Evergrande errichtet Produktion für elektrische Antriebe in Huzhou

Einen weiteren Spatenstich meldet Evergrande! Am 22. Mai fiel der Startschuss für den Bau einer zusätzlichen Fabrik. Das Werk wird in Huzhou in der Zehjiang Provinz errichtet. In ihm werden elektrische Antriebe für die erwarteten Elektroautos der Evergrande Gruppe produziert. Neben der Fertigung sollen auch Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen für autonomes Fahren entstehen. Die Fertigstellung und die Aufnahme der Produktion werden für Anfang 2021 erwartet.

Evergrande baut Fabrik für elektrische Antriebe
Evergrande baut Fabrik für elektrische Antriebe

Das neue Werk wird nach seiner Vollendung eine Fläche von 300.000 qm umfassen. Die Investition soll laut Evergrande rund 2.1 Milliarden US-Dollar betragen. Der Schwerpunkt liegt in der Integration von Batteriesystemen, elektrischen Antrieben und autonomen Fahren. Es wird erwartet, dass bis zu 500.000 elektrische Antriebssysteme pro Jahr in Huzhou produziert werden. Evergrande baut in der südöstlichen Provinz das erste Komponenten-Werk der Gruppe auf. Weitere Produktionsstätten sind in Fertigstellung.

Bisher 5 Werke für Elektroautos im Bau oder fertiggestellt

Gleichzeitig gab Evergrande bekannt, dass die beiden im Bau befindlichen Werke in Nansha (Guangzhou) und Songjiang (Shanghai) bis zum Jahresende fertiggestellt sein werden. Geplant ist, dass sie ab 2021 mit einer jährlichen Kapazität von 200.000 Fahrzeugen in Betrieb gehen. Weitere Produktionsstätten, die sich in der Entstehung oder Erweiterung befinden, liegen in Tianjin und Lianonig. Auch hier gibt die Gruppe an mit den Arbeiten im Zeitplan zu liegen. Im Verbund mit Trollhättan, dem bisher einzigen europäischen Werk, wird eine jährliche Kapazität von 1 Million Elektrofahrzeuge angestrebt.

Unverändert steht die Präsentation des ersten komplett neuen Elektroautos der Evergrande Gruppe für das erste Halbjahr 2020 im Raum. Es soll den Namen Hengchi 1 tragen. Ob die Bezeichnung weltweit oder nur in China verwendet werden wird, ist bisher ungeklärt. Möglich, und keineswegs überraschend, wäre auch eine andere Namensgebung für Märkte außerhalb des Heimatlandes.

13 Gedanken zu „Evergrande errichtet Produktion für elektrische Antriebe in Huzhou

  • Die meisten Autohersteller entwickeln ebenfalls solche Fahrzeuge.
    Warum soll ich mir ein Fahrzeug von Evergrande kaufen? Wo ist da der Unterschied zu den anderen Herstellern?

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  • Bei diesen offiziellen Zahlenplanungen wird mir ganz schwindelig… Naja, planen kann der Mensch ja so einiges. Ob´s so kommt, wir werden sehen, lesen und womöglich auch hören. Abwarten.
    Ob diese vielen E-Fahrzeuge das Dauerstauproblem in den Grossstädten zu lösen vermögen, bezweifele ich. Und innovativ/orginell ist das Aufspringen auf die E-Mobilität auch nicht gerade. Mehr Vernetzung/Share/Flugtaxis etc. als Mobilitätsträger sind doch schon in der Planung.
    Den Überblick zu haben maße ich mir nicht an.

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  • Schöne Welt

    Mir ergeht es ähnlich wie Bergziege. Schwindelgefühl und kein Überblick …
    In der heilen Welt auf dem Bild würde ich aber gerne leben.

