Elektroauto statt Saab? Das Ergebnis der Umfrage!

Die E-Mobilität ist in aller Munde. In der Werbung, im Autohaus und im Wahlkampf sowieso. Gefühlt müsste schon jeder in der Nachbarschaft einen Vertrag für ein neues Elektroauto unterschrieben haben. Die Elektro-Welle läuft also. Aber ist das wirklich so? Wie weit klaffen Realität und Gefühl auseinander? Wir haben an der Basis bei den Lesenden nachgefragt.

Saab Elektroauto

Zugegeben, ein Elektroauto gibt es seit vielen Jahren in meiner Nachbarschaft. Ein zweites kam jetzt dazu, zumindest nach dem E-Kennzeichen zu urteilen. Ein “echtes” Elektroauto ist es aber nicht. Es handelt sich um einen subventionierten Plug-in-Hybrid eines deutschen Anbieters, der zumindest am Anfang immer an der Wallbox geladen wurde.

Mittlerweile, der Reiz der Neuheit ist verflogen, hängt der Wagen kaum noch am Stecker. Rein fossil ist bequemer als rein elektrisch. So viel zur Wirklichkeit. Wie sieht es in der Saab Welt aus? Einige Elektroautofahrer sind schon unter uns, aber wie populär sind E-Autos wirklich? Das Ergebnis der Umfrage hat mich überrascht.

Fahren auch Sie schon rein elektrisch?

Etwas mehr als jeder 10. Teilnehmer der Umfrage fährt ein mittlerweile ein Elektroauto. Gefühlt, und aufgrund der Mails, die hier ankommen, ist das ein niedriger Prozentsatz. Ich hätte mit einem höheren Anteil an rein elektrischen Erstfahrzeugen gerechnet.

Fahren Sie schon ein Elektroauto?

  • Nein (89%, 284 Votes)
  • Ja (11%, 34 Votes)

Total Voters: 318

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Fahren Sie trotzdem noch Saab?

Nicht perfekt von mir formuliert war Frage Nummer 2, die eigentlich nur an die Elektroauto Fraktion gestellt war. Die Frage wurde zu oft beantwortet, um ein verwertbares Ergebnis zu bringen. Wer mag, der könnte immerhin eine gewisse Tendenz ableiten. Der Umstieg auf ein Elektroauto ist nicht zwingend mit einem Abschied von Saab verbunden.

Fahren Sie trotzdem noch Saab?

  • Ja, der (die) Saab darf (durften) bleiben! (86%, 115 Votes)
  • Der Saab Bestand wurde reduziert! (7%, 10 Votes)
  • Nein, der (die) Saab musste gehen! (7%, 9 Votes)

Total Voters: 134

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Planen Sie den Umstieg auf ein Elektroauto?

Die große Überraschung war Frage Nummer 3. Die Werte schwankten im Laufe der Befragung. Fast jeder 4. Beteiligte hat sich in Sachen Elektroauto noch nicht entschieden, weniger als 10 % planen in den nächsten 6 Monaten einen Umstieg. Sehr überraschend ist aber eine breite Mehrheit, die offensichtlich keine Lust auf rein elektrisches Fahren hat.

Planen Sie den Umstieg auf ein Elektroauto?

  • Für mich ist ein Elektroauto kein Thema (70%, 211 Votes)
  • Ich habe mich noch nicht entschieden (23%, 69 Votes)
  • Ja, innerhalb der nächsten 3 Monate (4%, 12 Votes)
  • Ja, innerhalb der nächsten 6 Monate (4%, 11 Votes)

Total Voters: 303

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Rund 70 % sagen Nein, und das ungeachtet der verlockenden Subventionen im Hintergrund. Ist das eine Saab-spezifische Sache, oder bildet das die Realität ab? Geht der Umstieg auf rein elektrisches Fahren trotz enormer Subventionen und medialer Penetration an der Mehrheit der Menschen vorbei?

Zurück zum Ursprung der Diskussion und zur anstehenden Firmenwagenentscheidung in meiner Firma. Mich betrifft das nicht, die Fahrzeuge gehen an Mitarbeiter. Denn für mich ist klar, dass ich im Winter von einem modernen Verbrenner auf einen Saab 9-5 OG umsteigen werde.

Ich halte das für eine nachhaltige Lösung.

Unabhängig davon nimmt die Diskussion um die zukünftigen Firmenwagen im Unternehmen eine ebenfalls überraschende Wendung. Nachdem sich die erste Euphorie, basierend auf der massiven Förderung, gelegt hatte, folgte die Ernüchterung. Die endgültige Entscheidung steht noch aus, das Ergebnis ist offen.

