Saab News: Paket aus Schweden und der Spiegel erklärt Turbo

Zurück aus Belgien, oder genauer gesagt aus Flandern, gibt es einen Saab mehr auf unseren Strassen. Hinter uns liegen, mit Umwegen, mehr als 1.500 Kilometer, die echt Spass gemacht haben. Der Reisebericht folgt morgen. Mittlerweile ist bei uns ein lang erwartetes Paket aus Schweden eingetroffen.

Paket aus Schweden

Aus Kalmar hat Playsam die versprochenen Streamliner geschickt. Die in der Saab Farbe “Lightning Blue” lackierten Designobjekte sind ein Teil der Saab Geschichte. In Auftrag gegeben als Reminiszenz an den Saab 9-3 Viggen, wollte Saab damit an dieses besondere Hochleistungsmodell erinnern. Saab 9-3 Viggen sind heute gesuchte Sammlerstücke und haben ein festen Freundeskreis.

Durch die wirtschaftliche Entwicklung in Trollhättan wurde die Bestellung nicht mehr abgerufen, und die Viggen-Streamliner blieben damit beim Hersteller. Nur 300 Stück sollten als limitierte Auflage an die Markenfans gehen, und wir haben einige Exemplare für unsere Leser reserviert. Es ist eine einmalige Gelegenheit, denn eine Nachproduktion wird es auch hier nicht mehr geben. Den Viggen Streamliner gibt es ab sofort in unserem Shop.

Playsam Viggen Streamliner

Werfen wir noch einen Blick auf die Presse und schauen wir, was es zum Thema Saab zu sagen gibt.

Presse 1: Victor Muller und der Greif

Muller hat es mal wieder in die Berichterstattung gepackt. Nachdem er in Steuersachen nicht zahlungswillig ist und gegen den schwedischen Fiskus klagen möchte, philosophiert er nun über den Greif und NEVS. Dem Nachrichtenportal “Just-Auto” erzählte er, dass er den Saab-Greif so oder so hätte entsorgen wollen. Der Greif wäre durch den historischen B18 Bomber ersetzt worden. Damit sagt er nichts, was wir nicht schon lange wissen.

Und er schmückt sich, wie man so schön sagt, mit fremden Federn. Die Abkehr vom Greif, Stück für Stück, war beschlossen, bevor Muller an den Erwerb des Saab Konzerns dachte. Die Idee zur Weiterentwicklung der Marke kam aus dem Design Team und nicht von Victor Muller.

Aber Muller, auch wenn er in den Medien präsent bleiben wird, ist Vergangenheit. Da ändert auch sein im Interview geäusserter, vergifteter Gruss an den neuen Eigentümer nichts. “Er wünscht”, so sagt er, “NEVS alles Glück der Welt – auch wenn er deren Geschäftsmodell nicht versteht”.

Presse II: Ein kleines Geschenk

Karl XVI Gustav, vom Beruf König von Schweden, war zu Besuch im Saab Museum. Museums Kurator Peter Bäckström übergab dem König als Geschenk einen Saab 92001 Roadster. Kleine Dinge können positive Presse bewirken, und das Aftonbladet berichtete über den Saab, der für Prinzessin Estelle gedacht ist. Schön, dass auch die Presse in Deutschland davon Notiz genommen hat und Saab so zumindest in Hamburg in den Medien ist.

Presse III: Der Spiegel erklärt Turbo

Kann ein Nachrichtenmagazin Turbo erklären? Der Autor Jürgen Pander kann es offensichtlich nicht. In seinem neuen Artikel schreibt er über Turbo Technologie und erwähnt sogar den Saab 99 Turbo. Allerdings werden alle Turbos vor 1994 als unfahrbar abgestempelt, denn der Durchbruch kam erst mit – bitte festhalten – dem Audi A4 1.8t von 1994.

Dass Saab als Turbopionier schon lange vorher den Softturbo erfunden hat, bei dem kein Turboloch mehr spürbar war, wird unterschlagen. Dass unsere Schweden die Verbindung von Turbo mit Automatikgetriebe kultiviert haben, und dass Turbo und Automatik Spass machen können, wenn man in einem Saab sitzt, das ist ebenfalls keine Erwähnung wert. Völlig verdrängt wird – beim im Artikel bejubelten Trend zum Downsizing – die mangelnde Haltbarkeit der kleinen Turbomotoren. Steckt etwa im Spiegel-Artikel bezahlter Content für den Volkswagen Konzern?

