Hier ist er – der erste Koenigsegg Jesko Absolut

Ein weiteres Vorserien Fahrzeug dreht erste Runden auf dem Flugfeld in Ängelholm. Der allererste Koenigsegg Jesko Absolut ist da! Ein weiteres schwedisches Hypercar der Superlative. Der Name Absolut ist zugleich Programm und Versprechen. Denn das neue Hypercar soll der absolut schnellste Koenigsegg sein, den die Marke jemals produzieren wird. Das verspricht CEO Christian von Koenigsegg. Es fällt mit Blick auf die Leistungsdaten zumindest schwer zu glauben, dass es hier jemals eine weitere Steigerung geben könnte.

Koenigsegg Jesko Absolut Vorserie
Koenigsegg Jesko Absolut Vorserie

1.600 PS mit regenerativem Kraftstoff

Der Koenigsegg Jesko Absolut verfügt über den hauseigenen 5 Liter V8 Motor mit Twin-Turbo. Dieser leistet 1.600 PS – wenn er mit E85 betankt wird. Durch die Verwendung von E85 erhöht sich der Ladedruck von 1.7 bar (mit fossiler Energie) auf 2.2 bar. Das bringt einen extra Boost und 320 PS mehr als im fossilen Betrieb.

So jedenfalls macht der Umstieg auf regenerative Kraftstoffe Spaß. Zu schade nur, dass E85 in Deutschland von der Politik zugunsten fossiler Energieträger beerdigt wurde.

Das maximale Drehmoment des Jesko Absolut wird mit 1.500 Nm angegeben. Die von Koenigsegg entwickelte 9-Gang Light Speed Transmission (LST) reduziert die Zeit der Schaltvorgänge auf null, egal welchen Gang man wählt und unabhängig, ob man Gänge überspringt.

Die Doppel-Finne am Heck erinnert an den F-15 Kampfjet
Die Doppel-Finne am Heck erinnert an den F-15 Kampfjet

Die aerodynamische Optimierung des Jesko Absolut wird an den verkleideten Hinterrädern und an der Doppel-Finne am Heck sichtbar, die Assoziationen an einen F-15 Kampfjet hervorruft. Den Luftwiderstandsbeiwert gibt die schwedische Manufaktur mit 0.278 an. Die Höchstgeschwindigkeit des Hypercars soll bei 500 km/h liegen.

125 Jesko Absolut will Koenigsegg herstellen, zu einem Nettopreis von 2,35 Millionen €. Die Auswirkungen auf die weltweite CO2 Bilanz dürfte aus diesem Grund überschaubar bleiben. Auch schon deshalb, weil die technischen Kunstwerke aus Ängelholm nur sehr limitiert bewegt werden. Die Jahresfahrleistung eines Jesko Absolut wird ebenfalls überschaubar bleiben.

Verkleidete Hinterräder zur aerodynamischen Optimierung
Verkleidete Hinterräder zur aerodynamischen Optimierung

Der Grafit-graue Jesko Absolut mit Streifen in Tang-Orange aus der Vorserie wird dieses ruhige Leben sicher nicht haben. Er ist das offizielle Testfahrzeug im Jesko Absolut Programm und hat harte Erprobungs-Kilometer vor sich.

Eventuelle Bedenken, dass nach dem Ende der Erprobung das Vorserien Fahrzeug in der Verwertung landet, muss man bei Koenigsegg im Normalfall nicht haben. Das beeindruckend Manifest schwedischer Ingenieurskultur wird nach dem Ende der Erprobung in der Manufaktur in den Zustand eines Neuwagens zurückversetzt und als Koenigsegg mit Historie vermarktet.

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung der Koenigsegg AB

4 thoughts on “Hier ist er – der erste Koenigsegg Jesko Absolut

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    Ich sah in E85 ganz großes Potential, das Totalversagen und das devote Verhalten der Politik gegenüber der Ölindustrie führen nun zu einigen offenen Fragen.
    Ansonsten ein grandioses Auto.

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      Offene Fragen

      Gut und knapp gesagt. Mich ärgert, dass unsere 4. Gewalt im Staate nicht nach den Antworten sucht. Hier taucht E85 immer wieder in Artikeln und Kommentaren auf – in einer kleinen Blase von Saabfahrern. Aber sonst?

