Evan Horetsky – Koenigsegg verpflichtet Mr. Tesla

Koenigsegg ist weiter auf Wachstumskurs und erweitert für den neuen Gemera die Produktion in Ängelholm. Ab 2022 rollt der Supersportwagen dann aus den Hallen. Die Planzahlen sind für Koenigsegg geradezu gigantisch. 150 Stück sollen pro Jahr hergestellt werden. Diese Mengen gab es bei der hochpreisigen schwedischen Manufaktur noch nie zuvor.

Produktion ab 2022 - neuer Gemera
Produktion ab 2022 – neuer Gemera

Mit der gesteigerten Produktion beginnt bei der 1994 gegründeten Marke eine neue Epoche. Die dafür nötige Erweiterung der Fertigung stellt die Verantwortlichen vor Herausforderungen, denn der Gemera ist ein Glanzstück schwedischer Ingenieurskunst.

Als erster Supersportwagen weltweit wird er einen Motor mit FreeValve Technologie haben. Koenigsegg verspricht einen Verbrauchsvorteil von 15 bis 20 % im Vergleich zu konventionellen Verbrennern. Die beiden Elektromotoren des Gemera sind ebenfalls eine Eigenentwicklung, sie leisten jeweils 1.000 Newtonmeter. Komponenten werden in der früheren Saab Fabrik in Trollhättan hergestellt, die Produktion des Sportwagens erfolgt aber in Ängelholm.

Mr. Tesla – der Produktionsspezialist

Damit die Qualität der Produktion den Ansprüchen auch bei gesteigerten Stückzahlen gerecht wird, hat die Koenigsegg AB Evan Horetsky verpflichtet. Horetsky ist Produktionsspezialist und eine illustre Persönlichkeit, die unter Fans der Marke Tesla eine gewisse Bekanntheit genießt.

Er war 5 Jahre bei dem Elektroauto Pionier. Horetsky trieb die Produktionsvorbereitung des Model Y in Fremont voran, er betreute den Umbau der Gigafactory in New York und die Fertigstellung der Akku Produktion in Nevada. Horetsky gilt als loyal und verschwiegen, der optimale Tesla Mitarbeiter, wie einst ein Magazin über ihn schrieb.

Evan Horetsky - von Tesla zu Koenigsegg
Evan Horetsky – von Tesla zu Koenigsegg

Die Gigafactory in China realisierte er im Rekordtempo, im Jahr 2020 verantwortete er als Projektleiter den Bau den neuen Tesla Fabrik in Brandenburg. Im Oktober trennte sich Tesla überraschend von Evan Horetsky, die Gründe sind unklar. Und auch Horetsky schweigt darüber, so wie sein ehemaliger Arbeitgeber.

Jetzt übernimmt er das Produktionsmanagement bei Koenigsegg als neue Aufgabe. Die Stückzahlen sind kleiner, aber die Herausforderung ist es nicht. Koenigsegg Supersportwagen sind hochkomplexe Produkte, die Fertigung ist aufgrund von speziellen Materialien und der hochkarätigen Technik eine Herausforderung.

Mit der Verpflichtung von Evan Horetsky holt Christian von Koenigsegg einen ausgewiesenen Fachmann an Bord. Neben Erfahrung und Sachverstand bringt er etwas mediale Aufmerksamkeit zusätzlich nach Ängelholm.

11 thoughts on “Evan Horetsky – Koenigsegg verpflichtet Mr. Tesla

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    @ Aero.-93,

    vielen Dank für die Blumen und Ihren netten Kommentar. Aber ich fürchte, Sie überschätzen mich und meine Möglichkeiten.
    Ich denke gerne & viel. Das ist schon alles. Und wenn jemand eine Idee auf diese Weise veröffentlicht, wie ich die zu einer Single-Valve-Technology, dann wissen Sie was los ist.

    Da hat ein Niemand geschrieben, der entweder von seiner Idee selbst nicht so richtig überzeugt ist, oder nicht weiß, wie er diese umsetzen und verwerten sollte. Zumindest Letzteres trifft auf mich voll & ganz zu. So viel Ehrlichkeit muss sein.

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    @Volvaab Driver
    Spannendes /interessantes Detailwissen, welche Sie hier einstreuen. Danke.
    Auch das macht den Blog so lebhaft und interessant…
    Wäre es eine nicht Möglichkeit, sich mit Prof. Dr. Fritz Indra darüber auszutauschen???
    Der ist doch ein Fan von Verbesserungsmöglichkeiten, die mit WENIGER auskommen.
    Grüße aus dem Norden

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    @ StF,

    nein, bzw. ja. Ich meinte meine Kommentare völlig ernst. Auch die Idee zum Single-Valve, das gerne auch ein Free-Single-Valve sein kann.

