Nur Monte-Carlo Gelb sticht. Ergebnis der Auktion in Schweden.

Die Sommerauktion für Sammlerfahrzeuge bescherte den Auktionatoren keine Flut an Rekordpreisen. Zumindest nicht, was die einheimischen Fabrikate betrifft. Corona-Krise und wirtschaftliche Unsicherheiten hinterließen ihre Spuren. Das Geld sitzt auch in Schweden nicht mehr so locker wie vor noch einem Jahr. Von den aufgerufenen Fahrzeugen erreichten die wenigsten ihren Schätzwert. Eine große Überraschung gab es aber doch.

Monte Carlo Gelb sticht offensichtlich
Monte Carlo Gelb sticht offensichtlich

Eines der interessantesten Fahrzeuge war ein Saab 9-3 Aero. Selten und nur 38.000 Kilometer auf dem Tachometer hatte er die Chancen für ein Bietergefecht. Das Preisniveau zwischen 9.100 und 10.500 € schien realistisch, der Saab blieb aber dennoch unter seinem Schätzwert. Mit 8.270 € zuzüglich Provision für das Auktionshaus gab es für seinen neuen Besitzer sehr viel Auto für vergleichsweise kleines Geld. Allerdings war auch dieser Erlös ein Rekordpreis für die Baureihe, schwedische Zeitschriften sehen den 9-3 auf den Weg in den Klassiker-Himmel

Während Preis des Aero absolut in Ordnung ging, blieb der Saab 93B von 1959 weit unter den Erwartungen. Mit seinem sehr schönen, originalen Zustand wurde er zwischen 11.500 und 13.500 € geschätzt. Das ist zu viel, entschieden die Interessenten. Der Preis blieb bei enttäuschenden 7.100 € stehen, der Saab wurde nicht verkauft. Das Ergebnis schreibt einen Trend fort, der schon vor der Corona-Krise zu beobachten war. Fahrzeuge der Zweitakt-Ära verlieren zusehends an Beliebtheit. Es findet ein Generationswechsel in der Szene statt und die jüngeren Käufer scheuen die ihnen unbekannte Zweitakttechnik.

Auch Saab Sonett und 96 gehören zu den Fahrzeugen mit abnehmenden Interesse und stagnierenden Preisen. Wer sie als junger Mensch gekannt hat, ist heute im Ruhestand oder kurz davor. Und die Neueinsteiger in die Szene favorisieren mehr die Fahrzeuge, die sie wiederum als Kinder kannten. Wie zum Beispiel ein Saab 900 II Cabriolet.

Monte-Carlo Gelb sticht

Die Überraschung der Sommerauktion war ein Saab 900 II Cabriolet in Monte-Carlo Gelb. Die Farbe ist Kult, die Cabriolets der 900 II Serie sind im Trend. Mit unter 100.000 Kilometern Laufleistung sah so mancher ein bemerkenswertes Angebot. Da spielte es auch kaum eine Rolle, dass nur ein 2.3 Liter Saugmotor unter der Haube war. Das nicht sonderlich gepflegte Cabriolet wurde vorsichtig mit zwischen 4.300 und 4.800 € bewertet.

Überraschend, und als einziger Saab in der Auktion, lag das höchste Gebot über dem Schätzpreis. Mit umgerechnet fast 6.400 € zuzüglich Gebühren aber nicht zu teuer für einen bisher unterbewerteten Klassiker. Das Monte-Carlo Gelb könnte den Ausschlag gegeben haben. Ein seltener Farbton, der für viel Saab Geschichte steht.

Bilder: Bilweb (5)

11 thoughts on “Nur Monte-Carlo Gelb sticht. Ergebnis der Auktion in Schweden.

  • Seit 17 Jahren solzer Besitzer eines gelben 9-3 Cabrio Baujahr Juni 1998, muss also eines der allerersten 9-3er Cabrio sein.
    2.3i Motor plus Automatic, cooles cruisen bei tollem Wetter hier im Schwarzwald, offenes Cabrio, leere Strassen, einfach wunderbar!
    ( das geht natürlich mit jeden Cabrio so, aber nur mit einem Saab stellt sich dieses gewisse Etwas ein 🙂 )

  • Da bin ich ja richtig stolz auf mein gelbes 9.3 Cabrio mit blauem Verdeck. Im April war es 20 Jahre und wir genießen jede Ausfahrt.

  • @Tom
    Antwort auf meine Frage. Vielen Dank Tom! Darf man fragen welchen mit welchem Kostenrahmen man rechnen muss?

  • Ich würde, wenn es möglich ist, stets eine Motorrevision dem Austausch vorziehen. Muckelbauer und Saab Service Frankfurt haben das bei verschiedenen Fahrzeugen schon zu meiner vollsten Zufriedenheit erledigt.

