Fahrertraining und Image. Die Saab Aero Academy 2001.

Anfang der 2000er Jahre startete Saab mit der Aero Academy durch. Die deutschen Mitbewerber voll im Blick, die sich mit ähnlichen Veranstaltungen schon länger profilierten. Ein Saab Aero war das jeweilige Top Modell der Baureihe, und noch nie zuvor war Saab so sportlich wie damals. So sah man sich in Schweden, und natürlich war da etwas dran.

Saab Aero Academy
Saab Aero Academy

Die sportlichen Zeiten, als Saab noch ein eigenes Werksteam hatte, waren lange vorbei. Die Erfolge eines Erik Carlsson verblassten mehr und mehr, sie lagen einfach zu lange zurück. Nur noch die langjährigen Fans konnten sich erinnern. Neulinge, die sich für einen Saab interessierten, hatten keine Ahnung von der sportlichen DNA der Marke. Viel schlimmer noch: in Schweden waren die Umfragewerte miserabel. Saab galt als konservativ, angestaubt und betulich. Eine Marke für ein älteres Publikum und Volvo lag in allen wesentlichen Punkten besser. Von Sportlichkeit war in der öffentlichen Meinung keine Spur mehr.

Image Pflege mit der Saab Aero Academy

Es gab also Handlungsbedarf. Mit der tief greifenden Überarbeitung 2001 war der 9-5 Aero auf 250 PS erstarkt und damit der bisher potenteste Beitrag von Saab in der oberen Mittelklasse. Das war gut für das Image, außerdem war die Entwicklung für die zweite Generation des 9-3 weit fortgeschritten. Mit seiner mitlenkenden Hinterachse sahen ihn die Schweden als eines der dynamischsten Angebote im Segment kompakter Limousinen. Da konnte etwas Vorarbeit nicht verkehrt sein.

Die Aero Academy war international unterwegs. In Deutschland fanden Fahrertrainings auf dem Nürburgring statt. Kunden lernten ihren Saab auch in schwierigen Situationen zu beherrschen. Ausweichmanöver auf der Wasserplatte, Slalom mit höherer Geschwindigkeit durch einen Pylonen-Parcours. Das machte Spaß, brachte Markenbindung und war letztendlich auch noch gut für die Sicherheit im Straßenverkehr.

Der kurze, leider nicht hochauflösende Videobeitrag, ist ein Teaser der Saab Kunden Lust auf die Veranstaltung machen sollte. Das dürfte gelungen sein.

11 thoughts on “Fahrertraining und Image. Die Saab Aero Academy 2001.

  • @ Ebasil,

    E10 und E5 (Super und Super Plus) sowie 7% Beimischung pflanzlicher Öle in den Diesel waren Teil des Deals.

    Lokal und rein oder überwiegend pflanzlich erzeugte Kraftstoffe (idealerweise aus Abfällen) sind fiskalisch auf der Strecke geblieben. Wir bekommen jetzt von den Mineralölkonzernen 5 bis 10% Beimischungen aus aller Welt und tatsächlich in Konkurrenz zu Wäldern und Nahrungsmitteln. Und selbstverständlich alles zu 100% besteuert. Mag sein, dass man die Mineralölsteuer in einer Energiesteuer hat auf- bzw. untergehen lassen (siehe StF), aber der gewünschte und eingetretene Effekt ist der gleiche und war zum Schutz der Ölkonzerne sowie wider dem Verlust steuerlicher Einnahmen.

  • Zumindest der Konflikt mit der Mineralölsteuer besteht offiziell bei uns nicht, da die seit einigen Jahren Energiesteuer heißt (https://de.wikipedia.org/wiki/Energiesteuergesetz_(Deutschland)).
    Was einen in dem Zusammenhang viel mehr ärgern sollte ist, dass die Mehrwertsteuer auch auf die Energiesteuer erhoben wird und man daher noch Abgaben auf Abgaben bezahlen darf. Das ist mal ein cleveres Geschäftsmodell!

    Das mit dem ‘verfrühten’ Beginn der Modelljahre hat, soweit ich weiß, den Grund, dass in den sommerlichen Werksferien die Umstellungen vorgenommen werden, die für die technischen Änderungen des jeweiligen Modelljahres notwendig sind. Also das Bestücken der Lager und Bänder mit den neuen Teilen, falls nötig das Anpassen von Handlinggeräten und Robotern, und vieles mehr.
    Das machen die Wartungs- und Serviceleute lieber während den Werksferien im Sommer, als zur Weihnachts- und Neujahrszeit. Wie immer gilt natürlich, Ausnahmen bestätigen die Regel.