    Erst jogge ich unter klarem Himmel und saubere Luft inhalierend eine Runde um den See.
    Zum Lunch gibt es Ente (lokal produziert [aus dem See] Bio, Freiland und kross) mit Bambus, Sojasprossen, Ingwer und dunkler Sauce …

    Abends setze ich mich wieder an den See und blättere in alten Zeitschriften und Büchern. Ach was, alt? Historisch!

    Dort finde ich ganz ähnliche Bilder, denn in Deutschland, den USA und der Sowjetunion hatte man schon vor 100 Jahren die unmittelbar bevorstehende Zukunft ganz ähnlich illustriert – vor hundert Jahren unmittelbar bevorstehend …

    Dann hebe ich den Blick und muss feststellen, dass davon nichts, aber auch rein gar nichts Realität geworden ist …

    Im Ernst, wer viel verspricht hält wenig. Und das nicht erst seit 100 Jahren. Das ist schon viel länger so. Je bunter Evergrande seine eigene Zukunft und eine neue Welt ausmalt, desto skeptischer und ablehnender nehme ich das zur Kenntnis. Kulturelle Unterschiede und Geschmack hin oder her, aber wer 2020 solche Bilder veröffentlicht, der kann nicht ganz sauber ticken …

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    • Anderer Kulturkreis, andere Farben. Etwas Respekt davor ist angeraten und vielleicht der Versuch einer kurzen Einführung in die chinesische Farbsymbolik.

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  • @ Tom,

    danke für den Link. Aber genau das, dass alles symbolisch überladen, sogar bis zur Reinheit einzig symbolisch ist, stößt mir ja so auf …

    Es gibt auch in diesem Kulturkreis, ebenso wie bei uns, ganz unterschiedliche Auffassungen und Strömungen zu Stil und Ästhetik. Die Bandbreite reicht von einem durchaus traditionellen und asketisch realistischen Minimalismus bis hin zu, nun ja, einem futuristischen Traditionalismus einer an Herrschern und Kaisern orientierten Bling-Bling-Fraktion …

    Evergrande hat die Wahl und sich freiwillig festgelegt und verortet.

    Ich kaufe gerne auf der anderen Seite. Mein Haushalt ist voll mit gutem chinesischem und japanischen (Koch-) Geschirr, Werkzeugen für Küche, Haus und Garten. Das Verpackungsdesign ist häufig derart schlicht und gut, dass ich schon Kartons sauber in der Falz aufgeschnitten und gerahmt habe.

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    • Alles gut. Ich fand nur den letzten Satz im betreffenden Kommentar nicht angemessen. Etwas mehr Respekt gegenseitig täte uns allen, und ich nehme mich da nicht aus, gut.

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  • Die Farben, das Wasser die Blumen, alles hat eine Bedeutung. Sogar die Bauformen und Ausrichtung und und und….
    Wenn man sich näher damit beschäftigt sehr interessant.
    Losgelöst von Evergrande halte ich den Weg nur auf Elektromobilität zu setzen für zu früh und auch für überholt. Corona hat ja gezeigt, dass es nicht der böse Diesel Motor ist.

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  • Was Corona wirklich gezeigt hat, hängt wohl davon ab, wem man glaubt, oder glauben will. Es gibt einen AMS-Artikel, der die beiden Seiten gegenüberstellt (https://www.auto-motor-und-sport.de/verkehr/diesel-fahrverbote-nox-werte-stickoxid-corona/).

    Im Netz finden sich Artikel für beide Standpunkte, so dass man meinen könnte, man kann es sich aussuchen. Vermutlich ist der Diesel aber doch mitschuldig, genau wie die Direkteinspritzer-Benziner mitschuldig am Feinstaub sind.

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  • Das glaube ich nicht. Das Verbrenner Schadstoffe ausstoßen ist unbestritten. Der Anteil ist aber zu gering als das man damit das Klima retten könnte. Wobei es Tests gibt wo die angesaugte Luft durch das Auto gereinigt, oder zumindest sauberer, wieder austritt. Verbrenner haben mindestens noch die nächsten 10 bis 15 Jahre ihre absolute Berechtigung.

