Saab News: Spätnachrichten aus Stockholm und neues von Antonov

Seit die schwedische Presse schweigt greife ich fast täglich zum Telefon und rufe in Stockholm an. Die Saab Verhandlungen finden unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt. Zumindest seit dem ein gewisses Leck geschlossen wurde. Aktuell verhandelt man sehr intensiv über Details, denn die erste, unverbindliche Absichtserklärung ist gestern abgelaufen.

Das tut der Sache allerdings keinen Abbruch, denn der Verkauf und die Rekonstruktion laufen weiter. Das neue Abkommen soll sozusagen “wasserdicht” sein, damit es in einen endgültigen Verkaufsvertrag gewandelt werden kann. Das erfordert Zeit und viel akribische Kleinarbeit. Ich denke, der Zeitplan könnte wackeln. Allerdings, alles ist für Saab im grünen Bereich, keine Gefahr. Das habe ich heute recht deutlich gehört. Mehr Details folgen (eventuell) sobald Informationen vorliegen.

Erinnern wir uns an Vladimir Antonov. Der Mann den die EZB als Saab Aktionär ablehnte weil die litauische Nationalbank seine Bank als, na ja, wackelig ansah ? Antonov hatte einem russischen Unternehmen, zuvor bei allen Banken abgeblitzt, einen Kredit eingeräumt. Das ging nicht gut. Dazu kamen andere Vorwürfe und seltsame Aktiendeals.

Jetzt ist es passiert. Vladimir Antonov hat heute keinen guten Tag. Die litauische Nationalbank hat Antonovs Bank “Snoras” kassiert. Also unter Zwangsverwaltung gestellt. Zu viele faule Kredite. Lars Carlström, der Sprecher von Antonov, sagte man sei “…kalt erwischt worden…”

Vielleicht hatte die Luxemburger Bank doch recht ?  Wäre Antonov nicht die Lösung der Saab Probleme gewesen sondern wäre er mittelfristig selbst zum Problem geworden ? Wie auch immer. Morgen ist ein neuer Tag und das Leben geht weiter. Auch für Vladimir Antonov.

Text: tom@saabblog.net

3 Gedanken zu „Saab News: Spätnachrichten aus Stockholm und neues von Antonov

  • Ich nenne das Gewinnmaximierung beim Mutter Konzern zu Gunsten der Aktionäre in der USA, daran
    knappert doch auch immer Opel , die doch in Rüsselsheim ein Entwicklungszentrum für
    GM weltweit betreibt und damit belastet wird und die Lizensen sind dann in Detroit angesiedelt

  • Hallo Tom,

    zu einem anderen Deiner Beiträge hatte ich folgende Frage aufgeworfen (sinngemäß): Fällt die Karosserie (Design) des aktuellen 9-5 unter die zu erwerbenden Lizenzen, bei denen sich General Motors bisher sperrt? Für eine Beantwortung wären wir hier in kleiner SAAB-Runde in Hamburg dankbar.

    Unser “Hintergedanke” ist, dass bei freier Verfügbarkeit des Designs der 9-5 mit etwas anderem “Innenleben” bis zur Serienentwicklung der Phönix-Modelle verkaufbarer “Lückenfüller” werden könnte – der Vorteil wäre, dass hier zumindest das bisher schon eingeprägte Erscheinungsbild / Design(welches bei vielen Kaufwilligen sehr gut ankam) zunächst auch beibehalten werden könnte.

    Dies wäre natürlich nur interessant, wenn GM bei dieser merkwürdigen Blockade-Politik verharrt.

    Viele Grüße aus der Hansestadt Hamburg

    • Hej Joachim,

      alle aktuellen Saab 9-5 sind lizenzpflichtige Produkte. So seltsam es ist. Die Entwicklung von 9-5 und 9-4x wurde von Saab bezahlt, bzw. es wurde zu GM Zeiten Saab belastet. Dennoch wurden die Verträge so ausformuliert, dass diese Produkte Lizenzen sind. Warum, das wissen nur die, welche am Verhandlungstisch waren….

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