Saab Jahresrückblick 2013. Januar bis Juni.

Was war das eigentlich für ein Jahr, dieses 2013? Das Jahr der Hoffnung, der Erwartung oder das Jahr des Schweigens? Ein schwieriges Jahr für die Marke Saab, aber dann doch mit einem versöhnlichen Ende. Dabei war der Auftakt alles andere als hoffnungsvoll. Denn über viele Wochen hinweg dominierte das Schweigen aus Trollhättan. Ein recht persönlicher Rückblick auf die letzten 12 Monate:

Saab Festival. Jan-Phillip Schuhmacher und Blogger mit Turbo X am Hauptportal
Saab Festival. Jan-Philipp Schuhmacher und Blogger mit Turbo X am Hauptportal

Januar 2013

Tut sich etwas? Nein, es tut sich nichts. Die Schweden halten Winterschlaf. Ganz Trollhättan scheint im Standby Modus, und wäre da nicht das Gerücht über den Produktionsstart im Sommer, dann wäre da gar nichts. Das Blogteam versucht trotzdem, interessante Saab Themen zu finden. Achim und ich bekommen mit unserem Saab Hangar die passende Freizeitbeschäftigung. Irgendwie schaffen es Community und Blogger so leidlich durch den Januar, in dem dann doch etwas passierte.

Am 31. Januar, auf den letzten Drücker, geht NEVS mit einer neuen Homepage online. Sie ist recht saabig ausgefallen. Na also, geht doch !

Februar 2013

Wer dachte, jetzt wäre der Wintermodus beendet, der wurde enttäuscht. Aus Schweden war erstmal nichts  zu hören. Dafür sind wir um so aktiver. Wir retten mal wieder einen Saab 9000, finden einen vergessenen Saab 900 R in Oberfranken. Dann am 14. Februar scheint sich etwas zu bewegen. NEVS startet den Dialog mit den Händlern, so schreibe ich. Im Rückblick nicht ganz richtig, denn der erhoffte Dialog war mehr ein Monolog und eigentlich mehr ein Brief aus Schweden an die deutschen Saab Partner.

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Danach herrscht wieder Stille. Im Aftonbladet erscheint über den Saab 9-5 II Sportkombi eine Reportage, die in Deutschland geschrieben und fotografiert wurde, was bezeichnend für die Saab Situation im Heimatland ist. Ab und zu kommen Gerüchte über die schwedische Presse nach Deutschland. Zum Beispiel über Autoliv. Der für den Neustart wichtige Partner würde sich quer stellen, wäre nicht dabei. Was so zum Glück nicht zur Tatsache wurde, denn ein Vertreter von Autoliv war beim Produktionsstart im Dezember unter den geladenen Gästen.

März 2013

Die neue Ära wirft erste Schatten, denn der Greif ist weg. NEVS stellt auf dem Werksgelände neue Schilder auf, gönnt den Saab Phylonen ein Update. Das Fabelwesen ist Eigentum von Scania, oder auch nicht. Denn eigentlich gehört das Federvieh, wenn überhaupt, der Provinz Skåne und ist so etwas wie schwedisches Kulturgut. Saab in Zukunft ohne den Vogel? So richtig behagt mir diese Vorstellung nicht. Aber jetzt, einige Monate später, habe ich mich daran gewöhnt. Und ich beginne die neuen Fahrzeuge mit Schriftzug und ohne Greif richtig gut zu finden.

Da sich sonst wenig tut, brechen Mark, Yves und ich auf nach Genf zum Autosalon. Dort treffen wir einen alten Bekannten. Victor Muller, ehemaliger Saab Eigentümer, präsentiert mit Spyker den B6 Venator. Der blieb im Concept Stadium stecken, ging bislang nicht in Serie. Seltsam nur, dass sich niemand fragte, woher Muller plötzlich den B6 Venator hatte. Vielleicht weil Muller nicht mehr interessant ist und nicht mehr auf der großen Bühne steht. Hinter dem B6 steckt eine Story…ich habe sie durch Zufall erfahren. Vielleicht erzähle ich sie irgendwann einmal.

April 2013

Da war doch was… in Kiel, die Schwedenfähre ! 10 nagelneue Saab 9-3 Griffin verlassen das Schiff, gehen gemeinsam auf Südkurs. Und wurden nie mehr gesehen. Woher sie kamen, wohin sie fuhren, wer die Besitzer sind – alles unklar bis zum heutigen Tag. Wir ernten auf Nachfragen nur Dementis oder Schweigen. Zum Glück geht noch mehr. Bleiben wir in Kiel.

Saab Service Lafrentz entwickelt sich in diesem Jahr zum Anlaufpunkt für alles Mögliche, wenn es um Saab geht. Saab 9-4x und Saab 9-5 II Sportkombis aus den Auktionen werden fit für die Zulassung gemacht. Seltene Teile, die es eigentlich gar nicht geben sollte, werden aus Schweden importiert. Mit viel Saab Spirit und viel Engagement entsteht ein ungewöhnliches, aber tragfähiges Geschäftsmodell. Nach den Saab Auktionen in Schweden füllt sich der Hof mal mit Sportkombis, mal mit 9-4x Modellen. Und nicht nur dort. Auch in Chemnitz werden zwei 9-4x gesehen.

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Und dann ist da noch das Saab Festival in Trollhätten, das seine Schatten wirft. Während eines Telefonats mit Markus Lafrentz entsteht die Idee, in Kiel einen kleinen Zwischenstop für die deutsche Community einzulegen.