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  • Man sollte sich keine falsche Vorstellung von der Sauberkeit der in Autos eingesetzten Verbrenner machen. Es hat durchaus seinen Grund, dass über die Jahre so viele elektronische Regelungen im Umfeld der Motoren Einzug gehalten haben.
    Der ist, dass, Kolbenmaschinen mit innerer Verbrennung prinzipbedingt das schlechteste Verbrennungsverfahren bezüglich schadstoffarmer Verbrennung verwenden, die intermittierende (unterbrochene) Verbrennung.
    Bezüglich Schadstoffarmut ist jedes Verfahren mit kontinuierlicher Verbrennung um Welten besser als eines mit intermittierender Verbrennung.

    Jede Kerze hat ohne elektronische Einspritzung, ohne Drallklappensteuerung und ohne Katalysator eine ziemlich gute Verbrennung, eine Kolbenmaschine mit innerer Verbrennung ohne all das eher nicht. Für jeden Arbeitstakt muss die Verbrennung neu gezündet werden und brennt auch wieder aus. Jedes Mal instabile Bereiche mit unsauberer Verbrennung. Probleme die ein Gasherd, eine Heizung, oder ein Ofen in dieser Form überhaupt nicht haben.

    In den 90-ern habe ich im Studium gelernt, dass die Turbinen der Flugzeuge am Frankfurter Flughafen, die Luft von den Schadstoffen der Fahrzeuge reinigen. Und sie haben trotz nicht vorhandenem Katalysator eben auch das Potential dazu, da sie mit kontinuierlicher Verbrennung arbeiten.

    Sollen wir uns also alle Jets zulegen? Besser nicht, das erzeugt wieder andere Probleme. Was will ich also sagen? Eigentlich nur, dass die Problemstellung komplex und der Verkehrssektor bestimmt nicht zu vernachlässigen ist.

    Und wer hat eigentlich gesagt, dass es die nächsten 10 – 15 Jahre keine Verbrenner mehr geben wird? Was ich so höre klingt unter dem Strich wie Verkauf erlaubt bis 2030, bei prognostizierter (und wahrscheinlich erlaubter) Lebensdauer von etwa 10 Jahren, also noch eine Berechtigung von 20 Jahren. Und falls uns das Wasser vorher doch schon bis zum Hals stehen sollte, dann eben als Außenborder 🙂 .

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  • @ StF,

    ich bin bekennender Pyromane, koche im Haupthaus mit Gas und nutze im Nebengebäude einen mit Holz befeuerten Feststoffherd. Zwischen den beiden Küchen koche, backe und grille ich draußen ebenfalls mit Feuer und Glut.

    Ihren Kommentar würde ich gerne uneingeschränkt unterschreiben.

    Aber leider stimmt das so nicht. Eine Kerze und andere Dauerfeuer mögen angesichts des geringen technischen Aufwands ganz erstaunlich effizient und sauber sein, aber eben auch nur gemessen an diesem Aufwand (= null).

    Kohlenmonoxid und Stickoxide können Sie an jeder dieser Flammen messen. Die stehen einem Verbrenner mit Kolben in nichts nach – außer darin, dass sie weniger im Focus von Politik und Medien stehen.

    Der Wirkungsgrad (kinetisch bzw. thermisch) von einer Explosionsmaschine oder einem Herd steht freilich auf einem ganz anderen Blatt …

    Aber da würden wir über CO2 (letztlich Energieeffizienz) und nicht mehr über Stickoxide, Kohlenmonoxid, Ruß und Staub reden. Sie können das trennen (das ist mir klar), aber insgesamt schmeißen viele Teilnehmer und Moderatoren dieser Debatte um Klimagase und Schadstoffe leider alles durcheinander.

