Traditioneller Luxus – der Innenraum von Hengchi 1

Evergrande Auto will mit der Marke Hengchi Bewegung in die Autoindustrie bringen. Die Erwartungen sind hoch, doch eine Revolution bleibt aus. Nicht aber die Überraschung. Im Innenraum gibt sich Hengchi 1 traditionell und verwöhnt mit Luxus, der an die Glanzzeiten des Empire erinnert. Wir reiben uns verwundert die Augen.

Hengchi 1 mit Ultra-Vision Glaskuppel und Displays für die Fond-Passagiere
Hengchi 1 mit Ultra-Vision Glaskuppel und Displays für die Fond-Passagiere

Aus China kommt immer wieder Überraschendes. Besonders in Sachen Auto, und in der Vielfalt junger chinesischer Marken entdeckt man auch futuristische Ideen. Etwas Spannung war daher schon vorhanden, in Bezug auf Hengchi 1. Wie würde der Innenraum aussehen?

Und wir entdeckten traditionellen Luxus

Evergrande CEO und Hauptaktionär Xu Jiayin inspizierte Hengchi 1 in der Ultra-Luxus Variante, und fand ihn offensichtlich gut. Erste Bilder zeigen Luxus – in einer überraschend traditionellen Umgebung. Der Innenraum erinnert an einen großen Jaguar oder an einen Mercedes. Wer Lust auf englische oder europäische Premium-Fahrzeuge hat, der könnte mit Hengchi 1 vielleicht Freundschaft schließen. Natürlich, nach unserem Empfinden ist es von allem eine Portion zu viel, aber man sollte zurückhaltend im Urteil bleiben.

Hier geht es um China, und um eine Variante für diesen Markt. Und da ist zu viel von allem gerade mal genug.

Drei Monitore bilden das Armaturenbrett, zwei weitere stehen den Passagieren im Fond zur Verfügung. Die Ansteuerung als Drei-fach oder Fünf-fach Bildschirm soll patentiert und eine Weltneuheit sein, welche den Nutzern ein besonderes Fahr- oder Multimedia Erlebnis bietet. Selbstverständlich ist Hengchi 1 komplett Dual-5G über Baidu und die Tencent Cloud vernetzt.

Die Sitze sind üppig mit edlem Leder bezogen, 18-fach elektrisch verstellbar und mit einer Massagefunktion ausgestattet. Über die Köpfe der Passagiere hinweg wölbt sich eine Ultra-Vision Glaskuppel, die vermutlich etliche Gadgets abrufbar bereithält. Für das Wohlbefinden an Bord sorgt unter anderem ein High End Audiosystem, das aus britischer Produktion stammt. Es könnte von Bowers & Wilkins sein.

Luxus im D-Segment

Aufregendes, oder etwas Visionäres sucht man im Innenraum von Hengchi 1 vergeblich. Stattdessen erhält man ein Gericht aus Tradition und Hightech, das in einer entschärften und perfektionierter Form auch Europa oder Nordamerika-tauglich wäre. Das überrascht. Eine gewisse äußere Eleganz lässt sich dem Fahrzeug nicht absprechen, mit allen Nachteilen, welche diese mit sich bringt. Denn die Kopffreiheit auf den Sitzen im Fond scheint nicht allzu üppig zu sein.

Für das D-Segment, in das auch ein Opel Insignia oder ein Saab 9-5 NG gehören, bietet Hengchi 1 viele luxuriöse Optionen. Bis zur Massenproduktion wird man noch an der Verarbeitung und den Passungen arbeiten müssen. Raum für Perfektion ist reichlich vorhanden und manches Detail passt noch nicht in die anvisierte Luxusklasse.

10 thoughts on “Traditioneller Luxus – der Innenraum von Hengchi 1

  • @ Hans S.,

    ich bin da voll & ganz bei Ihnen. Politisch & wirtschaftlich wird uns viel aufgedrängt.
    Ob wir das überhaupt wollen oder nicht? Who cares?

  • @ Volvaab Driver, es ist echt absurd was da gefördert wird. Wenn ich im TV Sendungen wie z.B. Frontal21 schaue dann könnte ich mich übergeben. Die Schwarm Dummheit, respektive Dreistigkeit der Menschen ist nicht zu überbieten. Mir scheint wir haben aber auch nur noch Waschlappen als Politiker. (bin ja ein in D lebender Schweizer, aber in der CH ist es keinen Deut besser).

    Und wie schon geschrieben, ich befürchte einfach, dass das uns allen nach und nach aufgedrängt wird obwohl wir es gar nicht wollen!