    @ Gerd Putschmann,

    stimmt. Schiffsantriebe faszinieren mich auch immer wieder neu. Es lässt sich aber nicht alles davon skalieren. Das ist eine eigene Welt in anderen Drehzahlbereichen und Dimensionen. Vom Entwicklungsstand der einen oder anderen Welt scheinen sie mir beide, jede auf ihre eigene Weise, ungefähr gleich auf zu sein.
    Auch sind sich beide darin ähnlich, dass mögliche Innovationen drohen, politisch verhindert und versenkt zu werden. Ich finde das schade. Schon rein aus technischem Interesse würde ich gerne sehen, was da noch alles ginge, zu Wasser und zu Lande und nicht zuletzt mit Abfall …

    Habe mal eine interessante Reportage über einen finnischen Konzern im Radio gehört.der weltweit Kraftstoffe für Luft- & Schifffahrt sowie Kfz vertreibt – bis in die USA und an den JFK.. Kerosin mit einem Anteil von nur 35% an Fischköppen, Gräten und anderem Kompost war dabei noch das ungeliebte Stiefkind dieses Konzerns, welcher der Reporterin (glaubhaft) versicherte, man könne für jeden Antrieb und Verkehrssektor auch 50 bis 100% aus Abfällen liefern, wenn man denn dürfte.

    In diesen Statements schwang deutlich die Sorge mit, als Übergangslösung in den jährlichen Corporate Responsibility Reports der einen oder anderen Airline oder Reederei zwar auch noch für etliche Jahre eine gewisse Rolle zu spielen, aber darüber hinaus keine Zukunft zu haben. Nicht mit 35, nicht mit 50 und auch nicht mit 100% an CO2-Reduktion …

    Traurig daran ist auch, dass wir gar kein besseres Szenario für die Abfallverwertung haben. Welcher Buchbinder oder Tischler kocht sich noch seinen eigenen Leim aus Fischresten? Und wer kauft heute seine Möbel noch bei einem Tischler?

    In einer durch & durch durchindustrialisierten Welt müssen wir auch Verwendung & Nutzen von Rest- & Abfallstoffen entsprechend skalieren. Nur so – im Maßstab einer industriellen Nachnutzung – können die von uns im Übermaß produzierten Reststoffe & Abfälle in einen ökologisch einigermaßen sinnvollen Kreislauf münden.

    Rein ökologisch (und mit Klimabrille auf der Nase) betrachtet ist der Witz ja, dass die Rest- und Abfallstoffe (ergo Rohstoffe für Bio-Fuel) nicht ein einziges mg weniger CO2 oder Methan emittieren, wenn man der Verrottung einem Verbrennungsprozess gegenüber den Vorrang gibt.

    Anscheinend ist der offensichtlich richtige Weg zu offensichtlich, um auch wahr sein zu können?

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    Klasse, das dieser kleine Hersteller zeigt, was beim Verbrenner noch möglich ist. In normalen Dimensionen könnte das auch in der Großserie verwirklicht werden. Es hilft nur nichts, wenn alles Einsparpotential am Ende wieder in einem tonnenschweren SUV verheizt wird, statt endlich mal wieder leichte aerodynamische Fahrzeuge zu bauen, die auch ökonomisch mit dem Brennstoff umgehen.

    @Volvaab Driver: Viele dieser Innovationen und Ihrer Gedanken sind in der Schifffahrt bei den Großdieseln bereits seit langer Zeit selbstverständlich. Allerdings wird das bei Zweitaktdieseln eingesetzt. Ohne elektrische Gebläse würden die gar nicht starten, da die Spülung immer Überdruck benötigt, der Turbo baut erst später genügend Druck auf. Bei bestimmten Herstellern wird tatsächlich nur EIN Auslassventil verwendet, das schon seit Jahren nach der hier so genannten Free-Valve-Technologie gesteuert wird. Bei Volllast steckt derart viel Energie in den Abgasen, dass weitere Turbogeneratoren damit betrieben werden können, die wiederum elektrische Zusatzantriebe versorgen. Damit werden Wirkungsgrade erreicht, von denen wir auf der Straße noch Lichtjahre entfernt sind und wo kein EV ehrlich gerechnet je hinkommen wird.

    Der Transport eines 14-to-Containers auf der EMMA MAERSK und ihrer sieben Schwestern verbraucht weniger als DREI Liter/100Km! Leider ist die Werft, die diese Superschiffe baute, inzwischen auch Geschichte.

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    Hat Koenigsegg den Freevalve Motor nicht schon mal in einen Saab als Prototyp eingebaut?

