Neuer Citroën ë-C3 – ein bezahlbares europäisches Elektroauto

Immer, wenn Citroën ein neues Fahrzeug enthüllt, blickt man mit einigem Interesse hin. Unwillkürlich fahndet man nach außergewöhnlichen Lösungen, welche die Marke einst berühmt und erfolgreich machten. Der Citroën Unterschied – der in den vergangenen Jahren leider oft fehlte.

Heute fielen die Hüllen vom Citroën ë-C3, die Bilder waren vorab schon geleakt worden und der Aha Effekt hält sich daher in Grenzen. Die Marke kündigte das erste bezahlbare europäische Elektroauto an – und löst das Versprechen auch ein. Im Kleinwagensegment wird der Stromer mit dem mythischen Doppelwinkel ab 23.300 € zu haben sein. Das klingt schon einmal gut, doch was ist eigentlich Citroën-spezifisch am jüngsten Zuwachs?

Wir haben näher hingeschaut – und etwas völlig Überraschendes entdeckt.

Neuer Citroën ë-C3
Neuer Citroën ë-C3

Der Citroën ë-C3 – Made in the EU

Doch zuerst zu den Fakten. Der ë-C3 mit dem 44 kWh Akku und 83 KW (113 PS) Antrieb kommt nach WLTP 320 Kilometer weit und kann am 100 KW Schnellader in 26 Minuten von 20 auf 80 Prozent aufgeladen werden. Die Marke wird auch noch eine kleinere Variante mit weniger Kapazität und nur 200 Kilometern Reichweite 2025 nachschieben – dann für knapp unter 20.000 €.

Wichtig zu erwähnen ist, dass der neue kleine Stromer ausnahmsweise nicht in China oder sonst wo in Asien gebaut wird. Er ist ein europäisches Fahrzeug. Der Umstand ist ausschlaggebend für das Sozial-Leasing Projekt in Frankreich, wo der Staat auch für weniger leistungsfähige Bürger den Umstieg auf die Elektromobilität mitfinanzieren möchte. Er tut das jedoch nur, wenn das gewählte Fahrzeug in der EU produziert wurde.

Kaum größer als der Vorgänger - aber geräumiger
Kaum größer als der Vorgänger – aber geräumiger

Unsere Frage jedoch bleibt, was ist Citroën spezifisch am ë-C3? Die Marke verspricht für ihren neuesten Kleinwagen eine besonders gute Raumausnutzung und einen erstklassigen Komfort. Daran kann etwas sein, zumindest am letzteren.

Erstmals ziehen in die Kleinwagenklasse die Advanced Federung in Verbindung mit den Citroën Advanced Komfort Sitzen ein.

Advanced Komfort Sitze - erstmals in der Kompaktklasse
Advanced Komfort Sitze – erstmals in der Kompaktklasse

Beide Komfortmerkmale sind empfehlenswert, die Federung, die wir aus anderen Modellen kennen, bewegt sich ganz in der Tradition der legendären Hydropneumatik, ohne allerdings deren Finesse zu erreichen. Die Komfort-Sitze sind besonders gut gepolstert und auf jeder Strecke ein Genuss. Im Stellantis Konzern gibt es beide Merkmale nur bei Citroën.

Die Citroën C-Zen Lounge

Was uns allerdings auf den ersten Blick besonders überrascht hat, ist ein Ausstattungsmerkmal, das an alte Saab Zeiten erinnert. Citroën nennt es C-Zen Lounge – oder die Neuerfindung des Armaturenbretts. Das Cockpit wird komplett neu gestaltet, jenseits des 10,25 Zoll großen Zentralmonitors zeigt eine Projektion auf einem schmalen Streifen unterhalb der Windschutzscheibe alle relevanten Informationen.

Citroën C-Zen Lounge
Citroën C-Zen Lounge

Alles wirkt sehr technisch und aufgeräumt und das Marketing nennt die Projektion ein Head-up Display. Das ist es streng genommen nicht, aber die Doppelwinkel Marke setzt auf jenen Effekt des Fern-Sehens – den Saab schon 2003 beim 9-3 NG mit dem SID anbot.