      Energie aus Biomasse behandeln Medien und Journalisten in D langjährig wie eine lustige und exotische Skurrilität, die man ab und an mal freundlich belächelt.

      Da gibt es dann Bauern irgendwo in Dänemark auf einer Insel, die kein Diesel mehr kaufen. Oder es gibt Finnen, die Kerosin (zum Teil) aus Fischabfällen bis nach New York verkaufen. Und sogar in D steht irgendwo eine Biogasanlage. Alles sehr lustig, sehr skurril und einmal im Jahr hat so ein Beitrag vielleicht einen Sendeplatz. 2019 der Biodiesel auf Ærø, 2020 das Kerosin aus Gräten und Fischköppen, 2022 ein wenig Methan aus Stroh. Mehr aber auch nicht. Es gibt keinerlei ernsthafte journalistische Auseinandersetzung mit dem Thema. Nichtmal jetzt vor dem Hintergrund des Krieges gegen die Ukraine. Viele Fragen bleiben offen und manche wird erst gar nicht gestellt.

      Wer hat je gefragt, wie sich D vor den russischen Gaslieferungen mit Gas versorgt hat? Wer hat es je beantwortet? Schade eigentlich, denn tatsächlich ist die Antwort spannend und sehr erhellend. Wir wollen – aus einer Vielzahl von guten Gründen –ganz sicher nicht zurück zu diesem Gas, wollen es heute so nicht mehr erzeugen. Aber wir waren autark und könnten viel aus der Geschichte lernen, wenn man sie denn erzählen würde.

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        Ich bezweifle, dass wir jemals autarkt waren. Sonst volle Zustimmung von meiner Seite. Der deutsche Wohlstand wurde durch immer verügbare billige russische Energie erkauft und durch den Absatz- und Produktionsmarkt in China. VW lässt nach wie vor in Fabriken mit Uiguren, die Zwangsarbeit leisten, Komponenten und Fahrzeuge produzieren.

        Die deutsche Politik (Frau Merkel und Herr Scholz)war mehr als ein Jahrzehnt auf dem moralischen Auge blind. Sie hat alle Freiheitswerte über Bord geworfen, die Quittung bekommen wir jetzt präsentiert. Sorry an die Autoren für Politik auf dem Blog. Es musste mal sein.

        Der Koenigsegg ist trotzdem beeindruckend. Ein technisches Meisterwek für wenige, made by Sweden. Danke für die Berichterstattung!

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          Wir waren in Sachen Gas tatsächlich autark. Es kam aus der heimischen Kohle. Bei der Erzeugung von Koks für die Stahlindustrie fiel Stadtgas an und umgekehrt, fiel bei der Erzeugung von Stadtgas Koks für die Stahlindustrie an. Neben vielen anderen Produkten, die (und das ist faszinierend) auch sämtlich verwertet wurden.

          Das Gas selbst (bis in die späten 1990er in D regional noch üblich) und die Nebenprodukte lesen sich heute wie eine schwarze Liste. Im Gas mehrere Prozent Kohlenmonoxid und daher giftig, beliebt für Suizid und Mord. Unter den Nebenprodukten Teer und Benzol. Ist damals aber alles vollständig verwertet worden und selbst das Kohlenmonoxid hatte einen gewissen (Brenn-) Wert. Wenn es nicht freiwillig (suizidal) oder unfreiwillig inhaliert wurde, war es einfach nur ein Energieträger, welcher in der Verbrennung von Stadtgas zu CO2 (klimatisch relevant aber ungiftig) ausreagierte.

          Wie ich schon sagte, wir wollen aus einer Vielzahl guter Gründe nicht dahin zurück. Aber wir waren tatsächlich autark und könnten daraus lernen. Historisch ist D erst seit 30 Jahren von russischem Gas abhängig. Wir waren davor gut 100 Jahre unabhängig, obwohl wir Gas damals vielfältig genutzt haben – auch für die Beleuchtung von Straßen und sogar in Innenräumen.

          Die Zeiten ändern sich, es gibt neue Technologien und Erkenntnisse und das ist gut so. Aber es bleibt die Frage, ob wir Gas heute alternativlos importieren müssen, oder es nicht abermals autark erzeugen könnten? Diesmal vielleicht aus Biomasse, statt aus Kohle?

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