„Meinst Du, wir bringen 10 Autos zusammen ?“ frage ich ihn am Telefon. „Schon möglich“ sagt er.

Mai 2013

„…vielleicht kann man im Herbst einen neuen Saab 9-3 kaufen…“ meint die schwedische Ausgabe der Auto-Motor-Sport, und ist damit zu optimistisch unterwegs. Wir konzentrieren uns lieber auf das kommende Saab Festival in Schweden. Die Idee einer gemeinsamen Tour deutscher Saab Freunde nach Trollhättan nimmt Gestalt an.

Allerdings sind Sponsoren gesucht. Denn die Rallye Plates und alles, was es für die Teilnehmer kostenfrei gibt, muss irgendwie bezahlt werden. Dass aus der Idee Realität wurde, verdanken wir der deutschen Niederlassung der Saab Parts AB, die heute auf den Namen Orio hört, den Saab Partnern in Kiel und in Bamberg, Matthias Meise und dem Blogteam, das ebenfalls tief in die eigene Tasche gegriffen hat.

Juni 2013

Der Hof ist voll !  Bestes Wetter, mehr als 40 Fahrzeuge parken im Hof des Autohauses Lafrentz. Markus und ich sind begeistert, von wegen gut 10 Fahrzeuge… Man kann und darf sich manchmal irren. Auch die Saab Parts AB hat einen Vertreter geschickt, nachdem Deutschland-Chef Jan-Philipp Schuhmacher aus beruflichen Gründen einen Tag früher nach Schweden abreisen musste.

Wir treffen ihn dann in Trollhättan, vorher rollen aber 40 deutsche Saab in geschlossener Formation von Göteborg in Richtung Saab Stadt. Ein Video, den die Freunde von SU drehen, macht als „German Invasion“ die Runde. Ein ganz friedliche Invasion allerdings mit vielen glücklichen Saab Fahrern.

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Aber sonst halten sich Licht und Schatten die Waage. Während unser Konvoi durch die Saab Stadt rollt, treffen sich hinter den verspiegelten Fassaden von ANA, einst größter Saab Händler der Welt, die Vertreter von BMW, der Kommune und der ANA Geschäftsleitung. Dort, wo früher neue Saab verkauft wurden, werden in Zukunft BMW und Mini zu Hause sein. Nicht schön, finden viele Schweden, und in den Kommentaren der örtlichen Zeitung kommt eine gewisse Unfreundlichkeit gegenüber den Deutschen zum Vorschein, die wir so bisher nicht kannten. Aber in Anbetracht der Umstände verstehen wir.

Ja, die Deutschen. Erstmals stellen sie die größte ausländische Besuchergruppe auf dem Festival. Und mit Jan-Philipp Schuhmacher ist der deutsche Saab Parts Geschäftsführer auch gleichzeitig der einzigste Repräsentant der Saab Parts AB, der sich unter die Fans mischt und am Festival teilnimmt. Wer es noch nicht verstanden hat, der merkt es spätestens jetzt. Deutschland, lange das Sorgenkind der Saab Welt, hat sich zu einem ganz wichtigen Stützpfeiler gewandelt.

Zum Abschluß des Festivals gab es ein persönliches Erinnerungsfoto am Hauptportal des Saab Werks. Hätte mir damals jemand erzählt, dass ich 6 Monat später erneut im Werk sein würde, diesmal zum Produktionsstart, ich hätte ihm nicht geglaubt. Aber das Leben ist bunt ! Und voller Überraschungen !

Text: tom@saabblog.net

Bilder: saabblog.net

 

 

5 Gedanken zu „Saab Jahresrückblick 2013. Januar bis Juni.

  • Sehr schöne Zusammenfassung Tom.
    Im ersten Halbjahr war sicher das Festival der Höhepunkt, aber das zweite Halbjahr hat uns alle sicher noch glücklicher gemacht.
    Allen Saabfans einen guten Rutsch in ein hoffentlich gutes Saabjahr!
    (Habe Bild an gleicher Stelle)

    • So ist es! Das zweite Halbjahr kommt am Montag 🙂

      • Hallo Tom,

        ich bin auch Saab Fan und fahre eine 9-3 SC 1,9 Tid Baujahr 12/2007. Ich lese den Blog hier seit fast zwei Jahren und finde diesen super.
        Heute berichtete ein Bekannter von mir (Volvo-Fahrer) aber auch Saab Fan, dass auf der A2 Richtung Oberhausen zwei rote Saabs mit Schwedischen Kennzeichen und Schildern Testfahrt unterwegs waren.
        Beide fuhren sauschnell, der erste hatte Saugnäpfe und Antennen auf dem Dach.
        Von der A2 aus geht es auch auf die A31 Richtung Emden….dort kann man noch richtig brettern, fast immer frei und keine Geschwindigkeitsbegrenzung, zum Testen perfekt.
        Es könnte sich ja um Testfahrten der neuen Motoren gehandelt haben. Also es tut sich weiter etwas bei Saab 2.0.

        LG aus dem Ruhrgebiet
        Capri 73

        • Das hört sich gut an. Ich denke die Aktivitäten werden immer mehr in den nächsten Monaten. Es geht in Richtung „Update“ 🙂

  • Wenn ich das Video sehe, bekomme ich Gänsehaut. Hatte der Kameramann bestimmt auch, so wie der gewackelt hat. 😉
    Alt und neu vereint. Sehr schön. Man sieht es geht doch.
    Saab ist eben Saab.
    Danke Tom für die vielen schönen Zeilen und einen guten Rutsch an alle Saabianer.

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