    Da müssen Sie schon aufpassen was und wie Sie es sagen. Andernfalls käme ich vielleicht auf die Idee, eine Dampfmaschine (Dauerfeuer) wäre einem Verbrenner an Effizienz und in Puncto Luftreinhaltung überlegen …

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  • @ Herbert Hürsch

    Ich habe durchaus darüber nachgedacht, was in meinem Kommentar stehen soll und wie ich es formuliere. Es ist zum Beispiel Absicht, dass sich das Wort Wirkungsgrad oder Effizienz in meinem Text überhaupt nicht findet.

    Es ging mir darum, auf den grundsätzlichen Unterschied zwischen einer kontinuierlichen und einer intermittierenden Verbrennung bezüglich der Entstehung von Schadstoffen hinzuweisen.

    Auch eine Dampfmaschine ist nicht grundsätzlich eine schlechte Sache, sie hat halt im mobilen Einsatz den grundsätzlichen Nachteil, dass nicht nur der Brennstoff, sondern auch das Arbeitsmedium Wasser mitgenommen werden muss. Dadurch wird unter anderem die Energiebilanz durch diese zusätzliche Masse negativ beeinflusst. Es hat aber durchaus seinen Grund, dass alle klassischen Großkraftwerke für Grundlast auf Dampf als Arbeitsmedium setzen. Dieses Verfahren bietet gerade bei großen Maschinen und wenig dynamischem Betrieb Vorteile bei der Effizienz.

    Auch die von mir gelobten Gasturbinen haben nicht grundsätzlich eine hohe Effizienz. Hier gilt ‘Size does matter’. Das Schlagwort ist dabei Spaltgrößen bzw. Spaltverluste, falls es interessiert. Da diese Spalte bei kleinen Turbinen relativ zur Maschine größer sein müssen, als bei sehr großen Maschinen, geht bei kleinen Maschinen die Effizienz nach unten (und der Verbrauch nach oben), sie haben aber immer noch den Vorteil des kontinuierlichen Verbrennungsverfahrens.

    Und genau das ist auch mein Punkt: Wenn man eine bestimmte Menge Brennstoff, sagen wir 100 ml, nimmt, steckt einen Docht hinein, entzündet die Flamme und lässt sie kontinuierlich am Stück abbrennen entstehen deutlich weniger Schadstoffe, als wenn man die 100 ml auf 10 x 10 ml aufteilt, steckt einen Docht in jede Teilmenge und entzündet diese. Das liegt daran, dass die Anteile der instabilen Zustände Entzünden und Erlöschen (bei denen die meisten Schadstoffe wegen unvollständiger Verbrennung entstehen) verzehnfacht wurden und die Anteile der stabil brennenden Flamme entsprechend zurückgegangen sind.

    Wie ich gesagt habe, die Problemstellung ist nicht einfach, sie ist komplex.

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  • @ StF,

    spannender Diskurs. Danke!

    Ich denke, wir bereichern uns gegenseitig und lernen beide hinzu. Ich meinte tatsächlich Dampfmaschinen (Kolben) und keine Dampfturbinen …

    Sie haben recht, dass Dampf sehr effizient genutzt und arm an Schadstoffen produziert werden kann. Die klassische Dampfmaschine tut dies eher nicht – auch nicht stationär, ohne Wasser mitführen zu müssen.

    Sie hat tatsächlich einen geringeren Wirkungsgrad als Explosionsmaschinen, die aber wiederum allen Turbinen hoffnungslos unterlegen sind …

    Im Prinzip ist das auch schon der Punkt, den ich setzen wollte. In gewisser Weise auch Ihr Punkt. Turbinen sind nicht allerorten und für jeden Zweck praktikabel und nicht in jedem Maßstab überlegen …

    Der Verbrennungsmotor kommt nicht frei von Schadstoffen, hat aber seine Berechtigung, kann fast beliebig skaliert werden (von der Kettensäge bis zum Schiff) und hat je nach Anwendung und Einsatz sogar die bessere Gesamtbilanz als elektrische Lösungen. Und sei es als Außenborder …

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