Elektroauto Marke Polestar zieht es nach Trollhättan

Willkommen in der Saab-Stadt! Die Elektroauto Marke Polestar zieht es nach Trollhättan. Das ist keineswegs überraschend, denn die chinesische Geely Gruppe, zu der Polestar gehört, nutzt schon lange die früheren Saab Testeinrichtungen in der Stallbacka. Jetzt wird aus dem Gastspiel eine feste Einrichtung. Mit Testwerkstadt und Büroräumen.

Polestar 5 Plattform - Entwicklungszentrum UK.
Polestar 5 Plattform – Entwicklungszentrum UK.

Auch nach dem Aus von Saab blieb Trollhättan ein Entwicklungsstandort der Autoindustrie. Etliche Hersteller haben dort Büros, NEVS ist und war als Dienstleister für bekannte Unternehmen tätig. Nicht nur Volvo und Koenigsegg oder Jaguar – Land Rover sind in der Stallbacka zu Gast. Auch die komplette Geely Gruppe ist sehr aktiv – was kein Wunder ist. Denn bei Geely arbeiten mehr Ingenieure mit Saab Historie als bei NEVS.

Polestar hat nun eine dauerhafte Außenstelle in Trollhättan eröffnet. Die innovative Elektroautomarke ist Mieter im Innovatum Komplex am Göta Älv, in Rufweite des Saab Museums. 700 qm Bürofläche und 500 qm Versuchswerkstatt hat Polestar jetzt angemietet. 20 Mitarbeiter, die meist in Trollhättan wohnen, haben dort einen Arbeitsplatz.

Polestar nutzt die Außenstelle für Entwicklungs- und Testaktivitäten. Die Stallbacka mit Windkanal und Prüfeinrichtungen ist nicht weit, die Saab Teststrecke am Werk ermöglicht Arbeiten, ohne dass fremde Blicke stören könnten. Für Trollhättan eine gute Nachricht, denn der Standort wird weiter gestärkt. David Ekholm, der für Polestar die Außenstelle leitet, verwies auf die hohe automobile Kompetenz vor Ort, die auch nach der Saab Zeit weiterlebe und die Wahl leicht gemacht habe.

Mit Bildmaterial von Polestar

7 thoughts on “Elektroauto Marke Polestar zieht es nach Trollhättan

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    Es freut mich für Trollcity, dass eine innovative Nutzung der Räume nach wie vor gegeben ist.

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    Wenn man die so gefertigte Plattform betrachtet wird einem doch erst wieder bewusst wieviele gute Energie und wieviele wertvolle Rohstoffe da verbraucht werden. Wann bloss merkt es die Gesellschaft und die Politik, dass alles was jetzt nicht mit viel Aufwand hergestellt werden muss die wahren Umweltbeschützer sind?
    Autos die 20 Jahre plus und topp im Schuss sind sollten auch mal gefördert werden! Offensichtlich will das niemand. Immer fröhlich weiter produzieren und konsumieren. Nun ja, stellt man dieses sinnlose Tun in der Ukraine gegenüber und bedenkt was dort an Energie und Material verschleudert wird, so kann man tatsächlich noch Tausende von neuen Autos herstellen. Wir Menschen werden es wohl nie auf die Reihe kriegen.

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      Das ist leider die Wahrheit. Wir produzieren mit viel Aufwand etwas Neues, was etwas effektiver ist. Verlieren aber die wahren Kosten und den Aufwand aus dem Blick.

      Ein richtiges Umdenken findet generell nicht statt, das Wort Konsumverzicht ist ein Tabu. Stattdessen sorgen wir uns um das Wachstum und unsere grünen Minister kaufen Öl und Gas bei den Menschen, die vor Monaten noch ein Tabu für sie waren. Es ist einfach irre.

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      Wir Menschen & die Reihe

      Plattform, Ukraine und kriegen wir es auf die Reihe? Das ist eine interessante Assoziationskette …

      Vor ein paar Wochen noch hätte ich nicht ein Wort davon verstanden und Ihren Kommentar als zusammenhangloses Gefasel abgetan. Aber vor ein paar Wochen ist ewig her …

      Es stimmt tatsächlich. Das hängt alles Zusammen. Der Krieg in der Ukraine ist erstaunlich wirkmächtig weit über die Landesgrenzen hinaus, offenbart globale Abhängigkeiten und wie unfassbar fragil wir wirtschaften.