Der Vorteil der Projektion – die relativ weit vor dem Fahrenden liegt – ist einfach zu erklären. Das Auge bleibt faktisch auf der Straße und muss nicht zwischen konventioneller Armatur und Außenbereich wiederholt vom Fern- auf Nahsicht umschalten. Das Fahren wird entspannter – sicherer und angenehmer.

Projektion unterhalb der Windschutzscheibe
Projektion unterhalb der Windschutzscheibe

Citroën sieht in dem neuen ë-C3 einen Gamechanger. Vollelektrisch, bezahlbar, und Pierre Leclercq, Head of Citroën Design, gibt an, dass man besonders genau hingehört habe, was die Kunden erwarten. Das könnte zutreffen, denn der elektrische Kleinwagen, der in der Slowakei produziert wird, rollt schon in der You Grundversion gut ausgestattet zum Kunden.

Tatsächlich, LED-Scheinwerfern vorn, Citroën Advanced Comfort Federung, Active Safety Brake (Notbremssystem), Citroën Head-up-Display, Smartphone Station, elektrischen Außenspiegeln, automatischer Beleuchtung, Parksensoren hinten, Tempomat, Klimaanlage und 6 Airbags sind Serie. Noch mehr Auto für die Stadt und den täglichen Pendelverkehr benötigt vermutlich kein Mensch.

Mit Medienmaterial von Citroën Communication

7 Comments
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Ken-Daniel
2 Jahre zuvor

Müsste ich live probesitzen/fahren, aber wenn das so wie in den neuen Peugeots gelöst ist, dann weiß ich nicht ob ich mich damit anfreunden kann. Als Saabfahrer die ja ein etwas größeres Lenkrad gewöhnt sind, konnte ich keine angenehme Sitzposition finden. Entweder ich schaue unterm Lenkradkranz oder wirklich drüber, aber so dazwischen…vielleicht müsste ich mal länger einen fahren. Dann werde ich wahrscheinlich wieder die Lenkräder in den Saabs als zu groß empfinden.

Volvaab Driver
Volvaab Driver
2 Jahre zuvor

Vive la France …

Dass die jeweilige Bundesregierung dt. Steuergeld von der ersten Abwrackprämie bis zur jüngsten EV-Förderung bedinungslos über dem gesamten Globus ausgeschüttet hat, hat mich immer ge- und verstört. Es geht also auch anders. Aha!

Auch E85 geht in F aber nicht in D. Traurig!

Die Projektion unter die Windschutzscheibe finde ich klasse. Man kann ja nicht mit Lesebrille fahren. Ich habe zwar noch immer gute Augen und tippe auch jetzt ohne Brille, aber der Wechsel zwischen Fern- und Nahsicht? Ich registriere da bei mir inzwischen eine Verzögerung, die mir neu ist und im Auto latent nervt. Ist wohl beginnende Weitsichtigkeit …

Michael B.
Michael B.
2 Jahre zuvor

Der Innenraum ist auf jeden Fall schön gemacht, minimalistisch und für diese Preisklasse außergewöhnlich. Außen ist das Design Mainstream, es soll ja möglichst allen gefallen…

bergsaab
2 Jahre zuvor
Reply to  Michael B.

….genau mein Eindruck.
Was haben sie den mit dem Logo gemacht, ein gesprungenes Osterei?? :-O …oder bei VW geklaut?
HeadUp- Display ist ja auch etwas übertrieben, sitzt ja nicht im Sichtfeld auf der Straße. Dann ist ja das Infomenü im 9-3NG vor Facelift auch ein HeadUp Display. Warum dort nicht die Geschwindigkeit gelandet verstehe ich aber bis heute nicht.

Michael B.
Michael B.
2 Jahre zuvor
Reply to  bergsaab

Das Logo ist in der Tat merkwürdig. Es ist Retro, aber das Auto ist es nicht.

Das passt absolut nicht!