  • Oh je, da habe ich mich wohl unpräzise ausgedrückt – “steuerlich gefördert” sollte heißen: gegenüber den anderen Spritsorten steuerlich für den Verbraucher bevorteilt, da ohne Mineralölsteuer. Danke für die Klarstellung – und natürlich haben Sie Recht, dass volle Mineralölsteuer auf ein Produkt, das zu 85 Prozent nicht aus Mineröl produziert wird, ein Stück aus Absurdistan ist!

    Werden die 10 Prozent in E10 eigentlich voll mit besteuert? Ich hoffe doch, dass das dort genauso absurd gehandhabt wird. Anderenfalls könnte man mal über eine rechtliche Überprüfung im Hinblick auf den Gleichheitssatz denken. Klingt absurd, wäre aber ein Ansatz.

  • @ Ebasil,

    alles richtig und volle Zustimmung. ABER bitte, bitte benutzen sie im Zusammenhang zwischen D und E85 niemals den Begriff einer (eingestellten) staatlichen Förderung …

    Es hat niemals eine gegeben.

    Historisch richtig ist, dass E85 auch ohne Förderung weiterhin konkurrenzfähig gewesen wäre. Das Ende des Biosprits – quasi der aktive Dolchstoß – lag in der zum Stichtag erhoben Mineralölsteuer.

    Mineralölsteuer auf ein pflanzliches Produkt?

    E85 ist in D nie gefördert, aber bewusst und im Einvernehmen mit den Mineralölkonzernen begraben worden.

  • Andreas K. – E85 vs. Elektro (und was zu Diesel)

    Volle Zustimmung! Und die “mangelnde” Nachfrage war ja politisch bzw. von der deutschen Autolobby gewollt. Bringt halt kaum Kohle, ältere Autos billig (ca. 1.000 Euro, siehe Frankreich) auf E85 umzurüsten. Deshalb wurde die steuerliche Förderung Ende 2015 eingestellt. Die zahlreichen FFV, die zB VW ja im Programm hatte, waren in Deutschland erst gar nicht angeboten worden. Tom hatte das seinerzeit sehr gut zusammengefasst: https://saabblog.net/2015/12/10/tschuess-biopower/

    Stattdessen hatte man uns jahrelang den Diesel schmackhaft gemacht, der nun – dank des Betrugs von VW – größtenteils zu Unrecht verteufelt wird. Corona zeigt, zB hier in HH, dass die Fahrverbote völlig unsinnig sind. Trotz ganz erheblicher Reduzierung des PKW-Verkehrs keine Verbesserung der Messwerte der Luft. Woran liegts? Die Heizungen in der Stadt sind das Problem! Diese IMMOBILEN Verbrenner könnte man nach heutiger Technik ganz locker und sauber durch E-Heizungen ersetzen – ohne Batterieprobleme. Beim MOBILEM Energiebedarf könnte es hingegen überwiegend beim Verbrenner neuester Technik bleiben (von was auch immer, E85, Diesel) und natürlich Hybrid. Es liegt in der Natur der Sache, dass Elektro da nicht die allein seelig machende Lösung sein kann.

    Im Übrigen hat gerade gestern im NDR jemand von NABU oder BUND (weiß ich leider nicht mehr genau) verkündet, dass allein die z.Z. im Hamburger Hafen im Not- und Erhaltungsbetrieb während Corona geparkten 6 Kreuzfahrtschiffe täglich deutlich mehr Luftverschmutzung produzieren als der gesamte Hamburger Auto- und LKW-Verkehr! Das nenne ich einen Skandal, zumal es hier Landstromanlagen für die Schiffe gibt!

    Schuld war bggl. E85 im Übrigen auch die – gewollte – öffentliche Meinungsmache, E85 sei “Essen im Tank”. Dass es auch anders, und sogar im größeren Rahmen geht, zeigt Frankreich, wo zB Abfälle aus der Weinproduktion zu E85 verarbeitet werden. Es wäre auch in D kein Problem, statt der oder zusätzlich zu den steuerlich geförderten Biogas-Anlagen, die wegen der Förderung hierzulande auf fast jedem landwirtschaftlichen Betrieb stehen, auch entsprechende Anlagen zur Verarbeitung landwirtschaftlicher Abfälle zu Bioethanol zu fördern. Die europarechtlichen Rahmenbedingungen gibt es, Frankreich nutzt diese ja auch.

