Break Fiktion? So könnte der Citroën C4 Break Tourer (2023) aussehen!

Kompakte Kombis haben es schwer. Sie verschwinden immer mehr vom Markt, ein Segment stirbt leise vor sich hin. Das ist bedauerlich, denn die traditionellen kompakten Kombis waren nicht alleine aus ästhetischer Sicht die intelligentere Wahl als heute favorisierte SUV und MPV. Auch bei Citroën ist das traditionsreiche Kombi Segment verweist. Ein Kombi war bei der Doppelwinkel Marke immer ein Break, und der hatte eine großartige Ahnenreihe.

Citroën C4 Break Tourer (2023)
Citroën C4 Break Tourer (2023)

Ein Citroën, der die legendäre Break Baureihe fortsetzt

Unvergessen ist der CX Break, der Platz wie die weitläufigen Sanddünen den Camargue bot. Oder der BX Break, der mit kompakten Abmessungen innen gefühlt mehr Raum als außen hatte. Der letzte kleine Break in der langen Liste war der Citroën ZX, aber dessen Produktionsende liegt auch schon mehr als 20 Jahre zurück.

Wie sähe ein potenzieller Nachfolger aus? Nach dem ë-C4 X, für den Citroën international sehr viel Applaus bekam, könnte die Zeit für einen konventionellen Kombi, sprich Break, reif sein. Das dachte sich zumindest der ungarische Designer X-Tomi. Er entwarf, basierend auf der aktuellen Modellfamilie, einen Citroën C4 Break Tourer, der aussieht, als könnte er bereits morgen von den Bändern rollen.

Citroën GS Break Spezial 1980
Citroën GS Break Spezial 1980

Die Front des Break Tourer spendiert der reguläre Citroën C4. Das Heck mit den auffälligen Rückleuchten leiht der ë-C4 X, die Dachlinie läuft aber mit einer steil stehenden Heckklappe aus. Der Kombi bietet mehr Stauraum als der Lifestyle C4 X, ohne jedoch unsportlich zu wirken. Die sonstigen Designattribute folgen der aktuellen Linie der Marke. Ein robustes Design, dem man zutraut, auch mal ohne Blessuren mit Feldwegen und Apfelwiesen in der Normandie zurechtzukommen.

Die Überhänge der Karosserie bleiben knackig kurz, der Entwurf ist so, dass man fragen möchte, warum baut Citroën den Break Tourer nicht einfach?

Citroën ZX Break 1993
Citroën ZX Break 1993

Nur eine Break Fiktion?

Vermutlich, weil der Zeitgeist nicht unbedingt in Richtung Kompakt-Kombi weht. Sicher aber, weil ein C4 Break Tourer eine direkte Konkurrenz zum Peugeot 308 SW wäre. Und natürlich auch, weil der ë-C4 X eine umklappbare Rücksitzbank hat, diese Variabilität könnte den Kunden ausreichen. Denn, ohne verlängerte Überhänge, wäre der Raumgewinn in der Praxis lediglich minimal.

Aber, man sollte den Break Tourer nicht komplett ausschließen. Renault, der Rivale in Frankreich, wird 2023 auf verlängerter Captur Basis das DJB Projekt bringen. Angeblich ein preiswerter, ca. 4,40 Meter langer Kombi. Im Normalfall reagiert die Marke mit dem Doppelwinkel dann mit einem Konter.

Mit Bildmaterial von Citroën Communication und X-Tomi

8 thoughts on “Break Fiktion? So könnte der Citroën C4 Break Tourer (2023) aussehen!

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    Lademeister

    Die Franzosen haben eine im Wortsinn großartige Historie im Automobilbau. Ich neige manchmal dazu, die praktischen und erstaunlich leichten Raum- und Wunder an Zuladung zu vergessen. Der dt. Motorjournalismus aber auch und anscheinend gar die Franzosen selbst. Ansonsten hielten sie ja zu dieser Tradition …

