanischen Steuerkasse auf die Beine geholfen hat!

    Schöne Grüße aus Hamburg

    Joachim

    • Wäre schön , wenn sich ein Europäer mal ernsthaft für Saab interessieren würde . Fiat ist im Moment viel zu sehr mit Chrysler beschäftigt , als das die sich jetzt um Saab kümmern würden. Und die haben mit Lancia auch schon eine Premium Alternative im Konzern.Die deutschen BMW und Daimler sind im gleichen Segment gut bestückt und kommen daher nicht in Frage.VW hat sowieso für jedes Segment eine passende Marke und hat es somit auch nicht nötig sich Saab auch noch einzuverleiben. Bleiben ja eigentlich nur noch die Franzosen übrig.Vielleicht sollte Herr Müller einfach mal bei Renault anrufen und Saab ein wenig dort anpreißen.
      Renault hat außer Infiniti , den hier sowiso keiner haben will , überhaupt nichts im Premium-Bereich zu bieten . Wäre also ein Schnäppchen für Renault. Es ist schon ein Weilchen her da habe ich mich von Tom`s Vision Saab 2017 anstecken lassen . Da ich mir damals schon gedacht habe , dass das mit Herrn Müller alleine und mit Herrn Antonov sowiso nichts mehr wird , habe ich mir damals Renault als neuen Eigentümmer für Saab ausgesucht. Auch Lizenzprobleme mit GM waren in meiner Vision mit dabei.Tom wollte es damals eigentlich auf dem Blog veröffentlichen .Vielleicht holt er es ja noch nach wenn er jetzt meint eine positive Vision könnte jetzt mal von dem ganzen Theater ein wenig ablenken

      • Hallo Peter,

        wir sind ja fast auf einer Wellenlänge – die Sache mit Lancia sehe ich allerdings nicht ganz so wie Du.

        Lancia hat im gehobenen Segment eigentlich nichts mehr für die Europäer zu bieten. Es gibt, zwar sogar mit Lancia-Emblem, den klobigen und häßlichen großen Chrysler – mit Heckantrieb (die sog. „fahrende Schrankwand“). SAAB könnte hier die klaffende Lücke bestens schließen – und auch bei Renault gäbe es in Bezug auf die gehobene Klasse Handlungsbedarf!

        Also Herr Muller, auf zu den europäischen Nachbarn – außerdem gab es bereits bei der Entwicklung des SAAB 9000 eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Fiat und Lancia.

        Joachim

  • Also ich persönlich würde Alfa Romeo, als einen potenziellen Partner, bevorzugen… Beide sind sich doch von der Mentalität her relativ ähnlich. Alfa und SAAB wollen ihr Design (sowie diverse markentypische Eigenschaften) behalten und fortsetzen, sind jedoch scharf auf neue Technologien und Innovationen… Letztendlich würden alle profitieren, wie ich finde: SAAB würde etwas sportlicher werden (vom Anzugsvermögen und co.) und Alfa würde sicherer werden.

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