    Aber da hier leider nicht gewollt, bleibt nur, darauf zu hoffen, dass man irgendwann nach Corona mal wieder nach F fahren darf. Mein BioPower Cabrio, das den leckeren Saft leider erst einmal bei einer Reise nach Schweden ausprobieren durfte, und ich freuen uns jedenfalls sehr darauf! 🙂

  • Ja, das wäre schön gewesen, mit neuen Saab-Modellen auf die Piste und vielleicht auch ein bisschen an seine Grenzen zu gehen. Leider haben GM und diverse Pseudo-Retter ein anderes Ergebnis herbei geführt – schade!
    Und noch ein Wort zu E85, mein erster 9-3 Sportcombi war ein 1.8t Biopower. Mit E85 ging er wie “Schmidt’s Katze”, verbreitete eine Menge bezahlbaren Fahrspaß. Leider wurde diese durchaus ökologische Nische mangels Nachfrage geschlossen. Statt dessen wird jetzt fahrbarer Elektronikschrott gefeiert, mit dem man kaum die Strecke Frankfurt/Wiesbaden hin und zurück schafft, ohne an die Steckdose zu müssen. Ob das tatsächlich ökologisch und alltagstauglich ist, weiß ich nicht wirklich

  • Ja, in allen Punkten volle Zustimmung (und war mir auch alles klar …)

    Das Vordatieren der MY hat bei meinem Griffin Cabriolet seinen Höhepunkt erreicht: Gebaut 04/2011, ist aber MY 2012! Die Griffins (die letzte, noch deutlich veränderte Baureihe des 9-3 III) wurden m.W. ab März 2011 gebaut (wenn denn immer mal wieder die Bänder überhaupt liefen), waren aber alle MY 2012.

  • 2222 war der Fehlerteufel. So wie Ihre 101, wenn Sie nachrechnen ;–]

    Mann & Frau wird es uns nachsehen, Wenn wir alle schon in einem Jahr das MY 2022 unter fachkundiger Anleitung am unteren Ende seiner Grenzen bewegen, kräht garantiert kein Hahn mehr nach Tipp- und/oder Rechenfehlern ;–]

    Das (MY 2022 im Sommer 2021) ist übrigens Absicht. Ich weiß nicht warum, aber soweit ich weiß, sind die Modelljahre latent vordatiert.

    Vielleicht brauchen Käufer das so? Vielleicht kaufen sie sonst ab November oder Dezember die jüngsten Modelle nicht mehr, hätten spätestens im Januar des nächsten Jahres das Gefühl, den geplanten Neuwagen noch ein paar Wochen oder Monate aufschieben zu müssen?

  • Hahaha – ich bin selbst ja auch nicht besser! Ähem …. 🙁

    Natürlich würde ich den Aero MY 2222 ganze 201 (!) Jahre vor seinem Verkaufsstart liebend gerne probefahren! 🙂

  • Herbert – Sehr cool! 🙂

    Den Aero (MY 2222) würde ich, 101 Jahre bevor man ihn käuflich erwerben kann, dort wirklich SEHR gerne probefahren, noch dazu mit schwedischem E85. Falls die Planungen der Veranstalter von Saab Deutschland doch ein wenig zu ehrgeizig und voreilig gewesen sein sollten, würde mir eine Fahrt im neuen 9-3 IV Aero MY 2022, vollgetankt mit E85, aber auch schon vollends reichen! Bin schon gespannt wie ein Flitzebogen auf das Aussehen des neuen 9-3 IV!! Vielleicht kann man das neue Modell dann ja auch gleich bestellen oder – noch besser – gleich kaufen und mitnehmen???!! 😉
    …..
    🙁

  • Cool

    Schlechte Nachricht:
    Die Summer Academy 2020 fällt Corona zum Opfer.

    Gute Nachricht:
    2021 geht die Aero Academy mit dem 9-3 lV und dem überarbeiteten 9-5 NG an den Start. Alle Areo (MY 2222) haben XWD und den auf 300 PS erstarkten 2.0T. Zusätzlich kann der neue 9-3 Viggen gefahren werden. Hier leistet der 2.0T 330 PS und die limitierte Edition ist gegenüber dem Aero um 100 Kg abgespeckt und ausschließlich als 3-türiges Coupe erhältlich.
    Der 9-3 Aero ist zusätzlich als 5-türiges Coupe, Sportcombi und Cabrio am Start.
    Bei allen Modellen können die Assistenzen mit einem Knopfdruck abgeschaltet werden.

    Und übrigens, wie auch in Schweden, betankt die Aero Academy Germany alle Fahrzeuge mit E85, als einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Leistung und Drehmoment der Aero und Viggen liegen mit diesem Kraftstoff 20 bzw. 30% über den deutschen Prospektangaben. Aber keine Angst, oberste Ziele der Academy sind Sicherheit und Fahrzeugbeherrschung. Der Fahrspaß ist nur Nebensache – und unvermeidlich.

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