Saab 9-5 SportCombi und 9-4X, Trollhättan, 23. Oktober 2011
Vor 15 Jahren: Der 23. Oktober 2011 ist in Trollhättan ein ruhiger Sonntag. Die Saab Stadt in der schwedischen Provinz ist noch schläfrig, als die Sonne langsam aufgeht. Im Stallbacka Industriegebiet ist kein Mensch unterwegs. Fast keiner, sieht man von 3 Deutschen und einem Schweden ab, die dort ihre Autos abholen wollen.
Auf dem Parkplatz der Zufahrt zum Haupteingang des Werks stehen sie geparkt. Einige Saab 9-5 NG Limousinen, zwei Saab 9-5 NG SportCombis aus der Vorserie und zwei Saab 9-4X. Unsere Fahrzeuge sind auffällig beklebt und wir tauschen an diesem Morgen eine Saab 9-5 NG TiD4 Limousine gegen vier neue Saab.
Der 9-5 hat uns am Tag zuvor nach Trollhättan gebracht.

Saab 9-5 SportCombi und 9‑4X, Trollhättan, 23. Oktober 2011
Er bleibt in Schweden, bis ihn irgendwer wieder zurück nach Frankfurt bringen wird. Und das kann dauern. Wenn einer von uns gehofft haben sollte, dass die Übergabe durch einen Saab Mitarbeiter mit zwei, drei warmen Worten erfolgen würde, der sah sich enttäuscht. Weder stand Victor Muller auf dem Parkplatz, noch sonst irgendwer, der uns Glück bei unserem Vorhaben gewünscht hätte.
Ein Securitas Mitarbeiter vom Werkschutz händigte wortkarg die Schlüssel und die Autopapiere aus. Wir hätten auch irgendwer sein können, denn eine Legitimation wurde nicht verlangt. Uns war das fast egal. Wir hatten jetzt die vier gewünschten Autos und wir konnten das tun, was wir schon länger geplant hatten. Eine Tour mit den neuen Saabs quer durch Deutschland starten.
Ein klein wenig Spannung blieb noch. Würden alle Fahrzeuge starten, speziell die beiden SportCombis aus der Vorserie? Sie taten es, ohne jedes Problem und die bisherige Anspannung in Teilen des Teams verschwand. Natürlich mussten der Tag und die Zeit genutzt werden. Ein Fototermin mit den Fahrzeugen vor dem Haupteingang war Pflicht, einer vor der übergroßen Saab Phylone auch.
Das Ganze war irgendwie unwirklich. Ein ausgestorben wirkendes Industriegebiet, aber dennoch keine Ruhe. Im Hintergrund pulsierte das Werk im Leerlauf. Betriebsteile, wie die Lackieranlage, konnte man nicht nach Belieben abschalten. Sie mussten im Stand-by bleiben, um Schäden an der Anlage zu vermeiden. So kostete jede Minute Geld, welches die Saab Automobile AB nicht hatte. Denn die Produktion ruhte seit Monaten und auf dem Auslieferungsplatz standen immer noch Neuwagen, die damals keiner mehr haben wollte.
Doch wir hatten eine Mission. Die Tour in Richtung Süden startete von der Saab-Phylone in Trollhättan, mit vielen Fotostopps dazwischen und einem Tag, der erst kurz vor Mitternacht in Hamburg enden sollte.
Ich hatte vor ein paar Wochen die Berichte zu dieser Mission 2011 im Archiv, also ganz aus damaliger Perspektive geschrieben, gelesen. Wie viel Enthusiasmus, wie viel Optimismus und Es-Schaffen-Wollen. Ich wäre ohne groß zu überlegen mit euch mitgekommen.
Hätte ich damals schon den Führerschein gehabt, ich auch.
Na ja, es war schon harte Arbeit. Enge Terminplanung, unzählige Kilometer, unendlich viele Gespräche und viele Tage zu wenig Schlaf…
Aber es war grandios und natürlich wäre Verstärkung gut gewesen. Aber, und das ist andere Seite, das war nicht im Budget.
Und ich war damals noch nicht bei SAAB. Das war damals gegen Ende meiner knapp zehnjährigen Zeit ohne Auto.
Danke für den Bilderrückblick! 9-4X und der SportCombi sehen heute noch frisch aus. Gutes Schweden-Design altert nicht.
Was für eine Mission. Man wird wehmütig wenn man im Sommer geschehen hat wie es dort jetzt aussieht.