      Da ist man ganz schnell beim großen Ganzen – inklusive Konsum und Umwelt. Völlig verrückt, was da in Politik (inkl. NGOs), Lobbys und Medien gerade abgeht.

      In jeder Krise steckt eben auch eine Chance. Und jeder ergreift sie, treibt aktuell seine Lieblingssau durch das Dorf. Furchtbar!

      Und jeder hat DIE Lösung – von A, wie Aufrüstung oder Atomenergie, bis Z, wie Zukunftsmusik. Zwischen A und Z alles Mögliche. Schweine, Rapsöl, Rinder, Kohle, EVs, Tofu, Windräder, Wehrpflicht, Erbsen, Bohnen und Linsen …

      Aktuell kann man alles Mögliche und Unmögliche als DIE Lösung oder als DAS Teufelszeug deklarieren. Und jeder tut es und alte, teils sehr persönliche Rechnungen werden wieder aufgemacht. Etwa wenn ein CDU-Vorsitzender im Talk gleich dreifach betont, dass er bei der Aussetzung der Wehrpflicht nicht im Bundestag und schon immer dagegen gewesen sei.

      Aber jetzt fasel und schwafel ich. Ihr Punkt (gültig und richtig) war ja, dass es Alternativen dazu gibt. Das sehe ich genauso. Für jede Sau, die wir durchs Dorf treiben, gibt es Alternativen. Und sei es ein gewisser Konsumverzicht. Für Mensch und Umwelt wahrscheinlich nicht die schlechteste Lösung.

      Faszinierend auch, wie hoch der Lebensstandard und gleichzeitig autark wir einst waren. In einem so kleinen Land (nach Einwohnern) wie Schweden, gab es mal (fast) alles. Flugzeuge, Autos, Radios, Herd, Kühlschrank, whatever …

      Diese Unabhängigkeit kenne ich aber auch noch aus Deutschland und meiner eigenen Lebensspanne. Bei meinem Großvater habe ich Kaninchen gestreichelt, mit Abfall aus der Küche gefüttert (etwa Kartoffelschalen) und anschließend gegessen. Das Fleisch war komplett CO2-neutral und vom Weltmarkt und Weltgeschehen zu 101% unabhängig. Und auch vom Finanzamt oder dem Wirtschaftsministerium. Vielleicht hatte das Modell auch deshalb keine Zukunft?

      Reparatur und Erhaltung von Technik (etwa eines Autos) sind ebenfalls unerwünscht. Fiskalisch und wirtschaftlich geht da ja so viel mehr. Der Neuwagen alle paar Jahre ist die Bench Mark. Und nach aktuell gültigen Glaubensgrundsätzen emittiert ein Kilo Soja, das rund um die Welt in eine Tofu-Fabrik muss, weniger CO2, als das Ei einer Henne, die sich lokal im eigenen Garten mit ein paar Würmern ernährt und am Zoll und dem Finanzamt vorbei einen Mehrwert erzeugt hat.
      Wer das glaubt, wird selig ….

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        Danke Volaab, sehr gut formuliert und auf den Punkt gebracht! Ich kann mich, inkl. der Kaninchen, zu 100% damit identifizieren.

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    Gute Nachricht für Trollhätten

    Freut mich für diese symphatische Stadt, wenn sie auf dem automobilen Sektor wirtschaftlich aktiv und als Standort attraktiv bleibt. Was noch immer fehlt ist aber eine Fertigung …

    Die gute Nachricht ist eine gute, aber auch irgendwie ein Reminder daran, was fehlt. Ich lese das daher mit gemischten Gefühlen – obwohl es natürlich eine gute Nachricht ist …

    Na ja, vielleicht werden die Schleusen und der Kanal ja irgendwann und irgendwie wieder so intensiv genutzt, wie der Windkanal?
    Das (troll-) hätte was.

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    Na vielleicht labelt jemand, ausversehen, den Polestar 1 auf Sonett oder aerox um 😉

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