13 thoughts on “Elektroauto statt Saab? Das Ergebnis der Umfrage!

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    Mein Sohn Daniel hat einen Saab 900 auf Elektro umgebaut. Das Fahrzeug ist TÜV abgenommen. Die Beschleunigung des Fahrzeugs ist der große Wahnsinn.

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      Sehr, sehr cool.

      Bitte, bitte ein Beitrag dazu. Ich bin mir sicher, dass Tom das gerne veröffentlicht und viele das lesen und sehen (Fotos) wollen …

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    Mein Sohn Daniel hat bereits einen Saab 900 auf Elektroantrieb umgebaut. Es ist schon ein besonderes Erlebnis, mit einem Saab 900 geräuschlos auf der Straße unterwegs zu sein.

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      Dazu kann man halt auch gegenteilige Meinungen lesen, vielleicht sogar von mehr Forschern, dehnen einfach die Zeit zu schade war, um einen Brief zuschreiben. Zum Beispiel diese:

      https://teslamag.de/news/falsche-co2-werte-fuer-elektroautos-deutsche-studie-ist-laut-forscher-reine-desinformation-38329

      Und wie immer, wenn es um große Summen geht, darf man sich die Frage stellen, wem nützt es und muss sie dann für sich selbst beantworten. Was absolut nicht einfach sein dürfte. Was aber einfach ist, ist die Erkenntnis, dass das Leben schwierig bleibt.

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      Presse?

      Na ja, vielleicht kann man diese Publikation so nennen. Aber wo ist der Neuigkeitswert?

      Wir wissen doch alle schon lange und auch aus seriösen Quellen, dass der CO2-Rucksack eines EVs erstens größer als der vergleichbarer Verbrenner ist und sich zweitens im aktuellen Strommix nur schwer zu dessen Vorteil abtragen lässt.

      Spannend fände ich eine lebhafte und realistische Diskussion über Alternativen sowohl zum EV als auch zum Mineralöl. Warum im Konjunktiv?

      Weil eine solche Diskussion weder journalistisch, noch politisch und auch nicht von der einst lauten und ach so mächtigen Autolobby geführt wird. Diese ist in der Frage erstaunlich antriebslos.

      Antriebslos? Warum? Die Vermutung liegt nahe, dass den großen Marken und Konzernen die aktuelle Architektur der Energie- und Verkehrswende gar nicht ungelegen kommt.

      Nach über 100 Jahren Automobilindustrie sind sie Teil und Nutznießer eines Jahrhundertprojekts mit entsprechenden Umsatz- und Gewinnperspektiven und Produkten von kürzerer Aktualität. Die wollen das längst selber und denken dabei genauso an die Umwelt, wie vor 10, 20 oder 30 Jahren …

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    Hallo Zusammen,

    folgende Punkte sprechen für mich persönlich – aktuell – gegen die Nutzung eines E-Mobils:
    – Das Fahrprofil (ebenfalls überwiegend Langstrecke und “nur für die Stadt” noch ein weiteres Mobil zu 3 Saabs ist dann doch des Guten etwas zu viel)
    – Lademöglichkeiten: Ich wohne in einer Großstadt in einem MFH. Die TG ist nicht dafür ausgerüstet und wird es auch erstmal nicht, ebenso wenig wie die Parkplätze im Hinterhof
    – Anschaffungskosten: Subventionen hin oder her, für kleines Geld gibt es die E-Autos noch nicht zu kaufen.
    – Wiederverkaufswert: Da die technische (Weiterentwicklung) rasch voran schreitet lässt sich die Preisstabilität nur schwerlich vorhersehen.
    – “Aus Prinzip”: Die Diskussion ist mir viel zu einseitig. Es wird nur auf CO2 im Fahrbetrieb fokussiert aber kein Full Cycle Assessment berücksichtigt. Außerdem kommt mir der Schwenk zu schnell und zu absolut. Ausschließlich E ist m.M. nicht der Weg in die Zukunft sondern “Diversität & Inklusion” auch bei Antrieben und Energieträgern der Schlüssel.

    Die Subventionen sind mir ebenfalls ein Dorn im Auge; zugegeben, exzellente Lobbyarbeit, das muss man auch anerkennen.

    Eine kleine Anekdote zu den Firmenwagen. Tatsächlich wurden schon Dienstwagenempfänger eines namhaften, hier ansässigen Pharmaunternehmens bei der Fahrzeugübergabe darauf hingewiesen bei der Rückgabe des Fahrzeug doch bitte das Ladekabel wieder in den Kofferraum zu legen – idealerweise ausgepackt. Das sagt dann schon alles.

