Saab News: Spekulation und Missverständnis

In Schweden dreht unser Autobauer vielleicht die letzte Runde. Wenn kein Wunder geschieht. Die Lage ist so wiedersprüchlich, dass ich alles für möglich halte. Pang Da hat Saab nochmals der Unterstützung versichert und steht mit Lotus Youngman Seite an Seite mit Saab.

Alles gut ? Nein, es spielt sich ein großes chinesisches Theater vor uns ab, wo alle Akteure pokern. Die Entscheidung der NDRC über den Saab Einstieg soll am Freitag erfolgen. Lotus Youngman hat einen Antrag eingereicht, auch liegen seit letzten Freitag Papiere von Youngman bei der schwedischen Schuldenverwaltung. Gut.

Pang Da ? Kein Antrag eingereicht, sagt Pang Quinghua zu Reuters und wiederspricht damit dem Saab CEO Victor Muller, der zu Reuters meinte man sei “On track with both Pangda and Youngman”.

Erneut ein Missverständnis oder eine Fehlinterpretation ? War da nicht der Besuch der Evaluierungskomission am Wochenende ? Tatsache ist, dass Pang Da den größten Teil seiner Anteile nach dem Kauf an Youngman weiterreichen wollte. Langfristig sieht man sich als Distributor und ist nur an den Vertriebsrechten interessiert.

Es ist eine endlose Kakophonie, die wir aus Schweden hören. Ein Kampf mit ganz harten Bandagen und, wie viele Leser meinen, ein Poker um Macht und Vorteil.

Machen wir uns keine Illusionen. Vermutlich geht es bis zur letzten Sekunde so weiter. Endweder hören wir dann eine Rettungsnachricht für Saab, oder der Patient ist tot.

Und weil heute mein spekulativer Tag ist, schaue ich nochmal nach Amsterdam, zur Aktie von “Swedish Automobile”, ex Spyker. Eigentlich sollte die Aktie bei diesen Nachrichten stark nach Süden gehen. Tut sie nicht. Aktuell haben wir einen Kurs um die 94 Cent und es wurden am Vormittag über 4 Millionen der Scheine gehandelt.

Wo ein Verkäufer ist, da ist auch ein Käufer. Einer der jetzt schon 10 % der Anteile haben könnte. Wer kauft ? Wie gesagt, heute ist mein spekulativer Tag. 😉

Text: tom@saabblog.net

5 Gedanken zu „Saab News: Spekulation und Missverständnis

  • Und meines Erachtens ist bei diesem ganzen Drama neben Macht, Poker und Eitelkeit eine mindestens genau so große Portion an mangelendem interkulturellem Verständnis dabei. Wenn ich mir hier manche Kommentare durchlese, wie “der Chinese” im allgemeinen so ist (oder zu sein scheint), dann wundert mich nichts mehr. Es wäre übrigens auch nicht das erste mal in der Wirtschaftgeschichte, dass so etwas an der interkulturellen Thematik scheitert. Umso mehr ein Jammer…

    • Das Verhalten von VM dürfte den Chinesen nicht gefallen haben. Erst Youngman, dann Hawtai und dann erneut Youngman. Schon für mich und für meine Freunde in Schweden ist VM nicht zu verstehen.

      Wie soll da ein anderer Kulturkreis diese Unberechenbarkeit und Sprunghaftigkeit nachvollziehen können.

      Ich setz mich jetzt in meinen Saab und mache für heute frei. Mir reichts. :-;

  • Es gab jetzt langsam genug “Missverständnisse”, die ja wohl ganz offensichtlich in der eigenwilligen Arbeits- und Kommunikationsweise von VM begründet liegen. Das mag bei einer kleinen Sportwagenschmiede noch angehen, bei SAAB ist hier etwas mehr Verantwortung zu tragen: für die Marke aber vor allem die Mitarbeiter.

  • Ich versteh’s auch langsam nicht mehr… Bringt das Schiff endlich in ruhige Gewässer und zum laufen! Man ey…

  • Was ist bloss aus unserer ehemaligen sympathischen skandinavischen Marke geworden…

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