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    @ Volvaab Driver

    Ich hatte den Eindruck, Ihr Punkt wäre eine von der Politik verordnete übertriebene Elektrifizierung und die Single Valve Idee hauptsächlich eine überspitze Darstellung dieser Thematik. Mein Fehler.

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    @ StF,

    Kern meiner Idee ist eine Single Valve.Technology und damit eine radikal vereinfachte Konstruktion und reduzierte Reibung. Gibt es nicht.

    Kanzleramt? Verkehrsministerium? Ich verstehe den Witz nicht. Der Punkt ist doch, dass unter dem Eindruck politischer Ziele (Verkehrs- & Energiewende, Abschaffung von E85, Desinteresse an Biokraftstoffen, Fahrverboten etc.) kaum noch ein Hersteller ernsthaft auslotet, welche Sprünge der Verbrenner machen könnte. Erst gar nicht in das Thema ein- oder mit 7-Meilenstiefeln aussteigt (Volvo).

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    @ Volvaab Driver

    Ich fürchte sowas können Sie schon kaufen, auch wenn es nicht hundertprozentig dem von Ihnen skizzierten System entspricht:

    https://www.auto-motor-und-sport.de/technik/technik-neuer-ebooster-turbolader-borgwarner-mercedes-s-klasse/

    Außerdem schätze ich, dass die Idee doch eher aus der Industrie, als dem Kanzleramt, oder dem Verkehrsministerium stammt. Obwohl, möglicherweise hat man die Maut versemmelt, weil man mit seiner Aufmerksamkeit woanders war …

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    Bin gespannt, was die Hybrid-Technik noch alles hervorbringt. Es gibt schon heute viele vielversprechende Ansätze, die auch dem Verbrenner neue Perspektiven eröffnen.
    Dass “Mr. Tesla” Aufgaben in einem (kleinen) Unternehmen übernimmt, dass dem Verbrenner noch nicht vollständig abgeschworen hat, hat vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion und dessen eigener Vita schon fast etwas von Rückbesinnung.
    Eine Rückbesinnung, die zu einer Rolle vorwärts werden könnte. E-Motoren bieten ungeahnte Möglichkeiten nicht nur wider den Verbrenner, sondern auch für ihn und im gemeinsamen Zusammenspiel.

    Da ist das unfassbare Drehmoment aus dem Stand heraus. Aber da ist noch so viel mehr. Etwa der elektrische Antrieb einer Zwangsbeatmung ebenfalls schon im Stand. Theoretisch ist sogar eine One-Valve-Technologie denkbar.

    Wir erinnern uns kurz: 2 Ventile waren das Minimum. Je eines für Ein- und Auslass eines 4-Takters. Damit stand nur ein Bruchteil der Kolbenfläche für die Atmung zur Verfügung. Es folgten in Serie produzierte Motoren mit 3, 4 und 5 Ventilen je Zylinder, um das Problem zu adressieren, der Kolbenfläche möglichst nahe zu kommen. Vereinzelt wurden sogar Prototypen mit ovalen Kolben entwickelt, die dann pro Zylinder 8 (!) Ventile hatten. Je 4 für Ein- und Auslass. Was für ein filigraner Aufwand …

    Dabei wäre der max. Ein- und Auslass schon immer nur 1 einziges Ventil gewesen, welches mit einem Durchmesser nahe der Bohrung beide Funktionen (Ein- & Auslass) mit min. konstruktiven Aufwand und entsprechend reduzierten Reibungsverlusten übernimmt.

    Das geht jetzt. Das geht jetzt wirklich und früher oder später kommt jemand auf diese Idee. Jemand, der sie auch umsetzen kann und wird. Mir kam sie vor ca. 2 Jahren …

    Wenn ein elektrisch getriebener Lader drehzahlunabhängig für den richtigen Druck und Luftstrom sorgt, werden ganz andere Konstruktionen möglich, als wir uns bislang gedacht haben.

    Mal sehen, ob sie auch jemand umsetzt und ggf. wer für welchen Markt? Mir scheint, dass das nur noch die Politik entscheidet …

    Ingenieure und Visionâre haben ein Stück weit ausgedient, wie mir scheint …

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    Evan Horetsky hat voellig recht. So ein Wagen wie der Gemera, den etwas mehr als ein Aston Martin ahnt, ist doch viel schoener als ein Tesla. Zumindestens ist der Gemera etwas specielles. Wie damals ein Saab sich verhalten hat gegenueber ein Opel. Leider kann ich mich so ein Wagen nicht leisten aber es wird viel Interesse geben so das den Produktionszahl schnell ausverkauft ist.

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    Moin
    Interessanter Beitrag, auch wenn die Wagen zu teuer sind… Aber die Schweden zeigen, dass sie Autos bauen können…
    Gruß André

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