Koenigsegg Gemera inspiriert vom Saab Aero X?

Kurz nach der Präsentation des Gemera sahen in den sozialen Medien erste Kommentare eine mögliche Inspiration durch den Saab Aero X. Trifft das zu? Koenigsegg wird fast traditionell eine gewisse Nähe zu Saab nachgesagt. Erst verhandelte man mit GM, um die Marke zu übernehmen, sagte aber final ab. Mittlerweile ist NEVS an der Manufaktur aus Ängelholm beteiligt,  und die Verbindung zu Trollhättan gestaltet sich intensiver denn je.

Gibt es aber auch einen Link zwischen Gemera und Aero X? Die schönste Studie von Saab erblickte 2006 das Licht der Welt. In der Stallbacka befand man sich damals in einer schwierigen Phase und kämpfte um eine klare Ausrichtung der Marke. Der Aero X verkörperte alles, was Saab war und in Zukunft hätte sein können. Das Luftfahrterbe in Form einer Pilotenkanzel – der Aero X ist ein Flugzeug für die Straße. Viele seiner Designelemente flossen noch ganz zum Schluss in die Serie. Angefangen von den eisblauen Scheinwerfern über die LED Leiste am Heck bis hin zu dem neuen Kühlergrill und dem Design seiner Felgen.

Betrachtet man den Koenigsegg Gemera, dann findet man in der Tat Parallelen. Auch der Gemera trägt eine auffällige Pilotenkanzel, die in diesem Fall Platz für 4 Passagiere bietet. Selbst wenn der Zustieg in den Koenigsegg nicht über ein sich komplett abhebendes Cockpit wie beim Aero X geschieht, spektakulär ist der Zutritt via Flügeltüren allemal. Und auch aus der Vogelperspektive erkennt man durchaus Parallelen in der Linienführung beider Fahrzeuge.

Verwandtschaft und Inspiration durch den Aero X? Möglich wäre es, wahrscheinlich ist es aber nicht. Und wenn, dann wäre es eine Verbeugung vor dem gelungenen Entwurf, der heute im Saab Museum steht. Koenigsegg gestaltet seine Fahrzeuge schon länger mit dem Designzitat einer Pilotenkanzel. Betrachtet man den 2019 präsentierten Jesko und seine Vorgänger, dann erkennt man deutlich dieses aus dem Flugzeugbau und Rennsport entlehnte Designelement.

Koenigesegg Jesko in Hongkong
Koenigesegg Jesko in Hongkong. Foto: Koenigsegg/Oskar Bakke

Der Gemera wird nicht in Trollhättan gebaut

Nachdem die Aussage im Raum steht, dass ein Einstiegsmodell von Koenigsegg in der früheren Saab Fabrik gebaut werden soll, tippten wir auf den Gemera. Dem ist nicht so. Offizielle Quellen nennen das Werk in Ängelholm, aus Trollhättan sollen aber Komponenten und Baugruppen kommen. Die Vermutung über Trollhättan hat sich damit nicht bestätigt. Damit steht weiter die Frage im Raum, welcher Koenigsegg in Zukunft in der Stallbacka produziert werden könnte, und ob die Planung überhaupt noch Aktualität hat.

Bestätigt hat sich aber das Preisniveau,  das jetzt offiziell mit umgerechnet rund 1.5 Millionen € angegeben wird. Damit ist der Gemera auch selbst nach Koenigsegg Maßstäben kein Einstiegsmodell in die sehr exklusive Welt edler Manufakturware.

8 thoughts on “Koenigsegg Gemera inspiriert vom Saab Aero X?

  • The company of course …..

  • I hate GM, US and Germany ………

  • Parallelen sind da. Ich habe mich allerdings häufig gefragt, ob der Aero X nicht auch inspiriert wurde von Koenigsegg. Wenn ich mir deren erstes Modell (den CC8S, produziert ab 2002) so ansehe (oder auch den folgenden CCR), dann könnten Kanzel und Dachgestaltung als Vorbild gedient haben. Wenn es stimmt, dass Volvo und Saab Koenigsegg zu Beginn unterstützt haben, dann erscheint mir eine gegenseitige Inspiration ziemlich möglich.

    (… und ganz unabhängig davon, wie gerne hätte ich einen Aero X in der Garage…)

  • Im direkten Vergleich erkennt man wie nachhaltig das Design des Aero X war. Ein paar kleine Retuschen, und er wäre wieder ganz frisch und eine Modell der Gegenwart. Ein Traumauto wird er immer bleiben.

  • Klärender Artikel zu einem Traum von SAAB…
    Danke in die Redaktion! 🙂
    Schade schade.

  • Wenn Koenigsegg den Gamera abwandelt, Lüftungschlitze reduziert, Front und Heck anpasst und die Technik weniger aufwendig macht, könnte er schon als SAAB durchgehen. Das Chassis könnte das gleiche sein.
    Sagen wir mal eine Serie von 1000 Stück zu einem deutlich geringeneren Preis – aber immer noch im Luxus-Segment. Das ganze in Trollhättan gefertigt. Namensrechte müsste man von SAAB Flugzeuge lizensieren.
    Das muss kein Traum sein… 😉

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  • Hier …

    … bekommt man sogar Antworten auf Fragen, die man sich noch gar nicht gestellt hat.

    Und sie leuchten sofort ein. Da ist die Zeitschiene (der Turbo X ist jünger als der erste Koenigsegg) und da sind die Bilder und Vergleiche …

    Die sind ein großes und eindrückliches Vergnügen mit einem klaren Vorteil für den Saab. Zumindest nach meinem Geschmack sollte sich der Gemera eine dicke Scheibe vom Turbo X abschneiden, hat er aber nicht.

    Der Saab ist deutlich schlichter, ist typisch Saab. Der Gemera ist typisch Hypercar und offenbar braucht die Zielgruppe ein vergleichsweise zerklüftetes Design. Je mehr Lüftungsschlitze, Ecken, Kanten, Wings & Spoiler, desto teurer und potenter kommen sie daher, desto größer ist das Vergnügen, damit zwei- bis dreimal jährlich irgendwo vorzufahren …

    Immerhin besteht somit noch Hoffnung auf ein alltagstauglicheres, zugleich schöneres und preiswerteres Einstiegsmodell aus Trollhättan. Der Gemera ist optisch, preislich und von der geplanten Stückzahl her jedenfalls alles andere als das …

    Aber er bringt vor allem technisch gute Ansätze mit. Wäre schon schön, wenn Koenigsegg sich den Schritt nach unten in die Oberklasse und Serienfertigung trauen würde.

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  • Es muss nicht zwei Mal hingeschaut werden…. Eine grandiose Verbeugung vor einem der schönsten Autoentwürfe überhaupt.

    Es wäre doch ein – wohl auf ewig unerfüllter Traum -, wenn der AeroX in einer Kleinserie aufgelegt werden würde…

    Träumen ist schön….

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