Citroën baute einst fahraktive Autos wie den Visa Chrono

Ach, ein Citroën Visa, werden sie jetzt sagen und sich gelangweilt weiter durch die Weiten des Internets klicken. Ja, ein Visa Chrono und damit ein Citroën, den man gehörig auf Steroide gesetzt hat. Er gehört zu meiner automobilen Vergangenheit und ist eines der Autos, dessen Verkauf ich heute noch in aller Stille betrauere.

Die Öffentlichkeit hingegen hat den Chrono schon länger vergessen. Zu wenige gab es, die Doppelwinkelmarke verteilte dieses besonders fahraktive Auto auf unserer Rheinseite nur in kleinen Mengen. Und von den Exemplaren, die überlebt haben, sind nur wenige im Originalzustand.

Zu stark ist die Motorsport-DNA des Visa Chrono und zu groß war offensichtlich die Versuchung ihn für Wettbewerbe noch etwas zusätzlich zu optimieren.

Citroën baute einst fahraktive Autos wie den Visa Chrono
Citroën baute einst fahraktive Autos wie den Visa Chrono

Citroën baute einst fahraktive Autos wie den Visa Chrono

Tatsächlich ist der Visa Chrono GT ein Auto, wie sie es sich heute bei Citroën niemand mehr getrauen würde. Er erschien im Jahr 1981 auf der Bühne, hatte 93 PS und einen Doppelvergaser Motor mit 1360 cm³ und war fast 180 km/h schnell.

Das ziemlich gnadenlos auf Wettbewerb getrimmte Fahrzeug hatte Schalensitze, die man heute als extrem einschätzen würde, weil wirklich nur sportlich schlanke Menschen mit ihnen zurechtkamen. Doch passte der Sitz, dann war er ideal und mit das Beste, was es damals zu kaufen gab.

Innenraum - Schalensitze und Instrumentensammlung
Innenraum – Schalensitze und Instrumentensammlung

Vor dem Fahrer erstreckte sich eine beeindruckende Instrumentensammlung, es gab ein Sportlenkrad und ein aus heutiger Sicht karges Rennsport Ambiente. Zur Gewichtsreduzierung schenkten die Franzosen dem Visa Chrono Kunststoff-Kotflügel, meine Erinnerung erzählt mir noch mehr Kunststoff bei der Motorhaube und Heckklappe. Ob es wirklich so war, kann ich nicht mehr nachvollziehen.

Der Visa Chrono zeigt Flagge

Als ob das alles nicht bereits auffällig genug gewesen wäre, dekorierte Citroën die 2.160 Exemplare für den heimischen Markt mit der Trikolore. Die später folgenden 1.650 Fahrzeuge für den Rest Europas machte es nach, mit deutschen, belgischen und Schweizer Nationalfarben waren auch sie sehr auffallend.

Unter dem Reserverad versteckt sich der Doppelvergaser Motor
Unter dem Reserverad versteckt sich der Doppelvergaser Motor

Was das auffällige Äußere versprach, das hielten die Fahrleistungen. Je nach Version zwischen 80 und mehr als 90 PS stark standen dem nur 900 Kilogramm Leergewicht entgegen. Entsprechen war die Beschleunigung, die Straßenlage war für die Jahre sportlich perfekt und der die Pferdestärken verlangten eine kundige Hand, denn der Frontantrieb gab sich manchmal überfordert.

Kleine, leichte Autos mit viel Leistung gib es heute kaum noch, entsprechend groß ist die Überraschung, wenn man auf einen Visa Chrono trifft. Speziell dann, wenn dieser nicht die mittlerweile üblichen Rallye-Attribute trägt, sondern im Original Ornat vorfährt.

Die Kotflügel sind aus Kunststoff - das spart Gewicht
Die Kotflügel sind aus Kunststoff – das spart Gewicht

Der Chrono ist selten, aber nicht wirklich teuer

In der Schweiz wird ein seltenes, besonders schönes Exemplar angeboten (Link). Es soll komplett restauriert sein und befindet sich, von kleinen Modifikationen abgesehen, in einer behutsamen Original-Verfassung wie es 1983 aus dem Werk rollte. Die Instrumentensammlung ist wunderschön, die blaue Innenausstattung ist neu gemacht oder hervorragend erhalten und die legendären Schalensitze erinnern mich an meine wilde Citroën Visa Chrono Zeit.

Als Besonderheit der Schweizer Auslieferung leistet dieser Citroën allerdings nur 73 PS und ist damit der schwächste Vertreter der Chrono Varianten. Aber spielt das bei einem rund 40 Jahre alten Auto eine Rolle?

Dieser Chrono ist fast komplett im Originalzustand
Dieser Chrono ist fast komplett im Originalzustand

Natürlich sind diese Fahrzeuge heute nicht mehr wirklich günstig, aber ernsthaft teuer sind sie auch nicht geworden. Das oben erwähnte Vergessen hinterlässt seine Spuren. Die Szene, welche den Chrono noch auf der Liste stehen hat, ist überschaubar.

Fotoalben – wo ist mein Visa Chrono geblieben?

Knappe 20.000 CHF für den Einstieg in die Motorsport-Welt sind fällig, in Frankreich gab es einst eine eigene Rennserie für diese Fahrzeuge, das ist nicht zu viel verlangt. Tatsächlich gäbe es auch heute Argumente, die für den Visa Chrono sprechen. Er ist klein, leicht, das Fahrvergnügen ist archaisch und analog. Bei jeder Klassiker Motorsport Veranstaltung wäre ein Startplatz sicher, so rar ist der Chrono geworden.

Ich finde es schade, dass es so etwas heute nicht mehr von Citroën gibt und durchsuche jetzt alte Fotoalben. Mein Fahrzeug muss dokumentiert sein, so hoffe ich, und wenn ich Bilder finden sollte, erzähle ich demnächst meine persönliche Citroën Visa Chrono Geschichte.

Mit Bildmaterial von autoscout24

3 thoughts on “Citroën baute einst fahraktive Autos wie den Visa Chrono

  • Die Geschichte würde mich auch interessieren. Vor Saab gab es bei uns in der Familie einige Citroën.

    Antwort
  • Freue mich jetzt schon drauf lieber Tom.

    Antwort
    • Das glaube ich Dir sofort 😉

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