  • So geht das nicht. Der Diskussionsbeitrag von @Saabansbraten liefert keinen Grund für einen Frontalangriff. Ich habe keinerlei Verlangen auf Moderation, wir befinden uns hier nicht im BMW Forum.

    Deshalb die Bitte: die Umgangsformen freundlich halten! Oder, wenn das nicht möglich erscheint, auf weitere Kommentare verzichten.

    13
    1
  • @ Saabansbraten,

    ich verstehe Ihren Kommentar nicht.

    Sie werfen mir also ernsthaft die Verbreitung von Unwahrheiten und eine bewusste Abschreckung vor?

    Und das machen Sie ganz ernsthaft daran fest, dass ich das 2-Takt-Prinzip und dessen verbliebene Infrastruktur aus Ihrer Sicht nicht hinreichend gewürdigt hätte?

    Dann wachen Sie wohl besser auf und lesen nochmals den Artikel.

    Auch alten und weißen (aber nicht unbedingt weisen) Männern aus Ost und West steht es gut zu Gesicht, sich den aktuellen Realitäten gelegentlich zu stellen …

    Im Artikel ist sinngemäß von einem langjährigen Trend die Rede, der die Preise für Oldtimer mit 2-Taktern beeinflussen würde. Mein Kommentar steht im perfekten Einklang dazu.

    Sie speien Gift und Galle und tippen sich (am Daumen runter) die Finger wund.

    Wer immer Sie sind, was auch immer Sie damit bezwecken wollen, ich hoffe, dass es Ihnen gut geht und wünsche allzeit gute Fahrt.

    1
    6
  • Mmmhh… 9-3 im Klassiker Himmel? Ich würde mich freuen. Heißt wenn man jetzt einen hat, sollte mit Bedacht restauriert und auf Originalität geachtet werden?! Meiner verbraucht gerade extrem viel Öl und meine Überlegung war/ist einen Austauschmotor zu nehmen, also kein matching Number mehr. Nach dem mir der Fachmann erklärt hat das der Verbrauch im schlimmsten Fall Kolben und deren Ringe betrifft.

  • Die Zeit zur Versteigerung der Neusaab-Reste war eine ganz andere und durch viel mehr Zurückhaltung geprägt als jetzt.

    Es gibt noch diverse Tankstellen, die Gemisch 1:50 anbieten. Herr Hürsch, manchmal wäre doch Zurückhaltung – oder weniger pauschale Aussagen – im Austausch schön. Das schreckt sonst noch mehr Menschen ab als notwendig, weil wer liest, was hier als (Un)Wahrheit hingestellt wird. 🙂

    5
    3
  • Zurückhaltung

    Kann es sein, dass der durchschnittliche Saab-Freund sich mit dem Prinzip von Auktionen und Glücksspiel schwer tut?

    Es war ja schon bei der Insolvenz so, dass Fahrzeuge (inkl. 9-5 NG SC [!]) großteils beschämend günstig unter den Hammer kamen …

    Vielleicht müssen Saab mehr als andere Autos von Mensch zu Mensch verkauft werden?

    Die Erklärung zum 93B trifft es wohl – also den Nagel auf den Kopf. Weiß jemand, ob der Gemisch tanken muss? Gibt es ja nirgends mehr. Oder ob er selbst mischt?

    Das machen inzwischen selbst Kettensägen (Husqvarna) und haben getrennte Tanks/Reservoirs für Benzin und Öl. Und damit meine ich nicht das Kettenöl …

    Alte Volvos haben es da leichter. Auch weil die Konstruktionen langjährig in ihren Abmessungen modular waren. Ich kenne eine wunderschöne Amazone in D, die hat einen 2.0 Liter 115 PS Einspritzer aus dem 140 unter der Haube und ein 5-Gang-Getriebe aus dem 240 dahinter und sieht innen und außen authentisch nach 1959 aus, ist zweifarbig lackiert (weißes Dach, blauer Body), hat ein H-Kennzeichen und fährt im Alltag. Klasse.

    4
    5
  • Monte-Carlo Gelb war der Hit. Und das ist bis heute so.
    Schöner kann der Mensch sich im Hochsommer nicht automobil fortbewegen… Ich freue mich für den neuen Besitzer
    Der 9-3 Aero ist ebenso eine Sahneschnitte. Sanfte Turbopower, perfekt. Auch dieser SAAB ist eine Augenweide im Jahr 2020. Die geringe Km-Leistung lässt dem neuen Besitzer viel Fahrspaß zukommen. Herzlich Glückwunsch!
    Mögen beide SÄÄBE lange unfallfrei unterwegs sein…

  • Im Prinzip alles ganz klar. Den 9-3 Aero kann (und will) ich im Alltag fahren. Kann das auch noch lange Zeit. Der 93B nicht, der ist gerade mal Hobby oder Sammlung. Die ganz alten Saab haben ihren Höhepunkt schon hinter sich, da kommt nicht mehr viel.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.