Aber o.k., der Audi A4 1.8t war trotz 5-Ventil Technik ein gähnend langweiliges Auto und kein Durchbruch in der Turbotechnik. Mit Softturbos, die allenfalls ein minimales Turboloch hatten, waren schon die klassischen Saab 900 unterwegs, und Saab zeigte mit dem Talladega Long Run eindrucksvoll, wie ausgereift Turbo Technik sein kann. In einer Zeit, wo Ingolstadt an derselben Rennstrecke einige Wochen vor den Schweden die gleiche Idee hatte und mit verheizten Turbo Motoren heimlich, still und leise abzog.

Vielleicht lädt jemand aus der Hamburger Saab-Szene Jürgen Pander zu einer Rundfahrt durch die Hansestadt ein  ?  Das neue Spiegel-Hauptquartier ist ja leicht zu finden. Mit einem Saab 9000 oder Saab 900S. Natürlich vor 1994.

Text: tom@saabblog.net

Bilder: saabblog.net

8 Gedanken zu „Saab News: Paket aus Schweden und der Spiegel erklärt Turbo

  • Gut geschrieben. Die Turbo Motoren aus dem VW Konzern haben bis heute nicht die Langlebigkeit von SAAB Motoren erreicht. Der SPIEGEL hat eindeutig eine VW Brille auf! 😉

  • Hallo Tom,
    danke für die news… und ich habe gut gelacht… Audi 1,8t 🙂 diese Luftpumpe hätte ja nicht einmal eine Chance gegen die Turbo freien SAAB Modelle! 🙂
    Da sehen wir wieder wo überall vom VAG Konzern in Werbung investiert wird…der Schreiberling fährt sicher ein paar Tage in den Urlaub für den Artikel…ohne das sein Konto belastet wird! 🙂

    Eine schöne Woche wünsche ich allen Bloglesern…

  • Was Pander schreibt ist platzierter Content für VW. Fällt nur außer uns keinem auf. So ein schlecht recherchierter Artikel ist schon eine Zumutung für jeden Leser.

  • Ach ja , der Spiegel ist eine deutsche Zeitung , Audi ein deutsches Auto und Lobbyismus ist
    auch deutsch, und der VW Konzern macht €gute€ Pressearbeit ( siehe auch Vergleichstests in den
    Autozeitungen…………..)

  • Schade, dass ich keinen “Vor 1993”-Turbo mehr habe, sonst wäre ich bei den Jungs glatt einmal rumgefahren….

    War kann übernehmen? Er würde dann sogar mitkommen! 😉

  • Warum wegen dem ‘Speichel’ teures Benzin verschwenden? Ein geharnischter Leserbrief tut’s doch auch.

  • Der Werbeslogan sagt: “SPIEGEL-Leser wissen mehr”. Spiegel-Redakteure tun dies anscheinend nicht.

    Noch viel schöner als die Auslassungen des Artikels finde ich aber, was da teilweise in der Kommentarfunktion so gequasselt wurde. SPIEGEL-Leser wissen anscheinend nicht nur mehr, sondern leiden auch unter einem unheilbaren Drang, dieses Wissen loszuwerden. Und sei es nur, zu wissen, ob man den Turbolader nun eine halbe, eine ganze oder drei ganze Minuten zum Abkühlen nachlaufen lassen muss.

  • Spielt eigentlich keine grosse Rolle, wer beim Spiegel zum Thema Auto schreibt. Viel Substanz ist eher selten dahinter. Gilt aber leider auch für IT, Photo- und sicherlich leider viele andere Themen. Das Niveau ist da (wie bei den meisten Publikationen heute) vorsichtig gesagt nicht allzu hoch.

    Gruss
    Thilo

    BTW: Das geile an den ersten 2.3l Turbos war ja gerade der brachial einsetzende Turboschub. Zu der Zeit war ich bei einem Händler Kunde, der auch für viele Mercedes Kunden Service durchführte (die MB Niederlassungen waren zu der Zeit ja z.T. recht arrogant). Es kam durchaus vor, dass diese Kunden mit dem 9000er den sie gestellt bekamen etwas wheelspin auf trockener Strasse produzierten 😉

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