  • The driver becomes a passenger… mittlerweile ein fester Bestandteil der neuen Strategie vieler Hersteller. Kann man von überzeugt sein und dem Trend folgen oder einfach schön weiter es schätzen ein analoges bzw. ein nicht ganz so mit Technik vollgestopftes Fahrzeug zu STEUERN. 😉 Ich bewege mich berufsbedingt in beiden Welten aber möchte meine geliebten Turbos gegen kein noch so smartes und We-Love-to-Entertain-You-Vehikel eintauschen.

  • Ökologisches Verzichtsauto

    Herrliche Wortschöpfung von Bergsaab. Genau so eins würde ich mir wünschen …

    Wenn wir die Welt retten oder ihr zumindest nicht mehr so viel zumuten wollen, müssen wir gründlich umdenken.

    Eines der smartesten Autos, die je gebaut wurden, ist für mich die Duett (PV 445/PV 210). Die Kombiversion des Buckelvolvos hatte einen derart hohen Nutzwert, dass sie den Buckel um mehrere Jahre überdauert hat und bis 1969 in Produktion blieb. Auch auf Wunsch schwedischer Behörden.

    Mit nur rund 1.000 Kg Eigengewicht konnten bis zu 650 Kg und zwei Kubikmeter Ladung und/oder bis zu 5 Personen transportiert werden.

    Ein solches Auto hatte die Welt zuvor nicht und hat sie seither nie wieder gesehen. Für mich ist das auch und gerade ökologisch noch heute eine Benchmark.

    Wenn der emisionsfreie Elektromotor nur als Ausrede dient, um Entertainment, Massagesessel und anderen Elektroschrott in knapp 3 Tonnen schweren Einheiten ohne Nutzwert und Notwendigkeit über unsere Straßen zu schaukeln, dann haben wir A kein ernstzunehmendes Transportbedürfnis, B unbegrenzte Flächen und Ressourcen und C anscheinend auch sonst keine Umweltprobleme.

    Ich bin kein Leugner des Klimawandels oder anderer Umweltprobleme. Im Gegenteil. Und genau deshalb widert es mich das alles nur noch an. Staatliche Förderung und absurd günstige Flatrates inklusive …

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  • Hach, wie schön! 5G und eine direkte mobile Verbindung zur chinesischen Überwachungsdiktatur sind gleich mit an Bord! Sehr praktisch, wer oder wessen Wege und Kontakte nicht gefallen, kann gleich ab- oder für immer ausgeschaltet werden (damit meine ich nicht das Auto). Sehr praktisch für die Menschenrechtsverbrecher!

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  • Nein Danke – China Trash mit 3 Jahren Mindesthaltbarkeit und staatlicher Überwachung durch den großen Vorsitzenden … dann fahre ich lieber mit dem Bus 🙂
    Angesichts der Tatsache, dass die GRÜNEN und Windräder überall haben wollen und Wälder und Wiesen dem neuen Bedarf an Wohnraum und Solarpanels zum Opfer fallen werden, ist es für mich aus ÖKOlogischer Sicht nicht mehr vertretbar ein EAuto zu kaufen und entscheide mich meinen Verbrenner (SAAB) noch weiter zu fahren und weiter … und weiter … viel weiter.
    Evtl. hat eine “alteingesessene Marke” irgendwann mal den Verstand und führt das Erbe von SAAB (vollumfänglich inkl. Philosophie) als Fahrzeugbauer fort – ähnlich wie es BMW bei Mini tat, aber dieses Licht ist denen wegen dem Rover-Fiasko noch nicht aufgegangen … SAAB ist aber nicht Rover …

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  • Zwei Fragen stellen sich mir:

    Wer will das?

    Wer fährt eigentlich noch das Auto bei all dieser Ablenkung?

    Ich werde analog fahren solange es irgendwie geht. Meine Befürchtung ist allerdings, dass uns diese schöne, neue Autowelt vom “Markt” und von der Politik aufgedrängt wird.

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  • Ich denke, dass es den Leuten eher eingeredet wird, das es so ein muss. Dann wollen es die Leute so

  • Ich wunder mich immer wieder, dass das wirklich angeblich soooo viele Leute in ihren Autos haben wollen.
    (oder ist das eher der Wunsch der Automobil- & und auch der “Werbe/Konsum”-Industrie?)

  • Naja wer die Immobilienleute kennt weis ja das alles hochwertig und luxeriös sein muß. Anderseits hat es bei Tesla auch funktioniert im hohen Preissegment anzugreifen. Vielleicht ist es ja auch wirklich der Angriff auf die deutschen Luxusmarken, da hat man mit einem ökolischen Verzichtsauto doch keine Chance. Na ich bin gespannt wie und ob es weiter geht!

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