    Auf dem letzten Oldtimer-Treffen, auf dem ich kürzlich war, stand ein CX Break und war eine der Hauptattraktionen, das Fahrwerk stolz zur max. Bodenfreiheit aufgepumpt. Besucher, die mit ihren SUV gekommen waren, rieben sich verwundert die Augen. Da steht ein altes Auto, das zugleich einen kleinen Querschnitt, die Form eines (Fahrt-) Wind Piercers, ein Fahrwerk für jede Gelegenheit und Innen- und Kofferraum ohne Ende hat. Wie kann das sein?
    Was haben sich die Designer und Konstrukteure des eigenen SUV gedacht? 40 Jahre jünger sollte man als dessen Besitzer doch jeden Oldtimer ganz einfach belächeln, oder nicht? Skurrile Kisten, die vom Fortschritt in jeglicher Hinsicht komplett überholt sind, oder nicht? Und dann sowas! Dann steht da plötzlich etwas, mit einem Fahrwerk, was auf einer Autobahn den Schwerpunkt bis auf die Fahrbahn absenken und wie ein Kaugummi auf der Straße kleben kann. Oder eben auf Feld- und Waldwegen mehr Bodenfreiheit als das eigene SUV bietet und egal auf welchem Straßenbelag, immer mehr Zuladung und Kofferraum, als das eigene und nagelneue Sports Utility Vehicle. Da reibt man sich verwundert die Augen.
    Echt schade, dass die Franzosen nicht konsequent an ihre Tradition anknüpfen. Das, was sie einst technisch und konstruktiv geleistet haben, ist nach meiner Wahrnehmung heute nur noch ein Mythos, den Designer und Marketing mit einer nur noch aufgesetzten und vergleichsweise oberflächlichen Andersartigkeit ausschlachten. Die Ahnen waren wirklich anders. Heute sehen deren Urenkel teils anders aus, sind technisch aber Mainstream und kostenoptimierte Fertigung …

    Täusche ich mich da, oder kann und darf man das so sehen?

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      Kostenoptimiert trifft sicher zu, sonst gäbe Citroën nicht mehr. Andersartig immer noch, die Federung, die Tom beschrieben hat und die Comfort Sitze. Findet man in dieser Preisklasse sonst nirgendwo.

      Das ist immer noch andersartig und sogar besonders. Halt im Rahmen der Möglichkeiten, die Stellantis gewährt und nicht mehr so wild und extrem wie einst.

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        Danke, das ist plausibel und gut erklärt.

        Ich finde es nur allgemein schade, dass Charakter und Technik global verschmelzen. Wäre der einzige Treiber dabei ein technisches Optimum für Mensch & Umwelt, welches alle Automarken unisono anstreben, wäre mir das sogar (fast) egal …

        Ist aber ja leider so, dass jede Marke jedem Modell (besser gesagt, jedem Marktsegment) weltweit fast identische Lastenhefte für Entwicklung, Fertigung und Vertrieb ausstellt. Da fischen alle Automobilhersteller nur noch im selben Teich nach nur noch den selben und ausschließlich in diesem Teich vorhandenen Fischen …

        Einfach schade, dass im Lastenheft kostenoptimierter und plattformbasierter Fahrzeuge kein Raum mehr für technische Innovationen und echte Charakterautos ist. Die Welt war noch nie so groß und zugleich so einfältig und uniform wie heute. Mir persönlich fällt es schwer, darin eine Bereicherung, gar einen Fortschritt zu sehen. Was Mensch & Umwelt betrifft, wird uns im Endeffekt EIN Weg diktiert, auf den sich die Industrie und Zulieferer unter Berücksichtigung von Marktanalysen und Kostenprognosen längst global verständigt und geeinigt haben. Ist schon verrückt, aber wir hatten schon einmal mehr Auswahl, als sie uns (Mensch & Umwelt) eigentlich noch gar nicht dringend und zwingend erschien. Jetzt ist es genau umgekehrt. Wir müssen dringend nach Alternativen suchen, aber der (inzwischen sehr globale) Markt ist längst zum (globalen) Einheitsbrei geworden. Ist doch bemerkenswert und bedauerlich, finde ich.

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    Der Break Tourer hat etwas Offroad Optik, nicht schlecht gemacht. Schade, dass es nur eine Break Fiktion bleibt.

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    Für einmal falsch, lieber Autor! Nach ZX gab es für sieben Jahre den gar nicht einmal schlechten Xsara Break. Diesen hatte ich für gut dreizehn Jahre. Ein gutes Familienauto, das mit dem HDI-Diesel sogar etwas Spass machte.
    Aber ja, das Ende des C5 Tourers war leider das Ende der jahrzehntealten Kombitradition bei Citroën. Sehr schade.

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      Ich gestehe, den Xsara komplett verdrängt zu haben. Ist natürlich korrekt, den gab es nach dem ZX.

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        An den Xsara kann ich mich ebenfalls nicht mehr erinnern. Es ist also keine Schande, wenn man ihn einfach vergisst. Der ZX ist auch mir noch in Erinnerung, der war deutlich markanter.

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    Man vermisst in diesem Segment doch wirklich die Alternativen. Was gibt es noch? Fast alles sind fahrende Hochsitze, Fahrzeuge wie ein Saab 9-3 Sportkombi als Beispiel gibt es nicht mehr. Irgendwas Kompaktes mit Pfiff, das wäre es.

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