    Just my 2 cents

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    Von Berufs wegen ist mir Elektromobilität nicht fremd, die gibt es da im erfolgreichen Serieneinsatz bereits seit weit über 100 Jahren. Das gilt auch für das sogenannte “batterieelektrische” Fahren. Kurzum: mit Akkutriebwagen, die es in Preußen bei der Eisenbahn bereits 1913 gab. Von daher interessiert mich das alles schon sehr. Aktuell bekommt das Thema neuen Schwung, die Batterien lassen sich auch über die Oberleitung bei der Eisenbahn laden. Etwas, was schon in den 80ern vorbereitet war, aber dann in den Schubladen verschwand.

    Ich habe mit “nein” gestimmt. Warum? Weil mein Fahrprofil – ich fahre zu 90% Langstrecke über 250 Kilometer (ein Weg), da passt es nicht.
    Zweiter Grund: wo soll denn der Strom herkommen? Befasst man sich mit den offiziellen Daten und rechnet ein bisschen, fragt man sich, wo diese euphorische Stimmung ihren Ursprung haben kann. Speisen wir alle Elektroautos mit “grünem” Strom, muss der vom allgemeinen Stromkontingent abgezogen werden und wir brauchen entweder Stromimporte oder müssen kurzfristig andere Stromquellen erschließen oder anwerfen. Das passt nicht. Noch nicht.

    Aus meiner Sicht wäre das Thema der synthetischen Kraftstoffe in seinen verschiedenen Ausprägungen vor dem Hintergrund kurzfristig notwendiger Effekte für den Umweltschutz, der wirtschaftlichen Weiternutzung der vorhandenen Fahrzeugflotte und Möglichkeiten für Forschung und Entwicklung der bessere Weg. Dieser wird allerdings abgelehnt. Aber das ist – um es mit Fontane zu sagen – ein weites Feld.

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      Die letzten Akku-Triebwagen Baureihe 515 wurden 1995 ausgemustert. Diese stammten noch auch den 50 er und 60er Jahren. Mit über 200 Fahrzeugen fuhren diese 15 Mio Streckenkilometer. Die Fahrzeuge waren leise und sehr komfortabel, geheizt wurde im Winter allerdings mit Heizöl .
      Der Bahn ( Staatskonzern ) war es zu teuer etwas neues zu entwickeln ! Umweltschutz soll schließlich der Bürger betreiben und bezahlen! Der Staatskonzern DB beschaffte stattdessen Dieseltriebwagen Baureihe 628.
      An die Beschleunigung kamen die Dieseltriebwagen nicht heran. Hauptsache billiger !
      Die DB hatte auch die passende Infrastruktur zum Laden und Warten der Akkutriebwagen.
      Die meisten Bürger haben es nicht.

      Ein Akkutriebwagen steht heute immer noch im Eisenbahnmuseum Bochum Dahlhausen !

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    Na ja. Ich halte das Ergebnis für realistisch. Überraschend viele Menschen lehnen ein Elektroauto komplett ab, was mich immer wieder sehr überrascht. 70 % sind da schon drin, auch weil viele es sich gar nicht mehr getrauen eine Meinung gegen den Mainstream öffentlich zu äußern.

    Die Diskussionskultur in diesem Land ist generell (außerhalb des Blogs) sehr intolerant geworden. 🙁

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    Wer seinen Hybrid nicht lädt ist ein Dummkopf!
    Ich denke die Umfrage ist mit der realen (nicht Saab infizierten) Welt nicht zu vergleichen. Sowie der frühere Saabfahrer mit den heutigen ebenfalls nicht zu vergleichen ist. Oder nur noch ein kleiner Bruchteil.

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    Das ist ja echt spannend …

    Kann es kaum erwarten, wie Tom & Mitarbeiter sich entscheiden. Alles scheint mir möglich, wenn der Boss einen Youngtimer wählt, was ich ziemlich cool finde.

    Wer weiß, was da kommt? Von kleinen, relativ vernünftigen EVs bis hin zu Oldtimern scheint mir alles möglich. Und wie cool wäre das denn?

    Nach der 1%-Regelung hätten die Mitarbeiter für Oldtimer kaum einen Geldwerten Vorteil zu versteuern und im Gegenzug echt coole Autos.

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    Vielen Dank für die Umfrage mit sehr interessanten Ergebnissen.
    Auch ich kann in meiner Verwandtschaft das Phänomen beobachten, dass der anfänglich hochgelobte Hybrid nun kaum geladen wird – mit dem Ergebnis eines gewichtsbedingten hohen Benzinverbrauchs (XC 90 u. XC 40).
    Verquere Welt…

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