Ein Saab Prototyp im medialen Sommerloch

Ein Saab Prototyp irrlichtert durch das mediale Sommerloch, das in diesem Jahr besonders ausgeprägt zu sein scheint. Ein Elektroauto, so wie sie es in Trollhättan nie auf die Räder brachten. Saab 9e lautet der Name. Hat schon jemand von dieser Typenbezeichnung gehört? Der aktuelle Saab Pressespiegel. Über Dinge die spektakulär scheinen. Beim Hinschauen aber ihren Glanz verlieren.

Saab Pressespiegel

Saab 9e!

Im Google Alert diese Woche ganz vorne war der Saab 9e. Von einem einmaligen Saab Elektroauto war die Rede. Natürlich ein Einzelstück, noch dazu ein Hatchback, das in New York zu Hause ist. Zu schön um wahr zu sein, oder? Leider blieb die Sensation aus. Der Saab 9e entpuppte sich als ein simpler Chevrolet Bolt, auf den ein Spaßvogel, der ein Saab Liebhaber ist, Saab Embleme angebracht hatte.

Für Jalopnik war der Fake Chevrolet eine Schlagzeile wert, die vermutlich viele Klicks brachte. Die Enttäuschung der Leser wurde vielleicht mit einkalkuliert. Die Bilder des Saab 9e wurden auf einem Friedhof gemacht. Der angeblich einzigartige Saab, positioniert zwischen Grabsteinen. Irgendwie symbolisch.

Der heilige Gral

Viel besser lief es diese Woche beim Wall Street Journal. Das berichtete über den heiligen Gral der Saab Fans. Was immer das auch sein mag, es ist eine Frage der Interpretation. Manche halten den 9-5 NG für den Gral, ist er doch der letzte Saab. Andere sehen ihn im 900, der GM frei ist, oder im 9000, der schlicht genial ist. Den aber wiederum 900 Fahrer vielleicht nicht lieben, weil böse Fiat Influenz dahinter vermutet wird.

Die Sache ist also nicht einfach. Für Marc Vernon ist die Sache klar. Sein Saab 96 Jubiläum ist für ihn der heilige Gral. Die letzte Auflage des 96, sehr appetitlich angerichtet, hat er sich aus Schweden geholt. 14 Monate dauerte es, bis der Saab in den USA ankam. Eine Geschichte mit Herz, über ein schönes Auto.

Johann Heuschmid

Zum Ende des Pressespiegels ein Blick nach Deutschland. Johann Heuschmid, ein Urgestein der Szene, gibt in der Auto Classic 4/21 ein Interview. Heuschmid polarisiert in der Szene. Die einen schwören auf seine Werkstatt, andere lehnen ihn unverhohlen ab. Egal ob Fan oder nicht. Für die Marke ist das Unternehmen aus dem Allgäu unverzichtbar. Der Vorrat an schönen Fahrzeugen ist legendär, das Engagement ist groß.

Johann Heuschmid hat exzellente Kontakte in Richtung Trollhättan und zu den Saab Veteranen. Er holt immer wieder gute Autos aus Schweden nach Deutschland. Im Interview mit der Auto Classic spricht er über steigende Preise für gebrauchte Saab und eine Szene, die sich spürbar verjüngt. Prädikat: lesenswert!

11 thoughts on “Ein Saab Prototyp im medialen Sommerloch

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    Der Bolt ist ein GM Kiste, der jede Saab Eleganz abgeht. Da helfen auch die Aero Badges gar nichts 🙂

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    Wo wir schon bei den Ami´s sind. Wie ist die Saabgemeinde dort eigentlich aufgestellt?

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      Recht aktiv, zumindest der “harte” Kern. Aber Alltags-Saab verschwinden enorm schnell in den Staaten.

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    Genau, an das e Cabrio kann ich mich auch noch erinnern. Gab es sogar ein Video von. Meine ich?!
    Der Witzbold ist doch lustig, ob nun Bolt oder Trail Blazer, :-), beides Fake!
    Heuschmid ist bekannt, man sieht die Leidenschaft die dahinter steht. Wobei die Preisschilder auf den Autos nicht von schlechten Eltern sind. Ich kann das Preis-7Leistungsverhältnis aber nicht beurteilen, da ich nie ein Auto von ihm live gesehen habe. Den Artikel lese ich aber auf jeden Fall, danke für den Hinweis.

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      @Alter Schwede; die Saab bei Heuschmid sind topp, in allem, eben auch im Preis.
      Ein Besuch dort lohnt sich auf jeden Fall, sei es bloss auch um die schiere Anzahl von Saab zu sehen und sich die Einte oder Andere Anekdote von Johann anzuhören.

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    Es gab doch als Prototyp ein 9-3 II E-Cabrio (?) – lange lange bevor der allein-glückselig-machende-alle-Klima-Probleme-lösende E-Hype in (West-)Europa ausgerufen wurde. Existiert das noch? Vielleicht bei den Trollis im Museum??

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      Ich befürchte, das Cabriolet hat es nicht in das Museum geschafft. Im Bestand war es nicht aufgeführt, es kann aber durchaus in einer der externen Hallen auf dem NEVS Gelände zwischen geparkt sein.

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    Schöner Bericht. Gerade gelesen.

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    Immerhin: Es gibt mal wieder Saab Berichte in der Presse. Das ist, 10 Jahre später, doch schon ganz erstaunlich.

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    Was auch immer über Saab geschrieben wird, das weisse Cabrio ist auf jeden Fall eine Wucht, das bleibt und das zählt!

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